Profilbild von oneveganbooknerd

oneveganbooknerd

Lesejury Star
offline

oneveganbooknerd ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit oneveganbooknerd über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.09.2024

Unterschätzter Coming-Of-Age Roman

Frankly in Love
0

Frank Li ist in Brit Means verliebt. Er kann sein Glück kaum fassen, denn Brit Means ist auch in ihn verliebt. Ende gut, alles gut. Oder?! Nicht ganz. Franks Eltern sind koreanische Einwanderer und wünschen ...

Frank Li ist in Brit Means verliebt. Er kann sein Glück kaum fassen, denn Brit Means ist auch in ihn verliebt. Ende gut, alles gut. Oder?! Nicht ganz. Franks Eltern sind koreanische Einwanderer und wünschen sich eine ebenfalls koreanische "Schwiegertochter". Da Brit weiß ist, tüftelt Frank also mit Joy Song (sitzt im selben Boot) einen Plan aus. Sie tun vor ihren Eltern einfach so, als wären sie zusammen und können sich dann während ihrer "Dates" mit ihrem/ihrer eigentlichen Freund*in treffen. Die ganze Sache läuft so lange gut, bis sich die Beziehung zu Joy für Frank gar nicht mehr so fake anfühlt.

"Frankly in Love" von David Yoon ist ein, wie ich empfinde, absolut unterschätzter Coming-Of-Age-Schatz. Neben der Fake-Dating-Thematik entspinnt sich eine einfühlsame Geschichte über die eigene Identitätsfindung zwischen der koreanischen und amerikanischen Kultur. Ebenso werden das Erwachsenwerden und die sich entwickelnde Beziehung zu den eigenen Eltern behandelt. Die leichte Erzähltechnik konnte auch die weniger lustigen und eher traurigen Themen gut auffangen. Ich habe das Buch sehr gern gelesen und es hat mich sehr beeindruckt. Bisher habe ich nur Bücher von David Yoons Frau, Nicola Yoon, gelesen und geliebt. Dies wird nicht mein letztes Buch von David Yoon gewesen sein.

Klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.08.2024

Unerwartetes YA-Highlight!

Imogen, Obviously
0

Imogen ist 17 Jahre alt, hetero und ihren queeren Freundinnen eine gute Ally. Als ihre beste Freundin, Lili, sie aufs College einlädt, in welchem Imogen selbst in ein paar Monaten gehen wird, ist sie mehr ...

Imogen ist 17 Jahre alt, hetero und ihren queeren Freundinnen eine gute Ally. Als ihre beste Freundin, Lili, sie aufs College einlädt, in welchem Imogen selbst in ein paar Monaten gehen wird, ist sie mehr als aufgeregt. Denn Lilis College-Freundinnen wirken schon sehr erwachsen und Imogen schaut zu ihnen auf. Für sie sind sie die absolut coolen, queeren Student*innen. Kann Imogen da mithalten? Lilis Freunde nehmen Imogen herzlich in ihrer Mitte auf. Besonders Tessa hat es Imogen angetan. Sie ist so fasziniert von ihr, dass sie Tessa gar nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Warte, was?! Kann das sein? Ist Imogen nicht eigentlich hetero?!

Falls auf eurer Leseliste noch Platz für ein queeres YA-Buch ist, lest dieses unbedingt! Dieser Roman ist nicht nur Coming-Of-Age, sondern setzt sich, auch kritisch, mit Labels und der queeren Community auseinander. Imogens Entwicklung fühlt sich so persönlich an, weil jeder Schritt bzw. Gedankengang so echt und nahbar beschrieben wird.

"Imogen, Obviously" ist mein erster Roman von Becky Albertalli und wird definitiv nicht mein letzter gewesen sein.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.06.2024

Whitaker liefert wieder ab!

In den Farben des Dunkels
0

Monta Clare/USA, 1975.Patch hat sich das Piraten Dasein angeeignet, da er mit einem Auge geboren wurde und seit jeher eine Augenklappe trägt. Seine beste Freundin Saint ist leidenschaftliche Bienenzüchterin ...

