Profilbild von gagamaus

gagamaus

Lesejury Star
offline

gagamaus ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit gagamaus über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.09.2024

Typisch Eschbach

Die Abschaffung des Todes
3

"The Windover View" heißt die wohl elitärste Zeitung der Welt. Nur eine Handvoll Milliardäre und Multimillionäre sind die Abonnenten, die James Henry Windover und ein Team exquisiter Journalisten mit gehaltvollen ...

"The Windover View" heißt die wohl elitärste Zeitung der Welt. Nur eine Handvoll Milliardäre und Multimillionäre sind die Abonnenten, die James Henry Windover und ein Team exquisiter Journalisten mit gehaltvollen Hintergrundinformationen und aufwendig recherchierten Fakten im Wirtschafts- und Wissenschaftsbereich versorgen. Die daraus entstanden Zeitungsartikel sollen den Kunden helfen, zukünftige Investitionen besser zu planen und ihr Geld zu mehren. Als eine neue Firma im Silicon Valley zu einer Informationsveranstaltung für Geldanleger lädt, wird James von seiner besten Klientin losgeschickt, das geheimnisvolle Unternehmen auf Herz und Nieren abzuklopfen und herauszufinden, um was es bei der Entwicklung einer neuen spektakulären Wissenschaft wohl gehen könnte.

Wie der Titel des Buches "Die Abschaffung des Todes" bereits verrät, geht es um eine ganz besondere Idee, wie jeder dem eigenen Tod - vor allem dem Tod des intellektuellen Individuums - ein Schnippchen schlagen könnte. Dabei spielt die Computertechnis wie auch die Neurologie eine entscheidende Rolle. Ich möchte gar nicht genau verraten, worum es geht. Nur soviel. Man muss sich auf diese wissenschaftliche Idee erst mal einlassen. Dann wird man vom Autor mit sehr vielen, teils sehr datailverliebten Infos gefüttert. Die muss man nicht alle verstehen. Ich habe verstanden, worum es geht und worin die Schwierigkeiten liegen. Das reicht vollkommen aus, um dem Thema zu folgen. Im letzten Drittel nimmt der vorher eher ruhige Erzählton Fahrt auf. Als klar wird, dass hinter grundlegenden Ideen der Firma eine dicke Lüge stecken könnte wird es für Windover und sein Team gefährlich.

Es handelt sich, meiner Meinung nach, um einen typischen Eschbach. Die Idee ist hochaktuell und zumindest teilweise durchaus in Bereichen, die die reale Wissenschaft derzeit erforscht. Der Autor hat diesmal besonders umfangreich recherchiert. Allerdings geht das manchmal auf Kosten des restliche Plots, der etwas langsam daherkam und bei dem einige wichtige Nebenfiguren in ihrem Potential nicht ganz ausgeschöpft wurden. Dadurch fehlte mir oft die Nähe zu den Darstellern. Das Ende möchte ich nicht verraten, ist aber für ich auch typisch für diesen Autor. Man mag es oder eben nicht. Ich bleibe Eschbach treu. Vor allem, da ich es mag, mir neue Ideen vorzustellen und mir die Zukunft in einer möglichen Variante zu zeigen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 27.08.2024

schöne Fantasy

The Hurricane Wars
0

Zuerst muss ich kurz etwas über die Print-Ausgabe schwärmen, denn die ist optisch wirklich der Burner. Eine farbliche Explosion, die mich magisch angezogen hat. Auch der Titel klang sehr vielversprechend, ...

Zuerst muss ich kurz etwas über die Print-Ausgabe schwärmen, denn die ist optisch wirklich der Burner. Eine farbliche Explosion, die mich magisch angezogen hat. Auch der Titel klang sehr vielversprechend, also nichts wie rein ins diese Welt aus Licht und Dunkelheit. Erzählt wird aus zwei Perspektiven. Zum einen ist da die Lichtweberin Talasyn und als ihr Gegenpart der Kronprinz des Nachtimperiums Alaric. In der ersten Hälfte sind die beiden erbitterte Feinde und es macht Spaß jeweils die Sicht des anderen mitzuverfolgen. Man merkt bald, dass sie zu ihren politischen Positionen von Geburt quasi gezwungen sind. In der zweiten Hälfte stellen beide dann fest, dass ein Agreement vielleicht den Krieg beenden könnte. Aber will man das wirklich? Werden die verfeindeten Fraktionen es zulassen? Wie sich annähern, wenn Hass und Feindschaft so lange gelebt wurden?

