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Veröffentlicht am 28.08.2024

Noch ein Blick von Außen auf's Innen

Der Totenleser
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73 / 100
Zur Transparenz schreibe ich mal dazu, dass ich Tsokos' erste beiden Sachbücher in einem Sammelband gelesen habe und die Trennung im Urteil eher schwierig ist.

Trotzdem fiel mir auf, dass mich ...

73 / 100
Zur Transparenz schreibe ich mal dazu, dass ich Tsokos' erste beiden Sachbücher in einem Sammelband gelesen habe und die Trennung im Urteil eher schwierig ist.

Trotzdem fiel mir auf, dass mich das zweite Buch etwasa weniger abholen konnte als das erste (wobei das Jammern auf hohem Niveau ist). Vielleicht sind es die Fälle, vielleicht ein ganz leicht angepasster Stil – nichtsdestotrotz ist auch Buch 2 sehr lesenswert für diejenigen, die noch mehr menschliche Abgründe beschrieben bekommen wollen.

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Veröffentlicht am 22.08.2024

Was Eltern zu tun wagen

Deutschland misshandelt seine Kinder
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68 / 100
Immer wenn man denkt, dass gewisse Spielfilme schon undenkbare Abgründe des Menschseins zeigen, dann kommen Bücher wie diese und beweisen einem das Gegenteil.

Es ist entlarvend, wie manches Gremium ...

68 / 100
Immer wenn man denkt, dass gewisse Spielfilme schon undenkbare Abgründe des Menschseins zeigen, dann kommen Bücher wie diese und beweisen einem das Gegenteil.

Es ist entlarvend, wie manches Gremium oder mancher Verband scharf gegen die Veröffentlichung dieses Buchs geschossen hat. Dass allein der Titel provoziert, ist den Schriftstellenden bewusst – und er hilft dabei, die Aufmerksamkeit deutlich auf diesen Themenkomplex zu lenken.

Normalerweise lese ich Bücher am Stück, nach dem Bildblog-Buch ist das hier nun Nummer 2, bei dem ich aktiv mehrere Tage Pause einlegen musste. Zu verstörend sind die beschriebenen Sachverhalte, die jeden Tag und möglicherweise nah im eigenen Umfeld stattfinden (auch wenn man das gern stets verneint („Bei uns doch nicht!“)).

Schade ist, dass sich offenbar nicht genug abgesprochen wurde und einzelne Textteile in anderen Worten doppelt vorhanden sind. Auch die Fallbeschreibungen ähneln sich (wobei das auch den realen Begebenheiten geschuldet sein kann). Zudem finde ich, dass das Vorwort eher ein Nachwort hätte sein sollen – so nimmt es dem Buch seine Strahlkraft voraus.

Nichtsdestotrotz ein bitterlich lesenswertes Buch, das Augen etwas weiter öffnet und dringend notwendige Sensibilität in allen Teilen der Gesellschaft schafft.

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Veröffentlicht am 24.07.2024

Der Weg zum Ich und Uns

Wir sind wild und wunderbar
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70 / 100
Es muss einen guten Grund geben, weshalb nicht wenige Menschen irgendwo auf der Welt Tage, Wochen und Monate damit verbringen, eine Route abzuwandern. So geht es auch den beiden Protagonisten, ...

70 / 100
Es muss einen guten Grund geben, weshalb nicht wenige Menschen irgendwo auf der Welt Tage, Wochen und Monate damit verbringen, eine Route abzuwandern. So geht es auch den beiden Protagonisten, die beide mit unterschiedlichen Motiven und ebenso unterschiedlichen Wesenszügen unterwegs sind.

Sicherlich, auch wenn die beiden Persönlichkeiten ihr angebliches Alter in den Endzwanzigern nicht immer anzumerken ist und den Hochs und Tiefs das Schema F bei Liebesgeschichten seinen Schatten vorauswirft: Im Vergleich entwickelt sich die Story gemächlich, ist ordentlich bestückt, aber nicht überladen mit Details und nimmt sich Zeit, um die Charaktere und ihre Hintergründe zu illustrieren. Ich finde zwar, dass manche Aspekte, etwa die Begegnung mit Homofeindlichkeit, eher künstlich eingeschoben wirken und die Misskommunikation vor allem zum Ende hin beinahe repetitiv wirkt, aber so ist die menschliche Irrationalität bei letzterem nun mal.

