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Veröffentlicht am 14.10.2024

Vereint Rätselkrimi und Weihnachtsstimmung

Das mörderische Christmas Puzzle
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„Das mörderische Christmas Puzzle“ erschien im September 2024 von Alexandra Benedict. Der Nachfolger ihres Weihnachtskrimis „Mord im Christmas Express“ umfasst über 350 Seiten und erschien im Tropen Verlag.

In ...

„Das mörderische Christmas Puzzle“ erschien im September 2024 von Alexandra Benedict. Der Nachfolger ihres Weihnachtskrimis „Mord im Christmas Express“ umfasst über 350 Seiten und erschien im Tropen Verlag.

In der Adventszeit erhält Edie, eine Lehrerin im Ruhestand und begeisterte Rätsel-Queen, in seltsames Päckchen mit Puzzleteilen und einer erschreckenden Nachricht, dass Menschen sterben werden, wenn sie das Rätsel nicht rechtzeitig bis Weihnachten löst. Die alte, schrullige, einsame Dame, die nahezu alle Menschen um sich herum vergrault, versucht mithilfe ihrer einzigen Freundin das Rätsel zu lösen. Anfangs hilft ihr noch ihr „Sohn“, der selbst bei der Polizei arbeitet. Aber wie so oft, findet das der Mörder/die Mörderin heraus und weiß dies zu unterbinden. Der/Die Mörder/in scheint Edie auch gut zu kennen, denn die Hinweise sind schon sehr speziell und auf sie bezogen. Es wird ein Wettlauf gegen die Zeit. Und nicht nur Edie kommt dem Rätsel und dem/der Mörder/in näher, sondern auch sich selbst, ihren Gefühlen und der eigenen Vergangenheit.

Die Autorin beschreibt die Figuren sehr detailgetreu und man kann sich als Leser/in schnell vorstellen, wie die Personen aussehen und sind, nicht alle unbedingt sympathisch, aber die Handlung ist spannend, interessant und ließ mich über die schrullige, alte Edie hinwegsehen, die es weiß, andere Leute zu verletzen und sich abzuschotten. Ihre Wandlung ist schön, aber vielleicht auch etwas übertrieben. Die anderen Figuren haben auch alle ihr Päckchen zu tragen, aber auch ihre Motivation, das Weihnachtsfest genießen zu wollen.
Dennoch fand ich den Krimi gelungen, er hat mich gefesselt und ich habe ihn bis zum Schluss genossen und habe dadurch Lust auf Weihnachten und auch wieder aufs Puzzeln bekommen. Manchmal ist mir das Puzzle des Mörders/der Mörderin nicht ganz klar und auch, wie R.I.P. das erstellt hat, aber vielleicht war ich da beim Lesen zu schnell.
Die Handlung fesselt die Leserschaft und kombiniert die Wärme von Weihnachten mit der Kälte eines Verbrechens.

Der Erzähler ist allwissend und schreibt meist aus Edies Perspektive, aber auch die des Mörders/der Mörderin, was natürlich immer recht spannend, interessant ist. Aber auch ein Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt anderer Figuren nehmen die Leserschaft mit.

Das Cover finde ich schlicht, aber passend zum Thema Weihnachten mit den rot-goldenen Farben und natürlich dem Rahmen aus lauter kleinen Puzzle-Teilen.

Die Intention der Autorin scheint es zu sein, den Leser in eine festliche, aber zugleich gefährliche Welt zu entführen. Sie zeigt, dass auch in der fröhlichsten Zeit des Jahres unerwartete und düstere Ereignisse geschehen können. Gleichzeitig betont sie die Bedeutung von Zusammenhalt und Vertrauen, besonders in schwierigen, ungewissen Zeiten.

"Das mörderische Christmas Puzzle" von Alexandra Benedict ist ein gelungenes Buch, das Spannung, Rätselspaß und weihnachtliche Magie in einer beeindruckenden Geschichte vereint. Ideal für alle, die Krimis lieben und sich zur Weihnachtszeit eine fesselnde Lektüre wünschen.

Veröffentlicht am 21.09.2024

Wird immer fesselnder im Laufe der Geschichte!

Almost isn't enough. Whispers by the Sea (Secrets of Ferley 1)
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„Almost isn't enough - Whispers by the Sea“ erschien im August 2024. Der Liebesroman von Jennifer Bright hält auf über 400 Seiten viele Gefühle, Spannung und viel Liebe bis zur letzten Seite bereit.

Summer ...

„Almost isn't enough - Whispers by the Sea“ erschien im August 2024. Der Liebesroman von Jennifer Bright hält auf über 400 Seiten viele Gefühle, Spannung und viel Liebe bis zur letzten Seite bereit.

