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Veröffentlicht am 06.10.2024

Superschöne Illustrationen, aber inhaltlich nicht für jedes Kind geeignet

Mina und der Trau-dich-Zauber
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Im Wald auf einer riesengroßen Eiche lebte ein winzig kleines Blattmädchen mit seinen Eltern. Mina spielte am liebsten mit ihrer Familie oder ihrem Freund, dem Eichhörnchen. Am Nachmittag lud sie Käfer, ...

Im Wald auf einer riesengroßen Eiche lebte ein winzig kleines Blattmädchen mit seinen Eltern. Mina spielte am liebsten mit ihrer Familie oder ihrem Freund, dem Eichhörnchen. Am Nachmittag lud sie Käfer, Raupen und Würmer zum Fliegenpilz-Kaffeeklatsch ein.

Eines Tages brach der Herbst an und die Eltern eröffneten Mina, dass es nun Zeit wurde, von der Eiche herabzusegeln und in das Winter-Eichelhäuschen zu ziehen bis sie im Frühling wieder frisch und grün zur Eiche zurückkehren könnten.

Aber Mina wollte nicht weg von ihrer Eiche. Auch als die Tiere sich zur Winterruhe betteten, klammerte sich Mina an den Ast. Sie war das letzte Blatt an der Eiche und fürchtete sich. Sie verstand nun, dass sie nur mit ihren Freunden und ihrer Familie glücklich war und nahm schließlich allen Mut zusammen und segelte sanft nach unten in die Umarmung ihrer Eltern.

Die Botschaft des Bilderbuches "Mina und der Trau-dich-Zauber" ist, dass es für Veränderungen Mut braucht, aber dass sie auch neue Abenteuer bringen und manchmal sogar alles besser machen.

Etwas irreführend finde ich den Titel, denn gezaubert wird hier nicht. Auch etwas zwiespältig lies mich der Teil zurück, als die Eltern Mina allein auf dem Baum lassen und schon mal ins gemütliche Winterquartier ziehen. Nun könnte man argumentieren, dass hier die Natur und der herbstliche Blätterfall abgebildet werden und die Eltern sehnlichst auf Mina warten. Auf Kinder, die Angst davor haben, allein gelassen zu werden, könnte dies aber negative Effekte haben, Botschaft über Veränderungen hin oder her. Hier muss man also abwägen, wie das eigene Kind auf solche Inhalte reagiert.

Lucy Fleming hat die Geschichte wieder sehr niedlich illustriert. Die schönen Naturfarben, die bezaubernden Blattmenschen und die vielen hinreißenden Detail lassen mein Herz hüpfen. Das neue Bilderbuch von Lucy Fleming ist wieder ein echter Augenschmaus!

Veröffentlicht am 26.08.2024

Spannender Krimi und interessantes Sachwissen

Die Zeitdetektive, 4, Die gefiederte Schlange
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Diese Zeitreise führt die Zeitdetektive ins Jahr 906 zu den Maya in Chichén Itzá. Direkt nach ihrer Ankunft retten sie den Königssohn Tecun vor einem Hinterhalt. Zusammen mit dessen Schwester Anayansi, ...

Diese Zeitreise führt die Zeitdetektive ins Jahr 906 zu den Maya in Chichén Itzá. Direkt nach ihrer Ankunft retten sie den Königssohn Tecun vor einem Hinterhalt. Zusammen mit dessen Schwester Anayansi, einer begabten Naturwissenschaftlerin und Priesterin, verbringen die Freunde viel Zeit und lernen ein Menge über die Maya.

So soll der durch den Anschlag auf den Königssohn Tecun entstandene Konflikt mit dem Nachbarvolk durch ein Spiel namens Ulama (auch Pok-ta-Pok genannt) gelöst werden. Dabei müssen die Spieler den Ball durch einen in 6m Höhe angebrachten Ring schießen. Sie dürfen allerdings weder Hände noch Füße benutzen und der Ball wiegt ungefähr so viel wie ein Medizinball. Neben der Aufregung um das bevorstehende Spiel gibt es jedoch immer wieder Anschläge auf die Königstochter. Was ist das Motiv und wer steckt dahinter?

