Profilbild von Anndlich

Anndlich

Lesejury Star
offline

Anndlich ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Anndlich über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.01.2025

Der gläserne Mann

Eisiges Glas
0

Leonore Asker hat ihren ersten Fall als Leiterin der Abteilung für hoffnungslose Fälle gelöst, da nimmt ihr Vater wieder Kontakt zu ihr auf. Prepper Per setzt seine Tochter unter Druck und droht ihr, sich ...

Leonore Asker hat ihren ersten Fall als Leiterin der Abteilung für hoffnungslose Fälle gelöst, da nimmt ihr Vater wieder Kontakt zu ihr auf. Prepper Per setzt seine Tochter unter Druck und droht ihr, sich einer möglichen Verhaftung gewaltsam zu widersetzen. Die Drohung im Blick möchte Leo verhindern, dass ihr Vater unter Verdacht der Kollegen fällt und sucht nach dem Mörder eines jahrelang Vermissten und erst vor kurzem gefundenen Toten.

Leos Kindheitsfreund Martin Hill erhält einen ganz speziellen Auftrag. Er soll eine Biografie schreiben und dafür auf eine Privatinsel mit verlassenem Observatorium kommen. Für Hill geht ein Traum in Erfüllung, denn das verlassene Observatorium hat für den Urban Explorer schon lange einen großen Reiz. Doch auf der Insel tummeln sich noch ganz andere Geheimnisse.

Eisiges Glas von Anders de la Motte ist der zweite Teil der Reihe um die Ermittlerin Leonore Asker und den Urban Explorer Martin Hill. Nachdem mir der Auftaktband Stille Falle sehr gut gefallen hat, musste ich unbedingt den zweiten Teil lesen. Der Beginn war trotz Vorwissen etwas holprig, da ich erstmal wieder in die Geschichte reinkommen musste, denn der zweite Teil knüpft direkt an den Ersten an. Der Fall selbst ist zwar als Einzelband zu lesen, da es aber auch sehr stark um die Beziehungen der Charaktere untereinander geht, ist das Lesen des ersten Bands zu empfehlen.

Während mir Leonore Asker im ersten Band noch zu unnahbar war, habe ich hier schnell gemerkt, dass mein Vorwissen sie mir deutlich sympathischer macht bzw. mein Verständnis für sie ihr zu Gute kommt. Dennoch bleibt sie weiterhin ihrer Art treu, was mir gefällt.

Wie im ersten Teil auch, konnten mich die sehr kurzen Kapitel aus verschiedenen Perspektiven und auf verschiedenen Zeitebenen wieder einnehmen, vor allem die Perspektive des Gläsernen Mannes hat eine sehr düstere Atmosphäre geschaffen. Trotz des guten Schreibstils kam es vor allem im Mittelteil zu vielen Längen, die mich im Buch gefühlt kaum voranbrachten und ein zähes Lesegefühl erzeugten. Das lag für mich an mehreren Aspekten. Da gab es die Sci-Fi Elemente, die das Gelesene nicht nur unrealistisch machten, sondern für mich auch mit das Langweiligste sind, was ich lesen könnte. Das darf natürlich thematisiert werden, für mich hätte es aber im Klappentext einen Hinweis auf diese Elemente geben müssen, vor allem weil der Fokus darauf doch sehr stark ausgeprägt ist. Dann gab es leider auch keine großen Überraschungen, die Geschichte wirkte von Beginn an ziemlich vorhersehbar, weswegen die Spannung größtenteils ausblieb. Erst gegen Ende der Geschichte konnte das sehr hohe Tempo nochmal etwas Schwung reinbringen.

Eisiges Glas konnte meiner Vorfreude auf die Fortsetzung leider nicht gerecht werden, da ich die Ermittlerin und den Schreibstil des Autors jedoch weiterhin sehr mag, freue ich mich schon auf die Fortsetzung und hoffe, dass diese dann wieder etwas realistischer und überraschender wird. Für alle die aber auch gerne Sci-Fi-Elemente - explizit UFOs, Außerirdische und Kryo - dürfte Eisiges Glas jedoch genau das Richtige sein.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.11.2024

Verbranntes Potenzial

Verbrannte Gnade
0

Nach einem Brandanschlag in der Klosterschule, bei dem der Hausmeister Jack gestorben ist, ist Schwester Holiday nicht zufrieden mit den Ermittlungen der Behörde. Deswegen beginnt die kettenrauchende Schwester ...

