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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.03.2025

Nicht ausgesprochen gut, aber unterhaltsam

Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood
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In Skarland herrschen die Götter. Sie beeinflussen die Geschicke der Menschen. Die einzigen Menschen, deren Leben nicht vorgeschrieben sind, sind diejenigen, die einen Tropfen Blut der Götter in ihrem ...

In Skarland herrschen die Götter. Sie beeinflussen die Geschicke der Menschen. Die einzigen Menschen, deren Leben nicht vorgeschrieben sind, sind diejenigen, die einen Tropfen Blut der Götter in ihrem Körper haben. Sie haben besondere Fähigkeiten, je nachdem, welcher Gott ihnen einen Tropfen gespendet hat. Freya ist eine dieser Menschen. Sie muss ihre Fähigkeiten jedoch verstecken, da es eine Vorhersage über sie gibt, nach der sie diejenige ist, die dem König zum Aufstieg verhelfen wird und die zersplitterten Völker eint. Als sie entdeckt wird, wird sie gezwungen, den momentanen Häuptling von Skarland zu heiraten. Leider hat dieser einen überaus hübschen Sohn, von dem sich Freya zu ihrem Horror mehr und mehr angezogen fühlt.

Das Buch ist nicht herausragend, aber es war unterhaltsam. Die nordische Mythologie darin hat mir gut gefallen. Die Art und Weise wie die Götter dargestellt wurden mochte ich gerne. Sie sind immens mächtig und doch sind sie wütend, jähzornig, hinterhältig, hilfsbereit.
Die beiden Hauptcharaktere haben sich sofort zueinander hingezogen gefühlt, was ich persönlich nicht mag. Sie waren sofort sehr horny. Ich mag es lieber, wenn sich Beziehungen langsam aufbauen. Abseits dessen fand ich ihre Beziehung in Ordnung. Sie haben sich aufgezogen, man hat aber auch gemerkt, wie viel sie einander bedeuten. Ihr Rumgeplänkel war an manchen Stellen etwas unangebracht, aber vielleicht ist es auch nur meine persönliche Ansicht, nicht in einer Gruppe unter Lebensgefahr zu fummeln. Jedem das Seine. Grundsätzlich hat mir gefallen, dass sie ihre Beziehung geheim halten mussten, weil das Spannung reingebracht hat, die beiden waren nur auch ausgesprochen schlecht darin.
Letztendlich fand ich das Buch unterhaltsam, aber es war nicht herausragend. Ich habe mich darüber gefreut, mal wieder ein Buch zu lesen, in dem die nordische Mythologie nicht nur als Urban Fantasy vorkommt.

Wen der Klappentext anspricht und jetzt nicht gerade nach der innovativsten neuen Fantasy Story sucht, ist hier gut bedient.

Veröffentlicht am 07.10.2024

Viel verschenktes Potenzial

Nightbirds, Band 1 - Der Kuss der Nachtigall
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Die Nightbirds sind das bestgehütetste Geheimnis Simtas. Das dachten zumindest Matilde, Sayer und Aesa, die alle drei magische Fähigkeiten haben, die sie mit einem Kuss an ihre Kunden verschenken. Doch ...

Die Nightbirds sind das bestgehütetste Geheimnis Simtas. Das dachten zumindest Matilde, Sayer und Aesa, die alle drei magische Fähigkeiten haben, die sie mit einem Kuss an ihre Kunden verschenken. Doch eine Gruppe von Fanatikern möchte die Nightbirds auslöschen. Sie sind der Meinung, dass die Prohibition, die Magie verbietet, nicht weit genug geht und dass sie magische Frauen finden und stoppen müssen. Und sie kommen den drei Freundinnen immer näher. Diese müssen sich mit Verbündeten zusammentun, um der Gefahr zu entkommen.

