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Veröffentlicht am 10.10.2024

Authentische, aber am Ende auch etwas gefällige Darstellung des Trauerprozesses einer Familie

Für immer und ein Jahr
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Kaya stirbt mit Anfang 40 an Krebs und hinterlässt ihren Ehemann Jan und die zwei Kinder Finn und Lina. Vor ihrem Tod musste Jan ihr versprechen, ihren Geburtstagskalender zu verwenden, um den Menschen ...

Kaya stirbt mit Anfang 40 an Krebs und hinterlässt ihren Ehemann Jan und die zwei Kinder Finn und Lina. Vor ihrem Tod musste Jan ihr versprechen, ihren Geburtstagskalender zu verwenden, um den Menschen zu gratulieren, die ihr wichtig waren. Jan sträubt sich vor der Aufgabe, da er selbst verschlossen ist und in seiner Trauer am liebsten in Ruhe gelassen möchte. Dennoch greift er ein Jahr lang viele Male zum Telefon, um selbst ihm unbekannte Personen anzurufen.

"Für immer und ein Jahr" ist ein Buch über Trauerbewältigung, das fiktional ist, wobei die Idee des Geburtstagskalender auf einer wahren Geschichte beruht.
Der Roman ist aus der Perspektive des Witwers Jan geschildert. Daneben gibt es einige Gedanken Kayas, die aus dem Jenseits sind, aber nicht zu mystisch erscheinen. Für alle, die daran glauben, ist es sicher eine tröstliche Vorstellung, dass ein Toter nicht ganz aus der Welt ist.

Der Tod von Kaya ist allgegenwärtig, die Trauer in der Familie ist zentral. Die eigenwilligen Nebenfiguren, insbesondere Jans Schwiegermutter, sorgen jedoch für etwas Leichtigkeit und komische Szenen, so dass die Geschichte nicht nur bedrückende Momente hat.

Sehr authentisch ist der Umgang mit der Trauer dargestellt. Jan ist hilflos und in sich zurückgezogen. Kaya fehlt und er fühlt sich unzulänglich und mit seinen Aufgaben als Familienvater überfordert. Es findet deshalb nur sehr eingeschränkt eine Kommunikation in der Kleinfamilie statt. Das passt zwar zu der Lethargie, die sich durch den Tod Kayas entwickelt hat, ist aber als Roman zu lesen etwas unbefriedigend, wie lange die drei nur nebeneinanderher leben. Auch liegt der Fokus dabei allein auf Jan, weshalb kaum oder nur indirekt die Auswirkungen des Verlusts der Mutter bei den Kindern zu spüren sind.

Die Telefonate, die Jan unfreiwillig führt, haben unterschiedliche Auswirkungen. Manche sind belanglos und bleiben nicht lange im Gedächtnis, andere setzen Impulse und in Jan etwas frei, dass ihn zum Handeln anregt.

"Für immer und ein Jahr" zeigt glaubwürdig und ehrlich den Trauerprozess einer Familie, die mit Ehefrau und Mutter einen Angelpunkt verloren hat. Das Verhalten der Charaktere und ihre Entwicklung sind anschaulich beschrieben und nachvollziehbar.
Berührender hätte ich den Roman empfunden, wenn man Kaya vor ihrem Tod noch kennengelernt oder mehr Rückblicke dafür gesorgt hätten, ein umfassenderes Bild von ihr zu erhalten. Auch fehlten mir Konflikte zwischen Jan und seinen Kindern, denn Potential war am Ende in jedem Fall vorhanden. So war das Ende lebensbejahend, aber auch etwas sehr harmonisch.

Die Geschichte zeigt, wie wichtig Gesellschaft und Freundschaft ist und dass Alleinsein nicht nur für Trauernde Gift ist. Sie entwickelt sich nicht weiter überraschend, ist aber dennoch nicht langweilig.

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Veröffentlicht am 15.09.2024

Raus aus der Komfortzone - Eine Wanderung zur Selbsterkenntnis zweier Middleager, ein Aufbruch zu einem Neuanfang und zu einer neuen Liebe.

