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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.09.2024

Sehr raffiniert und very british, spannende und erstklassige Unterhaltung garantiert!

Mrs Potts’ Mordclub und der tote Bürgermeister
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Suzie Harris nimmt als Besucherin an einer Stadtratssitzung teil, um ihr Ansinnen, ein Hotel im japanischen Stil zu errichten, erst einmal auszuloten.Doch ohne Vorwarnung stirbt der Bürgermeister zum Entsetzen ...

Suzie Harris nimmt als Besucherin an einer Stadtratssitzung teil, um ihr Ansinnen, ein Hotel im japanischen Stil zu errichten, erst einmal auszuloten.Doch ohne Vorwarnung stirbt der Bürgermeister zum Entsetzen aller Anwesenden. Was hat der absolut beliebte Geoffrey Lushington getan, um einen gewaltsamen Tod zu erleiden? Suzie ruft ihre Freundinnen Judith Potts und Becky auf den Plan, um gemeinsam mit der Polizei das Rätsel zu lösen.

Ein romantisches Cover bietet einen Blick auf ein historisch angehauchtes Dorf, hier lässt sich noch kein Hinweis auf einen Mord entdecken! Allerdings hat sich Robert Thorogood eine erstaunlich raffinierte Mordgeschichte ausgedacht, der man, jedenfalls ich, nicht so leicht auf die Spur kommen kann. Sein Schreibstil ist herrlich unkompliziert, flüssig und sehr detailreich, was für angenehmes Flair und wunderbar britisches Lokalkolorit sorgt.
Zwar erschien mir die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Polizeit etwas ungewöhnlich, aber die drei Damen nehmen die Leser*innen mit auf eine akribische Spurensuche, lassen an ihren Ideen und Geistesblitzen teilhaben und erzeugen mit ihren ganz privaten Lebensumständen, Sorgen und Nöten reichlich Schmunzelmomente! Man möchte sich am liebsten dazugesellen, um Tee, Kekse und eine Plauderrunde zu genießen.
Für mich war es der erste Band aus dieser Reihe, aber sicher nicht der letzte. Ich habe ihn als ungemein unterhaltsam und erstaunlich abwechslungsreich empfunden, konnte miträtseln und habe mich auch richtig amüsiert! Erstklassige britische Unterhaltung, eine gekonnte Mischung aus Cosy und Spannung, unbedingt empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 07.09.2024

Ein tragischer und doch wunderbar versöhnlicher Schicksalsroman mit brandaktuellem Hintergrund

Der Morgen nach dem Regen
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Johanna versucht, ihren geliebten Job bei den Vereinten Nationen und ihre kleine Familie unter einen Hut zu bringen. Ihre Tochter Elsa leidet unter ihrer ständigen Abwesenheit, doch Johanna kann und will ...

Johanna versucht, ihren geliebten Job bei den Vereinten Nationen und ihre kleine Familie unter einen Hut zu bringen. Ihre Tochter Elsa leidet unter ihrer ständigen Abwesenheit, doch Johanna kann und will ihre humanitären Einsätze nicht aufgeben. Tochter und Mutter entfremden sich, die Ehe zerbricht und das Schicksal schlägt unbarmherzig zu. Werden die beiden eines Tages zueinander finden?

Das zauberhafte Cover, das perfekt zum Titel passt, zeigt einen strahlenden Morgen.
Doch Melanie Levensohn nimmt ihre Leser zunächst mit auf eine lange Reise, eine Achterbahn der Gefühle, der ihre beiden Protagonistinnen nicht entkommen können. Man darf miterleben, wie berufliche Verpflichtungen und Gefühle zu einer inneren Zerrissenheit führen, das Schicksal zuschlägt und vermeintlich jede Annäherung unmöglich macht. Die beiden ehrgeizigen Frauen leiden stark darunter und versuchen doch, ihren eigenen Weg zu finden, aber erst ein schier unglaublicher Kraftakt kann den Konflikt der beiden aufbrechen und Milde, Nachsicht und Versöhnung ermöglichen.
Dieser zauberhafte, bewegende Roman spielt mitten in einem entsetzlichen, brandaktuellem Weltgeschehen, das sehr berührt und erschreckend real ist. Ein mutiges, kontrastreiches Setting, das mich sehr beeindruckt hat, wie insgesamt auch der ganze Roman. Unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 06.09.2024

Hippies versus Aristocrats – eine zauberhafte, bewegende und sehr fesselnde Geschichte

Season Sisters - Herbstschatten
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Autumn, die jüngste der Season Sisters, lebt ein sehr bescheidenes Leben auf der Farm ihrer Hippie-Eltern, deren Alltag aus regelmäßigen Sauf- und Sexorgien besteht. Es bleibt Autumn überlassen, sich um ...

Autumn, die jüngste der Season Sisters, lebt ein sehr bescheidenes Leben auf der Farm ihrer Hippie-Eltern, deren Alltag aus regelmäßigen Sauf- und Sexorgien besteht. Es bleibt Autumn überlassen, sich um die Tiere und den Hof zu kümmern, der ohne die heimliche Hilfe einer ihrer Schwestern längst nicht mehr existieren würde. Autumn begegnet ihrer ersten, intensiven Liebe, und auf einmal ist nichts mehr so, wie es einmal war.

