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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.01.2025

Komplex

The Atlas Complex
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Verlagsbeschreibung: Die talentiertesten Magier wurden auserwählt – aber nur die Klügsten werden überleben. Die Ereignisse in der Bibliothek von Alexandria spitzen sich zu, und jeder der sechs Auserwählten ...

Verlagsbeschreibung: Die talentiertesten Magier wurden auserwählt – aber nur die Klügsten werden überleben. Die Ereignisse in der Bibliothek von Alexandria spitzen sich zu, und jeder der sechs Auserwählten muss sich die Frage stellen, ob die Suche nach grenzenloser magischer Macht sie verändert. Wie sie sich selbst beschränken können, um menschlich zu bleiben. Oder wen sie verraten müssen, um ihre wahren Ziele zu erreichen.

Üblicherweise bin ich schon in der Lage, eine kurze Inhaltsangabe zu fertigen. Doch hier fiel es mir schwer, die Sache auf den Punkt zu bringen. Deshalb habe ich die Beschreibung des Verlags, die auch eher allgemein gehalten ist, kopiert. Mit dem „Beenden wollen einer Reihe“-Gen ist es so eine Sache. Wenn einen die Bücher, deren Cover sehr schön gestaltet sind, in der Bücherei anlachen und man dazu noch einem Urlaub entgegensieht, kann man schon mal in so eine Falle tappen.

Nun, es ist geschafft, die Reihe ist gelesen. Nachdem der zweite Band schon schwierig war, verliert einen der abschließende Band nun ziemlich gänzlich. Man beginnt eher darüber nachzudenken, welche unterschiedlichen Bedeutungen das Wort Komplex wohl hat. Soll das Buch einen Gebäudekomplex - das Archiv - vertreten oder soll es auf die Komplexität der Handlung hinweisen, die sich bei den Bewertungen möglicherweise mehreren Lesern nicht erschlossen hat. Oder soll man sich überlegen, welche Komplexe man entwickelt, weil man einfach nicht gepeilt hat, was das soll. Die Frage kann schlussendlich nicht beantworten. Vielleicht sollte man sich eher der Frage widmen, ab wann man Bücher abbrechen sollte, wenn sie einem nicht liegen. Am Positivsten zu sehen, ist die liebenswerte Danksagung der Autorin, für die es eine Aufrundung gibt.

Veröffentlicht am 02.01.2025

Der letzte Job

Billy Summers
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Billy Summers übernimmt Mordaufträge. Im Laufe der Zeit ist er seine Tätigkeit über geworden. Der Auftrag, den er jetzt angenommen hat, bringt so viel Geld, dass er endlich aufhören kann. Doch er hat ein ...

Billy Summers übernimmt Mordaufträge. Im Laufe der Zeit ist er seine Tätigkeit über geworden. Der Auftrag, den er jetzt angenommen hat, bringt so viel Geld, dass er endlich aufhören kann. Doch er hat ein ungutes Gefühl. Absagen will er die Sache aber nicht. Er fragt sich aber schon, wieso er sich im Vorfeld so lange vor Ort bewegen, sich in Arbeitsplatz und Nachbarschaft einfügen soll. Ein oberflächlicher, aber netter Bekannter. Da sein Fluchtweg gut organisiert ist, lässt er sich darauf ein. Damit alles echt wirkt, beginnt er, seine Lebensgeschichte niederzuschreiben. Jedoch zieht sich der Auftrag so lange hin, dass Billy sich eine eigene Fluchtmöglichkeit organisiert.

Von Stephen King kann man immer mal was lesen. Die Lebensgeschichte von Billy Summers ist schon ungewöhnlich und tragisch. Aber er ist auch klug. Und er weiß, dass es manchmal besser ist, sich dumm zu stellen. Aber Gedanke, seine Erlebnisse aufzuschreiben, ist einfach zu verführerisch, obwohl er nicht sicher sein kann, dass seine Auftraggeber mitlesen. Auch ist ihm bewusst, dass dieses freundliche sich Einfügen in die Nachbarschaft eigentlich nicht gut sein kann. Zwar fällt er so nicht auf, aber wenn alles gelaufen ist, wird man sich an ihn erinnern.

