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Veröffentlicht am 05.02.2025

Dunkle Familiengeheimnisse

Verlassen
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4,5 von 5

"Verlassen" von Eva Björg Ægisdóttir ist das Prequel zu ihren anderen drei Büchern, in denen man die Kommissarin Elma begleitet. Deshalb spielt dieses Buch in der Zeit, kurz bevor Elma zurück ...

4,5 von 5

"Verlassen" von Eva Björg Ægisdóttir ist das Prequel zu ihren anderen drei Büchern, in denen man die Kommissarin Elma begleitet. Deshalb spielt dieses Buch in der Zeit, kurz bevor Elma zurück nach Akranes kehrt. Dieser Band fokussiert sich dafür auf die Familie Snæberg, die in einem Hotel zusammenfindet, um ein Familienfest zu feiern. Nach und nach kommen allerding immer mehr dunkle Geheimnisse ans Licht und fast jeder scheint etwas zu verbergen.

Wieder mal ist zu sagen, dass die Autorin eine Meisterin der psychologischen Spannung ist. Sie lässt Hinweise in die Geschichte einfließen, die man nicht direkt wahrnimmt und doch ergibt sich am Ende ein logisches, unvorhersehbares Bild. Man wird auf falsche Fährten gelockt. Man denkt, man kennt den Täter oder die Täterin. Aber schlussendlich weiß man nichts und doch vieles.
Durch den Schreibstil, der so intensiv und phasenweise eindringlich ist, wird man als Leser*in noch tiefer in die Geschichte hineingezogen. Dazu kommt, dass die Geschichte aus vielen verschiedenen Perspektiven geschrieben ist, sodass es zu Beginn etwas unübersichtlich werden kann – gerade, was die ganzen Familienverhältnisse angeht – man dennoch das Gefühl bekommt, ein Teil dieser Feier zu sein. Man lernt die Protagonisten auf einer ganz anderen Ebene kennen und bekommt Einblicke in ihre dunklen Seiten.
Dieses Buch zeigt einfach, dass es keine Brutalität oder viel Blut braucht, um spannend zu sein. Manchmal reicht schon eine Familie und die richtigen Verbindungen aus.

Allerdings gab es besonders am Anfang immer wieder Phasen, in denen es etwas überfordernd war mit den ganzen Protagonisten und ihren Verhältnissen. Da musste ich das ein oder andere Mal wieder zum Stammbaum, ganz vorne im Buch, blättern. Zudem beschlich mich das Gefühl, dass manche Dinge etwas repetitiv waren. Dieses Gefühl hielt allerdings nie wirklich lange an, denn irgendwann ist man so im Geschehen drin, dass sich alle Fäden langsam zusammenfinden und man an nichts anderes mehr denken kann.

Alles in allem konnte mich auch dieses Buch von Eva Björg Ægisdóttir wieder überzeugen. Durch die raue Landschaft Islands, das unbeständige Wetter und eine Familie die alles andere als perfekt ist, ergibt sich ein Krimi, der nur schwer mit anderen Büchern dieser Art zu vergleichen ist. Eine Empfehlung für alle, die vor psychologischer Raffinesse nicht zurückscheuen.

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Veröffentlicht am 28.12.2024

Eine fremde Welt

We hunt the Flame
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"We hunt the flame" von Hafsah Faizal ist ein Buch, das uns in eine unbekannte und ferne Welt bringt. Nach Arawiya. Einem Land in dem es so magisch und doch so mörderisch zugehen kann. Finalisiert durch ...

"We hunt the flame" von Hafsah Faizal ist ein Buch, das uns in eine unbekannte und ferne Welt bringt. Nach Arawiya. Einem Land in dem es so magisch und doch so mörderisch zugehen kann. Finalisiert durch Detailreichtum und Kulturen sowie Bräuchen, wird das Setting und die gesamte Geschichte lebendig.

Der Schreibstil ist eben sehr detailreich und zeigt auch die Protagonisten von jeder erdenklichen Seite, sodass die Handlung bzw. die Spannung vielleicht etwas zu kurz kommt, dies aber für mich nichts ausgemacht hat. Ebenfalls befindet sich am Ende des Buches ein Glossar, das umfassend alle arabischen Fremdwörter erklärt. So hilft es besonders zu beginn um alles zu verstehen. Mit der Zeit lassen sich die Bedeutungen der Wörter allerdings gut aus dem Kontext ableiten.
Die Geschichte ist so einfach, und doch so voller Tiefe und Gefühle, die mit der Zeit immer mehr zum Leben erwachen.