Monta Clare/USA, 1975.Patch hat sich das Piraten Dasein angeeignet, da er mit einem Auge geboren wurde und seit jeher eine Augenklappe trägt. Seine beste Freundin Saint ist leidenschaftliche Bienenzüchterin und von Kopf bis Fuß in Patch verliebt. Dieser wird eines Tages Zeuge, wie Misty, das beliebteste Mädchen der Schule, von einem maskierten Mann im Wald überwältigt wird. Patch nimmt all seinen Mut zusammen und geht dazwischen. Nun wird er, anstelle von Misty, in das Auto des Mannes gezerrt und entführt. Er wird daraufhin für eine lange Zeit an einem sehr dunklen Ort festgehalten. Als die örtliche Polizei schon die Hoffnung aufgegeben hat, den Jungen lebend zu finden, gibt Saint jedoch nicht auf und findet ihren besten Freund. Patch wird aus seinem Gefängnis nach mehr als 300 Tagen befreit. Doch er wird die Dunkelheit, an die er sich nun gewöhnt hat, nicht los.

Ich habe nichts anderes erwartet, als dass Chris Whitaker wie gewohnt abliefert. "In den Farben des Dunkels" streift wie die vorigen Romane des Autors das Krimi und Thriller Genre. Ab der ersten Seite schafft Whitaker es, eine ganz besondere Atmosphäre zu schaffen, in der die Freundschaft und Liebe zwischen Patch und Saint greifbar wird. Für Saint ist es nur selbstverständlich, dass sie alles dafür tun wird, um ihren Freund wieder nach Hause zu holen. Selbst dann, als alle Erwachsenen die Hoffnung verlieren und sich abwenden.
"In den Farben des Dunkels" ist eine Geschichte über das Suchen und Finden, über Leid und Schuld. Irgendwo zwischen Hoffnungslosigkeit und dem inneren Antrieb helfen zu wollen, stellen sich die Protagonist*innen ihren eigenen Dämonen. Ich konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen. Eine klare Leseempfehlung und ein riesiges Lob an Whitaker, solche vielschichtigen Charaktere zu erschaffen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.05.2024

Eine Hommage an eine starke Frau und Mutter

Memorial Drive
0

[TW: True Crime, Femizid, psychische Gewalt, Rassismus]

Die Pulitzer-Preisträgerin Natasha Trethewey beschreibt ihre Kindheit im von Rassismus geprägten Süden der USA. Ein wichtiger Ankerpunkt in ihrem ...

[TW: True Crime, Femizid, psychische Gewalt, Rassismus]

Die Pulitzer-Preisträgerin Natasha Trethewey beschreibt ihre Kindheit im von Rassismus geprägten Süden der USA. Ein wichtiger Ankerpunkt in ihrem Leben spielt dabei ihre Familie. Als sich ihre Eltern eines Tages scheiden lassen, zieht ihre Mutter Gwendolyn mit ihr nach Atlanta. Die harmonische Zweisamkeit der beiden endet schnell, als ein neuer Mann in Gwendolyns Leben tritt. Das Zuhause, wie Natasha es bisher kannte, existiert seit diesem Zeitpunkt nicht mehr. Sie wird von dem neuen Mann ihrer Mutter, den sie selbst "Big Joe" nennt, psychisch schikaniert. Dabei entwickelt das junge Mädchen für sich Strategien, wie es mit diesem Missbrauch umgehen kann. Nachdem Natashas Bruder Joey zur Welt kommt, den sie Jahrzehnte lang für ihren Stiefbruder hält, wird Big Joe auch Gwendolyn gegenüber gewalttätig.

