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Veröffentlicht am 19.11.2017

Krimi im ruhigen Fahrwasser der Spree

Spreewaldtod (Ein-Fall-für-Klaudia-Wagner 2)
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Dies ist mein erstes Buch der Autorin und ich muss sagen, auch wenn mir der Erzählstil und die sehr detailgetreue, bildhaft schöne Beschreibung der Landschaft und Flussansichten absolut gefallen hat, so ...

Dies ist mein erstes Buch der Autorin und ich muss sagen, auch wenn mir der Erzählstil und die sehr detailgetreue, bildhaft schöne Beschreibung der Landschaft und Flussansichten absolut gefallen hat, so hatte ich doch meine Probleme mit den personellen Verknüpfungen der Kommissarin Klaudia. Scheinbar fehlen mir Informationen aus dem Vorgängerband, die Klaudias gesundheitliche Probleme mit Tinnitus und zeitweiligen Angstattacken für mich nachvollziehbar machen.

Dennoch konnte ich schnell in die Handlung eintauchen, die Ermittlungen erfolgen nicht von Schreibtisch aus, sondern bei den Befragungen gehen die Ermittler direkt vor Ort und lernen so das Umfeld der Zeugen und Anwohner kennen. Das ist auch im Sinne des Lesers. Klaudia hat sich nach ihrem Wechsel vom Ruhrpott ins beschauliche Lübbenau langsam an ihr Umfeld gewöhnt, Freunde hat sie nur wenige und so freut man sich, dass sie mit ihrem anfangs verhassten Kollegen Demel zusammen arbeitet und sie sich immer mehr aneinander gewöhnen. Gemeinsam wachsen sie zu einem Team zusammen und unterstützen sich gegenseitig.

Die Handlung verläuft eher ruhig, die Beziehungen der Beteiligten sind ziemlich undurchsichtig, es ist Korruption im Spiel und auch die Situation unter den rumänischen Erntehelfern ist nicht eindeutig.

Als ein weiteres Opfer erschossen wird, wird die Tätersuche immer brisanter. Ein Mitraten wurde für mich erschwert, denn ich hatte lange Zeit die Personen nicht alle vor Augen. Als dann auch noch von oben herab bestimmte Personen polizeilich nicht näher befragt werden durften, konnte ich mir lange keinen Reim darauf machen. Solche Inhalte erschweren das Verständnis und hindern leider den Spannungsaufbau.

Der Krimi lässt inhaltlich gesehen noch offene Ansätze für eine Weiterführung der Reihe auf die man gespannt sein kann. Wer den Spreewald kennt, wird sich in diesem Krimi gut zurechtfinden und besonders die Gurkenverarbeitung wird gut vorgestellt. Ansonsten hätte ein wenig mehr Spannung dem Krimi gut getan.

Veröffentlicht am 16.11.2017

Höhenkoller oder doch Liebe?

Manche mögen's steil
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In diesem Roman geht es um Gruppenerfahrung am Berg, Kletterromantik und auch um Gefühle.

Ellen Berg stellt mit ihrem weiblichen Nerd Vicky eine spröde, widerspenstige Figur in den Mittelpunkt. Wir erleben ...

In diesem Roman geht es um Gruppenerfahrung am Berg, Kletterromantik und auch um Gefühle.

Ellen Berg stellt mit ihrem weiblichen Nerd Vicky eine spröde, widerspenstige Figur in den Mittelpunkt. Wir erleben das harte Berufsleben dieser Frau in einer Männerdomäne mit, erkennen, wieviel Wert auf soziale Kompetenz und Führungsstil gelegt wird und begleiten Vicky auf ihrer Gipfeltour in die Alpen. Dort wird sich der Karrieresprung entscheiden.

Vicky fühlt sich außerhalb der digitalen Welt nicht so recht wohl, geschweige denn in den Bergen, in der Natur, ohne ihr geliebtes Handy. Am liebsten würde Vicky bei der Tour kneifen, aber für die Karriere tut sie so einiges, sie beißt sich durch und plötzlich interessiert sich sogar der gelackte Konstantin für sie.


Schon beim Kauf von bergfähiger Kleidung in einem Outdoor-Fachgeschäft weiß man als Leser, dass man hier noch einigen Spaß mit dieser Großstadtpflanze in den Bergen haben wird.