Summer lebt mit ihrer Freundin in einer WG zusammen, bis ein neuer unbekannter Student bei ihnen einzieht. In der Kleinstadt am Meer kennt jeder jeden und Summer hat eine großartige Clique, die auch Ares bald besser kennen lernen werden. Summer hat Pflegeeltern, da ihre leiblichen Eltern bei einem schrecklichen Hausbrand ums Leben kamen. Sie selbst will den schrecklichen Albtraum endlich auflösen. Ares hilft ihr dabei und aus der Hassliebe entstehen immer mehr knisternde Gefühle. Auch Ares trägt schwere Schicksalsschläge mit sich, die er nach und nach auch Summer anvertraut. Sie studieren, leben zusammen, sie bringt ihm das Kiten bei und sie helfen und lieben am Ende einander.

Das Cover des Buches ist so warm, farbenfroh, schön. Es zeigt eine malerische Küstenszene, die perfekt zur Atmosphäre des Buches passt.

Die Charaktere sind tiefgründig und vielschichtig. Summer ist eine starke, aber verletzliche Protagonistin, die trotz ihrer Traumata versucht, ihr Leben zu meistern. Ares ist geheimnisvoll und trägt selbst tiefe Wunden in sich. Die Chemie zwischen den beiden ist spürbar und ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte ist glaubwürdig. Die anderen Figuren lassen ebenfalls ihre wichtigsten Eigenschaften erkennen. Vor allem auch Damians Figur berührt die Leser, auf der Suche nach seiner großen Liebe, der tiefen Freundschaft zu Summer und dem goldenen Käfig in dem er lebt.

Die Handlung ist spannend und emotional. Sie kombiniert Elemente eines Liebesromans mit einem Hauch von Mystery und Drama. Die Enthüllungen über den Brand und die damit verbundenen Geheimnisse halten die Spannung aufrecht. Die Geschichte ist gut strukturiert und führt zu einem unerwarteten, sehr emotionalen Ende. Anfangs hat mich die Geschichte jedoch wenig gefesselt und ich dachte noch „Wieder ein New-Adult-Roman mit zu vielen Liebesszenen“. Aber es kam der Punkt, dass ich das Buch nicht mehr weglegen wollte.

Jennifer Brights Schreibstil ist flüssig und fesselnd. Sie schafft es, die Emotionen der Charaktere eindrucksvoll zu vermitteln und die Leser in die Geschichte hineinzuziehen. Die Dialoge sind authentisch und nachvollziehbar. Sie beschreibt sehr gut, sodass die Kleinstadt und die Küste gut vor dem Auge der Leserschaft entstehen können.

Die Autorin möchte mit diesem Buch unterhalten, aber vor allem auch aufzeigen, wie Menschen mit Verlust und Traumata umgehen. Es geht um Heilung, Vergebung und die Kraft der Liebe. Die Geschichte regt zum Nachdenken an und bleibt auch nach dem Lesen im Kopf. Man blickt positiv und dankbar auf sein eigenes Leben. 

Veröffentlicht am 21.09.2024

Verzaubert! Märchen neu überdenken!

Mirror: Weiß wie Schnee
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„Mirror: Weiß wie Schnee - Spieglein, Spieglein 1“ von Lucia Herbst erschien im September 2024. Der Fantasyroman fesselt die Leser/innen auf 352 Seiten.

Lena ist eine Münchner Ärztin, die die Vormundschaft ...

„Mirror: Weiß wie Schnee - Spieglein, Spieglein 1“ von Lucia Herbst erschien im September 2024. Der Fantasyroman fesselt die Leser/innen auf 352 Seiten.

Lena ist eine Münchner Ärztin, die die Vormundschaft ihrer jüngeren Stiefschwester Anna hat. Sie lebt mit ihrem Freund Eric und Anna zusammen. Zur gleichen Zeit ist die Königin und Stiefmutter von Schneewittchen sehr unglücklich und hat Angst vor ihrer Zukunft. Eine Lösung bekommt sie in ihrem Zauberspiegel durch Lena. Durch Traum und Zauberspiegel tauschen die beiden „Zwillinge“ ihre Welten. Die grausame Märchenwelt ist für Lena schockierend und auf der Suche wieder in ihre Welt zu kommen, hilft sie auch den Märchenfiguren sich wieder an ihre Namen zu erinnern und glücklich zu werden. Doch die Märchen wurden bereits geschrieben, ihre Zukunft festgelegt und so hat Lena noch viele Hindernisse zu überwinden, um sich und ihre neuen Freunde zu retten.

