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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.12.2025

Wieder daheim...

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Die Mordclub-Serie 5)
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...so fühle ich mich, wenn ich einen neuen Roman des Donnerstagsmordclubs beginne. Und ich merke, wie sehr ich diese schrulligen Protagonisten vermisst habe.
Joyce Tochter Joanna hat endlich den richtigen ...

...so fühle ich mich, wenn ich einen neuen Roman des Donnerstagsmordclubs beginne. Und ich merke, wie sehr ich diese schrulligen Protagonisten vermisst habe.
Joyce Tochter Joanna hat endlich den richtigen Mann gefunden und die Hochzeit steht an. Natürlich feiern die Mitglieder des Donnerstagsmordclubs mit und geraten auch gleich in den nächsten spannenden Fall. Der Trauzeuge des Bräutigams wendet sich an sie, weil jemand ihn umbringen will. Die sehnlichst erwarteten Turbulenzen nehmen ihren Lauf...

Wie immer ist der Fall recht verzwickt und ändert im Laufe der Geschichte immer gerne mal seine Richtung. Wie auch in den vorherigen Bänden wird aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert und Joyce darf wieder aus der Ich-Perspektive erzählen - was mir persönlich immer am besten gefällt, da Joyce schon eine besondere Persönlichkeit hat und die meisten Lacher produziert.
Ganz nebenbei laufen jedoch auch die persönlichen Stränge der Protagonisten mit. Sei es Elisabeth mit ihrer Trauer um Stephen oder Ron, dessen Tochter ernsthafte Probleme mit ihrem Mann hat.
Für mich war es wieder ein rundum gelungener Roman, der sowohl reichlich Humor als auch Spannung und Tüftelei zu bieten hat und auch die zahlreichen Varianten des Lebens einfließen lässt, ohne dabei je rührselig zu werden. Ein Roman, der einfach in jeder Minute Spaß macht!

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Veröffentlicht am 14.12.2025

Sehr abwechslungsreich

Über die Toten nur Gutes
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Trauerredner Mads Madsen erhält den Auftrag, für seinen Jugendfreund Patrick die Trauerrede zu schreiben. Da er seit Jahren nichts mehr von ihm gehört hat, ist er gezwungen Erkundigungen einzuholen und ...

Trauerredner Mads Madsen erhält den Auftrag, für seinen Jugendfreund Patrick die Trauerrede zu schreiben. Da er seit Jahren nichts mehr von ihm gehört hat, ist er gezwungen Erkundigungen einzuholen und muss erstaunt feststellen, dass sein ehemaliger Freund sich doch sehr geändert haben muss, denn die Schilderungen haben nichts mehr mit dem Patrick seiner Erinnerung zu tun.
Immer weiter dringt er in dessen Geschichte ein und immer tiefer in wirklich gefährliche Umstände. Schneller als ihm lieb ist macht er Bekanntschaft mit recht skrupellosen Gesellen, die sowohl ihn als auch seine Familie und seinen besten Freund, den Bestatter Fiete, bedrohen. Zu allem Überfluss will ihm auch niemand so recht glauben. Er beschließt, auf eigene Faust zu ermitteln.

Izquierdo ist wieder ein richtig schönes Buch gelungen! Die wichtigen Charaktere sind durchweg liebevoll entwickelt und beschrieben. Auch die weniger sympathischen.
Die Story liest sich wunderbar, gerade weil der Humor nicht zu kurz kommt. Und ich habe eine Schwäche für seine Art Humor. Trotzdem kommt auch die Spannung nicht zu kurz und der Kriminalfall baut sich immer mehr und stärker auf. Ich kann mir dieses Buch sehr gut verfilmt vorstellen.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Ein schleichender Prozess

Ginsterburg
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Arno Frank nimmt uns Lesende mit in das fiktive Städtchen Ginsterburg. Ihm ist ein ausgesprochen gelungener und spannender Roman gelungen. Wobei man spannend nicht mit thrill oder action verwechseln darf.
Die ...

Arno Frank nimmt uns Lesende mit in das fiktive Städtchen Ginsterburg. Ihm ist ein ausgesprochen gelungener und spannender Roman gelungen. Wobei man spannend nicht mit thrill oder action verwechseln darf.
Die Geschichte mit zahlreichen Protagonisten ist in 3 Teile gegliedert, über die Jahre 1935, 1940 und 1945. Neben der Schilderung teils wirklich banaler Vorkommnisse finden sich immer wieder eingefügte "Dokumente" wie Zeitungsmeldungen, Gesetzesauszüge, Briefe etc. was durchaus auflockern und gleichzeitig informieren kann.
Spannend ist vor allem, wie sich die Gesellschaft und der Umgang miteinander ändert. Und diese Änderung betrifft auch die Protagonisten, die man anfangs durchaus als eher sympathisch empfand und ist eher ein schleichender Prozess. Es verdeutlicht, dass niemand wirklich gefeit ist gegen geschickte Manipulation. Gerade aktuell ist es wichtig, aufmerksam zu bleiben und diese Mechanismen zu durchschauen.
Nicht unerwähnt bleiben soll der wunderbare Schreibstil des Autors, der es einem ausgesprochen einfach macht dran zu bleiben, obwohl die Protagonisten einem nicht wirklich nahe kommen. Zum Glück, will man fast sagen.