Nun ist Vicky nicht gerade eine Sportskanone und hat Null Bergerfahrung. Aber sie hat Biss! Das bewundern bald auch ihre Kollegen und Bergführer Joe. Für Joe hagelt es von Vicky regelmäßig spitze Bemerkungen, doch der reagiert ganz gelassen darauf. Ist hier schon Gefühl im Spiel?


Ellen Berg bleibt sich mit ihrer Schreibweise treu. Sie inszeniert rund um Vickys Karriere und ihr bescheidenes Privatleben einige Erlebnisse und Probleme. Man taucht ein in das stressige Arbeitsleben, sieht, wie sich Vicky in einer Männerdomäne behaupten muss und lässt ein Teamplayer-Erlebnis der Fima stattfinden. Dort geht es ans Eingemachte, niemand hat echte Erfahrung beim Bezwingen von Gipfeln und es gibt brenzlige Situationen, die gefährlich enden können. Man ist plötzlich mit am Berg und sieht die Schwierigkeiten beim Bergsteigen und Klettern, den nötigen Teamgeist, der zum Bezwingen nötig ist.

Auch Vicky scheint an diesem Abenteuer zu wachsen. Sie erlebt das Glücksgefühl, den Berg bezwungen zu haben und einen Höhenkoller, der ihr zu schaffen macht.


Auch wenn ich nichts wirklich Negatives beanstanden kann, bin ich von diesem Roman nicht ganz so begeistert. Er fängt von der Idee her ganz zeitgemäß an, indem er mit Vicky eine Person zeigt, die sich in ihrer Arbeit vergräbt, ohne Handy nicht sein kann und soziale Kontakte nur auf Facebook pflegt. Das Buch liest sich auch gewohnt unterhaltsam an, aber die Liebesgeschichte wird von vielen Nebensächlichkeiten in die Länge gezogen.


Ellen Berg glänzt wieder auch hier mit ihrem lockeren und leichten Schreibstil und einer kurzweiligen Story, die sich dieses Mal in schwindelnde Höhen wagt.

Romantische Stellen hätte es mehr geben können, das Ende ist vorhersehbar, die Wandererlebnisse unterhalten, aber mehr leider auch nicht. Ein Buch, bei dem sich Bergfreunde und Gipfelstürmer vielleicht besser mitreißen lassen. Mir hat die humorvolle Art der bisherigen Romane von Ellen Berg gefehlt.



Ein sehr unterhaltsamer Roman, der besonders Lesern gefallen wird, die Bergtouren mögen und sich für Einblicke in menschliche Charaktere interessieren. Ein wenig Liebe ist auch im Spiel.

Veröffentlicht am 11.11.2017

Schön erzählt, aber vor lauter Figuren und verworrenen Beziehungen verliert man fast die Krimihandlung aus den Augen

Noble Gesellschaft
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Bei diesem Krimi habe ich auf einen spannenden Krimi gehofft, der mich mit der Stimmung direkt in die "Roaring Twenties" in Berlin versetzt. Das ist der Autorin zum Teil gelungen, aber eben nicht ganz.
Die ...

Bei diesem Krimi habe ich auf einen spannenden Krimi gehofft, der mich mit der Stimmung direkt in die "Roaring Twenties" in Berlin versetzt. Das ist der Autorin zum Teil gelungen, aber eben nicht ganz.
Die Gesellschaft wird in drei unterschiedliche Stufen von der Begrifflichkeit "Nobel" her unterteilt. Nobel, nicht so nobel und gar nicht nobel. Dabei zieht sich durch alle Schichten ein Ballast von ungeahnten Seitensprüngen, Kleinkriminalität, Drogenkonsum und Schmuggel. Es wird aber auch deutlich, wie abhängig die ärmere Bevölkerung als dienstbare Geister, Köchinnen, Tippfräulein oder auch Stricherjungen von den Reichen waren und nur durch diese spezielle Tätigkeit ihr Auskommen fanden. Auf der einen Seite gab es Kokain, auf der anderen Seite fehlte es sogar an Lebensmitteln. Daher ist es nicht verwunderlich, wie sich hier ungeahnte Abhängigkeiten entwickeln konnten, auch in sexueller Hinsicht.

