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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.08.2024

Leben!Leben!Leben!

Death TV
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Wie skurril und verzerrt muss eine Realität sein, in der sich Menschen bereiterklären für das Entertainment anderer zu sterben?! Dieses Buch spielt mit dieser Frage und beleuchtet von allen Seiten und ...

Wie skurril und verzerrt muss eine Realität sein, in der sich Menschen bereiterklären für das Entertainment anderer zu sterben?! Dieses Buch spielt mit dieser Frage und beleuchtet von allen Seiten und schafft damit einen wirklich interessanten Thriller, der von seiner genial angelegten Protagonistin lebt. Sehr spektakulär geplottet!

Zum Inhalt: um ihren Bruder Galen finanziell abzusichern erklärt sich Mentalistin Frankie bereit, sie im TV-Format Death Warrant vor den Augen der Welt töten zu lassen. Nur dass sie danach hypnotisiert wird und nichts mehr davon weiß. Und während Frankie ihr leben scheinbar unberührt weiterlebt, laufen hinter den Kulissen die Vorbereitungen für ihr Ableben.

Das Konzept des Buches fand ich mal eine völlig neue Idee, wie das Leben der Protagonistin weiterlief, während ich mich als Leserin daran aufgerieben habe etwas zu wissen, dass sie selbst vergessen hatte. Dadurch hat man diese anhaltende Erwartungshaltung einer bevorstehenden Katastrophe.

Gleichzeitig bekommt man Einblicke in den Produktionsablauf von Death Warrant, für die ein Menschenleben nur in Quoten gerechnet zählt. Diese Wechsel zwischen harter Produktions-Realität und Frankies fabelhafter Illusionen waren sehr gelungen und haben mich regelrecht um Frankie bangen lassen.

Gleichzeitig entführt das Buch den Leser in die Welt der Bühnenillusionen und auf sehr einnehmende Art werden ein paar der gezeigten Tricks beschrieben, was den Leser kurzzeitig aus der Bubble rund um Death Warrant herausholt und einen Kontrast von fast schon ätherischer Schönheit darstellt.

Das Grand Finale ist spektakulär. Nicht nur Frankies Trick an sich und wie er Teil von Death Warrant wird, sondern auch die verblüffende Wendung innerhalb der Auflösung. Wirklich ein meisterhafter Trick und ein klasse Buch!

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Veröffentlicht am 17.08.2024

Behütete Idylle

Der Honigmann
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Vororte und ihre Gentrifizierung sind ja ein sehr aktuelles Thema, das mich auch direkt angesprochen hat. Gleichzeitig stellen sie aber auch ein spannendes, fragiles soziales Gefüge dar, was hier wunderbar ...

Vororte und ihre Gentrifizierung sind ja ein sehr aktuelles Thema, das mich auch direkt angesprochen hat. Gleichzeitig stellen sie aber auch ein spannendes, fragiles soziales Gefüge dar, was hier wunderbar gesellschaftskritisch aufgearbeitet wird. Ein tief beeindruckendes, aber auch beunruhigendes Buch- hat mir richtig gut gefallen.

Zum Inhalt: Fischbach ist das Vorort-Äquivalent zu Bullerbü, schöne gepflegte Grundstücke von der oberen Mittelschicht bevölkert. Man kennt seine Nachbarn, die Kinder können noch unbesorgt unbeaufsichtigt draußen spielen. Doch dann erschüttert ein Gerücht die Idylle und die Bewohner von Fischbach müssen sich fragen, was sie bereit sind zu tun, um ihr Paradies zu beschützen.

Ich fand es total spannend, dass zwischen die eigentlich Handlung Interviews/Zeugenbefragungen mit verschiedenen Bewohnern von Fischbach eingestreut sind. Dadurch bekommt man tiefere Einblicke in das Innenleben der Gemeinde. Die Geschichte bekommt dadurch nochmal eine tiefere Ebene, die mir gut gefallen hat.

Das Mitläufertum der Mutti-Gruppe, die losgetretene Hexenjagd und die drastischen Forderungen wirken wie eine moderne Horrorgeschichte. Dieses sich selbst profilieren im Angesicht einer Krisensituation finde ich so unfassbar abstoßend. Gleichzeitig ist es wahnsinnig authentisch rübergebracht; die Reibungspunkte und stufenweise Eskalation werden schön herausgearbeitet. Und man merkt innerhalb der Geschichte sehr gut wie schnell Sympathien und Stimmungen kippen können.