Zwei in einem Leben
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Marnie ist 38 Jahre alt, seit einigen Jahren geschieden und arbeitet von zu Hause aus als Lektorin. Sie hat sich von Freunden, die inzwischen verheiratet sind und Kinder haben, zurückgezogen und mit dem ...

Marnie ist 38 Jahre alt, seit einigen Jahren geschieden und arbeitet von zu Hause aus als Lektorin. Sie hat sich von Freunden, die inzwischen verheiratet sind und Kinder haben, zurückgezogen und mit dem Alleinsein arrangiert, gesteht sich aber ein, einsam zu sein und möchte dies ändern.
Michael ist 42 Jahre alt, lebt in Trennung und ist Erdkundelehrer. Voller Leidenschaft versucht er seinen Schülern die Natur nahe zu bringen und geht selbst am liebsten allein wandern, weil er das leere Zuhause nicht aushält. Als er wieder eine Tour geplant hat, überredet ihn seine Freundin Cleo zu einer Wanderung und trommelt ein paar Freunde u.a. Marnie zusammen.
Aus der geplanten Wanderung zu siebt, wird eine Wanderung zu fünft und schon nach zwei Tagen sind Michael und Marnie zu zweit unterwegs. Bei typischem englischen Wetter, Übernachtungen in Unterkünften, die mal mehr, mal weniger charmant sind, kommen sich die beiden nach anfänglicher Skepsis näher.

"Zwei in einem Leben" ist in mehrere Abschnitte untergliedert, die die Route von der irischen See zur Nordsee illustriert beschreiben. Darüber hinaus ist der Roman in kurzen Kapiteln abwechselnd aus der Perspektive von Marnie beziehungsweise Michael geschildert.
Beide Charaktere sind individuell gestaltet und sehr lebendig beschrieben. Durch die Gedanken, die sie sich in einsamen Stunden oder im Umgang mit anderen machen, durch die lebhaften Dialoge und besonderen Eigenheiten, werden sie bildhaft vorstellbar. Es fällt leicht, sich in die Middleager hineinzuversetzen, die nach gescheiterten Beziehungen Probleme haben, sich auf neue Menschen einzulassen und als kinderlose Singles in einer Gesellschaft mit Paaren vereinsamen.

Dennoch ist die Lektüre trotz (psychischer) Probleme, grauem Wetter und sogar einem Todesfall auf der Strecke nicht betrüblich, sondern durch die witzigen inneren Monologe und Gespräche unter einander abwechslungsreich und unterhaltsam. Trotzdem werden die Schwierigkeiten, die die Figuren haben, nicht leichtfältig aufgezählt, sondern einfühlsam und mit der notwendigen Tiefe behandelt.

So erfolgt auch die Annäherung zwischen Marnie und Michael realistisch nur ganz allmählich, sie öffnen sich je weiter sie gehen einander und werden zu Freunden auf einem gemeinsamen Weg. Die Entwicklung ist authentisch, letztlich vorhersehbar und dennoch entwickelt sich eine gewisse Spannung, da die beiden weiterhin zurückhaltend sind, sich schwer damit tun, Gefühle zu zeigen und ungewiss ist, wie es nach der Wanderung, die neben Freundin Cleo das einzig verbindende Element ist, mit den beiden weitergehen wird.

Der Roman ist voller Wortwitz und treffender Metaphern, geistreich und unangestrengt unterhaltsam. Wer jedoch eine allzu romantische und berührende Liebesgeschichte wie "Zwei an einem Tag" erwartet, wird möglicherweise enttäuscht sein. Neben den Auswirkungen der Pandemie und der Verrohung der Gesellschaft geht es um einen Weg aus der Komfortzone, um Selbstreflexion und eine erwachsene Liebe, die vorsichtig verhalten statt leidenschaftlich ist.