So auch die Protagonisten, über die man von Seite zu Seite immer mehr erfährt. Zafira als Jägerin ist die starke weibliche Protagonisten, die man sonst häufig vermisst. Sie gibt nicht einfach auf und würde alles für ihre Familie tun. Im Gegensatz dazu der Prinz des Todes oder einfach Nasir, der auf den ersten Blick ein ganz anderes Bild abgibt als Zafira. Beide zusammen zu erleben ist einfach aufregend. Zu lesen wie sie aufgewachsen sind und was sie erlebt haben, lässt sie lebendiger denn je wirken.

Dennoch hat mir zwischen den wunderbaren Beschreibungen und den vielen tollen Protagonisten etwas die Spannung gefehlt. Hier und da hätte es gerne mal eine Steigerung geben dürfen. So bleibt allerdings auch noch vieles zu klären - in einem zweiten Band, den ich definitiv lesen werde.

Dieses Buch ist definitiv eine Empfehlung für alle, die keine Angst vor Slowburn haben und Schreibstile lieben, die sehr detailreich und bildlich sind.

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Veröffentlicht am 01.11.2024

Wundervolle Illustrationen

Tiefsee-Monster
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4,5 / 5

In "Tiefsee Monster" tauchen wir in die Tiefen des Meeres ein und lernen Meeresbewohner kennen, die manchmal etwas anders sind, als man erwarten würde. Begleitet von wundervollen Illustrationen ...

4,5 / 5

In "Tiefsee Monster" tauchen wir in die Tiefen des Meeres ein und lernen Meeresbewohner kennen, die manchmal etwas anders sind, als man erwarten würde. Begleitet von wundervollen Illustrationen und Informationen, wird man zu einem kleinen Tiefseeexperten.

Die Illustrationen sind sehr farbenfroh, sodass die Bewohner der Tiefsee durch die Gestaltung mit Neonfarben, sich deutlich von dem immer dunkler werdenden Hintergrund abheben. So hat man wirklich Freude daran, sich die Illustrationen genauer anzuschauen.
Aber auch die Einleitung in das Buch ist sehr gut gelungen und bietet einen informativen Abstieg in die Tiefe. Dazu gibt es noch eine Doppelseite, die alles Meeresebenen und ihre Bewohner, untereinander und auf einen Blick zeigt – einfach gut gemacht.

Gut gemacht sind auch die Informationstexte: Es gibt immer so um die vier kleinen Texte mit Fakten und Wissenswertem zu jedem Lebewesen. Besonders anschaulich sind die Vergleiche mit Alltagsgegenständen, die dafür sorgen, dass man sich wirklich gut vorstellen kann, wie groß die Meeresbewohner sind. Hier und da hätte man womöglich dennoch einfach verständlichere Wörter verwenden können. Denn zwischendurch stolpert man über den ein oder anderen Begriff, der doch erst erklärt werden muss.

Abgesehen davon macht es einen Riesenspaß, durch die Seiten zu blättern und die Monster der Tiefsee näher kennenzulernen. Es sind definitiv ein paar Überraschungen und skurrile Namen dabei.

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Veröffentlicht am 24.09.2024

Absolut fesselnd

One Dark Window - Die Schatten zwischen uns
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4,25/5

"One dark Window - Die Schatten zwischen uns" von Rachel Gilling ist ein Buch voller Geheimnisse und Magie. Man trifft auf die unterschiedlichsten Protagonisten und eine Welt rund um Blunder, die ...

4,25/5

"One dark Window - Die Schatten zwischen uns" von Rachel Gilling ist ein Buch voller Geheimnisse und Magie. Man trifft auf die unterschiedlichsten Protagonisten und eine Welt rund um Blunder, die besonders durch ihre Atmosphäre besticht.

