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Veröffentlicht am 14.08.2024

Unerwartete Freund*innenschaft

Das Licht in den Birken
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Nach zwanzig Jahren als Ziegenhirtin in Portugal wagt Thea mit Mitte fünftig noch einmal einen Neuanfang - zurück in ihrer Heimat in Norddeutschland. Mit ihren zwei Ziegen kommt sie auf einem alten Hof ...

Nach zwanzig Jahren als Ziegenhirtin in Portugal wagt Thea mit Mitte fünftig noch einmal einen Neuanfang - zurück in ihrer Heimat in Norddeutschland. Mit ihren zwei Ziegen kommt sie auf einem alten Hof in der Lüneburger Heide bei Benno unter. Sie möchte dort zur Ruhe kommen und sich endlich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen.
Benno liebt Tiere und Pflanzen, hat sein eingespieltes Leben auf dem Hof. Nur mit anderen Menschen kommt er nicht allzu gut zurecht. Da er auf die Miete angewiesen ist, bietet er Thea einen Unterschlupf und sie nähern sich trotz ihrer unterschiedlichen Wesen langsam an. Als dritte im Bunde stößt Juli, eine Wanderung mit Fußverletzung, zu ihnen und gemeinsam bestreiten sie das Leben auf dem Hof und entwickeln einen Plan, um Bennos Schulden zu begleichen.

"Das Licht in den Birken" erzählt von drei sehr unterschiedlichen Menschen, die aus verschiedenen Gründen zusammenkommen und quasi dazu gezwungen sind, sich mit sich selbst und den anderen beiden auseinanderzusetzen. Aus Fremden werden langsam Freundinnen und eine feste Gemeinschaft. Jeder von ihnen trägt in sich eine gewisse Last aus der Vergangenheit, die es zu bearbeiten und aufzuarbeiten gilt.
Romy Fölck erzählt sehr ruhig von dem Wagnis eines Neuanfangs, der Begegnung mit neuen Gedanken und Einstellungen sowie dem Hinterfragen bestehender Muster. Ich mochte den gelassenen Schreibstil, die lockere Art des Erzählens, inklusive der notwendigen Ernsthaftigkeit, jedoch auch dem Blick für das wesentliche Geschehen.
Ein schöner und berührender Roman über den Neuanfang und entstehender Freund*innenschaften aus einer vermeintlichen Zweckgemeinschaft.

Veröffentlicht am 02.08.2024

Schöne RomCom

Funny Story
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Daphne hat Wochen und Monate der Hochzeitsplanung hinter sich, als ihr Verlobter Peter von seinem Junggesellenabschied zurückkommt und ihr eröffnet, er habe festgestellt, seine Kindheitsfreundin Petra ...

Daphne hat Wochen und Monate der Hochzeitsplanung hinter sich, als ihr Verlobter Peter von seinem Junggesellenabschied zurückkommt und ihr eröffnet, er habe festgestellt, seine Kindheitsfreundin Petra zu lieben. Völlig überrascht und fassungslos von der Trennung muss sich Daphne innerhalb kürzester Zeit eine neue Bleibe suchen. Für Peter ist sie nach Michigan gezogen, wo sie keine Freund*innen und keine Familie hat. Nun steht sie ohne Verlobten und wegen ihres Traumjobs als Kinderbibliothekarin, der allerdings nur wenig Geld einbringt, auch ohne große Chance auf Wohnraum da. Ihre Lösung: Sie zieht bei Petras Ex-Freund Miles ein, der nach der schnellen Trennung ebenso in der Luft hängt. Wegen ihrer unterschiedlichen Lebensstile gehen sich beide aus dem Weg - bis zu dem Tag, an dem Daphne eine Einladung zu Peters und Petras Hochzeit bekommt und ihm erzählt, sie sei nun mit Miles zusammen und käme mit ihm gemeinsam. Das ist der Beginn ihrer Fake-Beziehung und diverser absurder Situationen und Begegnungen.