Das wunderschöne Cover stimmt auf den Herbst ein und ist sehr ansprechend. Und Anna Helford versteht es, die Leser*innen in den Bann zu ziehen! In zwei Erzählsträngen entspinnt sich eine Geschichte, die es wahrlich in sich hat und gleichermaßen bewegt, wie auch fesselt. Autumn ist ein schüchternes, unerfahrenes Mädchen, fleißig, aber irgendwie auch völlig weltfremd. Und doch entdeckt sie eines Tages eine Spur in ihre Vergangenheit, die sich dem Leser/Hörer schon parallel offenbart und die wirklich beklemmende Züge annimmt. Was Liebe, Wahn, Egoismus und Hass anrichten können, wir hier gekonnt zu einem faszinierenden Roman verarbeitet.
Isabell Korda liest mit viel Einfühlungsvermögen und echter Hingabe, die dafür sorgen, dass man nicht nur Empathie empfindet, sondern auch abwechslungsreich unterhalten wird. Für mich ein sehr angenehmer und herrlich kurzweiliger Hörgenuss!

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Veröffentlicht am 01.09.2024

Eine bewegende und fesselnde Zeitreise durch Muranos Welt der Glaskunst

Das Geheimnis der Glasmacherin
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Auf Murano wird schon seit jeher Glas produziert. Als Maestro Rosso bei einem tragischen Unglück ums Leben kommt, übernimmt sein ungestümer, ältester Sohn den Betrieb. Aber auch seine Schwester Orsola, ...

Auf Murano wird schon seit jeher Glas produziert. Als Maestro Rosso bei einem tragischen Unglück ums Leben kommt, übernimmt sein ungestümer, ältester Sohn den Betrieb. Aber auch seine Schwester Orsola, der als Frau das Glasblasen eigentlich nicht erlaubt ist, sucht sich eine Nische und beginnt, bald sehr erfolgreich, Perlen zu drehen. Und verliebt sich verbotener Weise in Antonio. Kann es eine Zukunft für die beiden geben?

Noch nie habe ich ein schöneres Buch in den Händen gehabt! Das herrlich gestaltete Cover zeigt das historische Venedig, der Hintergrund erinnert an das fließende, marmorierte Glas Muranos und sogar der Schnitt folgt den Linien dieser Farbexplosion!
Auch die Geschichte erfüllte alle meine Erwartungen. Tracy Chevalier erzählt auf sehr empathische, liebenswerte und fesselnde Weise von Orsolas Leben, dessen Wendungen unerwarteter, ja überraschender nicht sein können. Durch die Zeitgeschichte begleiten wir sie, erleben Liebe und Trauer, Erfolge und Niederlagen, alles eingebettet in die malerische Umgebung Venedigs, das seinen ganz eigenen Mythos und Zauber verbreitet. Orsolas Schicksal berührt und nimmt einen mit, man kann das Buch schon bald nicht mehr aus der Hand legen. Wer gerne spannende Lebensgeschichten mag, die ohne Kitsch auskommen, und vielleicht noch eine Leidenschaft für Glas hat, wird dieses Buch lieben. Mich hat es absolut begeistert und ich kann es nur wärmstens empfehlen! Ein beeindruckendes Werk, einfach fantastisch!

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Veröffentlicht am 25.08.2024

Ein super spannender, unglaublich verzwickter und sehr rasanter Krimi!

Rübentod
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Der längst überfällige Abbau einer Rübenmiete in Prignitz fördert zum Schrecken aller Anwohner eine unkenntliche Leiche zutage. Ist es Zufall, dass die Lebensgefährtin des dem Alkohol verfallenen Bauern ...

Der längst überfällige Abbau einer Rübenmiete in Prignitz fördert zum Schrecken aller Anwohner eine unkenntliche Leiche zutage. Ist es Zufall, dass die Lebensgefährtin des dem Alkohol verfallenen Bauern seit längerem abgängig ist?
Marley Leonhardt, neue Polizeichefin in Neuruppin und ihr Team beginnen mit hindernisreichen Ermittlungen.

Das Cover mit der Krähe und dem wabernden Nebel ist düster, der rasante Einstieg in den Krimi erfüllt alle diesbezüglichen Erwartungen. Das Szenario ist richtig gruselig und das Team muss sich erst zusammenraufen, aber Polizeichefin Marley Leonhardt ist eine sehr lebensecht gezeichnete Protagonistin, die mit all ihren Eigenheiten auch eine gute Zusammenarbeit zustande bringt. Da zwickt und menschelt es natürlich, aber umso überzeugender gestalten sich die Ermittlungen, die zunächst beinahe stagnieren. Fleiß, Einfallsreichtum und Akribie zeigen aber bald erste Erfolge, mit denen ich als Leser*in absolut nicht gerechnet hätte.
Und das macht diesen Krimi einfach erstklassig! Ländliche Atmosphäre, angenehmes Lokalkolorit, sympathische Protagonisten und ein super spannendes, undurchsichtiges Setting sorgen für Brisanz, nehmen den Durchblick und schaffen unerwartete Abwechslung.
Dagmar Rosenbauer hat einen fesselnden, sehr lebendigen Schreibstil, der zusätzlich für großes Kopfkino sorgt und den Wunsch nach einer Fortsetzung weckt! Unbedingt lesen!

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