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Veröffentlicht am 23.08.2024

Aus Hunden werden Wölfe

Winterwölfe
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Es ist Sommer 1346. Die Essex Dogs, jedenfalls die Überlebenden, rechnen damit, ihre Bezahlung zu erhalten und nach von Frankreich in ihre Heimat England zurückzukehren. Doch der Krieg geht weiter und ...

Es ist Sommer 1346. Die Essex Dogs, jedenfalls die Überlebenden, rechnen damit, ihre Bezahlung zu erhalten und nach von Frankreich in ihre Heimat England zurückzukehren. Doch der Krieg geht weiter und die Engländer belagern die Hafenstadt Calais. Und die Essex Dogs müssen dabei sein.

Das Buch ist die auch zeitlich nahtlose Fortsetzung des ersten Teils um die englische Söldnertruppe. Hier geht es in erster Linie um die Belagerung von Calais und die entsprechenden historischen Hintergründe. Jedem Kapitel vorangestellt sind ein paar kurze Zeilen aus einer der verschiedenen Chroniken über diese Zeit. Dem Autor gelingt es, diese wenigen Zeilen in Geschichte und damit erlebbar zu verwandeln. Sie zeigen die ganze Wucht und Gewalttätigkeit des Krieges und die nahezue Unmöglichkeit, dabei menschlich zu bleiben. Das alles vollzieht sich in einer kleinen Truppe, die immer mehr schmilzt und ihre Mitglieder verliert, die aber trotzdem versucht, ihre wenigen Ideale einigermaßen aufrecht zu erhalten. Und die immer wieder daran scheitert. Das Ganze ist ganz große Geschichte, gut erzählt und ich freue mich auf den letzten Teil.

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Veröffentlicht am 19.08.2024

Berührend ehrlich

Mein drittes Leben
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Sonja ist 17, als sie von einem LKW überfahren wird und stirbt. Ihre Eltern, Linda und Richard, trauern unendlich. Jeder auf seine eigene Weise und vor allem Linda kommt aus ihrer Trauer nicht mehr heraus. ...

Sonja ist 17, als sie von einem LKW überfahren wird und stirbt. Ihre Eltern, Linda und Richard, trauern unendlich. Jeder auf seine eigene Weise und vor allem Linda kommt aus ihrer Trauer nicht mehr heraus. Schlafen kann sie nur mit starken Medikamenten. Sie zieht sich mehr und mehr vom Leben zurück. Ihr Mann unterstützt sie lange Zeit, doch irgendwann kann auch er nicht mehr. Zumal er anders trauert und etwas eher ins normale Leben zurückkehren will. Die Ehe zerbricht.

Das Buch ist aus der Sicht von Linda in der Ich-Form geschrieben und es ist berührend ehrlich. Jeder trauert anders und hier wird einfach ein Fall beschrieben. Der Stil ist sehr mitfühlend und trotzdem neutral und es wird und niemand ver- oder beurteilt. Im Gegenteil, man spürt ein starkes Verständnis für die trauernde Mutter. Und ein ebensolches Verständnis für den Vater. Ebenso gut ist beschrieben, wie sie zwar sehr langsam, aber doch nach und nach und nur in ihrem eigenen Tempo wieder am Leben teilnimmt und wie sich eine Entwicklung vollzieht und sie sich auch geändert hat. Vieles davon kann ich (auch aus persönlichem Erleben) gut nachvollziehen. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 12.08.2024

Geteilte Stadt

Don't kiss Tommy. Eine Liebe in der Stunde Null
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Der 2.Weltkrieg geht zu Ende und Bad Oeynhausen ist unzerstört. Damit es auch in den letzten Kriegstagen so bleibt, fährt der Arzt der Stadt mit einer weißen Flagge zu den Engländern und übergibt die Stadt. ...

Der 2.Weltkrieg geht zu Ende und Bad Oeynhausen ist unzerstört. Damit es auch in den letzten Kriegstagen so bleibt, fährt der Arzt der Stadt mit einer weißen Flagge zu den Engländern und übergibt die Stadt. Damit ist der Krieg für die Bewohner zu Ende. Die leiden jedoch auch. Die Innenstadt des Kurbades wird zum Hauptquartier der englischen Armee, damit aber zugleich zu einer großen Sperrzone. Die Einwohner werden quasi enteignet, müssen ihre Häuser und Wohnungen verlassen und sich irgendwo ein neues Quartier suchen. Viele landen in den Baracken am Stadtrand. So auch Anne mit ihrer Schwester und deren Familie. Das mondäne Familienhotel wird Offiziersclub. Und das Leben wird nicht leichter.