In Berlin scheint zu dieser Zeit die homosexuelle Szene trotz Unzuchtsparagraf richtig en vogue gewesen zu sein. Ob Straßenstrich oder in der Künstlerszene, es war scheinbar angesagt. Hier sind die Hauptprotagonisten Carl und Paul als Vorzeigepärchen in ihrem Zusammenleben gut dargestellt. Gefallen hat mir auch der eingebrachte Berliner Dialekt einiger Dienstmädchen und Angestellter, durch sie konnte man die berühmte Berliner Luft verspüren.

Die Krimihandlung geht bei diesen personellen Verstrickungen eher eine Nebenrolle ein. Man hat als Leser auch durch die vielen Personen nicht so recht die Chance, selbst wirklich den Täter erraten zu können. Zu häufig ändern sich die Konstellationen, es gibt Verwicklungen, die man überraschend zur Kenntnis nimmt, aber nicht richtig einschätzen kann.
Mir ist auch immer noch nicht ersichtlich, wie es der 22jährige Schauspieler Carl schafft, als Detektiv sich in die Ermittlung einzubringen. Wer erzählt

Der Schreibstil ist sehr flüssig, die Stimmungen des damaligen Zeitgeistes werden klar geschildert und das Buch liest sich gut, man hat das Gefühl in die Zeit eintauchen zu können. Lediglich die Redewendung: "...das sei nicht so seins.", fällt wohl eher in die heutige Zeit.

In Joan Wengs Kriminalroman stehen eher die Figuren und ihre etlichen Liebschaften im Vordergrund, die Tätersuche kommt erst an zweiter Stelle. Hier hat mir definitiv die typische Ermittlertätigkeit gefehlt. Ich hatte auch ein Problem mit den vielen Beziehungen, die ich trotz eines beigefügten Personenregisters nicht jeweils mit einem speziellen "Gesicht" vor Augen hatte.

Unbegreiflich ist für mich auch die Tatsache, dass Carl in den Hinterlassenschaften einer Katze auf Anhieb erkennt, dort einen echten Rubin vor sich zu haben und diesen dann noch dem russischen Zarenschatz zuorden kann. Er ist ja weder Juwelier, noch Edelsteinexperte des Zarenhofes!

Als spannender Krimi ist dieses Buch vielleicht eher zweitrangig zu sehen, als lesenswerter Ausflug ins Berlin der Goldenen Zwanziger Jahre aber durchaus interessant geschrieben.

Veröffentlicht am 11.11.2017

Sprachgewaltiger Alpenkrimi mit vielen urbayerischen Charakteren, leider blieb die Spannung etwas auf der Strecke!

Bayerisches Roulette
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"Wir sind hier nicht beim Starkbieranstich. Wenn von euch Watschengesichtern noch einer aufmuckt, dann lass ich ihn...bei Wasser und Knäckebrot im Verlies schmoren, bis die Arschkante Schimmel ansetzt! ...

"Wir sind hier nicht beim Starkbieranstich. Wenn von euch Watschengesichtern noch einer aufmuckt, dann lass ich ihn...bei Wasser und Knäckebrot im Verlies schmoren, bis die Arschkante Schimmel ansetzt! Habt ihr mich?" S. 196/7 Zitat Wammersberger

Dinesh Bauer hat hier mit viel Liebe zu seiner Heimat einen Krimi geschrieben, bei dem er den Leser bildhaft genau an der Natur der Alpengegend teilhaben lässt. Die Landschaft mit üppigen Kuhwiesen, die schöne Aussicht von den Almhütten und die vielseitige Fauna habe ich beim Lesen deutlich vor Augen. Bauer zeigt Land und besonders Leute sehr ausdrucksstark und detailgenau, dabei wird schnell klar, hier leben einige grantige Dickschädel mit großer Vorliebe für Bier, Weißwurst und Leberkässemmel.

Wer bei diesem Krimi einen typischen Whodunit erwartet, wird enttäuscht werden. Denn hier wird eher den Bewohnern dieser Alpenregion direkt auf den Pelz geschaut. Es gibt eine Vielzahl von Personen, deren Anzahl mich an meine Grenzen gebracht hat. Ich hatte Probleme, die vielen Figuren, teilweise auch noch mit Spitznamen, auseinander halten zu können. Wer ist davon wichtig, wer nur Randfigur? Da hilft mir auch ein beigefügtes Personenverzeichnis nicht wirklich. Doch da muss man durch, dann entwickelt sich hier ein typisch bayerisches Stimmungsbild mit Stammtischparolen, derben Scherzen und humorvollen Dialogen. Da fabuliert, witzelt und schwatzt die Männerwelt, dass es eine wahre Freude ist.