Das Ende kommt leider relativ plötzlich (und durch den Epilog zwar wohlig, aber auch etwas plump) daher und spart ein paar aus meiner Sicht wesentliche Gesichtspunkte aus, aber hey: Vielleicht bekommen Lex und Ben noch eine weitere, eigenständige Geschichte (zu klärende Sachverhalte wären noch genug da). Die verfassende Person hat bereits den dritten Band des Universums veröffentlicht, in dem die beiden wohl auch kurz auftreten – aber ich hänge mich an die Hoffnung, irgendwann eine direkte Fortsetzung zu bekommen. Die Charaktere sind es wert.

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Veröffentlicht am 06.11.2024

Tief unten und der Blick nach vorn

Samuel Koch - Zwei Leben
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67 / 100
Sicher, in nüchterner Betrachtung könnte man über Samuel Koch und seine Risikobereitschaft herziehen. Nichtsdestotrotz teilt er sehr eindrücklich, inwieweit er bis zuletzt Skrupel vor seinem Auftritt ...

67 / 100
Sicher, in nüchterner Betrachtung könnte man über Samuel Koch und seine Risikobereitschaft herziehen. Nichtsdestotrotz teilt er sehr eindrücklich, inwieweit er bis zuletzt Skrupel vor seinem Auftritt bei „Wetten, dass..?“ hatte und wie es ihm vorher, währenddessen und nachher erging.

Dass am Ende eine unberechenbare, unglückliche Kette von Ereignissen einen Herzblutsportler in die äußerst eingeschränkte Manövrierfähigkeit bringt, hätte niemand ahnen können. Statt länger im Sumpf der negativen Gefühle zu verharren, macht Samuel anderen und sich selbst mit diesem Buch Mut und zeigt Perspektiven auf. Elementar ist das Darüberreden, um Berührungsängste aller Art loszuwerden.

Wie es beim adeo-Verlag üblich ist, spielt Glaube eine nicht ganz unwesentliche Rolle, doch von Anfang an ist deutlich zu merken, dass Samuel wie von seinen Eltern gelernt niemandem seine Sicht auf das Leben aufzwingen möchte. Auch dass das Buch voller Selbstbeweihräucherung sei, kann ich nur verneinen – die meisten positiven Stimmen zu seiner Person kommen von Menschen, die ihn auf seinem neuen Weg begleite(te)n.

Allein die wenigen Seiten, die ein gewisses Auslassen und Abflachen mancher Situation unabdingbar machen, lassen das Buch etwas gehetzt wirken. Allerdings hat Samuel bisher noch drei weitere (Sach-)Bücher geschrieben, die ich mir sicher bald vornehmen werde.

Ich finde, er zeigt auf, dass wir uns alle mit einem gesunden, beweglichen Körper immer wieder zur Dankbarkeit mahnen sollten, wenn das für uns selbstverständlich erscheint.

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Veröffentlicht am 27.06.2024

Die Geister, die ich nicht rief

Unheimlich nah
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71 / 100
Drei Jahre nach seinem ersten Buch zum Thema schiebt Johann Scheerer einen deutlich autobiografischen Roman hinterher.

Angenehmerweise schließt die Geschichte unmittelbar an den Post-Entführungsaufenthalt ...

71 / 100
Drei Jahre nach seinem ersten Buch zum Thema schiebt Johann Scheerer einen deutlich autobiografischen Roman hinterher.

Angenehmerweise schließt die Geschichte unmittelbar an den Post-Entführungsaufenthalt in den USA an, dabei bleibt es allerdings auch, denn ansonsten gibt es oft zeitliche Sprünge, und sei es nur für die eine oder andere Anekdote. Der Schreibstil ist weiterhin ansprechend, das Folgen der Handlung nur gelegentlich bei den genannten Zeitsprüngen schwierig.

Es spricht für den Autor, sich nicht weiter den (Ver)urteil(ung)en der Leserschaft auszusetzen, indem er das vorliegende Buch als Roman klassifiziert und der Anteil an realen Begebenheiten im Dunklen bleibt. Es bleibt zu wünschen, dass sich vor allem die besonderen schrägen Stories (Stichwort Verstärker) bei all dem Unheil, dass die Rahmengeschichte mit sich brachte, so ähnlich tatsächlich abgespielt haben. Bei der Beschreibung der Jahre, die sich an die eigentliche Entführung anschlossen, bleibt einem doch immer wieder der Atem weg, wenn man sich hineinversetzt.

Der Witz und der Tiefgang der menschlichen Entwicklung sind gut abgewogen und so liest sich das Buch ideal. Nur das Ende, das kommt leider wieder überstürzt (mit einer großen zeitlichen Lücke) und abrupt, bisweilen unvollständig daher.

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