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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.08.2024

Spicy Geschichte mit tollen Charakteren, aber kleineren Schwächen

Triple Duty Bodyguards (Why Choose 2)
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Das Cover des Buches gefällt mir recht gut, weil es zum einen zu den anderen Büchern der Autorin passt und zum anderen weil man sich die Charaktere dadurch schon mal gut vorstellen kann. Die fast schon ...

Das Cover des Buches gefällt mir recht gut, weil es zum einen zu den anderen Büchern der Autorin passt und zum anderen weil man sich die Charaktere dadurch schon mal gut vorstellen kann. Die fast schon comichafte Darstellung täuscht aber sehr darüber hinweg, wie viel Spice in der Geschichte enthalten ist, was mich persönlich nicht stört, andere aber verwirren könnte.

Die Story klang dennoch sehr vielversprechend: Briar Saint ist eine erfolgreiche Schauspielerin und gilt als Diva, der man es nie recht machen kann. Doch als ein Stalker in ihr Haus einbricht, sie im Schlaf fotografiert und ihr eine drohende Nachricht hinterlässt, braucht sie jemanden, der sie beschützt. Sie engagiert die ehemaligen Soldaten Matt, Kenta und Glen, die ihr fortan auf Schritt und Tritt zur Seite stehen, damit ihr auf keinen Fall etwas passiert. Dabei kommt Briar ihnen näher als sie geplant hatte und weiß nicht genau, wer von ihnen ihr Herz höher schlagen lässt. Aber vielleicht muss sie ja auch gar nicht einen von ihnen wählen. Doch während sie beginnt, die Nähe aller drei zu genießen, erkennt sie, dass der Stalker näher ist, als sie gedacht hätte und dass die Männer ihre ganz eigenen Narben haben, die noch nicht verheilt sind.

Der Schreibstil des Buches ist richtig gut. Ich bin nahezu mit den ersten Seiten komplett ins Buch getaucht und hatte Schwierigkeiten, es überhaupt zur Seite zu legen. Das liegt auch daran, dass die Geschichte aus der Sicht aller Protagonisten geschildert wird, sodass man die verschiedenen Personen nochmal anders kennenlernt und die Abschnitte dadurch recht kurz sind, sodass man mal eben 1-15 Kapitel lesen kann.

Die Charaktere haben es ebenfalls erstaunlich schnell geschafft, mich für sie einzunehmen. Briar wirkt erstmal wie eine Diva, aber es wird sehr schnell deutlich, dass sie das Bild, das die Öffentlichkeit eh von ihr hat, dazu nutzt, auf Ungerechtigkeiten innerhalb der Branche aufmerksam zu machen. Ich habe sehr bewundert, dass ihr das immer wichtiger ist als ihr Image oder dass die Menschen sie für eine Diva oder Schlimmeres halten. Dadurch muss sie sich auch den Bodyguards gegenüber nicht verstellen, sie ist einfach so wie immer, auch wenn vor allem Matt eine ganze Zeit braucht, um das zu akzeptieren. Auch die Jungs mochte ich direkt. Sie sind alle auf ihre Art einzigartig und sind gerade deswegen perfekt für Briar. Ich mochte, wie aufmerksam Glen ihr gegenüber ist, wie sehr Kenta sie unterstützt, egal was sie tut und dass Matt sie immer beschützt. Sie alle passen vor allem in ihrer Kombination zu ihr und ich kann verstehen, dass sie sich nicht entscheiden wollte.

Die Story fand ich ebenfalls besser als ich zunächst erwartet hätte, weil sie mehr Tiefe und Story hatte, als der Klappentext zunächst vermuten lässt. Der Umgang mit dem Stalker, Briars Angst und die PTBS aller Jungs, die sich allerdings bei Matt am deutlichsten zeigt, haben zum Nachdenken angeregt und dafür gesorgt, dass mich die Story wirklich gefesselt hat. Was mich allerdings ein wenig gestört hat, war, wie schnell Briar und die Jungs miteinander geschlafen haben, nicht weil ich es an sich falsch gefunden hätte, sondern weil es mir persönlich zu abrupt, zu plötzlich kam. Zumal sie erst recht spät thematisiert haben, dass es kein Problem ist, wenn sie allen näher kommen würde. Da hätte ich gerne eine irgendwie behutsamere Herangehensweise besser gefunden. Briar hat zudem keine Erfahrung mit mehreren Männern und ich hätte erwartet, dass sie zumindest ein bisschen Zeit gebraucht hätte, um sich an den Gedanken zu gewöhnen.