Dieses Buch hat mich nachdenklich gestimmt und irgendwie ambivalent zurückgelassen. Gar nicht mal unbedingt was das Verhalten des Honigmanns betrifft, sondern die Reaktion der Gemeinschaft auf seine bloße Existenz. Das Buch schafft es, dass man sich nicht nur Gedanken zu diesem Thema macht, sondern auch sein eigenes potentielles Verhalten in solch einem Szenario durchspielt. Wunderbar verletzlich und aufrüttelnd zugleich.

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Veröffentlicht am 17.08.2024

Schwerer Fall für Cassie Raven

Tote klagen an
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Ich liebe die Reihe um die Obduktionsassistentin Cassie Raven und finde die Fälle werden von Buch zu Buch stärker. Der Fall dieses Bandes führt Cassie an ihre persönliche Grenzen bietet den Hauptfiguren ...

Ich liebe die Reihe um die Obduktionsassistentin Cassie Raven und finde die Fälle werden von Buch zu Buch stärker. Der Fall dieses Bandes führt Cassie an ihre persönliche Grenzen bietet den Hauptfiguren aber auch Raum für erhebliches Wachstum. Einfach nur genial, für mich wieder ein spektakuläres Leseerlebnis.

Zum Inhalt: als eine Wasserleiche ausgerechnet an Cassies Hausboot andockt sieht erstmal alles nach einem unspektakulären Unfalltod aus. Und obwohl Cassie die Verbindung zu ihrem Job aktuell nicht spürt, so lässt sie dich der Eindruck nicht los, dass an dem Leichnam etwas ungewöhnlich ist. Und plötzlich erhält der Fall eine ungeahnte Dimension.

Ich mochte den aktuellen Fall und vor allem die psychologische Tiefe, die er mitbringt, total gerne. Denn vieles was in dem Buch bezüglich Polizeiarbeit, Hierarchien und Image angesprochen wird, ist absolut aktuell und bedauerlicherweise sehr wahr. Ich mag wie offen hier die Probleme im System angesprochen werden und dass sie eine zentrale Komponente des Falls sind.

Cassie und Flyte zeigen sich hier beide erstaunlich verletzlich und machen eine bemerkenswerte Entwicklung durch, was beide Frauen nochmal sympathischer macht und es mir einfach Spaß macht ihre Interaktionen zu verfolgen.

Das Buch ist wieder toll geschrieben und ich wollte es gar nicht aus der Hand legen, so interessant angelegt war der Fall, der viele Wendungen bereithielt. Wieder großartige Unterhaltung mit zentralen, starken Frauenfiguren. Sehr empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 17.08.2024

In die Enge getrieben

Yoko
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Das Cover springt einem direkt ins Auge und macht neugierig auf den Inhalt, auch weil es so wenig über diesen preisgibt. Für mich gab es beim Lesen immer wieder diese WTF-Momente, bei denen ich mich erstmal ...

Das Cover springt einem direkt ins Auge und macht neugierig auf den Inhalt, auch weil es so wenig über diesen preisgibt. Für mich gab es beim Lesen immer wieder diese WTF-Momente, bei denen ich mich erstmal kurz sammeln musste. Das Buch ist eher nichts für schwache Nerven und hat mich ziemlich kalt erwischt. War aber gleichzeitig auch total badass- geniale Kombination, die hier richtig gut funktioniert.

Zum Inhalt: Yoko hat bei ihrem Vater den Beruf der Metzgerin gelernt, nach seinem Tod aber auf Glückskekse umgeschwenkt. Als sie gerade eine Lieferung ausfährt, gerät sie in die Fänge der chinesischen Mafia und von einem Moment auf den anderen ist ihr Leben zerstört. Doch Yoko kämpft sich zurück und schwört Rache zu nehmen.

Dieses Buch strotzt vor plastischen Gewaltschilderungen. Nicht nur körperliche Gewalt wird sehr bildlich dargestellt, auf ihrer Odyssee muss sich Yoko auch mit den Erinnerungen an ihre Vergangenheit befassen, die über sie hereinbrechen und ihr gesamtes Leben in ein anderes Licht rücken. Immer wieder blitzen starke psychologische Elemente durch, die den Leser auf eine Achterbahnfahrt durch Yokos Seele schicken.

Die Protagonistin erscheint abwechselnd schwach und zerbrechlich und dann wieder knallhart und fokussiert. In ihrer Verzweiflung tritt Yoko eine Spirale von Vergeltungsschlägungsschlägen los, bei der sie selbst immer wieder einstecken muss und droht, alles zu verlieren, einschließlich sich selbst. Eine brutale Geschichte über Gewalt, Verzweiflung, Rache und Selbstjustiz.

