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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.08.2024

Spannende Fantasy mit unerwarteter Wendung

Long Live Evil
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Das Konzept von "Long live Evil" von Sarah Rees Brennan fand ich auf Anhieb interessant. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Protagonistin Rae landet in der Welt ihrer Lieblings-Fantasy-Buchreihe. ...

Das Konzept von "Long live Evil" von Sarah Rees Brennan fand ich auf Anhieb interessant. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Protagonistin Rae landet in der Welt ihrer Lieblings-Fantasy-Buchreihe. Doof nur, wenn man erst mit dem 2. Band angefangen hat zu lesen und dann im 1. Teil der Geschichte ankommt, die man nicht wirklich kennt. Dort trifft sie auf den "Einstigen und ewigen Kaiser".
Ein Magischer Handel soll ihr das Leben retten, aber die Welt in der sie sich wiederfindet, ist gefährlich.
Die Geschichte ist komplex, aber gut und flüssig zu lesen. Besonders gut hat mir die Beziehung zwischen Rae und dem Kaiser gefallen. Der Schreibstil war fesselnd und die Perspektivwechsel haben die Geschichte interessant gemacht.
Auch die Kombination aus Humor und Moral fand ich gut gelungen. Und die Wendungen zwischendrin waren gut platziert und oftmals ziemlich überraschend.

Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen und empfehle das Buch allen Fantasy-Fans. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Fortsetzung.

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 07.06.2024

Historischer Roman mit viel Geschichtsbezug

Der König und der Uhrmacher
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"Der König und der Uhrmacher" ist der erste historische Roman von Arnaldur Indriðason und doch gleichzeitig wieder ein Krimi.
Der Uhrmacher Jon Sivertsen macht es sich zur Aufgabe eine historische Uhr ...

"Der König und der Uhrmacher" ist der erste historische Roman von Arnaldur Indriðason und doch gleichzeitig wieder ein Krimi.
Der Uhrmacher Jon Sivertsen macht es sich zur Aufgabe eine historische Uhr vom berühmten Uhrmachermeister Isaak Habrecht wieder zum laufen zu bringen. Es stellt sich heraus, dass dies eine ziemliche Herausforderung wird. Während er an der Uhr arbeitet, bekommt er Besuch vom dänischen König, Christian VII. . Der König und der Uhrmacher kommen ins Gespräch über Island, die ursprüngliche Heimat von Jon und über Jons Familie und was der Vater des Königs mit dem Tod von Jons Vater zu tun hat.

Die Geschichte wird in Abschnitten erzählt, abwechselnd in der Gegenwart in Dänemark und in der Vergangenheit in Island. Der dänische König wird durch die Erzählungen des Uhrmachers sehr aufgewühlt und doch fordert er immer wieder, dessen Geschichte weiter zu hören.

Obwohl man quasi fast von Beginn an zumindest einen Teil des Endes der Geschichte kennt, ist sie dennoch so spannend erzählt, dass es schwer fällt, das Buch zur Seite zu legen.
Soweit Arnaldur Indriðason auf historische Vorbilder zurückgreift (insbesondere den König) schafft er es, die Figuren nah an der (soweit) bekannten Realität zu zeichnen. So war König Christian VII. "geisteskrank" und dies kommt auch deutlich bei den Lesenden an, ohne dass man genau weiß, welcher Art diese "Geisteskrankheit" war.

Die zwei Erzählstränge scheinen eigentlich nichts miteinander zu tun zu haben und doch gehören sie zusammen und der eine ist ohne den anderen nicht wirklich denkbar und deutlich weniger spannend.

Ich war von Anfang bis Ende von der Geschichte gefesselt und hoffte immer noch auf eine Wende. Mehr möchte ich hier nicht preisgeben.

Lesen sollten dieses Buch Geschichtsinteressierte, Skandinavienfans und alle die Arnaldur Indriðason mögen.

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  • Handlung
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  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 09.04.2024

Spannung von Anfang bis Ende!