Die Schrift ist recht groß und die Kapitel verhältnismäßig kurz. Vor allem die vielen Illustrationen haben mir sehr gut gefallen und helfen, sich die beschriebene Welt besser vorstellen zu können. Die Beschreibungen der Zeit und Kultur ist teilweise recht ausführlich, was stellenweise die Spannung etwas rausnimmt. Hier hätte man durch die Bilder den Text manchmal etwas kürzer halten können. Sehr gut gefällt mir, dass die Detektive zu Beginn eines jeden Bandes kurz vorgestellt. werden.

Ich mag die Kombi aus Zeitreisen und spannenden Kriminalfall. Ganz nebenbei lernt man jede Menge über die entsprechende Zeit und Kultur. Dazu gibt es am Ende noch ein Glossar und einen kurzen Abschnitt, welche Figuren es tatsächlich gab und welche erfunden sind. Bei jedem Band bin ich ganz neugierig auf die jeweilige Zeit geworden und habe noch etwas recherchiert. Und das finde ich super, wenn ein Buch diese Neugierde auf Geschichte weckt.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.09.2020

Ein Buch, das überrascht

Super reich
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Rupert ist ein zehnjähriger Junge in einer kinderreichen, sehr armen Familie. Jeden Tag freut er sich auf die Schule, besonders im Winter. Obwohl der Weg mit leeren Magen, nass-kalten Sneakers und ohne ...

Rupert ist ein zehnjähriger Junge in einer kinderreichen, sehr armen Familie. Jeden Tag freut er sich auf die Schule, besonders im Winter. Obwohl der Weg mit leeren Magen, nass-kalten Sneakers und ohne Winterjacke eine echte Herausforderung ist, ist es in der Schule wenigstens für ein paar Stunden am Tag warm. Die Familie kann sich weder ausreichend Essen noch Kleidung und auch keine Heizung leisten.

Eines Morgens kämpft sich Rupert durch den Schnee und kommt an einer dunklen, leeren Schule an. Er hat vergessen, dass Weihnachten ist. Auf dem Weg zurück gerät Rupert durch einen dummen (oder vielleicht auch glücklichen) Zufall auf das Grundstück der stinkreichen Familie Rivers, wo er im Schnee ohnmächtig wird und von Turgid River gefunden wird. Der schleppt ihn in sein Zimmer an einen warmen Kamin, gibt ihm trockene Sachen und Rupert darf am Familienweihnachtsfest der reichen Familie River teilnehmen.

Zum ersten Mal in seinem Leben kann Rupert sich richtig satt essen. Über Stunden hinweg wird getafelt und Rupert hat noch nie so viele Köstlichkeiten gesehen und gegessen. Dann beginnen die Spiele. Der Butler bringt Unmengen an kleinen und großen Päckchen, die Gewinne für die Spiele. Diese Spiele sind etwas tricky, denn man kann Gewinne auch wieder verlieren. Rupert stellt sich gut an und hat auch richtig viel Glück, so dass er tatsächlich am Ende alle Preise angesammelt hat. Er wähnt sich schon im siebten Himmel als eine letzte abschließende Quizfrage kommt, die er nicht beantworten kann. Er verliert alles und wird nach Hause geschickt. Wenigstens die warmen Winterstiefel hätte er gern behalten.

So ein bisschen schlechtes Gewissen scheint die Familie River dann aber doch zu haben, denn Rupert wird nach und nach heimlich von einzelnen Familienmitgliedern abgeholt und erlebt unvorstellbare Abenteuer, wobei es immer ein kleines Problem gibt. Es steht immer etwas zwischen ihm und einer sättigenden Mahlzeit. So oft steht er kurz vor dem Essen und schwups ist es wieder in unerreichbarer Ferne.

