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Veröffentlicht am 09.10.2024

Ein ungewöhnlicher Fall

Love Letters to a Serial Killer
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Die Erzählerin Hannah Wilson aus Minneapolis arbeitet in der Kommunikationsabteilung einer gemeinnützigen Organisation, wo man sie nicht zu schätzen weiß, verliert ihre dortige Anstellung aufgrund ihrer ...

Die Erzählerin Hannah Wilson aus Minneapolis arbeitet in der Kommunikationsabteilung einer gemeinnützigen Organisation, wo man sie nicht zu schätzen weiß, verliert ihre dortige Anstellung aufgrund ihrer übermäßigen Aktivität in einem Internet-Forum für True Crime. Anstatt sich mit ihrem persönlichen Scheitern auseinanderzusetzen – beruflich und privat – entwickelt sich der obsessive Briefkontakt zu dem mutmaßlichen Serienkiller William zu einem neuen Lebensinhalt. Ihr ganz spezieller Charakter, der teils helfen will bei den Mordaufklärungen, teils Mitglied einer Gruppe sein will, teils aber auch eine starke emotionale Beziehung zum Serienkiller eingehen will, kommt glaubhaft im ersten Teil des Buches an. Im zweiten Teil geht es um den Serienkiller-Prozess mit weiteren eigenen Ermittlungen Hannahs am Gericht in Georgia, Williams Urteilsspruch nebst Heiratsantrag. Im dritten Teil hat Hannah William den Liebhaber bekommen, aber wo war William der Mörder? Hat sie immer Gewalt statt Liebe gewollt? Die Aufklärung wirkt konstruiert und unrealistisch mit zu vielen krankhaften Charakteren. Die ständige Angst Hannahs, von William endlich getötet zu werden, ist irgendwann kaum mehr glaubhaft, während die Einbeziehung des Forums sehr realistisch für die USA wirkt. Die sexuelle Obsession Hannahs stört in dieser gefährlichen Beziehung mit William als eher nebulöser Figur. Der Schreibstil gefällt.

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Veröffentlicht am 07.10.2024

Das Schlematal im Erzgebirge und seine Bergmannstraditionen

Die Sehnsucht nach Licht
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Die fiktive Bergmannsfamilie Steiner einiger Generationen mit der Hauptfigur Luisa präsentiert auf mehreren Zeitebenen das Alltagsleben von 1908 bis 2019, verwoben mit dem politischen Weltgeschehen und ...

Die fiktive Bergmannsfamilie Steiner einiger Generationen mit der Hauptfigur Luisa präsentiert auf mehreren Zeitebenen das Alltagsleben von 1908 bis 2019, verwoben mit dem politischen Weltgeschehen und den daraus resultierenden, teils nachteiligen Auswirkungen auf Mensch, Bergbau und Natur. Mit all seinen historischen Glanzzeiten und Tiefpunkten birgt der Roman viel Unterhaltung Neben den romantisierten Bergmannstraditionen, besonders den Lichttraditionen mit dem Schwibbogen, erfährt man viel Informatives über die damals vorhandenen Bodenschätze nebst ihren Abbautechniken und nicht nur mannigfachen gesundheitlichen Gefahren. Die angehängte Zeittafel des Bergbaus in diesem erzgebirgischen Abbaugebiet gibt einen guten geschichtlichen Gesamtüberblick. Als Hommage an die Lebensleistung der dortigen Bewohner könnte man diesen Roman begreifen. Das pragmatische Lebensmotto Neuer Tag bringt neue Hoffnung gefällt. Störend im Lesefluss ist jedoch der abrupte Zeitwechsel je Kapitel. Dadurch wirkt das Buch sehr konstruiert.

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Leichte Kost mit royalem Flair

Tee auf Windsor Castle
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Das Cover mit feiner Porzellantasse lädt In royalen Farben zur britischen Tee-Pause ein, edel gestaltet. Die beiden gesellschaftlich gegensätzlichen Hauptfiguren, die junge Schottin Kate Bulloch aus einfachen ...