Mit Romanen von Stephen King ergeht es einem mitunter so oder so. So: Man verschlingt sie. Oder so: sie sind doch etwas langatmig. Billy Summers fällt leider eher in die zweite Kategorie, jedenfalls für die Leserin. Zu Beginn - und dieser Beginn dauert recht lange - passiert einfach nichts, man wartet mit Billy darauf, dass es losgeht. Und in der Zeit hat man schon einen Teil des Interesses verloren. In der Folge gibt es auch Wendungen, die einfach nicht den Geschmack der Leserin treffen. Dennoch nimmt das Buch irgendwann fahrt auf und wie bei King üblich, ist es intelligent geschrieben und weist ein paar Überraschungen auf.

Veröffentlicht am 02.11.2024

Unbeschwerte Jugend

Schatten der Welt
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Sie sind um die vierzehn Jahre, Carl, Artur und Isi, im westpreußischen Thorn des Jahres 1910. Alle drei kommen aus eher einfachen Verhältnissen. Carl ist der Sohn des Schneiders Friedländer, Artur Vater ...

Sie sind um die vierzehn Jahre, Carl, Artur und Isi, im westpreußischen Thorn des Jahres 1910. Alle drei kommen aus eher einfachen Verhältnissen. Carl ist der Sohn des Schneiders Friedländer, Artur Vater ist eine Art Fuhrmann und Isis Vater arbeitet als Lehrer. Während Carl und Artur sich aus der Schule kennen, trifft Isi später zu ihnen. Mit ihren Ideen und frechen Sprüchen passt sie ausgezeichnet zu Arturs Unternehmergeist. Carl dagegen ist eher ruhig und bedacht, aber auch er kann sein Herz mal über die Hürde werfen. Zusammen sind sie ein unschlagbares Team, dem die Welt offen steht. Wenn da nach ein paar Jahren nicht ein Krieg drohen würde.

Dies ist der erste Band einer bisher dreibändigen Reihe. Hier bildet sich die kleine Clique bestehend aus den drei Jugendlichen Carl, Artur und Isi. Artur heckt manchmal Streiche aus, die beinahe schon gefährlich sein könnten. Und irgendwie ist Carl immer mit dabei. Als dann auch Isi dabei ist, schafft diese es mitunter, Artur noch zu übertrumpfen. Wenn es doch ewig so weitergehen würde, dann stünde ihnen eine große Zukunft bevor. Der Ausbruch des ersten Weltkriegs macht jedoch alles zunichte. Die Träume platzen, denn Carl und Artur werden eingezogen und Isi kämpft um ihre Unabhängigkeit.

Gerade zu Beginn besticht dieser historische Roman durch die Personenzeichnung und die frechen Ideen, bei deren Ausführung gegen alle Umstände doch irgendwie alles gutgeht. Leider und doch verständlicherweise verliert sich das, wenn der Krieg ausbricht. Die Jugend endet dann jäh und die Art des Berichts ändert sich zwangsweise, weil sie die Wege der Protagonisten trennen. Die Wahl der Personalpronomen ist dann nicht immer nachvollziehbar und ihre einzelnen Schicksale, obschon schwer und auch tragisch, berühren nicht so wie zuvor. Dennoch verfolgt man den Weg der Drei weiterhin. Zusätzlich erschwert wird die Lektüre ein wenig, wenn beim Kauf nicht klar ist, dass es sich um einen Reihenbeginn handelt. Dann nämlich erwartet man eine größere Abgeschlossenheit und weniger offene Fragen. Natürlich sieht man dass Ganze anders in dem Wissen, dass, wenn man es wünscht, es mehr über die weiteren Schicksale von Carl, Artur und Isi zu erfahren gibt.

Veröffentlicht am 21.08.2024

Unsterblich

Das Buch Anderswo
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Er ist unsterblich, dass heißt, wenn er irgendwie stirbt, ist er bald wieder da. So hat er Jahrtausende miterlebt und nichts vergessen. Von allen, die ihn kennen wird er „B“ genannt. Zwar will er nicht ...

Er ist unsterblich, dass heißt, wenn er irgendwie stirbt, ist er bald wieder da. So hat er Jahrtausende miterlebt und nichts vergessen. Von allen, die ihn kennen wird er „B“ genannt. Zwar will er nicht sterben, aber er will sterblich sein. Viele haben über die vielen Jahre schon versucht, ihm dazu zu verhelfen. Alle sind sie gescheitert. Das US-Militär hat ihm ein Angebot gemacht, ihm bei der Beantwortung der Fragen zu helfen. Nach und nach ergeben sich tatsächlich einige Spuren. Doch verfolgen einige hier auch ihre eigenen Ziele.

