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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.09.2024

Spannender und raffiniert erzählter Thriller

RAUCH
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Eine Gruppe ehemaliger Studienfreunde reist zu einer Beerdigung auf die Westmännerinseln, nicht ahnend, dass der Tripp in einem Albtraum enden würde.

Erzählt wird in zwei Zeitebenen. Die erste lässt uns ...

Eine Gruppe ehemaliger Studienfreunde reist zu einer Beerdigung auf die Westmännerinseln, nicht ahnend, dass der Tripp in einem Albtraum enden würde.

Erzählt wird in zwei Zeitebenen. Die erste lässt uns aus Sicht eines der Freunde die Erlebnisse der Gruppe miterleben, die andere setzt ein paar Tage nach deren Ankunft ein, als Iðunn, die einzige Rechtsmedizinerin Islands auf den Inseln ankommt, da dort Leichen gefunden wurden, erzählt wird hier aus Sicht Iðunns. Dieser Erzählstil bringt sehr viel Spannung in den Roman. So erfährt man manche Erkenntnis der Ermittler, und hinterher erst, was wirklich geschehen ist. Oder man erlebt mit der Clique etwas, das später bei den Ermittlern relevant, aber nicht unbedingt direkt richtig eingeordnet wird. Als Leser:in weiß man manchmal mehr, aber eben oft nicht alles. Nach und nach erfährt man immer mehr, erst am Ende wird das Gesamte offenbar. Das Buch aus der Hand zu legen fällt daher zunehmend schwerer.

Sehr gut gefällt mir auch das Setting. Schon Island alleine wäre beeindruckend, aber die Westmännerinseln legen noch eine Schippe oben drauf. Sie spielen im Roman ihre Rolle und machen Lust, mehr über sie zu erfahren. Die Geschichte spielt in der kalten Jahreszeit, die Stimmung ist entsprechend, kalt und stürmisch.

Die Charaktere sind vielfältig und gut gezeichnet, natürlich lernt man sie vor allem aus Sicht der beiden Hauptfiguren kennen, was gut zur Erzählweise passt. Etwas gestört hat mich die familiäre Problematik Iðunns, darauf hätte ich verzichten können, die Geschichte hätte auch ohne funktioniert. Iðunn selbst ist offenbar bereits in vorherigen Romanen aufgetreten, diese habe ich bisher noch nicht gelesen.

„Rauch“ ist ein sehr spannender, atmosphärischer und raffiniert erzählter Thriller, der neben viel Tragik ein interessantes Setting und gut gezeichnete Charaktere mitbringt.

Veröffentlicht am 24.08.2024

Der Weg führt nach Ravenloft

Dungeons & Dragons: Im Schatten des Vampirs
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Die Gruppe um Minsk wird beauftragt, einen Tempel zu schützen. Das gelingt nur unzureichend, und am Ende gelangen sie nach Ravenloft, wo sie um ihr Leben kämpfen müssen.

Ravenloft ist eine weitere Dungeons ...

Die Gruppe um Minsk wird beauftragt, einen Tempel zu schützen. Das gelingt nur unzureichend, und am Ende gelangen sie nach Ravenloft, wo sie um ihr Leben kämpfen müssen.

Ravenloft ist eine weitere Dungeons and Dragons-Spielwelt, in der ein düsterer Vampir herrscht. Sie passt wirklich sehr gut zu der Gruppe, der sich ein weiteres Mitglied zugesellt hat. Am Ende gibt es eine Überraschung, die in den nächsten Band führt.

Die Zeichnungen sind, wie beim Vorgänger, sehr gut gelungen. Die Geschichte ist spannend und unsere Held:innen haben einige Gefahren zu bestehen. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz, dafür sorgen schon Minsk und Boo.

Auch hier gibt es als Bonus Zeichnungen und Skizzen sowie eine Kurzgeschichte.

Die Comicreihe gefällt mir sehr gut, ich freue mich auf den nächsten Band und empfehle sie sehr gerne weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 18.08.2024

Atmosphärischer historischer Kriminalroman

Maybrick und die Toten vom East End
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London 1910: An Joseph Maybricks erstem Tag als Leiter der H-Division in Whitechapel wird ein toter, auf grausame Weise getöteter, Junge gefunden. Maybrick zieht den Arzt Dave Roberts hinzu. Gemeinsam ...

London 1910: An Joseph Maybricks erstem Tag als Leiter der H-Division in Whitechapel wird ein toter, auf grausame Weise getöteter, Junge gefunden. Maybrick zieht den Arzt Dave Roberts hinzu. Gemeinsam nehmen sie die Ermittlungen auf.

