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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.07.2025

Wahrheit und Identität

Die Probe
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Der Einstieg in „Die Probe“ hat mir richtig gut gefallen. Die Situation ist spannend und irgendwie auch unheimlich. Zwei Menschen treffen sich zum Mittagessen, sie ist Schauspielerin, er ein junger Fremder. ...

Der Einstieg in „Die Probe“ hat mir richtig gut gefallen. Die Situation ist spannend und irgendwie auch unheimlich. Zwei Menschen treffen sich zum Mittagessen, sie ist Schauspielerin, er ein junger Fremder. Dann behauptet er plötzlich, ihr Sohn zu sein obwohl sie nie Kinder bekommen hat. Dazu kommt noch der Ehemann,der die Lage völlig durcheinanderbringt.

Gerade am Anfang fand ich das richtig packend. Die Ehekrise, die Unsicherheit mit Xavier… das alles hat mich total interessiert. Man merkt schnell, dass hier nicht alles so ist wie es scheint und dass hinter allem mehr steckt.

Dann aber wurde es mir teilweise zu langatmig. Es ging viel um das Theaterstück, das die Schauspielerin probt und das hat sich für mich zu sehr gezogen. Ich habe gemerkt, wie ich immer öfter nur noch quer gelesen habe, weil es mich nicht so wirklich gepackt hat.

Irgendwann kommt dann ein Zeitsprung und ich hatte das Gefühl, ich hätte etwas verpasst. Es wurden Sachen angedeutet, die man vorher gar nicht mitbekommen hat und das hat mich verwirrt. Am Ende wird zwar vieles erklärt aber mir haben zwischendrin wichtige Infos oder Gespräche gefehlt um alles besser nachvollziehen zu können.

Fazit: Der Anfang war super spannend und das Ende hat vieles aufgelöst, aber in der Mitte hatte das Buch für mich Längen und es blieb das Gefühl, dass ich nicht alles mitbekommen habe. Trotzdem eine interessante Geschichte über Identität und Wahrheit.

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Veröffentlicht am 01.09.2024

Durchwachsen

Pineapple Street
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"Pineapple Street" von Jenny Jackson entführt uns in die exklusive Welt der Stockton-Familie, die in der begehrten Pineapple Street in Brooklyn Heights lebt. Der Roman schildert die Leben von Darley, der ...

"Pineapple Street" von Jenny Jackson entführt uns in die exklusive Welt der Stockton-Familie, die in der begehrten Pineapple Street in Brooklyn Heights lebt. Der Roman schildert die Leben von Darley, der ältesten Tochter, Sasha, der Schwiegertochter, und Georgiana, dem jüngsten Mitglied der Familie. Trotz des Reichtums und des luxuriösen Lebens, das sie führen, kämpfen die Protagonistinnen mit persönlichen Herausforderungen und suchen nach Erfüllung jenseits des materiellen Wohlstands.

Darley, die ihr Erbe und ihren Job zugunsten der Familie aufgegeben hat, muss erkennen, dass das Opfer, das sie gebracht hat, weitaus größer ist, als sie je erwartet hätte. Sasha, die in die traditionsreiche Familie einheiratet, fühlt sich oft wie ein Fremdkörper in dieser neuen Welt und zweifelt an ihrem Platz in der Familie. Georgiana, das Nesthäkchen, durchlebt die Wirren der ersten Liebe und muss sich den Konsequenzen ihrer Gefühle stellen.

Der Roman besticht durch seine witzigen, klugen und liebevoll gezeichneten Figuren, die trotz ihres Glamours und ihrer scheinbaren Perfektion menschlich und fehlbar sind. Besonders Georgianas Geschichte konnte mich mitreißen, da ihre Entwicklung und die emotionalen Konflikte, die sie durchlebt, sehr berührend und nachvollziehbar dargestellt werden.

Allerdings ist meine Meinung zum Buch insgesamt durchwachsen. Während einige Abschnitte wirklich fesselnd waren, gab es auch Momente, in denen ich mir mehr Informationen gewünscht hätte, insbesondere bei den größeren Zeitsprüngen. Diese Sprünge führten dazu, dass man als Leser manchmal das Gefühl hatte, wichtige Details zu verpassen, die für das Verständnis der Figurenentwicklung wichtig gewesen wären. Auf der anderen Seite gab es Stellen, an denen ich das Buch nur oberflächlich las, da die detaillierten Beschreibungen von Nebensächlichkeiten, wie etwa das Kapitel über die Flugzeuge beim Besuch bei Cy, den Lesefluss eher hemmten.

Insgesamt bietet „Pineapple Street“ einen interessanten Einblick in die Dynamiken einer reichen Familie und die Frage, ob Geld tatsächlich glücklich macht. Trotz einiger Längen und überflüssiger Details hat der Roman seine starken Momente, die vor allem durch die emotionalen Geschichten der Hauptfiguren geprägt werden. Wer Familiendramen mit einem Hauch von Luxus und tiefgründigen Charakteren schätzt, wird hier dennoch auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 23.08.2024

Emotional, aber unausgewogen

Alles, was ich geben kann – The Last Letter
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„Alles was ich geben kann“ von Rebecca Yarros ist ein gefühlsgeladenes Buch, das den Leser auf eine emotionale Reise mitnimmt. Die Geschichte von Ella und Beckett, der sich hinter dem Decknamen ›Chaos‹ ...

