Starke Frauen
LilGemeinsam tauchen wir ein in die Highsociety New Yorks 1880, um das Schicksal von Lillian Cuttings aus mehr oder weniger großer Nähe zu begleiten. Neben der fortwährenden Konkurrenz der beiden führenden ...
Gemeinsam tauchen wir ein in die Highsociety New Yorks 1880, um das Schicksal von Lillian Cuttings aus mehr oder weniger großer Nähe zu begleiten. Neben der fortwährenden Konkurrenz der beiden führenden Großfamilien geht es vor allem darum, was Frauen dürfen und was nicht. Sie dürfen neben ihrem erfolgreichen Mann hübsch aussehen und zu seiner ständigen Verfügung stehen. Ihre "Frauenleiden" dürfen sie im Sanatorium für höhere Frauen kurieren, unter der ständigen Aufsicht eines selbstverliebten Psychiaters. Was sie defintiv nicht dürfen, ist selbstständig sein und erfolgreich. Vor allem nicht erfolgreicher als ihre Männer!
Dieses Buch macht wütend, konfrontiert die Leserin mit einer ganz eigenen Art von Ohnmachtsgefühl und Hilflosigkeit, gefolgt von leichtem Triumph und Schadenfreude (ich finde es ja immer noch bemerkenswert, dass es dieses Wort nur im Deutschen gibt, wenn es doch das Empfinden so unglaublich gut beschreibt!).
Dabei steht die titelgebende Figur gar nicht mal so sehr im Vordergrund. Neben ihr kommt auch eine Vielzahl anderer Figuren zu Wort und in den Genuss des Rampenlichts. Dies komplettiert jedoch nur ziemlich gut den Eindruck, den man von der damaligen Gesellschaft gewinnt.
Einen etwas bitteren Beigeschmack bekommt das Buch allerdings. Ich hätte dieses Buch gerne in weiblichen Worten, mit einer weiblichen Sichtweise gelesen. Stellenweise merkt man es dem Buch einfach zu sehr an, dass es von einem "alten, weißen Mann" geschrieben wurde. es fehlt das Einfühlungsvermögen, dass man gerade den weiblichen Figuren wünschen würde. Die Männer sind dagegen durchweg gut getroffen.