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Veröffentlicht am 16.09.2024

Der Garten

Dinner mit den Schnabels
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Die Pandemie hat seiner Firma den Rest gegeben. Eigentlich ein aufstrebender Architekt mit ein paar Angestellten war Simon Larsen plötzlich pleite. Er und seine Frau mussten das Haus verkaufen und zur ...

Die Pandemie hat seiner Firma den Rest gegeben. Eigentlich ein aufstrebender Architekt mit ein paar Angestellten war Simon Larsen plötzlich pleite. Er und seine Frau mussten das Haus verkaufen und zur Miete in eine Drei-Zimmer-Wohnung ziehen, mit ihren beiden Kindern. Und nun ist Simon schon eine ganze Weile arbeitslos und antriebslos. Seine Frau Tansy muss die Familie über Wasser halten. Für Tansys verstorbenen Vater, der ihre Mutter schon vor Jahren verlassen hat, soll es eine Gedenkveranstaltung geben. Dafür muss aber der Garten, in dem die Veranstaltung stattfinden soll, in Ordnung gebracht werden. Simon soll sich des Gartens annehmen und dafür hat er eine Woche Zeit.

Eine Woche für eine Gartenumgestaltung und das ohne Hilfe - ein ambitioniertes Projekt, das Simon erstmal damit beginnt, etwas anderes zu machen. Mit Tansy steht er am Bahnhof und wartet auf die Ankunft von Tansys Halbschwester, die die Familie eigentlich nicht kennt, bzw. von der sie beinahe nichts gewusst haben. Monica ist die Tochter des Vaters, die er mit seiner neuen Frau hatte. Die Tochter, deren Vater nicht während ihrer Kindheit verlassen hat. Als Tansy dann auch noch auf die Idee kommt, Monica einzuladen, bei ihr und Simon zu übernachten, ist Simon entsetzt. Nur die Kinder Mia und Lachie sind begeistert.

Ein Buch von der Wunschliste von einer bekannten Autorin, da kann man in der Bücherei schnell zugreifen. Und wenn es nicht so gut gefällt, kann man es zurückbringen, ohne es durchgelesen zu haben. Das war hier nicht der Fall, der Roman lässt sich gut bis zum Schluss lesen und gerade zum Ende hin dreht er richtig auf. Davor jedoch hat man etwas Mühe Sympathie für Simon, diesen Schlonz, zu empfinden. Er lässt sich zu sehr hängen. Da bringt die neue Halbschwester schon mir frischen Wind zwischen die Seiten, ihr hätte man eine größere Rolle gewünscht. Wenn man aber nach und nach mitbekommt, wer diese Schnabels eigentlich sind, wächst der Respekt vor dieser ungewöhnlichen Familie, bei denen man dann doch mal gerne zum Dinner eingeladen würde.

Veröffentlicht am 11.09.2024

Serienmörder

In Zeiten des Todes
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Anfang der 1990er wird in Bozen die Leiche einer jungen Prostituierten gefunden. Der relativ neu eingesetzte Kommissar Luther Krupp übernimmt den Fall. Er ist in eine eingeschworene Gemeinschaft hineinversetzt ...

Anfang der 1990er wird in Bozen die Leiche einer jungen Prostituierten gefunden. Der relativ neu eingesetzte Kommissar Luther Krupp übernimmt den Fall. Er ist in eine eingeschworene Gemeinschaft hineinversetzt worden, die ihm die Ermittlungen nicht leicht macht. Deshalb fordert er eine der wenigen Frauen an, die bei der Polizei arbeiten. Eigentlich ist der Einsatz vonFrauen bei der Mordkommission noch nicht erlaubt, aber Krupp setzt durch, dass Ariana Lici in die Nachforschungen eingebunden wird. Die akribischen Ermittlungen ergeben zunächst nicht viel. Krupp empfindet den Umfang mit der Familie des Opfers als sehr belastend. Durch die Erzählung der Eltern wird das Opfer von der Prostituierten zum Menschen.

Der neue Kommissar Luther Krupp will einen frischen Wind in die Truppe bringen. Schnell muss er feststellen, dass das nicht so einfach ist. Für viele seiner Kollegen ist die Verstorbene nur eine Nutte, drogensüchtig, und der Mord wahrscheinlich im Milieu zu verrotten. Also ein Fall, dem kaum weitere Bedeutung zuzumessen ist. Zu Fällen, die Ähnlichkeiten aufweisen, seien keine Zusammenhänge zu sehen. Krupp sieht das anders. Er vermutet, dass ein Serienmörder seine Stadt Bozen heimsucht. Sein Chef meint, was sei schon eine Tote gegen die vielen Drogentoten. Dem mag Krupp nicht folgen, er will den Mörder finden.

