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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.03.2025

hervorragend gelungen

Ein ungezähmtes Tier
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Was mir schon immer an den Büchern von Joel Dicker gefallen hat ist, dass es zwar immer Gesellschaftsromane sind aber dass sehr oft eine Thriller- oder Krimihandlung in den Plot eingearbeitet ist. Also ...

Was mir schon immer an den Büchern von Joel Dicker gefallen hat ist, dass es zwar immer Gesellschaftsromane sind aber dass sehr oft eine Thriller- oder Krimihandlung in den Plot eingearbeitet ist. Also es geschieht ein Verbrechen und sowohl der Weg dorthin, als auch die Entlarvung des Täters werden beschrieben. Aber beides steht nur insoweit im Raum, wie es die Probleme der Protas erklärt und die Spannung des Lesers steigert. Denn meiner Meinung stehen andere Dinge im Mittelpunkt.

Hier ist es für mich die Frage, ob man sein Leben mit Geld wirklich verbessern kann, wie Armut und Neid einen Menschen in seinem Denken und tun beeinflussen, wie Menschen mit genug Geld aus den Augen verlieren, was um sie herum so wirklich wichtig und existenziell ist für andere.

Dicker versucht keine Partei zu ergreifen. Er ist ein begnadeter Erzähler. Das beweist er auch in diesem neuen Roman. Hervorragend gelungen.

Veröffentlicht am 16.03.2025

ein Lesegenuss

Die Melodie der Lagune
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Der Erstling von Harriet Constable "Die Melodie der Lagune" hat wirklich all meine Erwartungen erfüllt. Das wunderschöne Cover passt perfekt zum Inhalt der Geschichte.

Es geht um Musik und um ein Mädchen, ...

Der Erstling von Harriet Constable "Die Melodie der Lagune" hat wirklich all meine Erwartungen erfüllt. Das wunderschöne Cover passt perfekt zum Inhalt der Geschichte.

Es geht um Musik und um ein Mädchen, eine junge Frau, die Musik im Blut hat. Und obwohl im 18. Jahrhundert in Venedig die Frauen kaum Rechte haben und in der Gesellschaft immer den Männern gegenüber eine untergeordnete Rolle zu spielen haben, kann niemand übersehen, dass Anna Maria begnadet ist mit einem großten Talent. Sogar der große Vivaldi erkennt ihr Geigentalent und ihr Musikgenie. Aber wie alle Männer versucht er sie auszunutzen und ihre Schaffenswerke für seine auszugeben.

Das Buch ist ein realistischer Spiegel der damaligen Zeit und die Musik wird so beschrieben, dass selbst ich als Banause mit in der Welt der Klassik geborgen fühlte. Eine schöne ausfeilte Sprache und nahbare Figuren sind ebenfalls eine große Stärke der Geschichte. Ich konnte abtauchen und habe das Buch sehr genossen.

Veröffentlicht am 01.12.2024

ich mag Nesbo einfach

Der König
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Carl und Roy Opgard bekommen einen neuen Band. Darauf hatte ich nach dem ersten Teil dringend gehofft, denn in den beiden steckte einfach zu viel Potential und es war noch zu viel ungesagt zwischen ihnen. ...

Carl und Roy Opgard bekommen einen neuen Band. Darauf hatte ich nach dem ersten Teil dringend gehofft, denn in den beiden steckte einfach zu viel Potential und es war noch zu viel ungesagt zwischen ihnen. Wie schon im ersten Band kommt die Story eher geruhsam in Gang. Wer hier einen klassischen Nesbo-Krimi ala Harry Hole erwartet, ist komplett falsch. Auch wenn es schon im ersten einige Tote gab und die Brüder daran nicht unschuldig waren, so geht es doch um mehr. Hier ist eine Bruder-Hass-Liebe am gären und mehr als einmal darf man sich fragen, wo die Geschichte eigentlich hinführen wird. Das habe ich schon im ersten Teil geliebt. Die Überraschungen und die Wendungen und die sehr facettenreichen Charaktere der Brüder, die beide ihre dunklen Seiten haben und beide Leichen im Keller, die sie zu verbergen suchen. Vor anderen aber auch vor sich selbst und einander.

