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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.09.2024

Einfühlsam und wunderschön

Das Schweigen meiner Freundin
0

Giulia, sehr pragmatisch und rational, ist ihr Leben lang fasziniert von
Christi. Die Freundin ist eine sehr zarte, empfindsame Frau.
Redet wenig und wirkt geheimnisvoll. Ihre Art verwirrt Giulia denn ...

Giulia, sehr pragmatisch und rational, ist ihr Leben lang fasziniert von
Christi. Die Freundin ist eine sehr zarte, empfindsame Frau.
Redet wenig und wirkt geheimnisvoll. Ihre Art verwirrt Giulia denn sie löst
in ihr nie gekannte Gefühle aus. Später kommt noch Mattia dazu, der Christis
aufmerksam auf sich zieht.
In Rücklenden wird die Geschichte der jetzt 60zig jährigen Gulia erzählt.
Mittlerweile schwer erkrankt, möchte sie sich mit den beiden
wichtigsten Menschen ihres Lebens treffen.

Es geht um das Bewusstsein, dass ein Leben immer von anderen abhängig ist
und sein wird. Dass es Versäumnisse geben kann, die unkorrigierbar bleiben.
Feinfühlig, fast schon poetisch ist die Schreibweise. Mit vielen ernsten Tönen.
Der Leser erfährt viel über Giulias Vergangenheit, über ihr Glück und über ihre Verzweiflung.
Dass Glück nicht dauerhaft ist.
Die Höhen und Tiefen werden hier wunderbar widergespiegelt, mit sehr realen
und sympathischen Figuren.
Vergangenes wird scheinbar aufgearbeitet.
Das alles wird so wunderbar wiedergegeben.
Die Erzählung ist sehr komplex und facettenreich.
Ein ruhiger und sehr intensiver Roman.
Sehr lesenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.09.2024

Sehr gelungener 2 Band

Die Telefonistinnen - Tage des Zweifels
4

Die Autorin nimmt uns im 2. Band dieser Reihe mit in die Zeit 1948/1949.
Aus ihrer Sicht wird diese Zeit noch einmal lebendig.
Der Krieg ist vorbei und alle versuchen wieder ein normales Leben zu führen.
Inmitten ...

Die Autorin nimmt uns im 2. Band dieser Reihe mit in die Zeit 1948/1949.
Aus ihrer Sicht wird diese Zeit noch einmal lebendig.
Der Krieg ist vorbei und alle versuchen wieder ein normales Leben zu führen.
Inmitten dieser Nachkriegszeit haben vier junge Frauen
mit ihrem Alltag zu kämpfen. Beruflich und privat.

Mit den Augen dieser vier Hauptcharaktere durchlebt der Leser eine vergangene Zeit. Bildreich, sehr lebendig und auch fesselnd wird das Zeitgeschehen von damals wiedergegeben.
Millionen von Männern befinden sich noch in Kriegsgefangenschaft.
Die Männer, die zurückgekehrt sind, können sich oft nicht richtig einleben.
Äußern sich mit Gewalt. Der Neuanfang ist schwer. Nicht nur für die Männer.
Auch die Frauen müssen sich daran gewöhnen, dass die Männer wieder das sagen haben.

Die Charaktere sind einfach super gewählt.
Mit ihnen erlebte man alle Höhen und Tiefen hautnah.
Die guten und auch die sehr schmerzlichen Erlebnisse.
Dazu kommen die historischen Ereignisse, die sich wie ein roter Faden durch diese Geschichte ziehen.
Ein wunderbarer Roman mit sehr ernsten Hintertönen.
Trotz der damaligen Zwangslage und Schwere ist die Geschichte um Gisela, Hanni, Julia und Charly sehr kurzweilig geschrieben.

Mein Fazit;
Ein wundervoller Roman mit historischem Hintergrund.
Die Charaktere sind alle sehr ausdrucksstark und liebenswert.
Haben ihre Ecken und Kanten. Das macht das Geschehen recht lebendig.
Mit großer Wärme erzählt die Autorin von Lebensträumen, Erinnerungen, Scheitern, Entwurzelung auf dem schwierigen Weg zur Normalität.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 25.08.2024

Starke Erzählkunst

Vaterländer
0

Dieser Roman handelt von Sabin Tambreas Familie. Tambrea ist ein deutscher Theater- und Filmschauspieler, rumänischer Abstammung. Hier erzählt er über seine rumänisch-ungarische Familie. Durch die Augen ...

Dieser Roman handelt von Sabin Tambreas Familie. Tambrea ist ein deutscher Theater- und Filmschauspieler, rumänischer Abstammung. Hier erzählt er über seine rumänisch-ungarische Familie. Durch die Augen dreier Generationen - des jungen Sabin, seines Vaters Béla und seines Großvaters Horea - erleben wir eine emotionale Zeit voller Entbehrungen, Hoffnungen und Entscheidungen. Das Schicksal dieser Familie ist sehr einfühlsam und auch sehr spannend erzählt. Das Leben in Rumänien und die politische Willkür, was es bedeutet, aus seinem Leben gerissen zu werden. Was diese Flucht mit der Familie auslöst und die dadurch ausgelösten Gefühle und Anforderungen werden in diesem Roman wunderbar wiedergegeben. Es stellt sich die Frage, was bedeutet Heimat und wie tief ist man darin verwurzelt? Dieser Roman liest sich so wunderbar, vor allem aber auch die starke Ausdrucksweise, die das alles erträglicher macht und auf den Punkt bringt. Die großen Emotionen, aber auch die vielen kleinen Alltäglichkeiten. Jeder Satz sitzt und wiegt schwer. Für mich ist das Buch eine absolutes Lesehighlight, weil es zeigt, was eine Vertreibung aus der Heimat wirklich bedeutet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.07.2024

Humoriger Küstenkrimi

Der tote Kurschatten von Sylt
0

Dieses Mal bleibt der Kultpolizist Jupp Backes in seinem gemütlichen
Hirschweiler im Saarland.
Dafür überredet er seine Schwiegermutter Katharina Bohneberger,
genannt Käthe, zu einer Reha auf Sylt. Käthe ...