Der Erzählstil ist sehr angenehm lesbar. Man fliegt nur so über die Seiten. Schön fand ich auch, dass die Annäherung der verfeindeten Parteien nicht schlagartig geht sondern mit vielen Hürden und Zweifeln beschrieben wird. Die Geschichte hätte vielleicht ein wenig mehr Action vertragen können. Aber zum Ende hin steigt die Spannung nach einer ruhigen Phase wieder an und ich würde sehr gerne möglichst bald erfahren, wie die Geschichte weitergeht.

Veröffentlicht am 23.08.2024

Schöner Startband

Five Broken Blades
0

Eine liebe Freundin hat mir das Buch empfohlen und ich war sofort in die Optik verliebt. Hier hat der Verlag schon mal alles richtig gemacht und sich richtig Mühe gegeben.

Erzählt wird aus sechs unterschiedlichen ...

Eine liebe Freundin hat mir das Buch empfohlen und ich war sofort in die Optik verliebt. Hier hat der Verlag schon mal alles richtig gemacht und sich richtig Mühe gegeben.

Erzählt wird aus sechs unterschiedlichen Perspektiven, alle jedoch in der Ich-Person. Da die Autorin es schafft, dass sie sich in Ton und Duktus unterscheiden, bin ich gut damit zurecht gekommen und habe durchaus Sympathien für einige der DarstellerINNen entwickeln können. Fünf von ihnen sind daraus aus, den König zu töten. Auch wenn ihre Motivationen variieren, so ist doch klar, dass sie aufeinandertreffen müssen und gemeinsame Sache machen werden. Das dauert zwar eine Weile ist aber absehbar. Ein, zwei Plottwists sind es nicht und das hat mir besonders gefallen in einer ansonsten stringent erzählten Geschichte, die am Ende einigermaßen rund endet auch wenn man spürt, dass im zweiten Band noch einiges kommen könnte.

Schöner Start und sehr angenehm lesbar.

Veröffentlicht am 18.08.2024

solider Thrill

Letzte Lügen
0

Will Trent hat endlich seine Sara geheiratet. Aber wie sollte es bei den beiden auch anders sein. Die Flitterwochen in einem scheinbar so idyllischen und abgelegenen Resort werden von einem Mordfall erschüttert ...

Will Trent hat endlich seine Sara geheiratet. Aber wie sollte es bei den beiden auch anders sein. Die Flitterwochen in einem scheinbar so idyllischen und abgelegenen Resort werden von einem Mordfall erschüttert und die beiden sind wohl oder übel fast gezwungen zu ermitteln.

Karin Slaughter gönnt seinen zwei Protagonisten wenig Romantik. Aber immerhin. Man sollte nicht undankbar sein schließlich liest man diesen Thriller ja nicht deswegen. Der Fall ist von Anfang an mysteriös. Wer hatte etwas davon die Frau umzubringen? War es wirklich einer der anderen Urlauber? Mir hat diesmal besonders gefallen, dass die Story nicht in der Stadt spielt sondern im ländlichen Raum. Und dass Will und Sara nicht einen großen Polizeiaparat in der HInterhand hatten. Die Spannung wird langsam hochgeschraubt und am Ende wird es richtig gefährlich für unsere Helden.

Mir hat auch dieser - mutmaßlich letzte Teil - gut gefallen.

Veröffentlicht am 05.08.2024

guter Krimi

Glutmoor (Janosch Janssen ermittelt 2)
0

"Glutmoor" ist der zweite Band einer Krimireihe. Ich konnte ihn aber problemlos ohne Vorkenntnisse lesen.

Der vorliegende Fall ist denkbar dramatisch, denn eine vierköpfige Familie wurde erschossen. Nur ...

"Glutmoor" ist der zweite Band einer Krimireihe. Ich konnte ihn aber problemlos ohne Vorkenntnisse lesen.

Der vorliegende Fall ist denkbar dramatisch, denn eine vierköpfige Familie wurde erschossen. Nur eine Tochter hat durch Zufall überlebt. Die Ermittlungen sind schwierig und bringen einige überraschende Wendungen. Dabei ist die Spannung durchgehend hoch und am Ende gibt es sogar eine Art Showdown.

Die Konstellation des Ermittlerteams fand ich ungewöhnlich. Da die Schwiegermutter von Kommissar Janosch Janssen seine Chefin ist. Dadurch kommt es beruflich schon mal zu Spannungen. Aber immerhin wird der Chefin diesmal zugestanden, dass sie nicht einfach die böse Chefin ist sondern ein eigenes kompliziertes Privatleben hat und ihr Verhalten aus diesem resultiert. Ich mag es, wenn das Privatleben logische Auswirkungen auf den Job hat ohne diesen aber zu behindern.

Die Rhön spielt eine untergeordnete Rolle, was ich schade finde. Ein guter deutscher Krimi der Lust auf mehr macht. Teil eins wird also erworben.