Der Anfang des Buches hat mir sehr gefallen. Das Setting, das von der Prohibition und den Goldenen Zwanzigern inspiriert ist, war sehr gut gewählt. Ich mochte, wie unterschiedlich die drei Mädchen sind und was ihre unterschiedlichen Ideale und Ideen sind.
Es gibt klare Kritik an Sexismus und Fanatismus einer Religion, der dafür sorgen kann, dass Leute, in diesem Fall Frauen, diskriminiert werden. Dafür fand ich es gut gewählt sich auf Hexenverbrennungen zu beziehen, weil diese ja auch im echten Leben eine gewaltige Diskriminierung waren gegen unliebsame Frauen und andere Personen.
Leider wurde dieses riesige Potenzial, das der Roman hatte, im Laufe des Buches verschenkt.
Die Erzählstruktur des Romans hat sich ab einem gewissen Punkt sehr laienhaft angefühlt, was möglicherweise dem zu schulden ist, dass es auch der erste Fantasy Roman der Autorin ist. Dabei gibt es zwei Dinge, die mich hauptsächlich gestört haben. Zum einen gab es eine Charakterin, die ihre Meinung zu ihrer Magie ständig geändert hat. Sie hat sie für zerstörerisch gehalten und dann wieder für ein Geschenk der Quelle und das Problem dabei war, dass dieses Hin und Her zum einen zu oft passiert ist und zum anderen ohne erhebliche Charakterentwicklung geschehen ist.
Womit wir zu meinem zweiten Problem kommen. Die Charaktere waren oft nicht da, wo die Autorin sie zuletzt gelassen hat und waren dann plötzlich an anderen Stellen ohne eine vernünftige Erklärung. Und das auch teilweise im Verlauf von zwei Kapiteln. In einem Kapitel war die eine Person noch eingebunden und wird potenziell festgehalten und im nächsten Kapitel ist sie dann fast zeitgleich bei einer anderen Person, um ihr zu helfen. Die Erklärung kam später und war: “Sie ist halt einfach doch gegangen.”.
Leider gab es öfter Situationen, die nur bedingt sinnhaft waren, was, glaube ich, auch dem geschuldet ist, dass es im Verlauf der Geschichte immer und immer mehr Charaktere gab. Zu viele eigentlich, um sie alle halbwegs gut im Fokus zu behalten.
Ärgerlich ist das vor allem, weil der Anfang des Buches sehr gut zu werden versprach.

Das Buch hatte sehr viel Potenzial, das im Verlaufe leider verschenkt wurde, weswegen ich eher mit einem mittelmäßigen Leseerlebnis zurückgeblieben bin. Ich werde der Autorin auf jeden Fall noch einmal eine Chance geben, aber dieses Buch ist letztendlich leider nichts Herausragendes.

Veröffentlicht am 09.09.2024

Geschwisterbeziehungen

Blue Sisters
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Im Buch geht es um die Blue Sisters. Diese haben im letzten Jahr tragischerweise ihre vierte Schwester Nicky verloren. Seitdem fühlen sie sich seltsam asymmetrisch und jede von ihnen geht auf eine andere, ...

Im Buch geht es um die Blue Sisters. Diese haben im letzten Jahr tragischerweise ihre vierte Schwester Nicky verloren. Seitdem fühlen sie sich seltsam asymmetrisch und jede von ihnen geht auf eine andere, zumeist nicht produktive Art und Weise, mit dem Verlust um. Als ihre Mutter die Wohnung verkaufen möchte, in der Nicky zuletzt gewohnt hat, treffen sich alle drei Schwestern in New York wieder und müssen endlich wieder zusammen finden.

Ich hatte von Coco Mellors auch “Cleopatra und Frankenstein” gelesen, was mir damals gemischte Gefühle gegeben hatte, da es zum einen sehr gut geschrieben ist und mich zum anderen aber auch einfach nicht so besonders abholen konnte. Leider ging es mir mit “Blue Sisters” ähnlich, auch wenn es mir etwas besser gefallen hat.
Die Schwestern haben sehr einzigartige Stimmen und Charaktere. Sie haben alle unterschiedliche Wege, wie sie sich mit ihrer Trauer und ihren Problemen auseinandersetzen, was recht spannend ist. Manchmal hat es sich in meinen Augen jedoch etwas überzeichnet angefühlt. Die Frauen sind alle drei herausragend, aber in unterschiedliche Richtungen, was sich irgendwie unecht angefühlt hat.
Ihre Streitigkeiten waren etwas anstrengend, da sie irgendwie alle falsch lagen und sich sehr krasse Sachen an den Kopf geworfen haben. Wie sie sich wieder vertragen haben, war dafür aber schön zu sehen, wobei mir das Ende vom Buch schon fast zu Friede Freude Eierkuchen war.

Das Buch ist gut geschrieben, wen das Thema interessiert, dem kann ich das Buch auch empfehlen. Mir persönlich ging das Buch irgendwie nicht so nah, wie es sollte, weswegen ich in Zukunft auch eher die Finger von Coco Mellors Büchern lassen werde.

Veröffentlicht am 21.08.2024

Generationale Traumata

Kleine Monster
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Im Buch geht es um Pia, Mutter eines kleinen bezaubernden Jungen. Und doch werden Pia und ihr Mann Jakob von der Lehrerin von Luca zu einem Elterngespräch eingeladen, weil etwas geschehen ist. Luca habe ...