Alles in allem fand ich das Buch deutlich tiefgründiger und fesselnder als ich zu Beginn gedacht hätte, was dafür gesorgt hat, dass ich es in kurzer Zeit durchlesen konnte, allerdings hätte ich mir manchmal gewünscht, dass manche Storyaspekte mit etwas mehr Zeit erzählt worden wären, damit die ganze Geschichte etwas runder gewesen wäre.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.07.2024

Geschichte, die zum Nachdenken anregt

Der Bademeister ohne Himmel
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Das Cover des Buches passt unglaublich gut zum Inhalt. Der Blick von unten auf einen schwimmenden Mann erzeugt einen guten Eindruck von Hubert und was ihn auch noch während seiner Demenz-Krankheit ausmacht. ...

Das Cover des Buches passt unglaublich gut zum Inhalt. Der Blick von unten auf einen schwimmenden Mann erzeugt einen guten Eindruck von Hubert und was ihn auch noch während seiner Demenz-Krankheit ausmacht. Zudem vermittelt es ein gewisses Sommerfeeling, was ebenfalls durchaus zu der Geschichte passt.

Linda ist 15 Jahre alt und möchte am liebsten sterben. Die einzigen Personen, die sie davon abhalten, sich vor ein Auto zu werfen, sind ihr bester Freund Kevin und ihr Nachbar Hubert. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein, während Kevin sehr viel intelligenter ist als man ihm das auf den ersten Blick zutraut, verliert Hubert durch seine Demenz zunehmend sein Gedächtnis. Linda verbringt Stunden bei dem ehemaligen Badmeister, um ihm seine Leidenschaft für Schwimmkurse immer wieder in Erinnerung zu bringen, selbst wenn er sie nicht mehr erkennt. Gemeinsam mit seiner polnischen Pflegerin Ewa tut sie alles, um dem alten Mann ein angenehmes restliches Leben zu ermöglichen. Mit ihrem Gespür für den alten Mann versucht sie, ihn davon abzuhalten, die komplette Küche umzuräumen, seine seit vielen Jahren verstorbene Frau zu suchen oder zum 100. Mal seine Zähne zu verlegen. Doch noch während Linda versucht, ihren Platz in der Welt zu finden, passiert etwas, dass sie nachdenklich werden lässt, ob sterben der richtige Weg ist.

Der Schreibstil von Petra Pellini ist wirklich besonders. Sie schreibt eher nüchtern und ruhig, gleichzeitig aber auch eindringlich und einfühlsam. Die Geschichte hat mich von Anfang an extrem gefesselt und mich erst zum Ende wieder losgelassen.

