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Veröffentlicht am 03.10.2024

Auch das Verbrechen geht mit der Zeit

Digital. Kriminell. Menschlich.
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Wo früher an düsteren Orten, dunkle Gestalten verstohlen Drogen ausgetauscht haben, wo der Bankräuber vermummt „Geld her“ geschrieben hat diese Zeiten und die Möglichkeit viel Geld mit kriminellen Handlungen ...

Wo früher an düsteren Orten, dunkle Gestalten verstohlen Drogen ausgetauscht haben, wo der Bankräuber vermummt „Geld her“ geschrieben hat diese Zeiten und die Möglichkeit viel Geld mit kriminellen Handlungen zu verdienen, haben sich gewandelt. So wie wir heute fix im Internet einkaufen als in die Stadt zu fahren, Geldgeschäfte online erledigen, so hat auch das Verbrechen seinen Platz im Internet eingenommen. Und Polizei und Staatsanwaltschaft mussten komplett umdenken. Und genau hier setzt das Buch von Jana Ringwald an. Sie zeigt uns anhand mehrerer Fallbeispiele ihren Arbeitsbereich und die juristischen Tücken, die sich auftun. Z.B. ist ein Drogendealer nur der Händler, sondern auch der Betreiber des Marktplatzes im Darknet? Ein Buch, was ich sehr interessant, gut erklärt und aufschlussreich fand. Auch die Exkurse in das allg. Juristenleben und z.B. die Frage, wer die Schuldfrage nun eigentlich klärt, fand ich unglaublich lehrreich. Ich muss aber warnen, dieses Buch ist mitnichten leicht zu lesen. Die juristische Art des Schreibens mit verschachtelten Bandwurmsätzen ist nicht immer leicht verständlich. Lässt man sich aber darauf ein und bedenkt, dass man immer noch ein Fachbuch und keine Biografie liest, dann wird man begeistert sein. Ich empfehle dieses Buch.

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Veröffentlicht am 05.09.2024

Kabarett auf 160 Seiten

Prima, fein gemacht!
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Das Gefühl, beim Lesen im Kabarett zu sitzen, kannte ich so noch nicht. Aber es ist gut. Ich habe es genossen. Martina Brandl hat es aus meiner Sicht geschafft, kluges Kabarett zwischen Buchseiten zu ...


Das Gefühl, beim Lesen im Kabarett zu sitzen, kannte ich so noch nicht. Aber es ist gut. Ich habe es genossen. Martina Brandl hat es aus meiner Sicht geschafft, kluges Kabarett zwischen Buchseiten zu pressen. Das muss ihr erstmal jemand nachmachen. Das Spektrum des Buches ist breit gefächert. Es gibt z.B. witzige Storys über ihre Pudel-Dame. Und als Hundebesitzer ist es amüsant und tröstlich von deren Marotten zu lesen, die sich gar nicht sehr von denen der eigenen Hunde unterscheiden wie z.B. dass das Hündchen sich an Freunde zum Streicheln ranwanzt, aber einen selbst zu Hause angrinst und meint „Streicheln jetzt? Nee lieber ein Spielchen“.
Weiterhin gibt es skurrile Interviews, in welchen z.B. der „rosaroten Brille auf die Füße äh Pardon Bügel getreten wird. Und die Unterwäschefrage bequem versus schön könnte eventuell vor ihrer Aufklärung stehen. Mir hat sehr gut gefallen, dass Martina nicht nur Klamauk anbringt, sondern auch eine melancholische und nachdenkliche Geschichte im Repertoire hat. Alles in Allem sind es 160 Seiten, die gut unterhalten und lehrreich sind. Die Autorin ist sympathisch und klug, der Spiegel wird deutlich vorgehalten und man hat ein fettes Grinsen im Gesicht. Ich habe das Lesen des Buches genossen und ich empfehle es gern an Alle, die zum Lachen nicht in den Keller gehen, und auch anspruchsvolleren Humor mögen, weiter.

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Veröffentlicht am 28.08.2024

Abgründe

Finster
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Kommissar Stahl kehrt 10 Jahre nach seiner Pensionierung zurück im endlich ein Versprechen einzulösen. Er hat der Mutter eines der verschwundenen Jungen versprochen, ihren Sohn zurückzubringen. ...