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Veröffentlicht am 10.09.2024

Ein Haus in Maine und die Geschichten seiner Bewohner; atmosphärischer Roman über berührende Frauenschicksale

Die Frauen von Maine
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Jane Flanagan war seit ihrer Kindheit von dem viktorianischen Haus in Awadapquit über den Klippen Maines fasziniert. Als Jugendliche wurde das unbewohnte Anwesen zu ihrem Rückzugsort, das sie später auch ...

Jane Flanagan war seit ihrer Kindheit von dem viktorianischen Haus in Awadapquit über den Klippen Maines fasziniert. Als Jugendliche wurde das unbewohnte Anwesen zu ihrem Rückzugsort, das sie später auch ihrem Mann zeigte. Jane ist inzwischen Archivarin in Harvard und kehrt nach einem verheerenden Zwischenfall bei ihrer Arbeit in ihren Heimatort zurück. Die berufliche Zwangspause möchte sie nutzen, um das Haus ihrer vor einem Jahr verstorbenen Mutter auszuräumen.
In Awadapquit wird Jane von der neuen Eigentümerin des viktorianischen Hauses angesprochen, die mehr über das Haus und seine ehemaligen Bewohner erfahren möchte. Jane ist froh über die Ablenkung und beginnt zu recherchieren. Dabei wird sie auf bewegende Schicksale aufmerksam, die das Haus und seine Bewohner nicht zur Ruhe kommen lassen.

Im Mittelpunkt des Romans steht ein Mitte des 19. Jahrhunderts erbautes Haus in dem fiktiven Ort Awadapquit - übersetzt "Wo die herrlichen Klippen und das Meer sich begegnen". Durch Janes Nachforschungen offenbaren sich allmählich die Schicksale der Bewohner und die tragischen Ereignisse, die mit ihnen verbunden sind.
Jane, die sich auf eigentümliche Weise mit dem Haus verbunden fühlt, ist die Hauptfigur aus deren Perspektive die Geschichte geschildert ist. Daneben gibt es einzelne Kapitel aus Sicht der früheren Bewohnerinnen des Hauses, die gleichzeitig als Rückblenden mehr über die amerikanische Geschichte, die Kolonialisierung und die Pioniere der Neuengland-Staaten offenbaren.
Die Geschichte ist vielschichtig und komplex. Neben den persönlichen Hintergründen der Charaktere und vordergründig Janes Lebensweg und familiäre Bürde, spielt die Entwicklungsgeschichte Amerikas und der Umgang mit der indigenen Bevölkerung eine Rolle. Nicht immer sind die Zusammenhänge direkt erkennbar und die historischen Ausführungen zumal ein wenig trocken und theoretisch. Die persönlichen Schicksale der Frauen, die in dem viktorianischen Haus wohnten und dort mit tragischen Verlusten konfrontiert wurden, sind hingegen einfühlsam und bewegend geschildert.

Der wiederholt auftretende Aspekt des Spiritualismus ist zudem lebendig und unterhaltsam, auch wenn man Schwierigkeiten haben sollte, an Geister, Reinkarnation und Stimmen aus dem Jenseits zu glauben.

Durch Einsichten in die Leben der einzelnen Frauen, die stark und unabhängig agierten und ihrer Zeit zum Teil voraus waren, wird eindrücklich aufgezeigt, wie Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden sind und welched Erbe es zu bewahren gilt. Zudem berühren die Freundschaften und Verbindungen, die sich selbst zwischen ganz unterschiedlichen Frauen entwickeln und welche Solidarität und Kraft daraus entstehen kann.

Neben dem Haus und seinen Geheimnissen handelt der Roman von Generationentrauma, Alkoholismus, Trauer und Verlusten, von Mutterschaft, Schwesternbeziehungen, Freundschaft und Selbstfindung. Es ist ein atmosphärisches, sehnsuchtsvolles Buch mit vielen kleinen Geschichten, die alle durch das symbolträchtige Haus verbunden sind.