Das liegt aber auch, vielleicht sogar vor allem an den Charakteren des Buches. Linda ist in mancher Hinsicht wie ein typischer Teenager, in vielerlei Hinsicht aber gleichzeitig auch nicht. Ihre Auseinandersetzungen mit ihrer Mutter und das Schule schwänzen fand ich gar nicht so ungewöhnlich, sie fühlt sich oft einfach nicht so richtig wohl mit ihrem Leben im Allgemeinen. Ich verstehe sie in vielerlei Hinsicht recht gut, auch wenn ihre Fokussierung auf das Sterben mir manchmal etwas unverständlich vorkam. Allerdings denken Teenager oft ganz anders und Depressionen sind eben niemals zu unterschätzen. Bei Linda war ich mir auch nie so richtig sicher, wie ernst sie es meint, ob sie wirklich plant, zu sterben oder sich nur sehr intensiv vorstellt, was nach ihrem Tod mit ihrem Umfeld passieren würde und wer sie wie vermissen würde. Ihre Mutter spielt dabei eine große Rolle, obwohl sie gar nicht so eine präsente Rolle in der Geschichte einnimmt, aber sie unterstützt ihre Tochter wirklich wenig dabei, dass sie sich um Hubert kümmert, obwohl Linda das freiwillig macht. Sie fiebert zum Teil richtig auf die Tage hin, die sie mit dem alten Mann in seiner Wohnung verbringen kann, selbst wenn er sie nicht erkennt oder sie ihm immer wieder das gleiche erzählen muss. Zu Beginn wusste ich nicht immer, ob sie Hubert wirklich mag oder ob sie sein Vergessen eher faszinierend findet. Mit der Zeit allerdings wird deutlich, wie wichtig er und auch seine Pflegerin Ewa ihr sind. Es wirkte fast so, als würde je mehr Hubert vergisst, desto weniger versteckt Linda ihre wahren Gefühle und Emotionen. Außerdem wird sie dadurch immer wieder dazu gezwungen, sich mit dem Ende des Lebens und dem Sterben auseinanderzusetzen. Ich mochte auch deswegen gerne, wie viele verschiedene Personen sie in ihrem Leben hat, die sie alle auf die ein oder andere Art beeinflussen und dafür sorgen, dass Linda ihr Leben nochmal in einem anderen Licht sieht. Vor allem Ewa habe ich mit der Zeit immer mehr ins Herz geschlossen. Zu Beginn dachte ich, dass sie Linda nur dazu benutzt, dass sie selbst einen Tag frei nehmen kann, aber das ist überhaupt nicht der Fall. Vielmehr setzt sie sich immer sehr für Hubert, aber auch für das Mädchen ein und tut deutlich mehr, als sie als Pflegerin tun müsste. Ihre herzliche, aufrichtige Art steht außerdem im Gegensatz zu Lindas Mutter und sorgt dafür, dass sie nochmal eine andere Unterstützung außerhalb ihrer Familie erhält.

Mein größtes Problem an der Geschichte war vermutlich, dass der Verlauf für mich (bis auf wenige Ausnahmen) sehr vorhersehbar und dadurch manchmal ein wenig monoton war. Obwohl ich es genossen habe, die Zeit zusammen mit Linda und Hubert zu verbringen, fehlte mir manchmal ein bisschen der Sog der Geschichte. Natürlich ist es sehr passend, dass lange gar nichts passiert und die Tage immer auf eine ähnliche Art ablaufen, aber zwischendurch hätte ich gerne mehr von Lindas restlichen Alltag erlebt, selbst wenn sie nicht immer zur Schule geht, ist man erst zum Ende hin bei einer Stunde dabei und erlebt sie dort, was mir etwas zu spät war. So lernt man sie einfach immer nur teilweise kennen.

Alles in allem habe ich das Buch sehr gerne gelesen, auch weil der Schreibstil wirklich gelungen war und ich die Charaktere sehr ins Herz geschlossen habe. Allerdings hat sich die Story hin und wieder ein bisschen gezogen, weil sich vieles wiederholt hat, andersrum passte das aber auch grundsätzlich zur Story.

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Veröffentlicht am 29.06.2024

Tolle Liebesgeschichte, über die ich gerne mehr erfahren hätte

Everything Under the Sun
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Das Cover des Buches mag ich richtig gerne. Die Farben passen perfekt zum Titel und die etwas abstrakte Darstellung einer Person spiegelt grundsätzlich meine Vorstellung von Kat wider. Außerdem passt es ...

Das Cover des Buches mag ich richtig gerne. Die Farben passen perfekt zum Titel und die etwas abstrakte Darstellung einer Person spiegelt grundsätzlich meine Vorstellung von Kat wider. Außerdem passt es hervorragend zum ersten Teil der Reihe, auch wenn mir das zunächst nicht bewusst war.