Emily Henry schreibt flüssig, humorvoll und leicht, was für mich ein schnelles Lesetempo bedeutet. Außerdem waren mir sowohl Daphne als auch Miles sympathisch, ich mochte die Nebenfiguren und die Schilderungen der Abläufe in Michigan. Miles und Daphne liefern sich den einen oder anderen Schlagabtausch, was mich zum Schmunzeln brachte. Im Mittelteil nervte mich das ewige Hin und Her der beiden etwas, das nahm das Tempo aus der Lektüre und ich wusste nicht immer, was Sinn und Zweck mancher Handlungen und Äußerungen sein sollten.
Was mich jedoch sehr positiv überrascht hat, war die Thematisierung negativer Kindheitserinnerungen und Familiendynamiken, was den Figuren und dem Geschehen einen für mich überraschenden Tiefgang verliehen hat. So wurde die Fake-Beziehung streckenweise eher zur Nebensache und es ging um die persönliche Entwicklung und Aufarbeitung dieser Themen.

Insgesamt hat mir "Funny story" sehr gut gefallen und mich tatsächlich zum Schmunzeln gebracht.

Veröffentlicht am 30.07.2024

Roman über Freundschaft und Klimakatastrophe

Bea & Nyx – Der Baum zwischen den Zeiten
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Bea lebt mit ihren Eltern in Tasmanien im Jahr 2023 und geht zur Schule, wo sie nicht mit allen gut klarkommt. Über einen Baum kann sie mit Nyx über Briefe kommunizieren. Nyx lebt ebenfalls in Tasmanien, ...

Bea lebt mit ihren Eltern in Tasmanien im Jahr 2023 und geht zur Schule, wo sie nicht mit allen gut klarkommt. Über einen Baum kann sie mit Nyx über Briefe kommunizieren. Nyx lebt ebenfalls in Tasmanien, allerdings im Jahr 2093. Zu der Zeit sieht die Welt ganz anders aus - die Lage spitzt sich immer weiter zu, es herrschen Hitze, Dürre und Hunger. Nyx warnt Bea vor der Klimakatastrophe, die nun versucht, in der Gegenwart dagegenzusteuern. Der Baum, der als Briefkasten zwischen den beiden fungiert, hat eine sehr wichtige Rolle inne und eröffnet den beiden Mädchen nicht nur eine Möglichkeit der Kommunikation in die Zukunft bzw. in die Vergangenheit, sondern auch eine Freundinnenschaft, in der die beiden sich aneinander anvertrauen.

Rebecca Lim und Kate Gordon schreiben wechselnd aus Nyx' und Beas Perspektive in der Ich-Form, wodurch die Leser*innen einen direkten Einblick in die Gedanken und Gefühle der beiden bekommen. Der Schreibstil ist flüssig und berührend, da sowohl die Ängste und Sorgen als auch die weltlichen Veränderungen sehr anschaulich beschrieben werden.

Einige Aspekte innerhalb der Zeitachsen konnte ich nicht nachvollziehen und fand sie nicht schlüssig, was der Handlung und der Wichtigkeit der Geschichte rund um den Klimakollaps und präventive Maßnahmen keinerleich Abbruch tat. Für ein Kinder- und Jugendbuch ist die Atmosphäre recht düster, verharmlost jedoch auch nicht und verpackt wichtige Botschaften in eine schöne und hoffnungsvolle Geschichte.

Ich kann das Buch also auf jeden Fall empfehlen - und das nicht nur Kindern und Jugendlichen.

Veröffentlicht am 11.07.2024

Auftakt der Falck-Saga

Meeresfriedhof
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Ein Hurtigrutenschiff mit norwegischen Zivilisten und deutschen Soldaten wird während des Zweiten Weltkriegs angegriffen und sinkt. Hunderte Menschen an Bord sterben, darunter Thor Falck. Allerdings überleben ...