Nach einem Brandanschlag in der Klosterschule, bei dem der Hausmeister Jack gestorben ist, ist Schwester Holiday nicht zufrieden mit den Ermittlungen der Behörde. Deswegen beginnt die kettenrauchende Schwester selbst die Ermittlungen zu führen. Auf der Suche nach dem Täter muss sie sich mit den Sünden der Vergangenheit auseinandersetzen.

Verbrannte Gnade von Margot Douaihy klang nach einem spannenden Krimi mit einer ungewöhnlichen Protagonistin. Schwester Holiday raucht nicht nur Kette, sondern hört gerne Punkrock, ist tätowiert und vor allem queer. Ein spannendes Profil, das mir weitergehend aber zu stark präsentiert wurde, denn am Ende sollte es in einem Krimi vordergründig um das Lösen des Verbrechens gehen und nicht um die Protagonistin. In Rückblenden erfahren wir mehr von Schwester Holiday und kommen noch weiter weg von der eigentlich Tat.

Die Auflösung selbst konnte mich dann auch nicht überzeugen, was jedoch in Anbetracht des geringen Fokus’ auf die eigentliche Sache kein wirkliches Wunder war. Leider konnte mich Verbrannte Gnade nicht überzeugen, obwohl ich die Grundidee einer ermittelnden Nonne, gerne auch wie in diesem Fall einer eher derben (und weniger humorvollen), weiterhin sehr interessant finde, wird der zweite Teil wohl nicht bei mir einziehen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.09.2024

Charaktertreffen in Ballybrady

Mitternachtsschwimmer
0

Die kauzige Grace lebt zurückgezogen in einem kleinen Dorf an der irischen Küste. Ihren Lebensunterhalt verdient sie mit der Vermietung eines Cottage an Touristen. Nach einem tragischen Verlust droht Evan ...

Die kauzige Grace lebt zurückgezogen in einem kleinen Dorf an der irischen Küste. Ihren Lebensunterhalt verdient sie mit der Vermietung eines Cottage an Touristen. Nach einem tragischen Verlust droht Evan und seine Ehe zu zerbrechen, um den Kopf wieder freizubekommen, möchte er eine Woche in Ballybrady verbringen. Doch dann kommt es zum Lockdown, Evan kann das Feriendorf nicht mehr verlassen und seine Frau nicht zu ihm. Plötzlich hat Evan nicht nur mit seiner Trauer zu kämpfen, sondern muss sich auch mit den Dorfbewohnern und seinem tauben Sohn Luca.

Mitternachtsschwimmer von Roisin Maguire ist ein poetischer Roman über die Verletzlichkeit des Lebens, der mich leider emotional nicht mitnehmen konnte.

Der Schreibstil der Autorin ist poetisch und dennoch leicht, sodass man gut durch die Seiten kommt. Inhaltlich konnte mich das Buch jedoch nicht überzeugen, ich wurde weder mit den Figuren und ihren Gedankengängen warm - allen voran Evan, den ich schrecklich fand -, noch mit ihren Dialogen. Deswegen konnte ich emotional auch nicht mitfühlen und empfand selbst das Ende eher platt und langweilig.

Wenn man mit den Figuren sympathisieren und mitfühlen kann, dann ist Mitternachtsschwimmer bestimmt eine schöne, tiefgehende Lektüre. Mich hat es leider nicht erreicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.08.2024

Wer bist du, Stalker?

Stalker – Er will dein Leben.
0

Eric Sanders hat seine erste große Rolle im Fernsehen bekommen und er hat ein gutes Gefühl, was seine schauspielerische Leistung angeht. Nach der Ausstrahlung bestätigt sich diese, denn seine Bekanntheit ...

Eric Sanders hat seine erste große Rolle im Fernsehen bekommen und er hat ein gutes Gefühl, was seine schauspielerische Leistung angeht. Nach der Ausstrahlung bestätigt sich diese, denn seine Bekanntheit und die Anfragen steigen.
Doch mit dem Ruhm folgen auch die Schattenseiten, jemand fängt an seinen Social Media Account zu kopieren und treibt ein böses Spiel. Dieser macht auch im echten Leben keinen Halt und verfolgt Sanders bald.
Sanders fühlt sich immer mehr von seinem Stalker bedroht, als er die Nachricht bekommt, dass er einen Mord gestehen soll, um das Leben seiner Lieben zu schützen.

Der Psychothriller Stalker von Arno Strobel liest sich schnell und flüssig runter. Dabei erleben wir die Geschichte aus der Sicht des Schauspielers Eric Sanders.