Das Buch hat mich echt fertiggemacht und gleichzeitig durch seine raue Art mitgerissen. Sehr perfide geplottet und voller unerwarteter Wendungen.

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Veröffentlicht am 02.08.2024

Über den Zauber der Freundschaft und die Magie der Bücher

Die magische Bibliothek der Buks 1: Das verrückte Orakel
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Eine Welt ohne Bücher ist ja für mich völlig unvorstellbar und mutet fast schon dystopisch an, was ich für die Alterskategorie, für die das Buch empfohlen wird, eine sehr mutige Entscheidung der Autoren ...

Eine Welt ohne Bücher ist ja für mich völlig unvorstellbar und mutet fast schon dystopisch an, was ich für die Alterskategorie, für die das Buch empfohlen wird, eine sehr mutige Entscheidung der Autoren finde. Ich muss auch sagen, dass ich das politische Komplott, das zum Verschwinden der Bücher geführt hatte, in Anbetracht der Zielgruppe etwas übertrieben angelegt fand. Ansonsten ist hier aber eine phantasievolle, abenteuerliche Geschichte gelungen, mit mutigen Figuren, die einem doch irgendwie auch ans Herz wachsen.

Zum Inhalt: in einer alten, versteckten Villa leben die Buks inmitten von Büchern. Sie sind Buchschutzgeister, deren Aufgabe es ist, die Bücher zu bewahren, die von einer schrecklichen Buchbleiche heimgesucht werden und langsam verblassen. Doch das Orakel der Buks prophezeit die Ankunft von fünf Kindern, die die Bücher retten werden. Nur müssen die erstmal lernen, was Bücher eigentlich sind.

Ich habe das Buch mit meinem Neffen zusammen als Hörbuch angefangen, dem war das ganze aber noch zu abstrakt (er ist etwas jünger als die genannte Zielgruppe), sodass ich allein weitergehört habe. Ich muss sagen, diese Geschichte ist auch für erwachsene durchaus einnehmend und spannend zu verfolgen. Vor allem die Buks sind mit natürlich ans Herz gewachsen, weil wir die Liebe zu Büchern teilen. Was mir besonders positiv aufgefallen war ist, wie natürlich und sympathisch die vier Freunde in ihrer Kindlichkeit dargestellt werden. Sie haben diese Unbeschwertheit und Albernheit, Abenteuerlust und Neugierde, die einfach Spaß macht und wodurch sie sich auch von anderen Figuren innerhalb der Geschichte abheben.

Das Buch ist voller bildhafter Beschreibungen, sodass man sich gut vorstellen kann, was die Kinder sehen und erleben und die neugierig machen, an der Geschichte dran zu bleiben.
Die Geschichte teilweise aus Sicht der Buchgeister zu erzählen fand ich total gelungen und einfach richtig schön zu verfolgen. Auch, dass die Buchgeister selbst so einen intensiven Bezug zu Büchern haben, Lieblingsbücher und -geschichten besitzen und sich entsprechend ihrer Rolle ausdrücken und verhalten, fand ich wunderbar unterhaltsam. Dabei entstehen ein paar schöne Wortspiele und witzige Schlagabtausche. Auch die kindgerechte Situationskomik war sehr treffend rübergebracht und hat bei uns für den einen oder anderen Lacher gesorgt. Das Ende kam für mich sehr überraschend, wo es doch gerade nochmal richtig interessant und spannend wurde und hat an dieser Stelle einen ziemlichen harten Cut dargestellt.

Der Sprecher des Hörbuchs hat seinen Job wirklich toll gemacht und den Figuren Leben eingehaucht. Sich in Kinder und Buks hineinzuversetzen war sicher nicht leicht, aber er hat ihre jeweiligen kleinen Eigenheiten gut rübergebracht und es war sehr angenehm seinem Tempo und der Intonation zu folgen.

Geschichten über Bücher, über die Liebe zu Geschichten und zum Lesen sind immer etwas ganz besonderes und es hat mit total gut gefallen, welchen Stellenwert Bücher innerhalb dieser Geschichte einnehmen und welche Gedanken sich die Buks zum Thema Bücher, deren Ausbleichen und Verschwinden machen. Und wie sehnsuchts- und hoffnungsvoll auf deren Rettung und Rückkehr geblickt wird. Es wird ganz wunderbar dargestellt, was Bücher Menschen geben, was sie bedeuten und wert sind.
Eine Geschichte für alle, egal ob klein oder groß, die Bücher lieben.

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