Kommissar Stahl kehrt 10 Jahre nach seiner Pensionierung zurück im endlich ein Versprechen einzulösen. Er hat der Mutter eines der verschwundenen Jungen versprochen, ihren Sohn zurückzubringen. Nur bisher ohne Erfolg und es verschwinden weiterhin Jungen in dem abgelegenen Dorf Katzenbrunn im Odenwald, welches im Wesentlichen von Rentnern bevölkert ist und in welchem eine psychiatrische Klinik steht. Also muss der Täter doch dort zu finden sein. Nur je länger Stahl in Katzenbrunn ist, erkennt man - die Liste der Verdächtigen ist lang. Was entwickelt der Pfarrer für Fotos in seinem geheimen eigenen Fotolabor? Warum hat der Fotohändler Strick angeblich aus wirtschaftlichen Gründen Suizid begangen, obwohl er Geld hatte? Was macht Schwester Bergmanns Mann im Keller, was niemand, auch sie selbst nicht, sehen darf? Wer ist der ominöse Fernglasmann, von welchem der Psychatriepatient „Schugge“ stammelt? Die Abgründe vor den Mauern der Klinik sind tief und in der Klinik hält Dr. Krumbiegel die Hand über seine Patienten, so dass Ermittlungen dort sehr schwierig sind - nur „Schugge“ hungert lieber, als zurückzugehen. Was läuft in dem ach so beschaulichen Kaff nur verkehrt? So viele Wege, Irrwege, Abzweigungen und Niederungen des menschlichen Geistes habe ich selten in einem Buch gefunden. Es liest sich beklemmend, der Magen schnürt sich zu, nur Aufhören zu lesen konnte ich nicht. Ich musste einfach wissen, wie es ausgeht. Ein Thriller, der sich wirklich lohnt.

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Veröffentlicht am 15.08.2024

Ich habe noch nie so viel geweint bei einem Buch - und es ist jede einzelne Träne wert

Zwischen den Welten
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Die von Hadley Vlahos beschriebenen 12 Einzelschicksale gingen mir direkt ins Herz. Es ist nicht nur der Tod, das habe ich bei einem Buch von einer Hospizschwester erwartet. Aber die Geborgenheit ...

Die von Hadley Vlahos beschriebenen 12 Einzelschicksale gingen mir direkt ins Herz. Es ist nicht nur der Tod, das habe ich bei einem Buch von einer Hospizschwester erwartet. Aber die Geborgenheit und die Freundlichkeit mit der Hadley und ihre Kollegen es diesen Menschen ermöglicht haben, in Frieden, Würde und Begleitung zu gehen, hat mich ergriffen. Es war berührend zu lesen, wie diese junge Frau es schafft, eine Beziehung zu so unterschiedlichen Patienten aus jeder Gesellschaftsschicht aufzubauen. Ich hatte Angst, dass sie der Sache irgendwann mental und körperlich nicht mehr gewachsen ist. Denn wie in jedem Pflegeberuf wird auch hier das Personal verschlissen. Sehr schön fand ich auch immer die kurzen Abstecher in Hadleys Privatleben und auch die Erkenntnisse, die sie aus den vielen Gesprächen für ihr eigenes Leben mitnimmt. 12 unterschiedliche Menschen mit verschiedenen Krankheiten, 12 Menschen an und mit denen zusammen Hadley wächst und ja, es scheint etwas zu geben, im Angesicht des Todes, dass wir nicht erklären können. Aber es ist da. Mal ist es ein Lied, eine Lampe, die verlischt, der Sturm, der den Atem anhält … Sehr angenehm fand ich, dass nicht auf Religionen eingegangen wird, alle sind gleich und mit Mr. Frank kommt auch ein bekennender Atheist zu Wort. Und doch laufen die letzten Stunden so ähnlich ab. Ich habe für mich gelernt, dass Wichtigste im Leben ist die Liebe, die Liebe zu sich selbst und anderen. Man soll sein Leben genießen „Iss den Kuchen“ wie Elizabeth sagen würde und wir sollten uns der Endlichkeit bewusst sein. Obwohl das Buch in seinen 12 Kapiteln vom Tod handelt, ist es aus meiner Sicht eine Hommage an das Leben. Sehr lesenswert, Mut machend und trotzdem fließen die Tränen.

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Veröffentlicht am 07.08.2024

Mathe mal menschlich

Pi mal Daumen
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Der Erzähler- das 16 jährige Mathegenie Oscar, der mit einer Menge Macken und einer Begabung für Mathe gesegnet / geplagt ist, trifft in der Vorlesung Moni. Moni , schon 3 fache Oma, erfüllt sich den ...

Der Erzähler- das 16 jährige Mathegenie Oscar, der mit einer Menge Macken und einer Begabung für Mathe gesegnet / geplagt ist, trifft in der Vorlesung Moni. Moni , schon 3 fache Oma, erfüllt sich den Traum vom Mathestudium. Auch wenn beide komplett unterschiedlich sind und ganz verschiedene soziale Hintergründe haben, werden sie langsam Freunde. Das Buch hat mich in Teilen unglaublich an meine eigene Studienzeit (kein Mathe) erinnert. Oscars Beschreibungen der Profs, der Kommilitonen und seine zu Beginn soziale Unbeholfenheit, die das ganze Gegenteil von Monis Mütterlichkeit darstellt, machen die Geschichte so glaubhaft. Und die Erkenntnis, dass Freundschaft alles überwindet, die hat ja bestimmt schon jeder von uns mal gemacht. Und am Schluss zeigt Oscar, was wirklich in ihm steckt und das ist viel mehr als es den Anschein hatte. Ich habe dieses Buch wirklich sehr genossen und es hätte gern noch weitergehen können.

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