Hester Jaager und Heath Ellis kennen sich seit ihrer Kindheit, nun führen sie eine Schmuggler- und Hehlerbande an. Leicht ist das nicht immer, andere Gangs machen ihnen das Leben schwer.

Ich mag schon lange historische Krimis, die in Großbritannien spielen, und die H-Division trifft man öfter in Romanen, Serien und Filmen. Die Autorin hat gut die Atmosphäre in den Londoner Slums getroffen. Maybrick selbst stammt auch von dort, kennt sich also aus. Die Erzählung ist dadurch recht düster, es wird aber darauf verzichtet, allzu blutige und brutale Details zu beschreiben, auch Roberts' Obduktionen werden nicht weiter ausgeführt, lediglich die Ergebnisse berichtet. Genug physische und psychische Gewalt gibt es dennoch, oft wird sie aber eben nicht ausführlich beschrieben.

Mich hat der Roman schnell gepackt. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, so dass man einigen Charakteren sehr nahe kommt, Neben den oben schon erwähnten sind das Maybricks Ehefrau Sue, Jorma, ein Junge, der einer der Konkurrenzgangs von Hester und Heath angehört, Gwendolyn, ein Mädchen, das mit Hesters Nichte befreundet ist, und, allerdings nur einmalig, einer der Corporal, die Maybrick unterstehen. Nach und nach lernt man die Charaktere so immer besser kennen, kommt ihnen nahe und fühlt mit ihnen. Das Ende ist nachvollziehbar, aber auch verstörend auf seine Weise.

Ich hoffe sehr, dass der Band der Beginn einer Reihe ist, ich würde sehr gerne wissen, wie es mit allen weitergeht, manches ist am Ende offen. Das könnte durchaus so bleiben, und man kann sich selbst vorstellen, wie es weiterginge, aber es wäre auch schön, mehr zu erfahren.

Vanessa Glas' Debüt hat mir sehr gut gefallen, der Roman ist atmosphärisch, spannend und man kommt den Charakteren sehr nahe, kann gut mitfühlen. Ich hoffe auf weitere Bände mit Maybrick und Roberts.

Veröffentlicht am 16.08.2024

Unterhaltsam und spannend

Five Broken Blades
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Ein Prinz, ein Schläger, eine Diebin, ein Spion, eine Mörderin und ein Fürstensohn machen sich auf, einen unsterblichen König zu töten.

Nicht oft packt mich ein Roman so schnell wie dieser, schnell mochte ...

Ein Prinz, ein Schläger, eine Diebin, ein Spion, eine Mörderin und ein Fürstensohn machen sich auf, einen unsterblichen König zu töten.

Nicht oft packt mich ein Roman so schnell wie dieser, schnell mochte ich die Protagonist:innen, den Erzählstil und die spannende Handlung, und habe bis zum Ende mitgefiebert. Erzählt wird in relativ kurzen Kapiteln aus den wechselnden Perspektiven der sechs Protagonist:innen, oft geht das regelrecht ineinander über. Alle Perspektiven sind in Ich-Form geschrieben, wodurch einem das Geschehen schnell nahe kommt. Die Charaktere sind sehr unterschiedlich, jede:r hat seinen eigenen Grund, jede: r hat seine eigenen Geheimnisse, und untereinander gibt es immer wieder ein gewisses Misstrauen, das auch manchmal auf mich als Leserin überging.

Zunächst sind die Protagonist:innen in Zweiergruppen unterwegs, erst etwa zur Mitte des Romans treffen alle sechs aufeinander. Die Fünf im Titel ist übrigens dennoch richtig, denn einer ist mehr oder weniger nur als Beobachter dabei, spielt aber trotzdem eine nicht unwesentliche Rolle.

Die Geschichte ist sehr spannend, immer wieder muss man bangen, ist misstrauisch, fühlt mit allen Sechs mit und lernt diese nach und nach immer besser kennen, entwickelt mehr und mehr Verständnis für sie. Es gibt auch immer wieder einmal humorvolle Szenen und auch die Romantik wird nicht vergessen. Ich hatte sehr unterhaltsame Lesestunden.

Die Welt erscheint mir noch ausbaufähig, die Autorin hat sie offenbar an koreanischen Mythen und Legenden angelehnt. Zu Beginn des Romans gibt es eine Karte der Welt.

Das Ende ist überraschend, so hatte ich es nicht erwartet, und es ist vor allem nur ein vorläufiges Ende, im Original ist auch bereits ein zweiter Band erschienen, der hoffentlich auch auf Deutsch erscheinen wird.