Die Story klang ebenfalls interessant: Kat steuert ein wenig ziellos durch ihr Leben. Seit dem Tod ihrer Mutter hat sie das Gefühl, nirgendwo mehr richtig dazuzugehören oder anzukommen. Deswegen arbeitet sie nachts in einer Kneipe als Barkeeperin und schleppt reihenweise Männer ab. Sie liebt die Nacht, die so hervorragend zu ihrer eigenen Dunkelheit zu passen scheint. Doch da ist auch Jonas, dessen Helligkeit sie immer wieder daraus hervor zieht und dafür sorgt, dass sie sich zufriedener fühlt. Aber kann sie überhaupt die richtige Person für jemanden wie ihn sein? Die Frage stellt sie sich umso mehr, als Rafael wieder auftaucht. Er ist der beste Freund ihres Zwillingsbruders und war bis vor einem Jahr einer der wichtigsten Menschen in ihrem Leben, bis er plötzlich verschwunden ist. Raff versteht ihre Dunkelheit und trägt selbst genau davon mit sich herum. Was ist also besser für sie, Jonas Licht oder Raffs Dunkelheit und muss sie sich überhaupt entscheiden?

Ich fand die Idee der Story richtig gut, weil Polyamorie noch nicht in so vielen Geschichten eine Rolle spielt, leider konnte sie mich letztlich nicht vollständig überzeugen. Das lag allerdings nicht am Schreibstil. Lydia Schmölzl hat eine sehr eigene Art, eine Geschichte zu erzählen, was das Buch für mich zu etwas Besonderem macht und dafür gesorgt hat, dass ich nur so durch die Geschichte geflogen bin.

Ich habe sogar den ersten Teil der Reihe über Kats Mitbewohnerin Lola gelesen, aber es war nicht klar, dass die beiden Bände zusammenhängen. Ich mochte das aber, weil mich Kat schon im ersten Teil fasziniert hat und ich gespannt war, wie ihr Leben so abläuft. Tatsächlich hatte ich oft das Gefühl, dass sie komplett verloren ist und kaum weiß, wie sie weitermachen soll, wenn sie die dunklen Gedanken nicht verdrängt. Es war hart, immer wieder zu lesen, wie wenig sie von sich selbst hielt und wie sehr sie dachte, dass vor allem Jonas zu gut für sie ist. Dabei merkt sie gar nicht, dass sie neben ihrer wilden, unbedachten Art auch eine gute Freundin ist, die ihre Fehler immer sehr schnell erkennen kann und sich, wenn nötig, auch direkt entschuldigt. Genau das mochte ich an Kat wirklich gerne. Aber auch Jonas und Raff habe ich wirklich schnell in mein Herz geschlossen. Beide sind sehr unterschiedlich, aber sowohl ihr Umgang mit Kat als auch miteinander hat sie sehr schnell für mich eingenommen. Ich mochte, dass sie andere immer respektieren und vor allem Rafael seine Gefühle auch sehr klar formuliert, was wesentlich dazu beiträgt, dass sie alle sehr offen miteinander umgehen.
Mein größtes Problem an der Geschichte waren also auf keinen Fall die Protagonisten, sondern vielmehr die Entwicklung ihrer Beziehung. Es wird quasi schon direkt damit geworden, dass es sich um eine polyamore Beziehung handelt, den Charakteren wird die Möglichkeit einer solchen Beziehung aber erst sehr zum Ende bewusst und so wartet man als Leser förmlich darauf dass sie ihre Zeit brauchen, um alle mit der Situation umgehen zu können, fand ich glaubwürdig und nachvollziehbar, es hätte mich wahrscheinlich sogar gestört, wenn es anders gewesen wäre, aber ich hätte die Beziehung gerne mehr miterlebt. Ich wäre gerne dabei gewesen, wenn sie anderen davon erzählen und hätte auch die Probleme gerne miterlebt, weil es nicht immer einfach sein kann, anderen Menschen ihre Beziehung zu erklären. Ich hatte einfach zum Ende hin das Gefühl, dass mir ein wesentlicher Teil ihrer Liebe nicht zugänglich war, was ich etwas schade fand.