Der Einstieg in die Geschichte ist allerdings etwas holprig, sodass ich ein paar Seiten brauchte, um richtig in die Geschichte hineinzufinden, die Protagonisten und die Magie der Karten zu verstehen. Dafür beinhaltet das Buch eine Auflistung der Wichtigsten Dinge mitsamt Erklärungen, die alles ein wenig leichter macht. Doch auch der Schreibstil ist super angenehm und sorgt dafür, dass man in die Geschichte findet. Besonders die Beschreibungen lassen das Setting echt werden und eine ganz besondere Atmosphäre entstehen.

Mit Elspeth findet man zudem eine Protagonistin vor, die vor kaum etwas zurückschreckt und weiß, was sie will. Sie lässt sich auch von den Männern nicht unterkriegen, hat aber ein Geheimnis, das ihr zum Verhängnis werden könnte. Mit Ravyn verhält es sich ähnlich: Auch er hat etwas zu verbergen. So geht es allerdings vielen Protagonisten in diesem Buch. Dennoch hat er mir als Charakter supergut gefallen, einfach weil man seine Gefühle und seinen Zwiespalt immer gut verstanden hat, auch wenn das meiste aus der Sicht von Elspeth geschrieben wurde. Positiv ist auch, dass die Lovestory nicht zu viel Platz in der Handlung einnimmt und die Beziehungen, Verrat und diverse andere Dinge im Vordergrund stehen.

Insgesamt ist es also eine wirklich gelungene Geschichte, auch wenn ich am Anfang so meine Probleme hatte und zwischendurch immer mal Phasen waren, in denen die Geschichte nur s dahingeplätschert ist.
Eine Empfehlung ist es definitiv für alle, die ein neues Magiesystem kennenlernen wollen und bereit dafür sein, in eine dunkle Welt abzutauchen, in der nicht alles ist, wie es scheint.

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Veröffentlicht am 06.09.2024

Berührend und mitreißend

Alles, was ich geben kann – The Last Letter
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Kann Rebecca Yarros auch noch Bücher schreiben, die mich emotional nicht so sehr mitnehmen? Ich glaube nicht, denn „Alles was ich geben kann,“, hat mein Herz zerrissen und in mühsamer Arbeit wieder zusammengefügt. ...

Kann Rebecca Yarros auch noch Bücher schreiben, die mich emotional nicht so sehr mitnehmen? Ich glaube nicht, denn „Alles was ich geben kann,“, hat mein Herz zerrissen und in mühsamer Arbeit wieder zusammengefügt. Es ist ein Buch über Krankheit, den Tod, Gefühle jeglicher Art und natürlich die Liebe. Eine klassische Lovestory findet man hier definitiv nicht vor.

Mit Ella und Beckett hat Yarros zwei Protagonisten geschrieben, die so unterschiedlich wirken und doch Gemeinsamkeiten haben. Von Seite zu Seite lernt man sie besser kennen und lernt so viel über ihre Geschichte. Dazu kommen die Briefe zu Beginn eines jeden Kapitels, die noch tiefere Einblicke in ihre echten rauen Emotionen geben. Es ist spürbar, wie sie immer weiter zusammenwachsen und sich verändern.
Doch das wahre Highlight sind Ellas Kinder Colt und Maisie, die die Geschichte durch ihre Art ein Stück besser machen und zeigen, wie wichtig Zusammenhalt sein kann. Sie sind mir wirklich ans Herz gewachsen.
Generell passen die Protagonisten einfach in die Geschichte. Es gibt niemanden, der komplett aus dem Muster fällt.

Das liegt aber auch an dem Schreibstil, der zwar leicht ist, aber jedes noch so kleine Gefühl bestens rüberbringt. Er macht die Geschichte authentisch und entwickelt einen Bann, dem man sich nur schwer entziehen kann. Im Zusammenhang mit dem Setting kann man nicht anders, als sich ebenfalls in das Solitude zu wünschen.
Dennoch gab es immer wieder kleine Details, die mich gestört haben und die nicht unbedingt hätten sein müssen, aber im Gesamten hat mir das Buch wirklich gut gefallen.

Am liebsten würde ich noch so viel mehr schreiben, aber dann würde ich anfangen zu spoilern, deshalb empfehle ich diese Geschichte eben allen, die bereit sind, sich das Herz zerreißen zu lassen.

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