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heinoko

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.06.2017

Gemischte Gefühle

Der Kommissar und die Morde von Verdon
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Philippe Lagarde ist ein ehemaliger Elitepolizist, der es sich im Ruhestand mit feinem Essen und Angeln gut gehen lässt . Anstatt wie geplant mit seiner Freundin Odette, die ein Feinschmecker-Restaurant ...


Philippe Lagarde ist ein ehemaliger Elitepolizist, der es sich im Ruhestand mit feinem Essen und Angeln gut gehen lässt . Anstatt wie geplant mit seiner Freundin Odette, die ein Feinschmecker-Restaurant führt, in Urlaub zu fahren, müssen sie zu einer Beerdigung, denn der Ehemann von Odette’s Freundin ist unter mysteriösen Bedingungen in seinem Auto sitzend in die Schlucht gestürzt. Die von der Polizei aufgestellte These eines Selbstmords wird von allen angezweifelt, und Lagarde’s Schnüfflernase wittert, dass hier etwas nicht stimmen kann. Nachdem es noch weitere unerklärliche Todesfälle gibt, fühlt sich Lagarde verpflichtet, den Spuren nachzugehen. Zufällig trifft er drei ehemalige Kollegen, die ihn gerne und sehr effizient bei den Nachforschungen unterstützen…
Es ist ein Krimi in einer sehr gemächlichen Gangart, der Spannungsbogen ist eher eine Waagerechte als ein Bogen. Der Plot ist gut, die Protagonisten sind sehr sympathisch. Und die Schilderungen der idyllischen Gegend rund um den Lac de Sainte-Croix sind sehr intensiv, farbenfroh und realitätsnah, passend zu einem Reiseführer. Genau diese Schilderungen allerdings, so gekonnt sie auch geschrieben sind, sind es, die mir im Verlauf des Buches auf die Nerven gingen. Kein Kapitelabschnitt ohne Landschaftsschilderung. Kein Ortswechsel ohne Landschaftsschilderung. Keine Befragung hier und dort ohne Landschaftsschilderung. Und genauso überbordend sind die Schilderungen der allesamt sicher sehr leckeren Essen, die gekocht werden oder in Restaurants zu sich genommen werden. Also zuviel Landschaft und zuviel regionale Küche, dafür jedoch zuwenig Spannung. Und genau das ruft in mir diesem Buch gegenüber leider gemischte Gefühle hervor.

Veröffentlicht am 04.09.2024

Unkritisch dargestellter Plot, nerviger, psychisch kranker Ermittler

Bruch: Durch finstere Zeiten
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Tatsächlich hatte ich vollkommen vergessen, dass ich bereits ein Buch dieses Autors gelesen hatte – leider damals bereits ohne größeres Vergnügen, im Gegenteil…. Der nun vorliegende neue Band mit Bruch ...


Tatsächlich hatte ich vollkommen vergessen, dass ich bereits ein Buch dieses Autors gelesen hatte – leider damals bereits ohne größeres Vergnügen, im Gegenteil…. Der nun vorliegende neue Band mit Bruch hat leider, leider meine damalige Enttäuschung wiederholen lassen. Wirklich schade, denn ich war aufgrund meiner Erinnerungslücke ganz neugierig-neutral auf dieses Buch zugegangen.
Der Beginn ist durchaus packend: Zwei Polizisten werden auf einer abgelegenen Landstraße erschossen aufgefunden. Ein Grund für diesen Mord ist nicht zu finden, insbesondere ist rätselhaft, was die junge Beamtin und der Familienvater weit entfernt von ihrem eigentlichen Revier zu suchen hatten. Die mühsamen, langwierigen Ermittlungen führen Felix Bruch und Nicole Schauer tief in die Welt der Prepper und Reichsbürger. Eine weitere Leiche wird im Wald gefunden und gibt neue Rätsel auf. Vor allen Dingen geraten Bruch und Schauer zunehmend in bedrohliche Gefahr.
Der Plot gibt tatsächlich einiges her, insbesondere wenn man von einer guten Recherchearbeit ausgeht. Das abstruse Denken und Verhalten von Preppern, Reichsbürgern und Querdenkern bekommt in diesem Kriminalroman sehr viel Raum. Dank der detailfreudigen Erzählweise sind die geschilderten Situationen gut vorstellbar und hilfreich für das Kopfkino. Gleichzeitig aber ist das Buch dadurch passagenweise ermüdend langweilig zu lesen. Allein schon bei den Diskussionen mit dem Prepper Götze habe ich mich des Öfteren gefragt, mit welchem Hintergrund der Autor den Selbstdarstellungen der Reichsbürger und Querdenker unwidersprochen so viel Raum lässt. Bruchs Kollegin Nicole Schauer wird als eine Art unbefangene Plaudertasche dargestellt, die zwar durchaus strukturierte Überlegungen anstellt, oft aber auch recht unbedacht handelt. Bruch jedoch wird schlimmer denn je geschildert. Seine psychische Erkrankung macht ihn stumm, regungslos, tatenlos, beziehungsunfähig – überraschend jedoch seine verborgenen Gedankengänge, die ganz selten aufblitzen. Wieder frage ich mich, warum es unbedingt immer öfter Ermittler sein müssen, die hochgradig gestört sind, durch psychische Störungen beeinträchtigt sind und durch unverständliches Handeln bzw. Nicht-Handeln den Leser permanent aufregen. In diesem Band wird wenigstens ansatzweise das frühe Trauma, das Bruch seelisch zerstört hat, angedeutet. Dennoch gehen mir zunehmend solche kaputten Ermittler auf die Nerven. Dies war definitiv mein letztes Buch mit Bruch.
Fazit: Ein absolut unsympathischer, hochgradig psychisch kranker Ermittler, dessen breitgetretene Defizite den eigentlich guten aber unkritisch dargestellten Plot vollends kaputt machen