Alles in allem mochte ich das Buch richtig gerne, weil der Schreibstil mich ab der ersten Seite komplett fesseln und in die Geschichte ziehen konnte. Zudem waren die Charaktere wirklich unglaublich sympathisch und ich habe sie alle sehr schnell ins Herz geschlossen. Allerdings war mir das Ende zu abrupt und ich hätte mir noch mehr Einblicke in die gemeinsame Beziehung gewünscht.

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Veröffentlicht am 29.06.2024

Schön gestaltete Graphic-Novel

Stolz und Vorurteil - Die Graphic Novel nach Jane Austen
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Das Cover gefällt mir tatsächlich recht gut, weil es schon den Gestaltungsstil der Graphic Novel einfängt, gleichzeitig aber auch ein bisschen Bezug auf den Kinofilm nimmt, sodass man direkt erkennen kann, ...

Das Cover gefällt mir tatsächlich recht gut, weil es schon den Gestaltungsstil der Graphic Novel einfängt, gleichzeitig aber auch ein bisschen Bezug auf den Kinofilm nimmt, sodass man direkt erkennen kann, um welchen Roman es hierbei handelt.

Die Geschichte ist im Wesentlichen, die Jane Austen in ihrem Roman über Elizabeth Bennet und Mr. Darcy erzählt, allerdings ist die Darstellung natürlich eine andere dadurch, dass es sich eben um eine Graphic Novel handelt. Ich mag die Art der Darstellung wirklich gerne, weil sie zwar recht typisch für eine Novel wirkt, aber nicht zu modern für die Art der Geschichte. Außerdem merkt man direkt, dass sich viel Mühe gegeben wurde, die Art der Sprache beibehalten, ohne die Geschichte zu altmodisch klingen zu lassen. Für mich persönlich ist das wirklich gut gelungen, weil man durch die Darstellung der Figuren genau versteht, was passiert, ihre Sprechart aber weiterhin die bleibt, in der Jane Austen geschrieben hat.

Die Geschichte kenne ich persönlich vor allem aus dem Film, sodass mir gefällt, dass sich optisch daran insofern orientiert wurde, dass die Charaktere den Schauspielern zumindest ansatzweise ähneln, sodass man dort einen direkten Bezugspunkt hat, selbst wenn man das Buch nicht gelesen hat. Allerdings wirkt es manchmal so, als würde die Geschichte stark gekürzt dargestellt, was dazu führt, dass es mir sehr schwer gefallen wäre, die Charaktere, aber auch die gesamte Essenz der Geschichte zu erfassen, hätte ich sie nicht schon gekannt. Zumal man durch die Art der Geschichte durchaus in der Lage gewesen wäre, einen größeren Umfang darzustellen und diesen auch zu lesen.

Alles in allem gefiel mir die Graphic Novel wirklich ausgesprochen gut und ich bin nur so durch die Geschichte geflogen, sie hätte aber gerne ein bisschen ausführlicher sein dürfen, weil sie so an manchen Stellen ein wenig abrupt endete.

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Veröffentlicht am 05.04.2024

Gelungener zweiter Teil

The Romeo & Juliet Society, Band 2 - Schlangenkuss
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Die Gestaltung des zweiten Teils der Reihe finde ich ebenso wie den ersten unglaublich schön. Es können mich nicht alle Farbschnitte überzeugen, aber dieser ist wirklich perfekt, weil er Joy perfekt abbildet ...

Die Gestaltung des zweiten Teils der Reihe finde ich ebenso wie den ersten unglaublich schön. Es können mich nicht alle Farbschnitte überzeugen, aber dieser ist wirklich perfekt, weil er Joy perfekt abbildet und man das Buch dadurch auch mit dieser Seite nach vorne ins Regal stellen kann.