Ich wurde auch im zweiten Band sehr gut unterhalten und finde es schön, dass mir das Warten auf einen neuen Hole ein wenig verkürzt wurde.

Veröffentlicht am 04.10.2024

Vietnamkrieg

Die Frauen jenseits des Flusses
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"Die Frauen jenseits des Flusses" heißt der neue große Roman von Kristin Hannah. Ein Roman, der Themen aufgreift, die nur vordergründig typisch us-amerikanisches zu sein scheinen, denn eigentlich sind ...

"Die Frauen jenseits des Flusses" heißt der neue große Roman von Kristin Hannah. Ein Roman, der Themen aufgreift, die nur vordergründig typisch us-amerikanisches zu sein scheinen, denn eigentlich sind es Themen, die damals wie heute relevant und zu beleuchten sind.

Es geht um den Krieg und was er mit den Menschen an der Front aber auch zuhause macht. Es geht um Frauen und wie man ihre Rolle in der Gesellschaft sieht, vor allem in Bereichen, die lange nur männlich besetzt waren. Es geht um Kriegsveteranen und wie sie darum ringen, wieder ins normale Leben zu finden und wie sie von der Gesellschaft geschmäht und an den Rand geschoben werden.

Im Zentrum stehen Frauen, die als Krankenschwestern großes und schweres im Vietnamkrieg leisten. Die damalige politische wie militärische Situation wird erzählt und die Frauen die im Folus stehen, wachsen einem schnell ans Herz. Die erste Hälfte ist wirklich harte Kost, denn die Geschehnisse in den Mitlitärkrankenstationen werden ungeschönt beschrieben. Herausragend ist aber auch, wie erklärt wird, wie dieser emotionale Ausnahmezustand die Seelen der Überlebenden verletzt. Die Traumata sind nachvollziehbar und dass es damals kaum psychologische Hilfe gab, von der gesellschaftlichen Anerkennung ganz zu schweigen, ist sehr berührend.

Man kann das Buch kaum aus der Hand legen und man muss ständig an die aktuellen Kriegs- und Krisengebiete denken und was dort die Ärztinnen und Krankenschwestern Übermenschliches leisten.

Veröffentlicht am 01.09.2024

volle Punktzahl

Feuerjagd
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Mir war leider nicht bewusst, dass es sich um eine Fortsetzung handelt. Auch wenn es eine ist, die einige Jahre nach "Der Sucher" einsetzt. Und ich für meinen Teil habe mich sofort sehr gut zurechtgefunden ...

Mir war leider nicht bewusst, dass es sich um eine Fortsetzung handelt. Auch wenn es eine ist, die einige Jahre nach "Der Sucher" einsetzt. Und ich für meinen Teil habe mich sofort sehr gut zurechtgefunden und habe auch ohne Vorkenntnisse nichts vermisst. Aber was sollte man vermissen, wenn man nicht weiß, ob es da etwas gab. Also werde ich den ersten Band noch nachschieben.

Feuerjagd erzählt von einer jungen Frau, die es nicht leicht hatte im Leben. Und gerade als sie denkt, es würde besser werden - auch dank ihrem väterlichen Freund und Unterstützer Cal - da taucht der Vater wieder auf. Und die Autorin versteht es, mit wenigen Sätzen klar zumachen, dass dieser Mann nichts Gutes bedeutet und dass das Mädchen Trey weiß, dass sie und ihre Familie durch ihn in große Gefahr geraten werden. Und Trey ist kein Kind mehr. Sie beschließt, den ungeliebten Vater dorthin zu schicken, wo der Pfeffer wächst. Koste es, was es wolle.

Was für tolle Bilder die Autorin im Kopf machen kann. Ich bin hin und weg von dieser Klarheit, dieser klugen Erzählweise. Volle Punktzahl