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Veröffentlicht am 24.06.2024

Sehr leichte Kost

Geparkt
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Susanne Fröhlich war mir seit ihrem Buch „Moppel-Ich“ ein Begriff, habe aber ihre nachfolgenden Romane alle nicht gelesen. Sonst hätte ich wahrscheinlich realistischere Erwartungen gehabt. Das vorliegende ...


Susanne Fröhlich war mir seit ihrem Buch „Moppel-Ich“ ein Begriff, habe aber ihre nachfolgenden Romane alle nicht gelesen. Sonst hätte ich wahrscheinlich realistischere Erwartungen gehabt. Das vorliegende Buch erschien mir genau das richtige gegen die Tristesse des Wetters, und in der Tat hat mich der Roman zeitweilig vom Nicht-Sommer abgelenkt, mehr allerdings leider nicht. Der Rest war Enttäuschung.
Darum geht es: Monika hat endlich den richtigen Freund gefunden. Ein Mann mit reichlich Geld, der sie liebt, der sich auch noch richtig großzügig zeigt, ist wahrlich ein Glückstreffer. Dass er ihr seine Finca auf Mallorca überlässt, nachdem sie für ihn Wohnung und Job gekündigt hat, scheint ein perfektes Arrangement zu sein. Monika genießt das träge, bequeme Leben, bis sie völlig unerwartet aufgefordert wird, die Finca innerhalb weniger Wochen zu verlassen. Denn Sven hat eine neue Flamme, da ist kein Platz mehr für Monika. Die aus allen Wolken ihres Wolkenkuckuckheims fällt und nun zusammen mit alter und neu gewonnener Freundin minutiös einen Rachefeldzug gegen Sven schmiedet.
Ja, das Buch ist leicht lesbar und es ist unterhaltsam. Mitunter auch humorvoll. So manche spitzfindige Formulierung kommt dazu. Das kann Frau Fröhlich unzweifelhaft. Wer damit allein zufrieden ist, ist mit diesem Roman gut bedient. Mir jedoch ging recht schnell die Fülle an Klischees auf die Nerven. Im echten Leben gibt es halt nicht nur Schwarz oder Weiß. Und im echten Leben ist Rache nicht die wahre Problembewältigung. Die vorgestellten Akteure verkörpern jeweils so eindimensional schlechte oder gute Seiten, dass man nur den Kopf schütteln kann. Fast das gesamte Buch hindurch wird man durch strategische Planung der Racheaktionen geführt, so dass man in Erwartung eines großen Finales ist. Doch anscheinend hatte Frau Fröhlich keine Lust zum Ausformulieren eines aufregenden Endes, denn plötzlich geht alles ganz schnell und ganz einfach und alles löst sich in Wohlgefallen auf. Das ist mir dann also doch ZU leichte Kost!

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Veröffentlicht am 04.06.2024

Eine makabre Geschichte ohne erkennbaren Sinn

Prometheus Highschool 1: Wie man ein Monster zum Leben erweckt
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Die Reizworte in der Werbung für dieses Kinderbuch sprachen mich an: Abenteuer, Monster, eine besondere Schule, Humor und Experimente. All dies klang nach aufregender Spannung und ideal für mich als Lesepatin, ...