Der Roman ist spannend und unterhaltsam, bringt interessante Protagonist:innen mit, die man im Laufe der Zeit liebgewinnt, sowie ein paar Überraschungen. Am Ende stellt man fest, dass die Geschichte noch weitergehen wird, ich freue mich darauf.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.08.2024

Wie erwartet spannend und unterhaltsam

Die Legenden der Albae - Dunkles Erbe
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Die Albae-Stadt Dsôn Khamateion ist untergegangen. In ihren Ruinen lebt der Künstler Amânoras mit seiner Familie, der jedem einzelnen Verstorbenen der Stadt ein Kunstwerk widmen möchte. Doch nun wird die ...

Die Albae-Stadt Dsôn Khamateion ist untergegangen. In ihren Ruinen lebt der Künstler Amânoras mit seiner Familie, der jedem einzelnen Verstorbenen der Stadt ein Kunstwerk widmen möchte. Doch nun wird die Familie in Dinge hineingezogen, die ihr weiteres Verbleiben gefährden könnten, denn niemand darf von ihnen wissen.

Die Stadt Brandenwall hat viele Albae aufgenommen, die dort im Verborgenen leben, unter ihnen das Mädchen Sajùtoria, deren Abstammung besonders ist. Regelmäßig wird die Stadt von Zwergen des Stammes der Vierten besucht, die ahnen, dass dort Albae leben, das aber bislang nicht beweisen können. Doch nun kommt es zu Geschehnissen, die das Geheimnis lüften könnten.

Der Elb Telinás ist im Auftrag der Kisâri unterwegs und besucht verschiedene Orte. Er trägt ein Geheimnis in sich, für dessen Wahrung er tötet

Der Roman spielt lange nach den Ereignissen der Vorgängerbände, man kann ihn ohne Kenntnis dieser lesen, sicher ist es aber, wie immer, interessanter, wenn man sie kennt. Ich persönlich kenne bisher leider nur den ersten Band, die Albae sind mir aber natürlich auch aus der Zwerge-Reihe des Autors bekannt.

Gegliedert ist er in drei Teile, benannt als Buch der Kunst, Buch der Macht und Buch der Intrige. Wie man bereits aus dem Personenverzeichnis sehen kann, trifft man dabei auf jeweils verschiedene Personen, Albae, Elben, Zwerge, Menschen und Meldrith, letztere haben sowohl albische als auch elbische Vorfahren. Diese drei Teile des Romans scheinen wenig miteinander zu tun zu haben, außer, dass sich viel um die Albae dreht. Verbindender Charakter ist Telinás, dessen Geheimnis sich, zumindest uns Leser:innen, bereits im ersten Teil offenbart, was die Spannung eher noch erhöht.

Telinás ist somit ein interessanter Charakter, allerdings ist er damit nicht der einzige, ich möchte behaupten, dass nahezu jeder Charakter interessant ist, besonders die drei Protagonist:innen, also neben Telinás auch Sajùtoria und Amânoras. Am Ende deutet sich bereits an, dass dies nicht der letzte Band der Reihe gewesen sein kann, so dass die Verbindungen der einzelnen Teile sicher noch deutlicher werden wird. Ich bin schon sehr gespannt darauf.

Markus Heitz erzählt gewohnt spannend, mit einigen Perspektivewechseln, wir erleben die Ereignisse nicht nur aus Sicht der oben bereits erwähnten Charaktere, es kommen noch einige mehr hinzu, dies trägt zusätzlich zur Spannung bei. Die Albae sind ein ganz besonderes Volk, im Grunde alles andere als sympathisch, und dennoch kommt man nicht umhin, ihre Geschicke interessant und spannend zu finden, ja hin und wieder sogar mit ihnen mitzufühlen, zumindest ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich dem einen oder anderen die Daumen drücke, obwohl auf der Gegenseite zum Beispiel ein Zwerg steht, den ich sonst bevorzugen würde. Hier sind aber nun einmal die Albae die Hauptpersonen und stehen somit im Mittelpunkt.

Neben dem bereits erwähnten Personenverzeichnis findet man noch ein Glossar und zwei Karten, alles nützlich.

Wie erwartet, wurde ich wieder sehr gut unterhalten, ich mag die Welt, die sich bei Markus Heitz die Zwerge und die Albae, zusammen mit einigen anderen Völkern, teilen, ich habe gespannt die Geschehnisse verfolgt, wurde gut unterhalten, und kann es nun kaum erwarten, zu erfahren, wie es weitergeht.

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