Der Autor zeigt mit sprachgewaltiger Wortfülle, wie der Urbayer tickt. Ich musste häufig laut auflachen, so humorvoll, absurd und skurril waren die Sprüche der Beteiligten. Leider habe ich mich bei all der Personenfülle nicht für einen speziellen Sympathieträger erwärmen können. Auch ging die Krimihandlung zu undurchsichtig vonstatten, als dass ich Motive oder Hintergründe klar erkennen konnte. Auch die Extremismus-Expertin Pröll aus Österreich als einzige weibliche Ermittlerin kann hier keinen klaren Durchblick schaffen.
Leider hält sich die Spannung durchgängig auf einem mittelmäßigen Level.



Wer Spaß hat an skurrilen Gestalten, bayrischem Sprachwitz und der Flora und Fauna dieser Gegend, der findet hier eine sprachlich tolle Lektüre, die nebenbei noch etwas Krimihandlung beeinhaltet.

Veröffentlicht am 11.11.2017

Locker erzählter Erfahrungsbericht eines Schrebergärtners mit amüsanten Erlebnissen

Laubenpieper
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Eigentlich sind Schrebergärten doch eine Oase der Natur, dort kann man seine Seele baumeln lassen und so richtig entspannen. Wären da nicht die Nutzungsordnung, Bepflanzungspläne und die Nachbarn mit ihrer ...

Eigentlich sind Schrebergärten doch eine Oase der Natur, dort kann man seine Seele baumeln lassen und so richtig entspannen. Wären da nicht die Nutzungsordnung, Bepflanzungspläne und die Nachbarn mit ihrer helfenden Art, die manchmal auch ganz anders sein kann, nämlich schwierig.

Es kommt, wie es kommen muss: Sabine und Robert haben mit ihrem neuen Vorhaben mit einigen unerwarteten Problemen zu kämpfen. Ohne eigenen PKW ist es schwierig, die ganzen Gartengerätschaften herbei zu schaffen. Dann muss die Laube renoviert werden, ein Türke ist prompt zur Stelle, um hier einen Freundschaftsdienst abzuleisten. Er will kein Geld für seine Arbeit, nur seine mitgebrachten Kollegen arbeiten nicht umsonst.

Als Sabine ihre gewünschten Pflanzen endlich im Garten einbringen will, stösst sie auf weitere Probleme, Betonsockel und alte Baumwurzeln machen das Pflanzen fast unmöglich. Robert und sie ackern ohne große Erfolge und als Robert dem Charme einer Nachbarin erliegt, kommt es zu ernstem Beziehungsstress.

Dieses Buch liest sich locker weg, es gibt einige amüsante Stellen und man hat die Kleingartenidylle und die Probleme deutlich vor Augen. Wer als Kleingärtner selbst dieses Leben kennt, wird hier eine geeignete Lektüre finden. Man kann über viele Probleme und Vorhaben schmunzeln und es gibt einige Klischees, die sich hier bewahrheiten. In der Parzelle des japanischen Nachbarn entsteht natürlich ein Zen-Garten mit Steinen, die Trinkgelage im Gartenlokal sind ausschweifend und sehr alkohollastig und beim Thema Maulwurf hört unter Naturliebhabern der Naturschutz schon mal ganz schnell auf.

Dieses Buch hat mich mit amüsanten Stellen locker unterhalten, die kurzen Kapitel lesen sich schnell weg. Es ist eine Unterhaltung für den Liegestuhl im Schrebergarten. Im Ganzen ist es eher seicht und nicht besonders tiefgängig oder packend. Dafür bekommt man ohne eigene Gartenarbeit die Alltags-Szenen der Kleingärtner frei Haus geliefert.


Wie der Kleingärtner so tickt und welche besonderen Erlebnisse Robert und Sabine an den Rand ihrer Beziehung bringen, ist nicht nur für Schrebergärtner eine amüsante Geschichte.