Natasha Trethewey beschreibt über ihren Umgang mit Trauer und ihre Jahrzehnte anhaltenden Schuldgefühlen. Dabei holt sie durch ihre pure Authentizität ihre Leserschaft ab und lässt diese an sehr persönlichen Gedanken teilhaben. "Memorial Drive" ist mehr als eine Hommage an ihre Mutter. Sie ist auch Zeugnis einer Gesellschaft, in der Gefahren wie Femizide, wie es hier der Fall ist, überhaupt möglich sind. Trethewey bezeugt dies nicht nur anhand ihrer eigenen Erinnerungen, sondern auch mit Dokumenten aus der Fallakte ihrer Mutter. Darunter finden sich Transkripte aus Telefonaten zwischen Gwendolyn und Big Joe, aber auch ein handgeschriebenes Dokument von Gwendolyn. In diesem legt sie dar, wie gewalttätig die Beziehung mit Big Joe wirklich für sie war und dass er sie schon Jahre vor ihrem Tod mit eben diesem bedrohte. Ich kann mir den Schmerz kaum vorstellen, mit dem Natasha Trethewey diese Geschichte aufgearbeitet haben muss. Dabei ist ihre Sprache klar und pointiert und verliert dabei nie ihre gefühlvolle Art. Denn in erster Linie ist diese ein Buch über ihre junge Mutter, die bis zu ihrem Lebensende für sich und ihre Kinder voller Stärke und Liebe einstand.

"Memorial Drive" hat mich zutiefst berührt. Ich möchte hierfür gerne eine Leseempfehlung aussprechen, jedoch bitte nur für Leser*innen, die auch mit Themen wie True Crime, Rassismus und Femizid umgehen können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.04.2024

Ein Buch wie eine warme Decke

Miss Moons höchst geheimer Club für ungewöhnliche Hexen
0

Mika Moon ist eine junge Hexe von 31 Jahren und lebt mit ihrer Hündin Circe in einer kleinen Wohnung in Brighton. Außer, dass sich Mika alle drei Monate mit ein paar anderen Hexen innerhalb der Hexengesellschaft ...

Mika Moon ist eine junge Hexe von 31 Jahren und lebt mit ihrer Hündin Circe in einer kleinen Wohnung in Brighton. Außer, dass sich Mika alle drei Monate mit ein paar anderen Hexen innerhalb der Hexengesellschaft trifft und austauscht, passiert in ihrem Leben nicht viel.
Zum Zeitvertreib nimmt sie Videos von sich beim Zaubern auf und stellt diese auf Social Media online. Dass irgendjemand auf die Idee kommen könnte, die Videos könnten echt sein, bezweifelt Mika stark. Als sie eines Tages aus ihrer Wohnung ziehen muss und nicht weiß wohin, kommt ihr ein Arbeitsangebot mit Kost und Logis sehr recht. Der Unbekannte hat ihre Videos gesehen und lädt sie für ein Kennenlernen bei sich ein. Kurze Zeit später sitzt Mika in einem gemütlichen Gebäude namens Nowhere House, mit vier Erwachsenen und drei kleinen Mädchen. Doch handelt es sich hierbei nicht um "gewöhnliche" Mädchen. Sie sind alle drei junge Hexen und brauchen dringend Mikas Hilfe, um zu lernen, wie sie ihre Kräfte sicher einsetzen können. Dass dies eher keine gute Idee ist, weiß Mika ganz genau. Primrose, die Vorsitzende der Hexengesellschaft, hat ein Zusammenleben von Hexen strengstens verboten. Und nun lebt Mika mit den drei jungen Hexen, welche ihre Kräfte nicht zu bändigen wissen, unter einem Dach. Das Chaos ist also klar vorprogrammiert...

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. "Miss Moons höchst geheimer Club für ungewöhnliche Hexen" hat mich sehr begeistert. Die Geschichte liest sich einfach nur so weg! Angefangen bei den wunderbar quirky Charakteren. Mika ist eine Protagonistin, die das Buch mit ihrem Charme und Stärke trägt. Die drei kleinen Hexen sind so wunderbar unterschiedlich und mindestens genau so liebenswert wie der Rest der Bewohner*innen von Nowhere House. Die anbahnende Bedrohung (auf welche ich hier jetzt nicht eingehen werden wegen der Spoiler), welche überwunden werden muss, gibt die nötige Spannung und rundet diese cozy Geschichte ab.
Das Lesen fühlte sich an, als wäre man in einer warmen Decke gehüllt und würde dazu heißen Tee trinken."Miss Moons höchst geheimer Club für ungewöhnliche Hexen" ist eine klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere