Krimi der besonderen Art
Kalmann“Kalmann” bietet eigentlich das perfekte Setting für einen düsteren, nordischen Kriminalroman. Aber mithilfe seines eigenwilligen Protagonisten ändert Joachim B. Schmidt die Stimmung und lässt einen 34-jährigen ...
“Kalmann” bietet eigentlich das perfekte Setting für einen düsteren, nordischen Kriminalroman. Aber mithilfe seines eigenwilligen Protagonisten ändert Joachim B. Schmidt die Stimmung und lässt einen 34-jährigen isländischen Forrest Gump die Geschichte erzählen. Dessen Naivität lässt einen manchmal schmunzeln, seine Warmherzigkeit und sein Mut berühren einen und die Verspottungen der anderen machen wütend; kurz gesagt: Kalmann ist ein sonderbarer Geselle, den man schnell ins Herz schließt. Dennoch weiß man bis zur Auflösung nicht, ob man ihm trauen kann, denn neben seiner Gutmütigkeit neigt er zu Wutausbrüchen und man erfährt eben nur den Teil der Handlung, den er selbst preisgibt.
Trotz des eher simpel gestrickten Erzählers zeigt Schmidt in voller Bandbreite sein schriftstellerisches Können. Wortgewandtheit, treffsichere Formulierungen und ein dennoch angepasster Erzählton machen das Buch aus. Besonders gut gelungen sind auch die Darstellungen zwischenmenschlicher Beziehungen.
“Kalmann” ist ein spannender, warmherziger und zugleich intelligenter Krimi, der den “Dorfdeppen” zum ungewöhnlichen (Anti-)Helden macht und zeigt, dass man niemanden vorschnell verurteilen sollte. ⭐️4,5/5⭐️