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Veröffentlicht am 08.09.2024

Eine sehr konfliktgeladene Beziehung zwischen Mutter und Tochter, voller Groll und Missverständnissen, mit etwas zu harmonischem Ende.

Der Morgen nach dem Regen
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Johanna arbeitet für die Vereinten Nationen und war jahrelang auf humanitären Einsätzen in zahlreichen Krisengebieten weltweit. Mit 60 Jahren möchte sie nur noch beratend tätig sein und kehrt zurück nach ...

Johanna arbeitet für die Vereinten Nationen und war jahrelang auf humanitären Einsätzen in zahlreichen Krisengebieten weltweit. Mit 60 Jahren möchte sie nur noch beratend tätig sein und kehrt zurück nach Deutschland, wo sie das Haus ihrer Tante in Sankt Goar geerbt hat. Dort hat sie schon als Kind entspannte Sommer verbracht und auch ihre Tochter Elsa hat sich dort in den Ferien immer wohlgefühlt.
Elsa hat selbst erfolgreich Karriere gemacht und arbeitet als Rechtsanwältin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Wegen eines Burnouts wird sie krankgeschrieben und sehnt sich zurück nach Sankt Goar. Trotz der Anwesenheit ihrer Mutter, zu der sie ein angespanntes Verhältnis hat, seit sie sich als Kind schändlich von ihre vernachlässigt fühlte, reist sie nach Deutschland um sich im heimeligen Haus am Rhein zu erholen.
Während Johannas Erbe renoviert wird, gehen sich die beiden Frauen geflissentlich aus dem Weg bis es zu der längst fälligen Aussprache zwischen Mutter und Tochter kommt.

Der Roman schildert sowohl die Sichtweise von Johanna, als auch die von Elsa, wobei es neben dem Aufeinandertreffen in der Gegenwart im Sommer 2023 auch zahlreiche Rückblenden in die Jahre 2002/2003 gibt, in denen sich das Zerwürfnis zwischen Mutter und Tochter zementiert hatte.

Beide Frauen haben außergewöhnliche Berufe, die interessante Einblicke in die Arbeit der Vereinten Nationen bieten und an internationale Schauplätze und Konfliktherde führen. Das Familienanwesen in Sankt Goar und die Umgebung am Rhein sind als Sehnsuchtsorte bildhaft beschrieben.

Der Schwerpunkt der Handlung liegt auf dem schwierigen Spagat zwischen Familie und Beruf und der verfahrenen Situation zwischen Mutter und Tochter. Und diese wird so eindringlich geschildert, dass sie schier unerträglich ist. Es erscheint zunächst völlig widersinnig, dass Elsa, die eigentlich Ruhe braucht, sich in ein so konfliktgeladenes Ambiente begibt. Gleichzeitig ist kaum zu fassen, wie Johanna Elsas feindselige Art erträgt und ihr ergeben dreimal täglich Mahlzeiten vor die Schlafzimmertür stellt. Gereiztheit, Ablehnung und Vorwürfe dominieren oder blockieren die Kommunikation.
Es dauert, bis die beiden überhaupt mit einander sprechen. Dass Johanna dann etwas gesteht, was ihre Tochter nur erneut verletzt, ist unverständlich.

Schmerz, Einsamkeit, verletzte Gefühle auf der einen Seite - der Wunsch nach Schutz und Geborgenheit, nach Anerkennung und Liebe auf der anderen Seite hat sich über Jahre aufgebaut und stehen zwischen den Frauen.
Nicht nachvollziehbar ist, warum zwei so intelligente Frauen sich so wenig in die Lage der jeweils anderen hineinversetzen können, warum so wenig Empathie vorhanden ist. Es ist deshalb schwer, Sympathien für die ein oder andere Seite zu entwickeln, wobei Elsa zumindest als Kind das Recht auf ihrer Seite hatte. Dass sie sich einfach nur eine Mutter wünschte, die für sie da ist und nicht den Beruf über alles stellt, ist nachvollziehbar. Johannas Unverständnis, dass sie von ihrer Tochter nicht für ihren unaufhörlichen Einsatz im Nahen Osten oder Afrika gefeiert wird, jedoch nicht.