Circle of Night - Das Reich der Schatten
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Schon das Cover macht neugierig. Passend zum Titel sieht man einen dunklen Nachthimmel mit einem scheinbar magischen Kreis mit verspielten Verzierungen, der von Nebel umwoben wird.

Mit dem ersten Satz ...

Schon das Cover macht neugierig. Passend zum Titel sieht man einen dunklen Nachthimmel mit einem scheinbar magischen Kreis mit verspielten Verzierungen, der von Nebel umwoben wird.

Mit dem ersten Satz des Buches ist man gleich mitten im Geschehen. 5 Jugendliche erleben seltsame, unerklärliche und gefährliche Situationen. Kurz darauf erhalten sie eine E-Mail mit einer Einladung zu einem Treffen in einem Café von Noah, wie sich herausstellt einem Hexer. Bei diesem Treffen erfahren die 5, dass sie alle Hexen und Hexer sind, die von einer unbekannten Macht bedroht werden. Noah bietet ihnen an, sie bei der Entfaltung ihrer Hexenkräfte zu unterstützen.
Durch die gemeinsame Bedrohung wachsen die 5 schnell zu einer Gruppe zusammen und lernen, dass sie sich nur gemeinsam gegen das „Böse“ behaupten können. Sie überwinden Gegensätze und lernen, sich zu vertrauen.

Während des Lesens bekommt man abwechselnd Einblick in die Sicht und das Gefühlsleben von zweien der Gruppe.

Die Geschichte ist flüssig geschrieben, man fiebert durchweg mit den fünfen mit. Es gibt keine unnötigen Längen. Es gibt den ein oder anderen Plotttwist, sodass die Geschichte bis zum Schluss spannend bleibt.

Einzig die Romanze, die beschrieben wird, war mir zu schnell angelegt, aber mehr möchte ich hier nicht verraten. Lest selbst.

Insgesamt kann ich das Buch nur empfehlen und freue mich schon auf Teil 2!

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  • Fantasie
Veröffentlicht am 25.08.2024

Eine Liebe in Neuseeland

Küsse unterm Silberfarn
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Ich habe "Küsse unterm Silberfarn" von Anna Matthes unter anderem ausgewählt, weil die Geschichte in unserem nächsten Reiseziel Neuseeland spielt. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Die Protagonistin Hannah ...

Ich habe "Küsse unterm Silberfarn" von Anna Matthes unter anderem ausgewählt, weil die Geschichte in unserem nächsten Reiseziel Neuseeland spielt. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Die Protagonistin Hannah bricht aus ihrem Alltag in Deutschland aus, um dem übermächtigen Einfluß ihrer Eltern insbesondere dem ihres Vaters zu entkommen. Und bringt dabei die größtmögliche Entfernung zwischen sich und ihr altes Leben. Sie fliegt nach Neuseeland. Eigentlich hat sie den Plan, diese Reise durch Work-and-Travel zu finanzieren und das ganze Land zu erkunden. Doch bleibt sie bereits bei der ersten Station, einem Weingut in der Nähe von Queenstown hängen.

Dort findet sie sowohl einen Job als auch Freunde und knüpft zarte Liebesbande, auch wenn sie sich zunächst sehr dagegen wehrt. Schließlich ist es ja "nur" ein endlicher Urlaubsaufenthalt und noch dazu am anderen Ende der Welt.

Die Geschichte ist abwechselnd aus den Perspektiven von Hannah und von Max erzählt, sodaß die Lesenden das Gefühlsleben beider Seiten miterleben können. Mir war die immer wiederkehrende Betonung, dass Hannah sich nicht auf einen Urlaubsflirt einlassen will und dass eine Fernbeziehung auf die Entfernung ja nicht funktionieren könnte, irgendwann ein bisschen viel. Vor allem, weil sich auch eine Entwicklung abgezeichnet hat.

Als zukünftige Neuseelandreisende fand ich die Beschreibung der sehenswerten Orte wunderbar, so konnte ich mich schon einmal vorab in meinem Urlaubsland umschauen und vorfühlen, wie es sein wird. Ich lese gerne Geschichten, die in Ländern stattfinden, die ich zukünftig oder gerade bereise oder die ich schon bereist habe und mir so eine Vorstellung machen kann.

