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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.07.2025

Gelesen, gehofft, genervt!

Lonely Hearts Club. Healing
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„Lonely Hearts Club“ erschien im Mai 2025 von Nasanin Kamani im Gräfe und Unzer Verlag. Auf 400 Seiten erzählt der Roman über Liebe, Verlust und den Weg der Heilung.

Inhalt
Clara, eine sensible Musikstudentin, ...

„Lonely Hearts Club“ erschien im Mai 2025 von Nasanin Kamani im Gräfe und Unzer Verlag. Auf 400 Seiten erzählt der Roman über Liebe, Verlust und den Weg der Heilung.

Inhalt
Clara, eine sensible Musikstudentin, kämpft mit Einsamkeit und psychischem Druck. In einer Klinik findet sie im „Lonely Hearts Club“ Halt und begegnet Milly, einem Austauschschüler, der in ihr Elternhaus zieht. Zwischen ihnen entsteht eine zarte Liebe, doch Claras innere Konflikte stellen die Beziehung auf die Probe. Der Roman erzählt von Heilung, Selbstfindung und der Kraft echter Nähe.

Schreibstil
Kamanis Stil schwankt zwischen prägnant und überambitioniert. Die Sprache soll poetisch sein, gerät jedoch stellenweise ins Langweilige. Lange, verschachtelte Sätze und gewollt tiefgründige Metaphern bremsen den Lesefluss. Statt Nähe entsteht eine gewisse sprachliche Distanz, die es erschwert, mit der Erzählerin mitzufühlen.

Figuren
Die Figuren bleiben oftmals blass und eindimensional. Die Protagonistin wird zwar als zerrissen dargestellt, doch ihre Entwicklung wirkt kaum nachvollziehbar. Nebenfiguren tauchen auf und verschwinden wieder, ohne echte Funktion oder Tiefe. Beziehungen bleiben oberflächlich.

Cover
Das Cover ist minimalistisch und bemüht, modern zu sein, es fehlt ein visuelles Element, das neugierig macht oder Emotion transportiert.

Intention
Kamanis Anliegen, Einsamkeit als gesellschaftliches Phänomen zu beleuchten, ist ehrenwert, die Umsetzung allerdings wirkt streckenweise wie ein Selbstporträt ohne klare Außenperspektive. Der Roman stellt Fragen, ohne sich ihnen wirklich literarisch zu nähern. Die fehlende narrative Struktur erschwert die Auseinandersetzung mit dem Thema.

Empfehlung
Für Leser/innen, die sich eine berührende, mitreißende Geschichte wünschen, bietet dieser Roman wenig Substanz. Die emotionale Distanz und die erzählerischen Längen machen es schwer, wirklich mitzufühlen. Wer sich für das Thema interessiert, findet vielleicht in anderen Büchern eine stärkere literarische Umsetzung.

Veröffentlicht am 24.04.2025

Fehlgeschlagen!

Boys! Geschichten für die neue Generation von Jungs
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„Boys! Geschichten für die neue Generation von Jungs“ von Francesca Cavallo geschrieben und Luis San Vicente illustriert, erschien im März 2025 im dtv Verlag. Es ist für Kinder ab 6 Jahren geschrieben. ...

„Boys! Geschichten für die neue Generation von Jungs“ von Francesca Cavallo geschrieben und Luis San Vicente illustriert, erschien im März 2025 im dtv Verlag. Es ist für Kinder ab 6 Jahren geschrieben. Ein Buch mit über 190 Seiten, das sich mit der Dekonstruktion traditioneller Geschlechterrollen auseinandersetzt. Es möchte jungen Lesern neue Perspektiven auf Männlichkeit und Gleichberechtigung vermitteln.

Inhalt
Das Buch umfasst zwölf Geschichten, die Jungen und Mädchen auf Augenhöhe zeigen. Die Protagonisten durchbrechen klassische Rollenklischees, indem sie Abenteuer erleben, die Mut, Empathie und Zusammenarbeit betonen. Die Geschichten sind abwechslungsreich und greifen Themen wie Freundschaft, Diversität und Selbstakzeptanz auf. Allerdings wirken einige Erzählungen etwas belehrend, was den Lesefluss für Kinder beeinträchtigen könnte.

Schreibstil
Die Sprache ist kindgerecht und leicht verständlich, was den Zugang für junge Leser erleichtert. Dennoch fehlt es stellenweise an sprachlicher Raffinesse, und manche Dialoge wirken etwas konstruiert.

Cover
Das Cover ist modern und auffällig gestaltet, was sicherlich die Aufmerksamkeit der Zielgruppe auf sich zieht.

Illustrationen
Die Bilder sind detailreich, könnten jedoch in ihrer Symbolik manchmal stärker mit den Texten harmonieren. Mir persönlich gefällt der Stil jedoch überhaupt nicht. Finde sie fast eher unheimlich, hässlich.

Empfehlung
Dieses Buch soll Geschichten mit einer starken Botschaft haben und anders sein. Ich finde die Intention dahinter auch sehr wichtig und gut, jedoch ist die Umsetzung meiner Meinung nach nicht gelungen. Weder die Bilder noch die Texte haben mich überzeugt. Die Geschichten fand ich seltsam.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.09.2024

Zeitverschwendung!

Genug gegrübelt, lieber Kopf!
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„Genug gegrübelt, lieber Kopf!“ von Dr. Katharina Tempel erschien im September 2024 und ist ein Ratgeber, der sich mit der Befreiung von quälenden Gedanken und der Gewinnung von mehr Leichtigkeit im Leben ...

„Genug gegrübelt, lieber Kopf!“ von Dr. Katharina Tempel erschien im September 2024 und ist ein Ratgeber, der sich mit der Befreiung von quälenden Gedanken und der Gewinnung von mehr Leichtigkeit im Leben beschäftigt. Er beschreibt, wieso Sorgen, Grübelei und Selbstzweifel Menschen betreffen, einem zu viel werden und wie man das ändern kann und Kontrolle über seine Gedanken bekommt. Sehr anschaulich beschreibt sie, wie der Verstand, unsere Gedanken funktionieren. Tempel bietet Strategien an, die uns helfen sollen, sich von ständig wiederkehrenden Gedanken zu lösen und positiv zu denken.

Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil, man wird nicht mit Fachtermini überladen. Dennoch bin ich nur enttäuscht von dem Ratgeber. Ich empfand ihn als langweilig, habe etliche Passsagen überfolgen und konnte selbst mit den Strategien kaum etwas anfangen. Ich denke schon auch, dass ich oft zu viel nachdenke, daher wollte ich das Buch so gern lesen, aber es war eine Qual.

Wirklich schön finde ich das kleine handliche Format. Mir gefallen die Illustrationen sehr gut und ich finde die Zitate sehr inspirierend, wobei ich es etwas überheblich von der Autorin finde, sich selbst mit einem eher weniger einprägsamen Zitat dort ebenfalls zu verewigen. Schön sind auch die bunt gestalteten Seiten mit dem kurzen Texten.

Ein weiterer Punkt ist die häufige Wiederholung einiger Sachverhalte. Die Inhalte haben mir kaum neue Erkenntnisse gebracht. Dies hat bei mir dazu geführt, dass es wenig spannend und abwechslungsreich war.