Im Buch geht es um Pia, Mutter eines kleinen bezaubernden Jungen. Und doch werden Pia und ihr Mann Jakob von der Lehrerin von Luca zu einem Elterngespräch eingeladen, weil etwas geschehen ist. Luca habe einem Mädchen in seiner Klasse etwas angetan. Was, ist unklar. Zumindest für Pia und Jakob. Während Jakob an die Unschuld ihres Kindes glauben will, sieht Pia immer und immer mehr Abgründe im Verhalten ihres Sohnes.

Ich arbeite mit Kindern und weiß daher selbst, dass Kinder gelegentlich Dinge machen, mit denen man absolut nicht gerechnet hat und die einen im ersten Moment fassungslos zurücklassen. Und doch bin ich nicht in der furchtbar schwierigen Situation der Eltern, die ihrem Kind viel, viel näher stehen.
Mich hat sehr interessiert, wie dieses Buch das Thema behandelt, aber um ehrlich zu sein, war es etwas enttäuschend, da der Vorfall verhältnismäßig wenig Raum einnimmt. Stattdessen lesen wir bald von einer Mutter, die ihre eigene Kindheit auf ihren Sohn projiziert und ihrem Kind dabei zum Teil schockierende Dinge zutraut und antut.
Auch das war soweit gut geschrieben, aber nicht so wirklich das, was ich mir von dem Buch erhofft hatte. Wir sehen die Abwärtsspirale von Pia und wie sie sich mit ihrer eigenen Kindheit auseinandersetzt, die von Dunkelheit geprägt war. Letztendlich geht es um generationale Traumata.

Das Buch ist nicht schlecht, aber nicht das, was ich mir erwartet hatte. Leute, die eher nach einem Buch darüber suchen, wie sich ein Trauma durch mehrere Generationen ziehen kann, werden hier bedient.

Veröffentlicht am 16.06.2024

Stereotypisch und Mittelmäßig

School of Myth & Magic, Band 1 - Der Kuss der Nixe
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Im Buch geht es um Devin, die nach einem Tag am See herausfindet, dass sie eine Nixe ist. Um mehr über ihre Herkunft zu erfahren und Kontrolle über ihre Kräfte zu erlernen, wechselt sie kurz darauf auf ...

Im Buch geht es um Devin, die nach einem Tag am See herausfindet, dass sie eine Nixe ist. Um mehr über ihre Herkunft zu erfahren und Kontrolle über ihre Kräfte zu erlernen, wechselt sie kurz darauf auf die School for Myth and Magic in Norwegen. Abseits dessen, dass sie die Verhaltensregeln der unterschiedlichen Arten nicht kennt und dadurch in einige Fettnäpfchen tritt, geht irgendeine dunkle Macht um.

Grundsätzlich fand ich die Idee mit der magischen Schule, die halb unter Wasser und halb über Wasser ist, ziemlich cool. Es hat mich vom Humor und der Hauptcharakterin ganz leicht an Rubinrot erinnert.
Leider hat mir das Buch an vielen Stellen mit zu vielen Stereotypen der Medien aus den 2000ern aufgewartet. Es gibt eine “Schulzicke”, die Hauptcharakterin ist die einzige ganz besondere Nixe mit ganz besonderen Kräften, sie ist nicht so wie die anderen Mädchen und der begehrteste, heißeste Junge der Schule will sofort was von ihr. Wenn ich in nostalgischerer Stimmung gewesen wäre, hätte ich es vielleicht ganz gerne gelesen, so hat es sich aber einfach fast schon altmodisch angefühlt.
Die Story selbst war nichts Herausragendes, aber unterhaltsam genug. Ich habe gerne mal wieder ein Buch über Nixen gelesen. Die Mystik war ziemlich cool. Es war interessant zu sehen, wie die verschiedenen Arten miteinander interagieren und was so bestimmte Stereotype sind und dass diese teilweise sehr fragwürdig sind. Das bietet vor allem Stoff zum Nachdenken für die nächsten Teile.
Das Set-Up am Ende für den nächsten Band war spannend. Auch wenn ich kein riesiges Interesse habe, den nächsten Band zu lesen, sorgt das doch dafür, dass ich ihn zumindest auf dem Schirm behalten werde.

Das Buch wartet mit einigen stereotypen Dingen aus älteren Medien der 2000er und 2010er auf, was ich anstrengend fand, was aber auch nicht in einem Ausmaß stattfand, dass ich grundsätzlich vom Buch abraten würde. Ansonsten war es unterhaltsam, aber nicht herausragend.