Im Regal fällt das Buch sofort auf durch das farblich auffällig gestaltete Cover und natürlich die Namen der Autoren. Wobei vorher nicht unbedingt bekannt sein muss, dass Keanu Reeves in Verbindung mit den BRZRKR-Comis (Berserker) und einer Serie in diesem Universum steht. China Mièville steht für Science Fiction oder Fanstasy. Das ist eine tolle Mischung, die ein bemerkenswertes Buch hervorbringen kann. Die Idee eines B, der nach seiner Geschichte sucht, der Sterblichkeit erreichen will, ist sehr ansprechend. Auch das Hörbuch mit den unterschiedlichen Sprechern klingt vielversprechend. Leider kann man die Geschichte nur als Hörbuch nicht vollständig erfassen. Zu elegisch sind einzelne Passagen und zu gering sind die Hinweise gestreut, so dass man es irgendwie nicht richtig schafft, den roten Faden zu finden. Vielleicht funktionieren Hörbuch und Buch im Zusammenhang besser, dann besteht die Möglichkeit nachzulesen oder zurück zu blättern, wenn man nicht sicher ist, ob man alles richtig erfasst hat. Beim Download eines Hörbuch ist leider auch kein Booklet vorhanden, mit dem einiges erläutert werden könnte. Dennoch sind einige Passagen mitreißend geschrieben bzw. vorgetragen und zum Ende hin bekommt man doch den Hauch einer Ahnung. Auch die tollen Sprecher reißen einiges heraus. Im Ergebnis bleibt allerdings der Eindruck, dass man nicht alles erfasst hat, was natürlich auch an der eigenen mangelnden Aufmerksamkeit liegen kann.

Veröffentlicht am 10.08.2024

HOchlandschreck

Der mexikanische Fluch
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Im Jahr 1950 erhält die junge Noemi einen postalischen Hilferuf von ihrer Cousine Catalina. Sehr erschrocken ist die Familie. Catalina sollte glücklich sein mit ihrem frischgebackenen Ehemann im mexikanischen ...

Im Jahr 1950 erhält die junge Noemi einen postalischen Hilferuf von ihrer Cousine Catalina. Sehr erschrocken ist die Familie. Catalina sollte glücklich sein mit ihrem frischgebackenen Ehemann im mexikanischen Hochland. Offensichtlich ist die junge Frau Joch erkrankt und gemeinsam mit ihren Eltern beschließt Noemi, dass sie losreisen wird, um Catalina zu helfen. Angekommen in High Place bei den britischstämmigen Doyles bemerkt Noemi schnell, dass diese Leute nicht gerade sympathisch sind. Wo ist Catalina da nur hingeraten? Catalina scheint sich etwas erholt zu haben, aber offensichtlich soll Noemi von ihr ferngehalten werden.

Von außen kommt Noemi, die noch nicht richtig weiß, was wird in ihrem Leben, zu den Doyles, die wohl in sehr gefestigten Strukturen leben. Irgendwie scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Besonders das Haus wirkt in seinem Zustand des Verfalls aus der Zeit gefallen. Manchmal ekelt sich Noemi vor diesen Leuten. Wäre Catalina nicht, würde sie sofort ihre Koffer packen. Am besten käme Catalina gleich mit. Immer mehr bekommt Noemi das Gefühl, dass in und mit High Place etwas überhaupt nicht stimmt. Wie soll sie hinter das Geheimnis kommen und wird sie Catalina helfen können?

Das Cover dieses Buches ist ein echter Hingucker, es fällt auf, wenn man im Buchladen daran vorbeigeht. Und wenn man dann schon einige Klassische Gothic Novels gelesen hat, kann diese Kombination durchaus ein Kaufargument sein. Einzig einige kritische Besprechungen machen vielleicht ein wenig vorsichtig und so greift man gerne zu einem englischsprachigen ebook, welches das schöne Cover auch anbietet. Leider besteht tatsächlich die Möglichkeit, dass man sich bei der Lektüre den kritischen Rezensionen zuneigt. Zwar sind die Elemente einer Gothic Novel vorhanden, aber irgendwie finden sie nicht so zusammen, dass sie das Leserherz erreichen. Manchmal ist es eben nicht geheimnisvoll und mit Suspense, sondern eher abstoßend. Einige Erläuterungen am Ende des Romans reißen dann doch wieder einiges heraus. Es ist eines dieser Bücher, bei denen jeder selbst entscheiden muss, ob es ihm oder ihr gefällt.