Die Reizworte in der Werbung für dieses Kinderbuch sprachen mich an: Abenteuer, Monster, eine besondere Schule, Humor und Experimente. All dies klang nach aufregender Spannung und ideal für mich als Lesepatin, um das Buch gemeinsam mit „meinen“ Kindern zu lesen. Doch nachdem ich das Buch durchgelesen hatte, war ich maßlos enttäuscht. Auf keinen Fall handelt es sich meiner Meinung nach um ein Buch, das ich Kindern in die Hand geben möchte.
Hauptperson ist Athena. Sie ist ein intelligentes Mädchen, aber auch recht sonderbar, mit merkwürdigen Interessen. Von ihren Klassenkameraden wird sie gemieden. Sie experimentiert für ihr Leben gern, brennt aber eines Tages fast ihr Zuhause ab, als sie mit Hilfe von Blitzenergie versucht, die verstorbene Nachbarskatze wiederzubeleben. Überraschenderweise erhält sie statt Hausarrest einen Platz an der Prometheus Highschool angeboten, einer Schule, an der ausgewählte Schüler lernen, mit Wissenschaft und Magie umzugehen mit dem Ziel, den Tod zu bezwingen. Der Unterricht findet auf hoher See auf einem maroden Schiff statt. Seltsame Lehrer, seltsame Mitschüler und gruselige Geschehnisse bestimmen die Tage…
Die Hauptfigur Athena wirkt zunächst sympathisch, doch mit ihrer sturen Eigenwilligkeit und ihrer Rücksichtslosigkeit mag ich sie im Verlauf der Geschichte immer weniger. Überhaupt sind die einzelnen Charaktere nur sehr oberflächlich geschildert, sodass man keinen wirklichen Bezug zu den handelnden Personen aufnehmen kann. Ganz generell überfordert meiner Meinung nach der Schreibstil Kinder im Alter von 10 Jahren. Bei mir persönlich überwiegt letztlich der Ekel, wenn ungeniert mit Leichenteilen hantiert wird. Zwar gibt es einzelne kurzzeitig spannende Szenen, aber die Handlung ist im Gesamten wirr, es fehlt der rote Faden, von der ethischen Fragwürdigkeit des Geschehens ganz abgesehen. Ich finde es abstoßend, wenn Kinder ungeniert Leichenteile zusammennähen, um anschließend damit Wiederbelebungsversuche zu starten. Den vielleicht hinterlegten skurrilen Humor jedenfalls konnte ich in den makabren Details im Buch nicht entdecken, eine gewisse Sinnhaftigkeit des Erzählten sowieso nicht.
Kurzum: Ein Buch, das ich Kindern nicht in die Hand geben würde.

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Veröffentlicht am 07.05.2024

Nur als reine Spannungs-Unterhaltung genügend

Wer das Vergessen stört
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Mit diesem Buch bin ich mir uneins. Die Autorin propagiert, Psychotherapeutin zu sein bzw. gewesen zu sein, also gewissermaßen eine Kollegin von mir zu sein. Nach Veröffentlichen von historischen Romanen ...


Mit diesem Buch bin ich mir uneins. Die Autorin propagiert, Psychotherapeutin zu sein bzw. gewesen zu sein, also gewissermaßen eine Kollegin von mir zu sein. Nach Veröffentlichen von historischen Romanen nahm sie nun einen Genre-Wechsel vor mit diesem ersten Kriminalroman, der auf wahren Fällen beruhen soll. Das fand sozusagen mein doppeltes Interesse. Nach Lektüre fällt mein Urteil allerdings sehr gemischt aus, leider.

Die Handlung in Kürze: Die Protagonistin Lily Brown, einstens Polizeipsychologin, hat sich als Psychotherapeutin in Canterbury niedergelassen. Wir lernen ihre ersten Patientinnen kennen. Da ist zum Beispiel Vera, die unter Panikattacken leidet. Oder Samantha, die von ihrem gewalttätigen Ehemann nicht loskommt. Als Vera tot aufgefunden wird und alle Welt an Selbstmord glaubt, stellt Lily eigenmächtig Nachforschungen an, nicht ohne selbst in Lebensgefahr zu geraten.

Ganz grundsätzlich ist der Krimi durchaus spannend geschrieben. Er liest sich schnell, die kurzen Kapitel verleiten zum ständigen Weiterlesen. Das psychotherapeutische Fachwissen der Autorin dient als gute Grundlage für eindringliche Schilderungen der Protagonistinnen. Dass die Behandlung von Vera im Buch so unrealistisch schnell erfolgreich als abgeschlossen gilt, war laut der persönlichen Aussage der Autorin dem Spannungsaufbau des Buches geschuldet. An anderer Stelle betont die Autorin wiederum, dass die geschilderten Interventionen ihrer realen Tätigkeit als Traumatherapeutin völlig entsprechen. Das finde ich persönlich nicht optimal, denn Leser, die selbst unter Panikattacken leiden, könnten dadurch eine völlig unrealistische Vorstellung von der in der Wirklichkeit sehr, sehr langwierigen Behandlung gewinnen. Was mich jedoch am meisten enttäuscht hat, ist der Schreibstil. Auf der einen Seite gibt es eine Fülle von Schachtelsätzen, an denen sicher viel gefeilt worden ist, die aber genau dadurch jede Ursprünglichkeit im Erzählen verloren gehen lassen. Außerdem finden sich weitschweifig dargestellte und damit unnatürliche Dialoge, die die Spannung immer wieder unnütz unterbrechen. Und leider wird in einem oftmals recht einfachen, fast möchte ich sagen schlechten Deutsch erzählt. Das ist sehr schade.

Fazit: Wer dieses Buch als reine Unterhaltung liest, ist sicher gut damit bedient. Einem etwas höheren Anspruch, sowohl inhaltlich als auch schriftstellerisch, wird das Buch leider nicht gerecht.

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