Das Cover von „Mirror: Weiß wie Schnee” ist ein echter Blickfang. Es zeigt einen antiken, schönen Spiegel, der einen Wald zeigt. Es wird sofort die Neugierde geweckt und passt perfekt zur märchenhaften Atmosphäre des Buches. Die Farbgebung und die Details sind wunderschön gestaltet und laden dazu ein, das Buch in die Hand zu nehmen und in die Geschichte einzutauchen. Der Apfel passt zum Märchen und sticht vom grau-weiß hervor. Der Titel passt wunderbar zur Geschichte und zu dem Cover.

Die Charaktere in diesem Buch sind ausgezeichnet ausgearbeitet. Besonders die Protagonistin Lena, eine Münchner Ärztin, die plötzlich in die Rolle von Schneewittchens böser Stiefmutter Luna schlüpft, ist mitreißend, authentisch. Ihre Entwicklung und die Herangehensweise, wie sie sich den Herausforderungen in der Märchenwelt stellt, sind beeindruckend. Auch die Nebenfiguren, wie Schneewittchen und die anderen Märchenfiguren, sind liebevoll und detailreich beschrieben, was die Geschichte lebendig und fesselnd macht. Interessant sind auch die Parallelen zur Realen Welt und die Zwillinge, die Lena darin erkennt.

Lucia Herbst überzeugt mit einem leichten und flüssigen Schreibstil, der es dem Leser/ der Leserin leicht macht, in die Geschichte einzutauchen. Ihr Humor lockert die düstere Märchenwelt immer wieder auf und sorgt dafür, dass das Buch trotz ernster Themen kurzweilig und unterhaltsam bleibt. Die bildhafte Sprache und die lebendigen Beschreibungen lassen die Märchenwelt vor dem inneren Auge des Lesers entstehen. Die Autorin hat es mit ihrem angenehmen Schreibstil geschafft, mich zu fesseln und das Buch immer weiter lesen zu wollen. Etwas überraschend und schnell, zugleich nicht ganz nachvollziehbar fand ich jedoch gegen Ende, wie man Lena half, eine endgültige Lösung für ihre Probleme zu finden.

Die Intention der Autorin, klassische Märchenthemen auf eine moderne und erfrischende Weise zu interpretieren, ist hervorragend gelungen. Lucia Herbst zeigt, dass auch in einer scheinbar festgeschriebenen Geschichte Raum für Veränderung und Selbstbestimmung besteht. Die Botschaft, dass Probleme mit Köpfchen und Herz gelöst werden können, ist inspirierend und zeitgemäß. Gleichzeitig finde ich es erschütternd, was Märchen eigentlich für Inhalte und Botschaften zeigen und dass diese vielleicht doch gut überlegt werden sollen, ab welchem Alter man sie den Kindern erzählt.

„Mirror: Weiß wie Schnee” ist ein kurzweiliges und zugleich tiefgründiges Märchenabenteuer, das mit Humor, originellen Charakteren und einer spannenden Handlung überzeugt. Die Herangehensweise an klassische Märchenthemen und das überraschende Ende machen das Buch zu einem fantastischem Lesevergnügen.

Veröffentlicht am 03.09.2024

Hoch spannend!

Der 1. Patient
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„Der 1. Patient“ von Michael Tsokos und Florian Schwiecker erschien im Juni 2024.

Der Justiz-Krimi ist ein weiterer Fall des Berliner Strafverteidigers Rocco Eberhardt, der für hitzige Debatten in den ...

„Der 1. Patient“ von Michael Tsokos und Florian Schwiecker erschien im Juni 2024.

Der Justiz-Krimi ist ein weiterer Fall des Berliner Strafverteidigers Rocco Eberhardt, der für hitzige Debatten in den Medien sorgt. Dr. Sasha Müller, Chefärztin in einer Berliner Klinik und starke Befürworterin der Nutzung von KI-Systemen bei ihren Operationen stirbt plötzlich und unerwartet ein Patient. Sie wird daher angeklagt, diesen fahrlässig getötet zu haben, denn sein Tod hätte wohl verhindert werden können. Aber wer hat nun Schuld? Was ist schief gegangen? In der Öffentlichkeit kocht dieser Fall sehr weit hoch.

Das Cover fand ich interessant, modern gestaltet. Es zeigt eine Mischung aus medizinischen Symbolen und einem düsteren Hintergrund, was die Spannung und das Thema des Buches gut widerspiegelt. Die Farbgebung und das Design ziehen sofort die Aufmerksamkeit auf sich und machen neugierig auf den Inhalt.
Sowie auch der Klappentext mich aufhorchen ließ. Für mich war es seit langem mal wieder ein höchst spannender Krimi von der ersten bis zur letzten Seite. Ich kannte bisher noch keines der Bücher und finde, man braucht diese nicht als Neueinsteiger. Roccos Erfolge und wohl auch Probleme wurden in einem Kapitel gut zusammengefasst.