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Veröffentlicht am 11.02.2025

Was für eine verrückte Idee!

Wackelkontakt
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Dies war mein erstes Haas-Buch, aber ganz sicher nicht mein letztes!
Franz Escher sitzt zuhause und wartet auf den Elektriker, denn seine Steckdose hat einen Wackelkontakt. Da dieser auf sich warten lässt, ...

Dies war mein erstes Haas-Buch, aber ganz sicher nicht mein letztes!
Franz Escher sitzt zuhause und wartet auf den Elektriker, denn seine Steckdose hat einen Wackelkontakt. Da dieser auf sich warten lässt, vertreibt er sich die Zeit mit einem Buch, das von einem abtrünnigen Mafioso handelt, der in ein Zeuschutzprogramm aufgenommen wird.
Elio sitzt in Italien im Knast und hat seine Kumpanen an die Polizei verkauft. Da er nachts lieber wach bleibt, liest auch er ein Buch. Es handelt von Franz Escher, der auf den Elektriker wartet.
In diesen beiden Ebenen spielt der Roman - und spielen trifft es hier am besten. Den Namen Escher hat Haas nicht von Ungefähr gewählt, denn wie bei den Bildern des Künstlers entsteht ein Vexierspiel dem man nur zu gerne folgt. Die Ebenen wechseln mitunter in atemberaubendem Tempo, wobei man an keiner Stelle orientierungslos in der Geschichte herum stolpert. Man weiß immer, wo man sich gerade befindet.
Die Ebenen nähern sich immer mehr an, bis sie letztlich auf ein temporeiches Finale zusteuern. Dass dieses Finale nicht wirklich realistisch und logisch ist - geschenkt! Dafür macht dieses Buch viel zu viel Spaß, um sich darüber den Kopf zu zerbrechen.
Der Schreibstil gefällt mir ausgesprochen gut. Eingängig und mit einer guten Portion Humor. Überhaupt zeugt das ganze Konzept dieses literarischen Meisterstücks von reichlich Sinn für Humor.
Für mich definitiv ein echtes Highlight!

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Veröffentlicht am 22.08.2024

Es war mir ein Vergnügen

Pi mal Daumen
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Oscar ist ein mathematischer Überflieger und sitzt bereits mit 16 im Hörsaal der mathematischen Fakultät. Er erzählt den Lesenden, wie er Moni kennen und schätzen lernte, die sich mit über 50 ihren lang ...

Oscar ist ein mathematischer Überflieger und sitzt bereits mit 16 im Hörsaal der mathematischen Fakultät. Er erzählt den Lesenden, wie er Moni kennen und schätzen lernte, die sich mit über 50 ihren lang gehegten Herzenswunsch erfüllen und Mathematik studieren möchte. Was sich erst einmal ganz einfach liest, erweist sich als wahre Herausforderung, denn unterschiedlicher können 2 Menschen kaum sein. Während Oscar zumindest eine milde Form des Asperger-Syndroms kennzeichnet, steht Moni ihre Frau und kümmert sich nicht nur um ihre vom Leben überforderte Tochter, sondern kümmert sich nebenbei auch immer wieder um ihre 3 Enkel und ihren Lebensabschnittsgefährten, der eher eine zusätzliche Belastung statt Entlastung darstellt. Sie hat mehrere Nebenjobs und eigentlich kaum Zeit für ein Studium, das sie vor ihrer Familie geheim hält.
Obendrein ist sie recht auffallend gekleidet und eher extrovertiert, weshalb sie für Oscar wie ein kleines Wunder daher kommt. Und nicht gerade ein wunderbares Wunder, sondern eher ein wunderliches. Es wird einiges passieren, ehe die beiden in Freundschaft zueinander finden.

Pi mal Daumen ist das bisher dritte Buch, das ich von Alina Bronsky gelesen habe und es gefiel mir ausgezeichnet! Gerade durch die etwas skurrilen Figuren entwickelt sich ein sehr humorvoller Ton. Dass Oscar die Geschichte erzählt ist m. E. besonders gelungen, denn so erfährt man, wie verwirrend soziale Kontakte für Menschen mit Asperger-Autismus sein können.
Definitiv gibt es auch Einblicke in dieses schwierige Studienfach, wobei es nicht erheblich ist, ob man diese Passagen nachvollziehen kann oder nicht. Man muss also kein Mathematiker sein, um dem Buch folgen zu können. Worauf es eher ankommt ist die Entwicklung, die beide Protagonisten durchmachen, wenn sie sich einander immer mehr annähern und schätzen lernen. Manche klischeehaften Vorurteile - die aus Oscars Sicht ja durchaus erlaubt sein sollten, machen die Leserschaft darauf aufmerksam, dass Vorurteile oft den Blick trüben und verstellen.
Mir gefiel jedenfalls das eigenwillige Spiel der Mitwirkenden und ausnahmslos alle Charaktere sind wirklich gut angelegt und erwachten in meiner Vorstellung zum Leben. So muss Literatur sein, die Spaß beim lesen macht!

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