Es ist schon eine Tortur, die Kommissar Krupp durchmacht und die damit auch dem Leser zugemutet wird. Sein Enthusiasmus zu Beginn, die Intrigen der Kollegen, die Zusammenarbeit (oder auch nicht) mit der Presse, die Veränderung, die er im Laufe der Zeit durchmacht. Dazu die Schicksale der Opfer, das ist nicht leicht zu ertragen. Hinzu kommt, dass der Fall einem echten Fall nachempfunden ist. Bei dem Gedanken an die düstere Handlung zieht es einen eh schon runter, die Information das dem ein echter Fall zugrunde liegt führt zum Rumrätseleien, wie nah der Autor der Wirklichkeit gekommen ist oder wo er hineininterpretiert hat. Wie viel Unheil kann einer kleinen Großstadt wie Bozen innewohnen. Wenn man von den anderen Bücher des Autors zumindest einige kennt, kann es sein, dass man mit etwas unglücklichen Erwartungen an die Lektüre herangehen. Dennoch ist der Roman spannend und durch die strukturierte Erzählweise gut zu lesen.

Veröffentlicht am 10.09.2024

Ein toller Esel

Das Glück ist grau
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Der Journalist Christopher McDougall erwirbt mit seiner Frau eine Farm im am Rande eines Amisch County. Es dauert nicht lange und die Beiden beherbergen einige Tiere. Bald kommt ein kleiner Esel hinzu. ...

Der Journalist Christopher McDougall erwirbt mit seiner Frau eine Farm im am Rande eines Amisch County. Es dauert nicht lange und die Beiden beherbergen einige Tiere. Bald kommt ein kleiner Esel hinzu. Er wurde aus einer schlechten Haltung gerettet und Christopher konnte Sherman einfach nicht seinem Schicksal überlassen. Zunächst kümmert er sich um die gesundheitlichen Probleme des Esels. Doch wie soll er die Seele des Tieres wieder aufrichten? Sherman scheint allen Mut und das Vertrauen verloren zu haben. Als Christopher von den Esel Rennen erfährt, hat er eine Idee. Er, selbst ein Läufer, versucht, Sherman zu trainieren und erfährt erstmal, was man dabei alles falsch machen kann.

Wenn man weder etwas vom Laufen versteht noch etwas über die Haltung von Eseln weiß, bietet dieses Buch einige Überraschungen. Der Autor selbst wird von seinem Wunsch zu helfen angetrieben. Er will Shermans Leben wieder lebenswert machen und er stellt fest, dass Sherman sehr wohl merkt, wer ihm Gutes tut. Das heißt nicht, dass immer alles glatt geht, aber die beiden grooven sich ein. Das große Ziel, von dem Sherman nichts weiß, ist ein Esel-Rennen. Auf dem Weg dahin gibt es einige Hindernisse zu überwinden. Manchmal schient das Ziel in unerreichbare Ferne zu rücken.

Halb dokumentarisch ist dieses Buch, beinahe romanhaft geschrieben. Man kann Shermans Geschichte im Internet finden und sich freuen, mit welcher Energie er durch die Gegend trabt. Man merkt, dass der Autor Läufer ist und sich für viele Arten des Laufens begeistert. Er begeistert sich auch für Menschen. So hat er liebenswerte Worte und Geschichten über viele Menschen aus seiner Umgebung. Manchmal wird schweift er dabei etwas ab, so dass es für Leser, denen die Expertise an gewissen Themen fehlt, etwas langatmig werden kann. Auch ist zu finden, dass der Autor inzwischen auf Hawaii lebt. Bleibt also zu hoffen, dass Sherman entweder mitkommen konnte oder er ein anderes liebevolles zuhause gefunden hat. Shermans Rettung und wie er wieder aufgepäppelt wird ergibt eine berührende Erzählung, die eine ansprechende Erweiterung des Lesekanons darstellt.

Veröffentlicht am 03.09.2024

Die Auserwählten

The Atlas Six
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Libby hat gerade ihren Abschluss an der Universität für Magische Angelegenheiten gemacht. Eigentlich ist sie etwas angesäuert, weil ihr Kommilitone Nico das begehrte Stipendium erhalten hat. Da bekommen ...

Libby hat gerade ihren Abschluss an der Universität für Magische Angelegenheiten gemacht. Eigentlich ist sie etwas angesäuert, weil ihr Kommilitone Nico das begehrte Stipendium erhalten hat. Da bekommen beide eine Einladung von dem geheimnisumwitterten Altas Blakely. Dieser vertritt die nach allgemeinem Wissen verschwundene Bibliothek von Alexandria und diese bietet alle zehn Jahre den sechs besten Absolventen an, ihre Studien in der Bibliothek fortzusetzen. Nur kurz haben die Kandidaten Zeit eine Entscheidung zu treffen. Als ewige Konkurrenten sagen Libby und Nico natürlich zu.