Die Geschichte knüpft nahtlos da an, wo der erste Teil endet, sodass man diesen unbedingt gelesen haben sollte, wenn man verstehen will, was vorgeht. Nach dem dramatischen Duell und den schockierenden Enthüllungen, dass Joy in Wahrheit keine Capulet sondern eine eine Montague ist, zieht sie in den Turm zu Cut. Doch auch wenn sie sich von nun an, von Rhyme fernhalten sollte, um sie beiden zu schützen, kann sie ihn nicht vergessen, auch wenn das für ihn sehr viel einfacher scheint. Doch der Akademie-Alltag geht weiter und während Joy noch versucht, sich in ihrer neuen Umgebung zurecht zu finden und nicht erneut in eines der Duelle verwickelt zu werden, kommen neue Geheimnisse ans Licht und sie muss sich fragen, wem sie überhaupt vertrauen kann.

Ich habe den ersten Teil der Reihe geliebt, auch weil ich die Art der Weitererzählung der Geschichte von Romeo und Julia wirklich innovativ und gelungen fand, deswegen habe ich mich auch auf diesen Band gefreut, zum Glück hat es mich nicht enttäuscht. Der Schreibstil ist auch diesmal unglaublich mitreißend und fesselnd, wenn man denn erstmal in der Geschichte ist. Dafür habe ich länger gebraucht, als erwartet. Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich den ersten Teil gelesen habe und an die Handlung konnte ich mich auch noch sehr gut erinnern, aber ich habe schon direkt zu Beginn gemerkt, dass ich bei vielen Personen nicht mehr genau wusste, wer sie waren. Das gilt nicht so sehr für die Hauptpersonen, aber viele der Nebencharaktere habe ich zu Beginn immer wieder verwechselt und habe auch ein bisschen gebraucht, um mich wieder richtig orientieren zu können. Hier habe ich dann tatsächlich den ersten Teil nochmal ein wenig quergelesen, weil ich sonst die Emotionen, die ich mit den Charakteren verknüpft habe, gar nicht hätte zurückgewinnen können.
Nachdem ich das aber überwunden hatte, habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Ich mag, dass man jetzt auch endlich Cut näher kennenlernt, das kam mir persönlich im ersten Teil ein bisschen zu kurz und habe es deswegen sehr genossen. Ich habe aber dennoch Rhyme sehr vermisst und es tat mir fast schon körperlich weh, dass er Joy so die kalte Schulter gezeigt hat, obwohl ja klar war, dass er es nur tut, um sie zu schützen. Obwohl ich Rhyme liebe, habe ich auch Cut wirklich schnell fest ins Herz geschlossen. Er ist so ganz anders als der eher ruhige, zurückhaltende Schlangenfürst, aber man merkt dennoch, wie sehr er sich für die Menschen einsetzt, die ihm wichtig sind und dass er dabei viel weniger naiv ist als ich es bei Rhyme manchmal empfand. Mein besonderes Highlight war aber wahrscheinlich Ink, der seinem Bruder unglaublich ähnlich ist, mich mit seinen Scherzen und Streichen aber auch immer wieder herzlich zum Lachen gebracht hat, zumal es Joy dabei geholfen hat, sich besser mit der neuen Situation anzufreunden.

Die Story gefiel mir auch im zweiten Teil sehr gut. Ich mochte, dass Joy zusammen mit Cut unbedingt herausfinden will, was hinter den Geheimnissen der Akademie steckt und sich dabei auch nicht so schnell unterkriegen lässt. Allerdings fehlte mir manchmal ein wenig der Zug in der Geschichte. Natürlich muss vieles im Hinblick auf das große Finale aufgebaut werden, aber hin und wieder ist mir dann doch ein bisschen zu wenig passiert.

Alles in allem mochte ich das Buch bis auf kleinere Schwächen wirklich gerne und vor allem der fesselnde Schreibstil und die toll gezeichneten Charaktere machen das Buch zu etwas Besonderem. Nach dem Cliffhanger zum Schluss kann ich den nächsten Teil kaum erwarten und bin sehr gespannt, ob meine Vermutungen zutreffen oder sich alles noch komplett anders entwickelt.

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