Vorweg kann ich schon mal sagen, dass ich den Schreibstil der Autorin sehr mag. Es war mein erstes Buch von Polly Horvath und ab der ersten Seite war ich gefesselt. Der leichte und spannende Schreibstil gefiel mir sehr gut. Worauf ich nicht vorbereitet war, waren die total unvorhersehbaren Wendungen und dieses wilde Aufbegehren, das dieses Buch in mir wach rief. Seien wir mal ehrlich. Man liest von dieser bitterarmen Familie, es ist Winter (sogar Weihnachten) und irgendwie erwartet man, dass das Zusammentreffen mit der reichen Familie für Rupert auch ein bessere Leben bedeutet. Pustekuchen! Man leidet richtig mit Rupert und wünscht im nichts mehr als warme Kleidung, Essen und ein richtiges Bett. Stattdessen gibt es wahnwitzige, skurrile Erlebnisse, die auch fliegende Tische und Zeitreisen beinhalten. Dieser magische Faktor war etwas zu viel des Guten. Hier hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichte realistischer geblieben wäre. Am Ende muss man aber zugeben, dass die Erlebnisse, die Rupert mit der Familie River hatte, mehr für sein Leben gebracht haben, als es ein einzelnes Essen, das für wenige Stunden satt gemacht hätte, wohl erreichen könnte.

Das Buch ist spannend und macht nachdenklich, es fesselt, kann einen aber auch in den Wahnsinn treiben. Letztendlich bleibt die Erkenntnis, dass jeder sein einzigartiges Leben hat und selbst das Beste daraus machen muss.

Veröffentlicht am 01.04.2020

Eine gelungene Kombination von Kinderalltag, Natur und einem magischen Geschöpf!

Irmelina Geisterkind - Das Geheimnis der Dorfeiche (Band 1)
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Irmelina Geisterkind gehört zu den Naturgeistern. Naturgeister sind nicht zu verwechseln mit Gespenstern. Es sind kleine Geschöpfe, die in ihrem kleinen Reich leben und nicht von Menschen gesehen werden ...

Irmelina Geisterkind gehört zu den Naturgeistern. Naturgeister sind nicht zu verwechseln mit Gespenstern. Es sind kleine Geschöpfe, die in ihrem kleinen Reich leben und nicht von Menschen gesehen werden können, außer von Kindern und Erwachsenen, die schon in ihrer Kindheit Bekanntschaft mit Naturgeistern gemacht haben. Irmelina, von allen kurz Irmi genannt, bekommt zu ihrem 10. Geburtstag endlich ihr eigenes Geisterreich. Die Vorfreude währt allerdings nicht lang, denn es ist ausgerechnet die alte Dorfeiche von Hügelhausen. Geht es vielleicht noch langweiliger? Obwohl es eigentlich verboten ist, verlässt Irmi ihr Geisterreich und trifft auf ihrem Ausflug auf das Mädchen Juna und begeht gleich den nächsten Verstoß gegen die Gesetze der Naturgeister.

Irmi ist es eigentlich strengstens verboten, sich einem Menschenkind zu zeigen. Aber Wirbelwind Irmi zeigt sich ganz unbefangen der kleinen Juna, deren Sommerferien gerade begonnen haben. Die Beiden schließen Freundschaft und treffen sich von nun an jeden Tag an einer geheimen Stelle am Bach. Nur dumm, dass Junas Eltern ihr verboten haben, außerhalb des Dorfes zu spielen und ihr auf die Schliche kommen. Auch bei Irmi kündigen sich die Eltern zu Besuch an und sie hat sich noch nicht richtig um ihr neues Geisterreich gekümmert.

Das Setting hat mir sehr gut gefallen. Ein Dorf mit einer alten Eiche, Kinder, die sich innerhalb des Dorfes frei bewegen und spielen und dann eben diese Fantasy-Komponente mit den Baumgeistern. Gerade die Naturgeister haben mich sehr neugierig gemacht und ich hätte mir gewünscht, dass dieser Teil der Geschichte noch einen größeren Schwerpunkt im Buch eingenommen hätte. Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass dies in den nächsten Bänden geschieht.