Das Buch ist eine sehr gelungene Mischung aus historischem Roman, Familiengeschichte, aber auch Liebesroman. Wie sicher sehr viele hatte ich nie davon gehört, dass die Stadt wie Berlin quasi geteilt war. Und vor allem, wie lange dieser Zustand angedauert hat. Die verschiedenen Ansichten der Menschen der damaligen Zeit sind gut beschrieben. Sowohl die der Deutschen wie auch der Engländer. Man merkt im Laufe des Buches, wie sich beide zumindest leicht annähern und mehr Verständnis füreinander zeigen. Aber auch, wie schwer es im offiziellen wie privaten Leben war, überhaupt zu überleben und vorwärts zu kommen und gleichzeitig, wie schwer es für die Engländer war, die Deutschen in einer Art akzeptieren zu können. Das alles ist interessant beschrieben und sehr gut lesbar, sodass ich eine Leserempfehlung ausspreche

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Veröffentlicht am 12.08.2024

Richtig gut

Die Toten von Veere. Ein Zeeland-Krimi
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In Veere, einem kleinen Ort in Zeeland, wird der Koch Rob vermisst. Liv, eigentlich bei der Landespolizei in Amsterdam, wird von ihrem Vorgesetzten nach Veere geschickt, um das Verschwinden von Rob aufzuklären. ...

In Veere, einem kleinen Ort in Zeeland, wird der Koch Rob vermisst. Liv, eigentlich bei der Landespolizei in Amsterdam, wird von ihrem Vorgesetzten nach Veere geschickt, um das Verschwinden von Rob aufzuklären. Denn in Amsterdam gibt es für Liv Probleme und sie soll damit ein wenig in der Provinz verschwinden. Doch der Vermisstenfall entpuppt sich schnell als Mord und führt zu einem zehn Jahre alten anderen Vermisstenfall, bei dem es um ein junges Mädchen geht. Die Sache wird gefährlich.

Ich finde das Buch richtig gut. Am Anfang kommt es ein wenig gemütlich daher und die Personen werden ausführlich vorgestellt. Es gibt auch immer Rückblenden in das Jahr 1944, dem II. Weltkrieg und den Taten der Deutschen im besetzten Holland. Und gleichzeitig gibt es auch sehr aktuelle Bezüge. Doch je weiter das Buch vorwärts kommt, desto mehr kommt man in den Sog der Ermittlungen und weiß immer noch nicht, was die Rückblenden mit dem aktuellen Fall zu tun haben. Ganz am Ende laufen alle Fäden zusammen und es gibt noch überraschende Wendungen. Und einen ganz fiesen Cliffhanger. Das alles ist sehr spannend und ich freue mich sowohl auf eine Fortsetzung, spreche gleichzeitig eine absolute Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 05.08.2024

So schön

Und dahinter das Meer
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Es ist der II. Weltkrieg und 1940 fallen Bomben auf London. Die Eltern der 11-jährigen Bea beschließen, sie in die USA zu einer Gastfamilie nach Boston zu geben. Besonders der Mutter fällt diese Entscheidung ...

Es ist der II. Weltkrieg und 1940 fallen Bomben auf London. Die Eltern der 11-jährigen Bea beschließen, sie in die USA zu einer Gastfamilie nach Boston zu geben. Besonders der Mutter fällt diese Entscheidung extrem schwer. Doch sie wollen ihr Kind in Sicherheit wissen. Anfangs hat es Bea nicht einfach, sich einzufügen – alles ist so anders und ungewohnt. Doch bald wird ihre Ersatzfamilie zu einer richtigen Familie. Die beiden Brüder sind ihr ganz nahe und zum Ende des Krieges wird es immer schwerer für sie, an eine Rückkehr zu denken.

Was für ein Romandebüt dieser Autorin! Es ist einfach so schön. Dabei ist es eigentlich eine ganz einfache Geschichte von zwei Familien. Doch nicht nur die Sprache ist wunderbar, die Geschichte selbst ist so erzählt, dass man jede Entscheidung und jedes Gefühl irgendwie nachvollziehen kann. Man hat großes Mitgefühl für alle Beteiligten, man fiebert mit, das bestimmte Sachen einfach gut ausgehen, man trauert bei Verlusten und das Ende ist gleichzeitig überraschend wie vorhersehbar und dabei überhaupt nicht kitschig. So wie das ganze Buch. Es ist mit unheimlich viel Empathie geschrieben und sehr warmherzig. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.

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