Was ich etwas schade fand, war das mangelnde Lektorat/Korrektorat. Zum einen sind mir immer wieder Rechtschreibfehler aufgefallen, zum anderen gab es mehrmals zwischendurch Tempusabweichungen. Während die Geschichte eigentlich im Präteritum geschrieben ist, standen ziwschendurch Sätze oder Satzteile völlig zusammenhanglos im Präsenz. So etwas kann in einem 300-Seiten-Buch mal passieren. Aber in diesem Buch war es so häufig, dass es mich irgendwann genervt hat. Sollte das Buch eine weitere Auflage erhalten, wäre eine entsprechende Überarbeitung angebracht.

Trotzdem erhält das Buch von mir 4 Sterne und eine absolute Leseempfehlung vor allem für Neuseelandfans.

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Veröffentlicht am 10.08.2024

Geschichtsunterricht in Romanform

Yrsa. Journey of Fate (Yrsa. Eine Wikingerin 1)
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"Yrsa - Journey of Fate" von Alexandra Bröhm ist die Geschichte einer jungen Frau, die gerne eine Wikingerin sein möchte. Dafür muss sie viele Widerstände überwinden und außerdem ist da ja noch ...

"Yrsa - Journey of Fate" von Alexandra Bröhm ist die Geschichte einer jungen Frau, die gerne eine Wikingerin sein möchte. Dafür muss sie viele Widerstände überwinden und außerdem ist da ja noch ihr kleiner Bruder Sjalfi ....

Ich habe in diesem Buch gelernt, dass "Wikinger" bei den Wikingern eine Berufsbezeichnung war. "Wikinger" waren die Kämpfer, die auszogen, um Beute zu machen und sich damit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die anderen Menschen, die Bauern, Händler, Handwerker, Seherinnen, usw. bezeichneten sich selbst nicht als "Wikinger".

Das Buch ist eine Geschichtsstunde (oder auch mehrere) über eine Zeit und eine Volksgruppe, die im Geschichtsunterricht in der Schule eigentlich nicht vorkommt. Das Ganze ist verpackt in eine unterhaltsame, teils spannende Geschichte, über das Leben und die Liebe bei den Menschen, die wir heute als Wikinger bezeichnen.

Yrsa lebt mit ihrem Bruder in der Nähe von Haithabu an der Schlei, dem heutigen Schleswig. Seit dem Tod ihrer Mutter, der Vater ist schon lange verschollen, kümmert sich Yrsa um ihren kleinen Bruder Sjalfi und schlägt sich mehr schlecht als recht durch. Sie trotzt den Konventionen ihres Volkes und ihrer Zeit und weigert sich, zu heiraten, nur um irgendwie versorgt zu sein.
Als ihr kleiner Bruder plötzlich fast spurlos verschwindet, macht sie sich auf eine verzweifelte Suche nach ihm und findet dabei die Liebe, die sie eigentlich gar nicht finden will, da sie ihr bei ihrem Wunsch eine Kämpferin zu werden im Weg steht.

Die Autorin schildert sehr ausführlich, wie das Leben zur damaligen Zeit mutmaßlich war. Überwiegend ist die Geschichte aus der Sicht von Irsa geschrieben und Lesende erfahren sehr viel über die Gedanken und Gefühlswelt der Protagonistin.
Unter dieser Ausführlichkeit leidet zeitweise die Spannung. Zwischendruch war ich versucht, Seiten zu überspringen, um schneller zur Auflösung zu kommen. Gleichzeitig war es sehr aufschlußreich, in das Leben und Denken der Menschen damals und dort einzutauchen. Man lernt viel, über die (mutmaßlichen) Vorstellungen und das (mutmaßliche) Leben der Frauen und Männer, die wir heute Wikinger nennen. Und es ist durchaus vorstellbar, dass sich diese Geschichte auch wirklich so zugetragen haben könnte.

Ich empfehle das Buch für alle, die gerne gut recherchierte historische Romane lesen und dabei tief in die Zeit eintauchen wollen.

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