Wirklich gelungen finde ich, dass die Kapitel immer aus einer anderen Perspektive geschrieben werden, wobei Roccos immer noch am häufigsten zu lesen ist. Besonders wird der Spannungsbogen gezogen, als man von dem vermutlichen Schuldigen ein Kapitel liest und einige neue Informationen erhält. Man erhält auch Einblicke in die Gedanken anderer Figuren, wie bspw. der Reporterin einer wichtigen Zeitung Berlins oder dem Gründer einer Firma, die KI in der Medizin nutzt. Dies hat mehr Tiefe und Lebendigkeit der Geschichte zur Folge. Die Hauptfigur, Rocco Eberhardt, ist gut ausgearbeitet und vielschichtig. Rocco ist ein engagierter Strafverteidiger, der für Gerechtigkeit kämpft. Dr. Sasha Müller, die angeklagte Chefärztin, ist eine komplexe Figur, die zwischen ihrer beruflichen Verantwortung und den ethischen Fragen der modernen Medizin steht.
Die Autoren schaffen es, medizinische wie juristische Fachbegriffe verständlich zu erklären, ohne dass der Lesefluss gestört wird. Die Dialoge sind wirklichkeitsnah und tragen zur Dynamik der Geschichte bei.

Die Leser erfahren viel über KI-Nutzung in der Medizin und auch wie Gerichtsfälle ablaufen oder auch wie eine Zeitung arbeitet, um Profit zu machen. So regt das Buch auch sehr zum Nachdenken an und ist „nicht nur“ ein spannender Krimi.

Veröffentlicht am 01.09.2024

Für Liebhaber ein Muss!

Stolz und Vorurteil - Die Graphic Novel nach Jane Austen
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„Stolz und Vorurteil“ nach Jane Austen erschien im Juni 2024 als Graphic Novel von Claudia Kühn und illustriert von Tara Spruit.

Elizabeth Bennet wächst mit ihren vier Schwestern in einfachen Verhältnissen ...

„Stolz und Vorurteil“ nach Jane Austen erschien im Juni 2024 als Graphic Novel von Claudia Kühn und illustriert von Tara Spruit.

Elizabeth Bennet wächst mit ihren vier Schwestern in einfachen Verhältnissen auf. Jede Tochter hat ihre Besonderheiten und ihre Mutter wünscht sich für alle die Ehe mit einem möglichst vermögenden Mann. Als Mr Bingley und sein attraktiver Freund Darcy das benachbarte Anwesen Netherfield beziehen, ist Mrs Bennet ganz aus dem Häuschen. Während Elizabeths Schwester und Mr Bingley sich scheinbar näherkommen, entwickelt sie große Abscheu gegen Mr Darcy. Verschiedene Umstände führen die beiden jedoch immer wieder zusammen und ihre Ansichten von dem jeweils anderen verändern sich.

Jane Austens Werke sind seit über zweihundert Jahren Klassiker und immer wieder gern gelesen. Bei dem Comic hatte ich zudem auch die Verfilmung sehr oft vor Augen. Ich konnte der Handlung sehr schnell folgen, hatte ich auch Film und Original vor Augen. An der ein oder anderen Stelle haben mir jedoch einige Details der Handlung gefehlt, die diese schlüssiger machen oder Gefühle einzelner Personen besser erläutern, wenn man das Werk nur für sich betrachtet.

Die 256 Seiten sind wunderschön illustriert. Ich habe noch nie eine Graphic Novel gelesen und war von der Gestaltung wirklich beeindruckt. Auch wie detailliert, ansprechend die Bilder gestaltet waren. Zudem konnten sie Gefühle gut transportieren und lassen die Leser/innen emotional mit teilnehmen. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Graphic Novel auch jüngere Leser/innen interessieren könnte und damit Klassiker der Weltliteratur dadurch näherbringen kann.
Die Figuren bzw. die Charaktere kommen durch die Zeichnungen gut rüber, wobei es mir manchmal schwerfiel, die Schwestern zu unterscheiden.
Interessant fand ich auch die Unterteilung der Jahreszeiten inklusive der kurzen Zusammenfassungen.

Diese Adaption von „Stolz und Vorurteil“ ist wirklich gelungen, hat mich verzaubert und gefesselt, denn ich konnte das Buch nicht mehr weglegen. Eine bezaubernd schöne Graphic Novel, auch wenn manche Details und Tiefgang fehlen und es damit „Neuleser/innen“ sicher weniger zugänglich wird.