In diesem ersten Band einer Trilogie lernen sich die sechs Neulinge für die Bibliothek von Alexandria, die immer wieder ihren Ort gewechselt hat. Zu Libby und Nico, den Physiomagiern, gesellen sich Reina, eine Naturmagierin, der Empath Callum, die Telepathin Parisa und Tristan, der jede Illusion durchschaut, auch wenn man nur eine kleine Hautunreinheit abdecken möchte. Die Sechs sind schon sehr unterschiedlich und als sie erfahren, dass sie zwar sechs Kandidaten sind, aber nur fünf von ihnen aufgenommen werden, wird die Konkurrenzsituation noch intensiver. Wie sollen sie sich verhalten? Allianzen bilden? Sich zusammenraufen? Von den Angehörigen der Bibliothek bekommen sie nur wenig mit. Nur Atlas und Dalton Ellery halten einige Vorträge. Ansonsten sind sie frei in ihren Studien.

Manchmal hat die Bibliothek, hier die örtliche, doch etwas Gutes. Wenn man sich vor einiger Zeit nicht sicher war, ob einem ein Buch gefallen kann, hat man in der Bücherei die Chance seine Unsicherheit nahezu kostenfrei in Sicherheit zu verwandeln. Zunächst erscheinen die Kandidaten in diesem Roman übermäßig befähigt, tappen jedoch lange im Dunkeln, was die Bibliothek anbetrifft. So ist besonders der Beginn des Buches etwas mühsam. Ab einem gewissen Punkt gibt es jedoch Hinweise, dass der Zweck des Betriebs der Bibliothek von Alexandria ein anderer ist als der bloße Wissensspeicher und auch Atlas und Dalton eigene Pläne verfolgen, dann beginnt dieser erste Band einer Dark Academia Reihe richtig interessant zu werden. Es werden etliche Rätsel angerissen und wie es sich für einen ersten Band gehört nicht alle gelöst. Ob man die Reihe weiterverfolgen wird, wird man den Angeboten der Bücherei überlassen, denn die Unterhaltung war gut.

Veröffentlicht am 30.08.2024

Schwester Detektivin

Verbrannte Gnade
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Ihr Leben verlief nicht immer geradlinig, das hat ihr einige Tattoos eingebracht und einen besonderen Musikgeschmack. Von ihrer Liebe zu Frauen hat sie sich eine Auszeit verschrieben. Sister Holiday ist ...

Ihr Leben verlief nicht immer geradlinig, das hat ihr einige Tattoos eingebracht und einen besonderen Musikgeschmack. Von ihrer Liebe zu Frauen hat sie sich eine Auszeit verschrieben. Sister Holiday ist in ein Kloster in New Orleans eingetreten und unterrichtet in einer katholischen Schule, die zum Kloster gehört. Lehrer und Schüler sind gleichermaßen entsetzt als es in der Schule brennt. Doch Sister Holiday ist es, die es so eben schafft, zwei Schüler zu retten. Leider jedoch kann Jack, der Hausmeister, nur tot geborgen werden. Alles deutet auf Brandstiftung hin und Sister Holiday will herausfinden, wer einen Grund hatte der Schule zu schaden.

Mit diesem ersten Band einer neuen Reihe startet eine Amateur-Detektivin mit ihren Ermittlungen, die überrascht. Sie ist nicht mit Pater Brown zu vergleichen. Sister Holiday hat ihren eigenen Charme. In ihrer Jugend hat sie nichts ausgelassen, doch als ihre Freundin Nina einen Mann heiratet, ist sie verzweifelt. Nicht nur das, aber auch das veranlasst sie, sich vom weltlichen zurückzuziehen und im Kloster ein anderes Leben zu suchen. Sister Holiday merkt jedoch bald, dass sie immer noch nah am Leben dran ist. Nach der Brandstiftung unternimmt sie deshalb alles, um den Täter zu finden. Dabei hilft sie der Feuerwehrinspektorin Magnolia Riveaux.

Noch ist die Detektei Erlösung nicht geboren, aber dennoch stellen die beiden Frauen jede auf ihre Art Nachforschungen an. Das tun sie auf spannende Weise. Es ist nicht so einfach, dieses Rätsel zu entschlüsseln. Schließlich ist es kaum zu fassen, eine Brandstiftung in einer Schule und es wird in Kauf genommen, dass Menschen zu Schaden kommen. Kann es ein Schüler gewesen sein oder gar eine der Schwestern, jemand vom Personal oder jemand von außen. Auch als Leser oder Hörer beginnt man mitzurätseln und ist dann doch überrascht, ob des ein wenig abgehobenen Finales. Sister Holiday ist eine Ermittlerin, die neugierig macht und viel Sympathie weckt. Eine Reihe, die sich sicher noch entwickeln kann, die man sich dennoch gerne merkt.

Das Hörbuch wird hervorragend vorgetragen von Gisa Flake, die den handelnden Personen auf eine Art eine Stimme verleiht, dass man glaubt, man könne sie sich richtig vorstellen.

Was einen aber wirklich auf das Buch aufmerksam macht ist das psychedelisch farbenfrohe Cover, welches einem das Besondere an Sister Holiday nahebringt.