Während der Mutter-Tochter-Konflikt schlüssig entwickelt wird und Emotionen weckt, ist Johannas Liebesgeschichte mit ihrer Leidenschaft und Dramatik arg kitschig und passte weder zu ihrem Charakter noch wäre sie für die Geschichte zwingend nötig gewesen. Die Versöhnung zwischen Mutter und Tochter ist nach der Klärung nur eines von vielen Missverständnissen sehr simpel und nach all dem Groll zu harmonisch.

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Veröffentlicht am 05.09.2024

Trotz weniger Nervenkitzel ein unterhaltsamer Thriller, jedoch nicht so originell wie Band 1 der Housemaid-Reihe.

Sie kann dich hören
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Nachdem Millie ihren Job als Haushaltshilfe bei einer gut betuchten New Yorkerin verloren hat, ist sie froh, von den Garricks eingestellt zu werden, um deren Penthouse zu putzen und für sie zu kochen. ...

Nachdem Millie ihren Job als Haushaltshilfe bei einer gut betuchten New Yorkerin verloren hat, ist sie froh, von den Garricks eingestellt zu werden, um deren Penthouse zu putzen und für sie zu kochen. Millie möchte mit dem Verdienst ihr Studium finanzieren, ihre Vergangenheit hinter sich lassen und mit ihrem soliden Freund Brock ein neues Leben beginnen. Doch dann holt Millie ihre Vergangenheit ein. Douglas Garrick ist nicht der fürsorgliche Ehemann, für den er sich darstellt und seine Frau scheint sich nicht freiwillig im Gästezimmer des Penthouses zu verstecken. Millie kann nicht wegschauen und möchte Wendy helfen, auch wenn sie sich damit selbst in Gefahr bringt.

"Sie kann dich hören" ist nach "Wenn sie wüsste" der zweite Band um die Haushaltshilfe Millie Calloway, die zehn Jahre Gefängnisaufenthalt wegen einer Gewalttat hinter sich hat. Band 2 handelt einige Jahre nach Band 1 und lässt sich auch ohne Vorkenntnisse lesen.

Der Roman ist in mehrere Teile gegliedert und wird überwiegend aus der Sicht von Millie geschildert. Die Kapitel sind kurz und lassen schnell durch das Buch gleiten, auch wenn Millies Gedanken und Befürchtungen von einigen Wiederholungen geprägt sind, was den Lesefluss ein wenig hemmt.

Eine Grundspannung ist von Anbeginn vorhanden, denn die Verhältnisse im Penthouse der Garricks sind durchaus fragwürdig und zudem fühlt sich Millie verfolgt und bedroht.
Man rechnet mit einem Plottwist, der dem Roman eine andere Richtung gibt und ist dennoch überrascht, wie aufwändig hier falsch gespielt wird.
Die zweite Perspektive erklärt vieles, ist jedoch weniger spannend, da das Resultat bereits bekannt ist. Das Ende ist wendungsreich und ähnlich perfide und böse wie die Handlung in "Wenn sie wüsste".
Überhaupt folgt Band 2 einem ganz ähnlichen Aufbau wie Band 1 und handelt auch wieder vom Gegensatz der schönen, reichen Arbeitgeber und der mittellosen Millie. Die Überraschungsmomente sind deshalb nicht so verblüffend. Zudem sind die Hintergründe zu den Personen und die Motive für die Taten oberflächlich und von simpler Gier und Rachegelüsten geprägt, was die Antagonisten eindimensional erscheinen lässt.

"Sie kann dich hören" ist trotz weniger Nervenkitzel ein unterhaltsamer Thriller, reicht jedoch nicht an die Originalität des Vorgängerromans heran.

Der dritte Teil "Sie wird dich finden" erscheint am 13. November 2024 und handelt einige Jahre später, als Millies Vergangenheit sie erneut einzuholen scheint.

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