Dieses Mal bleibt der Kultpolizist Jupp Backes in seinem gemütlichen
Hirschweiler im Saarland.
Dafür überredet er seine Schwiegermutter Katharina Bohneberger,
genannt Käthe, zu einer Reha auf Sylt. Käthe muss mal so richtig
durchatmen. Ihre lädierte Seele baumeln lassen.
Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Gleich bei ihrer
Ankunft stolpert Käthe über eine Leiche. Die Klinkleitung will das
aber unter den Teppich kehren. Aber nicht mit Käthe, bei der gleich
alle Alarmglocken schlagen. Bei ihren Ermittlungen lernt sie den
ehemaligen Inselpolizisten Hinnerk kennen. Gemeinsam begeben
sich die beiden auf Mörderjagd.

Dieser Kriminalroman besticht wieder durch den herrlichen Wortwitz.
Der Humor ist wie immer im Vordergrund.
Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas muss man immer wieder schmunzeln
oder sogar lachen.
Es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen.
Käthe bei den Ermittlungen zu begleiten, macht großen Spaß.
Die nimmt kein Blatt vor den Mund.
In ihrer eigenen erfrischend-skurrilen Art schafft sie alles und
jeden.
Alle Figuren sind wunderbar gezeichnet, mit lebensechten
Charaktereigenschaften.
Dazu kommt die Situationskomik, die einen immer wieder schmunzeln lässt.
Die lebendigen Ortsbeschreibungen und der gekonnte Spannungsbogen ergänzen
sich perfekt.
Man merkt dem Krimi an, dass der Autor viel Gefühl in seine
Geschichte gepackt hat, Land und Leute kennt und vor allem liebt!
Durch den authentischen und atmosphärisch mitreißenden Erzählstil sorgt er
für ein originelles und sehr humorvolles Leseerlebnis.
Die Spannung kommt auch nicht zu kurz.
Besser geht es nicht.
Kurzum, ein richtig guter Krimi mit ganz viel Humor und Lokalkolorit,
der sich unheimlich gut liest, spannend ist und Spaß macht.
Eine Leseempfehlung!

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.07.2024

Eine wundervolle Familiengeschichte, großartig erzählt

Eifelfrauen: Der Ruf der Nachtigall
0

Altenburg 1945,

der Krieg ist vorbei und alle versuchen wieder ein normales Leben zu führen. Auch Klara und Mia, die mittlerweile zu jungen Frauen herangewachsen sind. Die Schwestern sind unzertrennlich, ...

Altenburg 1945,

der Krieg ist vorbei und alle versuchen wieder ein normales Leben zu führen. Auch Klara und Mia, die mittlerweile zu jungen Frauen herangewachsen sind. Die Schwestern sind unzertrennlich, unterscheiden sich aber wie Tag und Nacht. Nicht nur äußerlich. Klara, rotblond, nachdenklich und in sich gekehrt. Nur wenn sie singt, ist sie ganz bei sich und kann die Welt um sich vergessen. Mia, dunkelbraun, selbstbewusst und ungezwungen. Beide sehnen sich nach Liebe und Freiheit. Als der tschechische Flüchtling Pavel in dem Eifeldorf Schutz sucht, nimmt das Leben der Schwestern eine unerwartete Wendung.

Auch im zweiten Band wird das Lebensgefühl und der Zeitgeist wunderbar wiedergegeben. Brigitte Riebe beherrscht die Kunst, eine fiktive Familie in die historischen Ereignisse dieser Zeit einzubinden wie keine Zweite. Dazu tragen ihre genausten Recherchen und auch ihr wunderbarer Schreibstil bei. Zeitgeschehen wird spannend und interessant verpackt wieder gegeben. Der Leser wird in die Geschichte entführt, mit vielen Aha-Momenten und den entsprechenden Bildern vor den Augen. Die schwere Nachkriegszeit und vor allem der Hungerwinter 1946/47. Es war einer der kältesten Winter in Deutschland. Viele Häuser waren zerstört, es gab zu wenig Nahrungsmittel und kaum Heizmaterial. Trotz Lebensmittelrationierung überlebten viele die Eiseskälte nicht. Aber die Menschen hatten einen starken Überlebenswillen und packten an. Besonders schön ist auch, dass die Eifler Traditionen und Bräuche in diesem Roman lebendig werden.

Das Buch lädt zum Träumen ein und ist sehr mitreißend. Man lebt und leidet mit den Charakteren. Sie sprühen vor Leben, sodass man das Gefühl hat, sie wahrhaft zu kennen und die Geschichte gemeinsam mit ihnen zu erleben. Eine wundervolle Familiengeschichte, großartig erzählt. Feinfühlig, bildhaft und atmosphärisch dicht.

Auch optisch macht das Buch viel her. Das Cover hat einen sehr hohen Wiedererkennungswert. Die Kapitel sind sehr hübsch gestaltet.

Eine unbedingte Leseempfehlung!

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