Das Cover mit feiner Porzellantasse lädt In royalen Farben zur britischen Tee-Pause ein, edel gestaltet. Die beiden gesellschaftlich gegensätzlichen Hauptfiguren, die junge Schottin Kate Bulloch aus einfachen Verhältnissen, keine Royalistin. und die britische Queen Elisabeth, hier als betagte, trinkfeste Betty und ihr Hund Henry im Dienstbotenbereich, treffen zufällig aufeinander. Beide verbringen gesellige Stunden bei einem Pub-Besuch, einem Spaziergang im Park von Windsor Castle, einer Pokerparty in »Onkel Davids« Liebesnest. Der besondere Charme besteht aus Anspielungen in Dialogen und romantischen Anstreichungen und Vermerken in Büchern im Zusammenhang mit Mr. Hutton. Trotz ihrer verschiedenen Lebenswelten kann Kate schließlich die zehn royalen Lebensweisheiten akzeptieren mit neuem Blick auf ihr Leben. Der Romanschluss mit der Doppelgängerin Ioana wirkt sehr konstruiert, etwas unglaubwürdig. Der humorvolle Schreibstil gefällt.

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Veröffentlicht am 27.09.2024

Korrupte staatliche Instanzen in Italien und ihre Bekämpfung

All das Böse, das wir tun
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Auf zwei Zeitebenen geht es um Entführungen junger Mädchen: Vor dreißig Jahren war die Polizistin Itala Caruso auf den Spuren eines dreifachen Serienmörders, Perser genannt. In der Gegenwart geht es um ...

Auf zwei Zeitebenen geht es um Entführungen junger Mädchen: Vor dreißig Jahren war die Polizistin Itala Caruso auf den Spuren eines dreifachen Serienmörders, Perser genannt. In der Gegenwart geht es um die Entführung der Schülerin Amala, Nichte der Anwältin Francesca Cavalcante. Die komplexe, suspekte Romanfigur des Israeliten Gerry bringt mehr Spannung in diesen Thriller trotz bleibender finalen Fragen im überraschenden Romanende. Im Zusammenhang mit diesem und Italos` Charakter spielen Bibelzitate und ethische, moralische Fragen zum Bösen eine Rolle: z. B. »Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnet haben«, sagte der Gerry. Francesca erstarrt. oder Kann Böses auch getan werden, um etwas Gutes zu erreichen und ist es dann noch böse? Besonders die Ausführungen über asiatische Riesenhornissen und Aktivitäten der Pfadfinder sind interessant, ebenso die Einbeziehung der tatsächlich eingetretenen Flutkatastrophe im Jahre 1994 entlang des Tanaro. Insgesamt ist die Liste aller Beteiligten lang, was die Zuordnungen erschwert. Der Spannungsbogen im Zeitstrang der Vergangenheit hätte zügiger gespannt werden können bei verwirrender Korruption innerhalb der staatlichen Behörden.

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Veröffentlicht am 06.09.2024

Lehrreich, jedoch dadurch auch spannungsärmer.

Mit kaltem Kalkül
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Zu Beginn des Krimis werden während der Morgenbesprechung der Spezialeinheit „Extremdelikte“ drei ungewöhnliche Todesfälle vorgestellt, die aber kaum bis gar nicht im Verlauf des Buchs behandelt werden ...

Zu Beginn des Krimis werden während der Morgenbesprechung der Spezialeinheit „Extremdelikte“ drei ungewöhnliche Todesfälle vorgestellt, die aber kaum bis gar nicht im Verlauf des Buchs behandelt werden und nur am Ende wieder kurz aufgegriffen werden. Dann bis zur Hälfte des Thrillers werden die Aktivitäten des ehemaligen jordanischen Ex- Geheimdienstleisters Hassan Khalaf beschrieben, der sich als Einzelkämpfer auf die Suche nach dem vermissten achtjährigen Yasser Khatib macht. Erst durch seine verdeckten, anonymen Hinweise an die Berliner Polizei kommen schließlich beide Erzählstränge zusammen. Mit Rechtsmedizinerin Dr. Sabine Yao und der Leiterin der vierten Mordkommission des Berliner LKA Monica Monti stehen starke, erfolgreiche Charaktere im Mittelpunkt. Besonders im Zuge ihrer Zusammenarbeit werden viele Fachbegriffe nachvollziehbar ausführlich erklärt. Sicher lehrreich, jedoch führt ihre Häufigkeit auch zum Verlust von Spannung. Mit der Neuköllner High-Deck-Siedlung Berlin und der benachbarten Schattengesellschaft in der Bauwagensiedlung werden dortige soziale Brennpunkte benannt. Der Erzählstrang um die jüngere Schwester vom Yao, Mailin, wirkt zu sehr konstruiert, wirkt im Puzzle der Gesamtaufklärung deplatziert. Insgesamt nicht so gut wie die Vorgänger.

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