Die Illustrationen von Julia Bierkandt gefallen mir sehr gut. Man sieht ihn an, was für ein fröhlicher Wirbelwind Irmi ist. Die Schrift und der Zeilenabstand ist angenehm groß und die Sätze nicht übermäßig lang, so dass das Buch für Kinder von 8-10 Jahren gut zu lesen sein sollte. Aber auch zum Vorlesen eignet sich die Geschichte bestens, auch schon für Kinder ab etwa 6 Jahren.

Eine gelungene Kombination von Kinderalltag, Natur und einem magischen Geschöpf! Wir sind sehr gespannt, wie es mit Irmelina Geisterkind weitergeht.

  • Einzelne Kategorien
  • Spaß
Veröffentlicht am 25.03.2020

Ein humorvoller Reihenauftakt

Mina und die Karma-Jäger - Der Klassenkassen-Klau
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Mina hat Geburtstag und da klingelt es auch schon an der Tür. Das werden wohl die Gäste sein. Als Mina die Tür öffnet, steht da allerdings ein ihr völlig unbekannter Junge, der dann auch noch behauptet, ...

Mina hat Geburtstag und da klingelt es auch schon an der Tür. Das werden wohl die Gäste sein. Als Mina die Tür öffnet, steht da allerdings ein ihr völlig unbekannter Junge, der dann auch noch behauptet, er hätte die Geburtstagsparty abgesagt. Das kann er doch nicht ernst meinen, oder?

Die arme Mina will es gar nicht glauben. Wahrscheinlich ist das der Partyscherz ihrer besten Freundin Isabell. Noch seltsamer wird es, als ihre Mutter den Jungen gar nicht sieht. Verwirrung auf ganzer Linie bei der armen Mina.

Der Junge heißt Julius und ist ein Geist. Da er für ein Geisterkind ein zu schlechtes Karma hat, nämlich 007 ( = kurz vor Nacktmull) wie das Himmelhandy weiß, wurde er zu Mina geschickt.

Damit Mina ihm sofort helfen kann, hat er ihre Party abgesagt und da Julius sich auch sonst nicht sehr nett verhält, sinkt der Karmalevel dann auch noch.

Nach einem völlig verrückten Partynachmittag akzeptiert Mina das Unwahrscheinliche und Julius bekommt eine Mission, für die er 35 Karmapunkte bekommen kann: den Klau aus der Klassenkasse der 5a aufklären, den Dieb stellen und sein Problem zur allgemeinen Zufriedenheit lösen.

Während Mina sogleich unsere Sympathie hatte, stößt Julius mit seinem Benehmen an. Er macht eigentlich nur das, was er für Spaß hält. Nur das er der Einzige ist, der Spaß hat. Es ist kein Wunder, dass er ein Karmaproblem hat und er ist auch recht begriffsstutzig und versteht nicht, dass sein egoistisches Benehmen der Grund für das Nacktmull-Karma ist. Gegen Ende des Buchs wird es natürlich besser, denn Julius entwickelt sich. Isabell und Anton sind Minas Freunde. Sie sind sehr verschieden, scheinen aber schwer in Ordnung zu sein.

Wir sind schon sehr gespannt, wie es im nächsten Band weitergeht. Wir hätten es übrigens toll gefunden, wenn man z.B. auf dem Vorsatzpapier eine Karmalevel-Übersicht finden würde, die zeigt, welche Karmalevel es gibt.

Insgesamt hat uns der erste Band von "Mina und die Karmajäger" gut gefallen, auch wenn wir über Julius nur den Kopf schütteln konnten. Aber dadurch kamen auch lustige Situationen zu Stande, die uns lachen ließen. Janet Clark hat einen lockeren und sehr lebendigen Schreibstil, der aufs Beste unterhält. Wir sind gespannt, wie sich Julius' Karma in zweiten Band weiterentwickeln wird.