Ein Hurtigrutenschiff mit norwegischen Zivilisten und deutschen Soldaten wird während des Zweiten Weltkriegs angegriffen und sinkt. Hunderte Menschen an Bord sterben, darunter Thor Falck. Allerdings überleben seine Frau Vera und ihr Sohn Olav.

Als Vera fünfundsiebzig Jahre später im Meer schwimmen geht, kehrt sie nicht zurück und alle gehen von einem Suizid aus. Ebenfalls verschwunden ist Veras Testament, das sie sich kurz zuvor hat aushändigen lassen. Ihr Sohn Olav ist Vorsitzender der SAGA-Stiftung und befürchtet, dass Vera ihr Testament noch hat ändern lassen und den verarmten Zweig der Familie berücksichtigt hat. Sasha, Olavs Tochter, findet einige Zusammenhänge seltsam und nimmt sich vor, ihrem Vater zum Trotz zu recherchieren und Veras Geheimnissen auf den Grund zu gehen und ihr Motiv des Suizids zu entschlüsseln.

"Meeresfriedhof" ist Aslak Nores Auftakt der Thriller-Saga um die Familie Falck. Daher werden die ganzen Figuren eingeführt, was durch den identischen Nachnamen Falck zunächst sehr verwirrend ist. Da das Geschehen auf verschiedenen Zeitebenen erzählt wird, ist eine aufmerksame Lektüre und Konzentration wichtig, um folgen zu können. Nores Schreibstil empfinde ich als ruhig und angenehm. Das Tempo und die Spannung sind zunächst eher schleppend, nehmen mit der Zeit jedoch an Fahrt auf und halten einige Plottwists bereit.
Vieles bleibt zwar nur angerissen und nicht geklärt, dazu müssen dann die nächsten Falck-Teile gelesen werden. Für den Anfang finde ich "Meeresfriedhof" gelungen und empfehle, sich durch die ersten Kapitel einfach durchzuschlagen.

Veröffentlicht am 27.06.2024

Ein neuer Fall für die Hausboot-Detektei

Die Hausboot-Detektei - Tödlicher Stoff
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Arie wird Zeuge eines Unfalls, bei dem ein stadtbekannter Unternehmer tödlich verunglückt. Arie kann sich jedoch beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Mann einfach so vor das Müllauto gelaufen ...

Arie wird Zeuge eines Unfalls, bei dem ein stadtbekannter Unternehmer tödlich verunglückt. Arie kann sich jedoch beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Mann einfach so vor das Müllauto gelaufen sei. Das Gutachten de Rechtsmedizin bestätigt dieses Gefühl: Im Blut des Opfers sind Spuren von LSD. Kurz darauf meldet sich die Tochter des Toten bei der Hausboot-Detektei, denn auch sie ist felsenfest davon überzeugt, dass es sich hier um einen Mordfall handelt.

„Tödlicher Stoff“ ist der dritte Teil um die fünf Detektiv*innen auf dem Amsterdamer Hausboot. Ich kenne Arie, Maddie, Jack, Jan, Elin und Isa bereits aus den beiden anderen Büchern der Reihe und habe die Gruppe liebgewonnen. Jede Figur hat eigene Schrulligkeiten und Eigenschaften und gemeinsam bilden sie eine unterhaltsame Truppe mit kreativen Ideen, um die Fälle zu lösen. Auch hier müssen sie wieder einmal feststellen, dass nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Was die Strickliebhaberin Kaatje Hommel damit zu tun hat, erfahren wir früh genug,

Ich mag sowohl den Schreibstil als auch das Erzähltempo und die Entwicklungen immer sehr gern. Obwohl der Spannungsbogen recht flach ist, es wenig überraschende Wendungen gibt und das Ende auch eher gemächlich daherkommt, habe ich den Krimi sehr gern gelesen, über die Dialoge geschmunzelt und entspannte Lesestunden genossen.

Ich freue mich auf den nächsten Teil der Reihe!