Eine außergewöhnliche Sportlerkarriere
In einem Boot
Ronald Rauhe hat ein Anliegen. Er möchte, dass der (Leistungs-)Sport wieder viel präsenter wird in unserer Gesellschaft. Er möchte, dass Kinder wieder lernen, mit Herausforderungen und Niederlagen umzugehen, ...
Ronald Rauhe hat ein Anliegen. Er möchte, dass der (Leistungs-)Sport wieder viel präsenter wird in unserer Gesellschaft. Er möchte, dass Kinder wieder lernen, mit Herausforderungen und Niederlagen umzugehen, dass sie Freude an der Bewegung haben und sich einem Wettkampf stellen. Diese Gedanken (oder besser Forderungen?) werden sowohl in einzelnen Kapiteln fokussiert als auch immer wieder in die eigenen Erlebnisse eingeflochten. Letzteres ist mir dann doch ein bisschen zu viel, da es auf mich zu plakativ ist und so die Wirkung etwas verpufft.
Rauhe schildert seine Erlebnisse hautnah. Insbesondere bei seinen Niederlagen gewährt er tiefe Einblicke in sein Seelenleben. Das berührt mich sehr. Sein Kampf um sein letztes Olympia lässt mich mitfiebern. Aus jeder Zeile des Buchs dringt seine Begeisterung für den Sport im Allgemeinen und den Kanusport im Besonderen. Er lässt uns teilhaben an Trainingsqualen, an der Unsicherheit durch Corona, an manch kleinen Ausbrüchen aus dem Leistungssport. Ich bin diesen Erlebnissen sehr gerne gefolgt und freue mich, einen Einblick in diese beeindruckende Sportlerkarriere gewonnen zu haben.
Leider sind im Buch viele Schreibfehler. Ich hätte mir zudem eine etwas andere innere Logik gewünscht. Einzelne Cliffhanger über die Kapitelgrenzen sind meiner Meinung nach nicht notwendig. Das Plädoyer für den Sport hätte ich mir etwas strukturierter in Unterscheidung zwischen Breiten- und Leistungssport gewünscht. Ich bin mir sicher, dass Ronald Rauhe das in seinen Vorträgen ganz klar ausgearbeitet hat.
Es bleibt aber dennoch ein absolut lesenswertes Buch über einen Ausnahmesportler.