„Alles was ich geben kann“ von Rebecca Yarros ist ein gefühlsgeladenes Buch, das den Leser auf eine emotionale Reise mitnimmt. Die Geschichte von Ella und Beckett, der sich hinter dem Decknamen ›Chaos‹ verbirgt, ist geprägt von Schicksalsschlägen, tiefen Gefühlen und der Frage nach Vertrauen und Ehrlichkeit. Die zentrale Idee, dass sich zwei Menschen durch Briefe näherkommen, bietet eine romantische und zugleich nostalgische Grundlage für die Erzählung.

Die Autorin schafft es, die Verbindung zwischen Ella und Beckett authentisch und herzerwärmend darzustellen. Besonders gelungen ist die Darstellung von Ellas familiärem Umfeld und den Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert wird. Die emotionalen Höhen und Tiefen, die Ella erlebt, sind lebendig beschrieben und lassen den Leser mitleiden und mitfühlen.

Dennoch gibt es Schwächen in der Charakterzeichnung von Beckett. Seine zurückhaltende, fast unterwürfige Art wirkt im Vergleich zu Ellas starker Persönlichkeit unpassend und führt dazu, dass die Dynamik zwischen den beiden unausgeglichen erscheint. Hätte die Geschichte eine umgekehrte Geschlechterverteilung, wäre Becketts Verhalten möglicherweise problematisch aufgefasst worden. Dieser Aspekt nimmt leider etwas von der Glaubwürdigkeit der Liebesgeschichte.

Insgesamt bleibt „Alles was ich geben kann“ eine berührende Geschichte über Verlust, Liebe und das Überwinden von Hindernissen. Wer die intensiven Emotionen und den dramatischen Stil von Rebecca Yarros schätzt, wird hier sicherlich berührt sein. Doch im Vergleich zu den packenden Welten von „Fourth Wing“ und „Iron Flame“ fällt dieses Buch in seiner Intensität und seinem Plot etwas ab. Für eingefleischte Fans der Autorin könnte diese Geschichte deshalb eine kleine Enttäuschung darstellen, insbesondere aufgrund der schwächeren Charakterentwicklung von Beckett.

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Veröffentlicht am 09.05.2024

Magisch

School of Myth & Magic, Band 1 - Der Kuss der Nixe
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"School of Myth and Magic" entführt die Leser in eine faszinierende Welt voller Geheimnisse und magischer Wesen, doch trotz seiner fesselnden Atmosphäre und spannenden Handlung gibt es Aspekte, die in ...

"School of Myth and Magic" entführt die Leser in eine faszinierende Welt voller Geheimnisse und magischer Wesen, doch trotz seiner fesselnden Atmosphäre und spannenden Handlung gibt es Aspekte, die in mir eine gemischte Reaktion hervorrufen.

Die Protagonistin Devin ist eine Figur, die mich bis zum Schluss zwiegespalten zurückließ. Ihre überhebliche Art und ihre beginnende Liebesbeziehung wirkten für mich nicht immer authentisch und ließen mich oft distanziert zu ihr stehen. Dies führte dazu, dass ich nicht vollständig in ihre Gefühlswelt eintauchen konnte und keine echte emotionale Bindung zu ihr aufbauen konnte.

Ein weiterer Punkt, der mich etwas enttäuscht hat, war die begrenzte Erkundung der Fähigkeiten der anderen Fabelwesen. Während wir einige Einblicke in die Welt der Nixen erhalten haben, hätte ich gerne auch mehr über die Vielfalt und Fähigkeiten der anderen magischen Wesen erfahren.

Trotz dieser Kritikpunkte bietet das Buch eine gut durchdachte Handlung mit actiongeladenen Momenten und tiefgreifenden Emotionen. Die Darstellung der magischen Welt und die Dynamik zwischen den verschiedenen Wesen sind definitiv Stärken des Buches, die eine besondere Atmosphäre schaffen.

Für Leser, die gerne in magische Welten eintauchen und fesselnde Abenteuer erleben möchten, kann "School of Myth and Magic" eine lohnenswerte Lektüre sein.

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Veröffentlicht am 23.01.2024

Schauderhaft

Austrian Psycho Jack Unterweger
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Malte Herwigs "Austrian Psycho" führt die Leser auf eine Reise in die Abgründe der Persönlichkeit von Jack Unterweger – ein Serienmörder. Die detaillierte Dokumentation verwebt recherchierte Fakten, eindringliche ...

Malte Herwigs "Austrian Psycho" führt die Leser auf eine Reise in die Abgründe der Persönlichkeit von Jack Unterweger – ein Serienmörder. Die detaillierte Dokumentation verwebt recherchierte Fakten, eindringliche Zeitzeugeninterviews und verstörende Aussagen Unterwegers zu einer packenden Erzählung. Dabei wird nicht nur der schauderhafte Charakter des Mörders offenbart, sondern auch die verstörende Faszination, die er auf die Gesellschaft ausübte.

Trotz dieser faszinierenden Perspektive bleibt das Buch in einigen Momenten hinter den Erwartungen zurück. Es fehlen tiefgehende Informationen an bestimmten Stellen, und die Schreibweise enttäuscht gelegentlich durch einen Mangel an Intensität, der notwendig ist, um die Grausamkeiten dieses dunklen Kapitels angemessen zu reflektieren. Diese Schwächen trüben den Gesamteindruck des des Buches.

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