Doch leider hatte ich genau mit dem flüssigen, lockeren Schreibstil bei dieser Geschichte meine Probleme. Denn das Konstrukt des Plots könnte auf psychologischer Ebene faszinierend sein, wenn man die Einblicke in Sanders Gefühlswelt stärker, verworrener wahrnehmen würde. Die Geschichte wird zwar aus Sanders Perspektive geschrieben, aber in der dritten Person erzählt und nur selten gibt es Einblicke in das Gefühlsleben des Protagonisten. Dieser lockere Schreibstil hat die bedrückende Stimmung, die ein Stalker hervorruft, aber nicht rübergebracht und der Weg, den die Geschichte nimmt, ist ziemlich offensichtlich.

Das Ende hätte überraschen können, wenn zwischenzeitlich nicht etwas passiert wäre, das die Auflösung wieder offensichtlich und die Geschichte selbst sehr oberflächlich wirken ließ. So war es leider eine geniale Idee, deren Umsetzung mich aber absolut nicht abholen konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.08.2024

Vor den Toren der Hölle

Empire of Sins and Souls 1 - Das verratene Herz
0

Nach ihrer Hinrichtung erwacht Zoé Durand in Xanthia wieder. Xanthia liegt vor den Toren der Hölle und ihre Bewohner, die Xathyre, lechzen nach dem Blut der Sünder. Doch der Graf Alexei bietet Zoé einen ...

Nach ihrer Hinrichtung erwacht Zoé Durand in Xanthia wieder. Xanthia liegt vor den Toren der Hölle und ihre Bewohner, die Xathyre, lechzen nach dem Blut der Sünder. Doch der Graf Alexei bietet Zoé einen Pakt an. Zoé soll drei Relikte stehlen und bekommt von ihm dafür ihr Leben zurück. Auf der Suche nach den Relikten trifft sie auch auf den dunklen Prinz Kaspar, Alexeis Erzfeind. Wem kann Zoé vertrauen?

Mittlerweile liebe ich es, mich durch die Vielfalt von Genres zu lesen und lande daher, bei interessanten Klappentexten, auch bei Büchern, die auf den ersten Blick gar nicht meinem Lesegeschmack entsprechen und entdecke dadurch so viele schöne Bücher. Mit Das verratene Herz von Beril Kehribar habe ich einen Ausflug in die Welten des Dark Romantasy gewagt und den Auftakt der Empire of Sins and Souls Trilogie gelesen.

Direkt zu Beginn, Spice in Büchern ist eigentlich gar nicht meins und wenn dies nicht auf dem Buch drauf steht, aber ordentlich drin ist, dann störe ich mich daran. Hier steht es drauf, deswegen ist das kein Aspekt über den ich mich in meiner Rezension beschweren würde. Zudem empfand ich es aufgrund des Backgrounds der Protagonistin Zoé auch nicht unstimmig oder zu derb und war eher überrascht, dass es weniger solcher Szenen wurden.

Besonders viel erhofft habe ich mir jedoch von der Zwischenwelt Xanthia, die im Klappentext extrem spannend eingeführt wurde. Ein Vorhof der Hölle, faszinierend. Dementsprechend schnell bin ich durch die ersten 150 Seiten des Buches geflogen, weil ich unbedingt mehr darüber Wissen wollte! Doch diese Schnelligkeit stellt sich im Laufe der Geschichte ein und das Gelesene wurde zäh, weil es für meinen Geschmack zu oberflächlich umschrieben wurde und ich viel mehr von der Welt wissen wollte, aber mehr in Zoé Gedankenwelt gefangen war, der es aufgrund einiger Wiederholungen an Spannung fehlte und die für meinen Geschmack zu wenig Interesse an Xanthia zeigte.

Ebenso konnte ich mich Zoé bis zum Schluss nicht warmwerden. Kaputte Charaktere finde ich generell spannend, allerdings brauche ich gewisse Werte, die sie niemals brechen würden oder für die sie stehen. Zoé hatte keine, die mich mit ihr sympathisieren ließen, vor allem ihr Verhalten gegenüber Marie fand ich extrem fragwürdig, sodass es für mich schwierig war, ihre Gedanken interessant zu empfinden.

Graf Alexei und Prinz Kaspar sind als Charaktere spannend, jedoch fehlt mir bei beiden noch die Tiefe und vor allem war mir absolut nicht klar, weswegen eine Anziehungskraft vorhanden ist, sodass ich absolut nicht mitfiebern konnte und auch der eigentlich spannende Cliffhanger mich nicht wirklich mitreißen konnte.

Das Ende verspricht zwar eine interessante Grundlage für Band zwei, allerdings bin ich mir noch nicht sicher, ob ich die Trilogie weiterverfolgen werde, weil es mir leider an Tiefe und Sympathie für die Protagonistin gefehlt hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere