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Maimouna19

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Veröffentlicht am 24.04.2025

Mord in der Wachau

Tödliche Marillenzeit
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„Tödliche Marillenzeit“ spielt in der österreichischen Wachau mit ihrer wunderschönen Landschaft, bestimmt durch die Donau, Marillen- und Weingärten.
Hier lebt Lou Conrad, Ex-Polizistin und Inhaberin des ...

„Tödliche Marillenzeit“ spielt in der österreichischen Wachau mit ihrer wunderschönen Landschaft, bestimmt durch die Donau, Marillen- und Weingärten.
Hier lebt Lou Conrad, Ex-Polizistin und Inhaberin des beliebten Feinkostladens „Lous köstliche Welt“, in dem sie regionale Delikatessen verkauft. Sie fühlt sich wohl im heimischen (fiktiven) Marienkirchen, in dem ihre Eltern ein Weingut betreiben. Zusammen mit ihrem Berner Sennenhund wohnt sie in einem kleinen Winzerhaus, genießt die Idylle der Wachau.
Gerade ist die Zeit der Marillenernte und Lou bereitet aus den Früchten Köstlichkeiten für ihr Geschäft zu. Die dafür benötigten Marillen erhält sie von Marta, einer Obstbäuerin aus der Region. Doch dann bekommt die Idylle plötzlich einen Riss: Lou findet Marta tot in ihrem Marillengarten. Schnell ist klar, dass es sich um Mord handelt. Doch wer hat die allseits beliebte Obstbäuerin ermordet? Für die Polizei ist der Ex-Mann der Toten der Hauptverdächtige, für die Einheimischen ist klar, dass es keiner der Ihren gewesen sein kann, es muss ein Tourist gewesen sein oder Obstdiebe, die einen Teil von Martas Marillenernte gestohlen haben.
In Lou kommt die Polizistin durch und sie macht sich auf Spurensuche, nicht ohne auch sich selbst in Gefahr zu bringen. Und dann geschieht ein zweiter Mord...
Beate Maxian ist eine österreichische Autorin und vor allem bekannt durch ihre Wien-Krimis mit der Journalistin Sarah Pauli. „Tödliche Marillenzeit“ ist Lou Conrads zweiter Fall, für mich allerdings der erste Krimi von Beate Maxian. Die Lektüre hat Spaß gemacht, so dass ich bei Gelegenheit sicher auch den ersten Fall ( „Ein tödlicher Jahrgang“) noch lesen werde. Grundsätzlich ist es auch kein Problem, die Bücher nicht in der „richtigen“ Reihenfolge zu lesen, da es sich immer um abgeschlossene Geschichten handelt.
„Tödliche Marillenzeit“ ist ein atmosphärischer Krimi mit viel Lokalkolorit, Beschreibungen von Landschaft und Orten macht Lust auf eine Reise in die Wachau. Ich hatte relativ schnell eine Ahnung, wer der Mörder sein könnte, und dieser Verdacht wurde am Ende auch bestätigt - das hat der Spannung allerdings keinen Abbruch getan.
Wem Krimis mit regionalem Flair und einer sympathischen Ermittlerin gefallen, der ist hier genau richtig. Kurzweiliges Lesevergnügen ist garantiert, genau die richtige Lektüre für ein paar entspannte Lesestunden. Ach ja, und für den, der es braucht, gibt es natürlich auch noch einige Marillenrezepte im Anhang!

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Frauenleben

Dream Count
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Chimamanda Ngozi Adichies „Dream Count“ ist ein Roman über vier Frauen, die um ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben kämpfen, sich danach sehnen „erkannt“ und geliebt zu werden:
Chiamaka stammt aus ...

Chimamanda Ngozi Adichies „Dream Count“ ist ein Roman über vier Frauen, die um ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben kämpfen, sich danach sehnen „erkannt“ und geliebt zu werden:
Chiamaka stammt aus einer extrem wohlhabenden nigerianischen Familie und lebt als nicht sonderlich erfolgreiche Reiseschriftstellerin in den USA. Da sie wegen der Covid-Pandemie nicht reisen kann, sondern allein in ihrem Haus sitzt, lässt sie ihre vergangenen Beziehungen Revue passieren und sinniert über den „perfekten“ Mann, mit dem sie ihr Leben verbringen möchte.
Zikora, ihre beste Freundin, ebenfalls Nigerianerin, ist eine erfolgreiche Anwältin in den USA. Auch sie ist auf der Suche nach dem perfekten Mann und möchte unbedingt ein Kind haben. Doch als sie endlich schwanger ist, verlässt sie ihr vermeintlicher Traummann.
Kadiatou, Chias Haushälterin, kam aus Guinea als Geflüchtete in die USA und erhofft sich ein ruhiges, sicheres Leben für sich und ihre Tochter Binta. Doch dann wird sie bei ihrem Job als Zimmermädchen in einem Hotel Opfer eines sexuellen Übergriffs und ihr Leben nimmt eine dramatische Wendung.
Die Vierte im Bunde ist Omelogor, Chias Cousine, erfolgreiche Bankerin in Nigeria, die bei der Verschleierung mehr oder weniger illegaler Geschäfte hilft. Gleichzeitig zweigt sie selbst Geld ab und ermöglicht damit nigerianische Frauen den Aufbau eigener geschäftlicher Existenzen. Sie hat weder den Wunsch nach Heirat noch nach Kindern, sondern ist glücklich mit nie lange dauernden Affären.

Anhand der Geschichten dieser vier Frauen werden Themen wie Fehlgeburten, Abtreibungen, häusliche Gewalt, Genitalverstümmelung, Erwartungen an Frauen in einer patriarchalischen Gesellschaft, Mutter-Tochter-Beziehungen, soziale Ungleichheit usw. angesprochen. Und im Fall dieser vier Frauen spielt natürlich auch immer Rassismus, ob bewusst oder unbewusst, eine Rolle.

Der „Dream Count“ bezieht sich auf die verpassten Chancen im Leben, die in diesem Buch meistens mit Männern zu tun haben. Und das sind immer miese Kerle, die lügen, betrügen und vergewaltigen. Das war mir dann des Guten doch fast zu viel.
Insgesamt ist es ein gut lesbares Buch, unterhaltsam geschrieben, aber auch ein bisschen blass mit einigen Längen, so dass es mir wohl nicht allzu lange im Gedächtnis bleiben wird (bei „Americanah“ war das ganz anders).

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Veröffentlicht am 21.01.2025

Mythische Namen und irdische Probleme

Hey guten Morgen, wie geht es dir?
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Martina Hefters Roman „Hey guten Morgen, wie geht es Dir?“ erzählt die Geschichte von Juno, einer Tänzerin und Performance-Künstlerin Anfang 50. Sie pflegt ihren schwerkranken Mann Jupiter, seines Zeichens ...

Martina Hefters Roman „Hey guten Morgen, wie geht es Dir?“ erzählt die Geschichte von Juno, einer Tänzerin und Performance-Künstlerin Anfang 50. Sie pflegt ihren schwerkranken Mann Jupiter, seines Zeichens Schriftsteller. Ihre finanzielle Situation ist wie bei vielen Kulturschaffenden prekär, Geld fließt nur unregelmäßig, sie kommen mehr schlecht als recht über die Runden. Jupiters Bewegungsradius ist mehr oder weniger auf ihre heruntergekommene Altbauwohnung in Leipzig beschränkt, während Juno einen großen Bewegungsdrang hat – sie verbringt ihre Zeit mit Dehnungs-und Kraftübungen, Ballettstunden, etc.
Ihre schlaflosen Nächte verbringt sie im Internet, chattet mit sogenannten Love-Scammern, jungen Männern, oft aus afrikanischen Ländern, die mit falschen Identitäten liebesbedürftigen Europäerinnen Zuneigung vorheucheln und versuchen, ihnen Geld aus der Tasche zu ziehen.
Juno macht sich einen Spaß daraus, auf diese Scammer einzugehen, um so für einige Stunden ihrem Alltag zu entfliehen und sich eine Art von Freiheit zu schaffen, die ihr im realen Leben versagt ist. Sie irritiert die Love-Scammer so lange durch abstruse und verlogene Antworten bis diese sie blocken und abtauchen. Doch dann trifft sie auf Benu, einen jungen Mann aus Nigeria, der auch nach seiner Enttarnung den Kontakt aufrechterhält. Es entwickelt sich ein Zwiegespräch zwischen den beiden, sie wechseln zu WhatsApp und Videotelefonaten. Ihrem Mann Jupiter erzählt sie nichts von Benu.

Viel passiert in diesem Roman nicht, es ist eher ein Mix aus Alltagsbeobachtungen und Gedanken, flüssig geschrieben, in einer ruhigen, unaufgeregten Erzählweise, gleichzeitig aber auch fantasievoll und poetisch. Das Thema Mythologie nimmt einen gewissen Raum ein, ich kann damit wenig anfangen, beschäftige mich nicht mit Sternbildern, habe auch Lars von Triers Film „Melancholia“ nicht gesehen. Abgesehen davon deckt die Geschichte allerdings viele große Themen ab von Liebe, Misstrauen, Einsamkeit, Ausbeutung Ausgrenzung, der schwierige, weil nicht barrierefreie Alltag von Kranken und Beeinträchtigten bis hin zu Altersdiskriminierung, bietet also reichlich Stoff zum Nachdenken.

Nach wie vor bin ich eher ein Fan des geschriebenen Wortes, bei Hörbüchern schweifen meine Gedanken viel schneller ab und die Konzentration verliert sich. Das war hier allerdings dank der ruhigen und klaren Sprechweise von Inka Löwenberg nicht der Fall.
Ob der Roman den Buchpreis 2024 verdient hat oder nicht, vermag ich nicht zu beurteilen, mir hat die Geschichte jedenfalls gut gefallen und wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben.

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Veröffentlicht am 06.11.2024

Spannend, aber beklemmend

Reichskanzlerplatz
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„Reichskanzlerplatz“ spielt in der Zeit von 1919 – 1945 und Nora Bossong verknüpft biographische Daten von Magda Goebbels mit der fiktiven Figur des Hans Kesselbach, dem Erzähler der Geschichte. Hans lernt ...

„Reichskanzlerplatz“ spielt in der Zeit von 1919 – 1945 und Nora Bossong verknüpft biographische Daten von Magda Goebbels mit der fiktiven Figur des Hans Kesselbach, dem Erzähler der Geschichte. Hans lernt Magda Quandt durch seinen Schulkameraden Hellmut Quandt, dem Stiefsohn der nur wenige Jahre älteren Magda kennen. Hans ist verliebt in Hellmuth, doch kann ihm diese Liebe nicht gestehen, da ein Bekenntnis zur Homosexualität in dieser Zeit einem gesellschaftlichen Selbstmord gleichkommt bzw. geradezu lebensgefährlich ist. Nach dem frühen Tod von Hellmuth beginnen die in Scheidung lebende Magda und Hans eine kurze Affäre, sie wohl eher aus Langeweile, er um seine Homosexualität zu kaschieren. Auch nach Ende ihrer Liaison haben Magda und Hans immer wieder sporadisch Kontakt; Magda heiratet Joseph Goebbels und steigt zur glühenden Verfechterin und blonden Vorzeige-Ikone des Nationalsozialismus auf, während Hans weiterhin seine homosexuellen Neigungen versteckt, um sich bzw. seine Karriere als Ministerialbeamter nicht zu gefährden.
Auch wenn „Reichskanzlerplatz“ als „das intensive Porträt der Frau, die Magda Goebbels wurde, und ihres Liebhabers Hans“ beworben wird, ist es für mich doch eher die Geschichte von Hans Kesselbach, eines opportunistischen Mitläufers, der von den Nationalsozialisten verfolgten Freunden in Not nicht hilft, sondern wegschaut und verdrängt. Magda bleibt eher blass, ist eine, wenn auch wichtige, Nebenfigur, die ihre Entscheidungen immer bewusst trifft. Ihr Ziel ist es, eine prominente Stellung in der Gesellschaft zu erreichen, jemand zu sein. Auch wenn sie dafür einiges in Kauf nehmen muss, ist sie für mich eine eiskalte, emotionslose Figur, der selbst die Schicksale ihres jüdischen Stiefvaters sowie ihres jüdischen Jugendfreundes völlig gleichgültig sind. Da kommt bei mir auch kein Mitleid auf, dass sie unter den Affären ihres Mannes, Joseph Goebbels, zu leiden hat.
Nora Bosseng hat ein beeindruckendes Porträt der NS-Zeit geschrieben, spannend, aber auch beklemmend. Ein lesenswertes Buch, das zum Nachdenken anregt. Mir graust es, wenn ich Parallelen zwischen der damaligen Zeit und der aktuellen politischen Lage ziehe….

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Veröffentlicht am 11.09.2024

Spannender Provence-Krimi

Mörderisches Lavandou (Ein-Leon-Ritter-Krimi 5)
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Es hätte so ein schöner Spätsommer im idyllischen Feriendörfchen Le Lavandou in der Provence werden können – nur noch wenige Touristen, der Sommertrubel ist vorbei. Doch dann verschwindet eine junge Frau ...

Es hätte so ein schöner Spätsommer im idyllischen Feriendörfchen Le Lavandou in der Provence werden können – nur noch wenige Touristen, der Sommertrubel ist vorbei. Doch dann verschwindet eine junge Frau und wird wenige Tage später tot aufgefunden. Sie wurde bestialisch gequält und brutal ermordet. Für den Vater der Ermordeten steht der Täter sofort fest – es kann nur ihr Freund gewesen sein, Pierre Roussel, Mitarbeiter einer Stuntshow, die in Le Lavandou ihr Winterlager aufschlagen wollen.
Statt den provenzalischen Spätsommer zu genießen, machen sich der deutsche Rechtsmediziner Leon Richter und seine Lebensgefährtin, die stellvertretende Polizeichefin, Isabelle Morell, auf die Suche nach dem Täter. Kurze Zeit später wird eine zweite Frauenleiche, ähnlich grausam zugerichtet, gefunden. Die lokalen Autoritäten machen Druck, fürchten negative Auswirkungen auf den Tourismus. Auch der lokale Polizeichef erwartet eine schnelle Lösung, will unbedingt schnell einen Täter präsentieren, um seiner Karriere einen Schub zu verpassen.
Auch ohne Kenntnis der Vorgängerbände – „ Mörderisches Lavandou“ ist der 5. Fall für Leon Richter - kann man der Geschichte problemlos folgen. Es gibt diverse Hinweise auf die Vergangenheit von Leon Richter, wie es dazu kam, dass ein deutscher Rechtsmediziner im beschaulichen Le Lavandou gelandet ist, wie aus ihm und Isabelle Morell ein Paar geworden ist, etc. Für Leser, die nicht mit dem 1. Fall der Reihe angefangen haben, durchaus hilfreiche Informationen. Spätestens, wenn man ein zweites Buch aus der Reihe liest (ich hatte schon den aktuellsten Fall – „Verräterisches Lavandou“, der 10. Fall für Leon Richter, gelesen), fangen diese Wiederholungen aber an, etwas zu langweilen. Ich verstehe zwar die Notwendigkeit dieser Wiederholungen, ansonsten müsste man die Reihe mit dem 1. Fall beginnen und könnte nicht zwischendurch einsteigen. Bei mir führt das allerdings normalerweise dazu, dass ich spätestens nach dem dritten Fall aus einer Reihe wieder aussteige.
Beliebtes Stilmittel ist der Prolog, so auch in dieser Geschichte. Beschrieben wird hier wie der Täter seines ersten Opfers habhaft geworden ist, natürlich ohne genaue Hinweise. Dadurch entsteht sofort Spannung und bleibt durch das ganze Buch bestehen, da man ständig grübelt, wem man dieses Vorgehen zutrauen würde. War es der Gärtner Joseph Talbot, der als Jugendlicher Tiere gequält hat und später wegen Leichenschändung in der Psychiatrie gelandet ist? Oder der Maler Antoine, der mit Vorliebe Skizzen von menschlichen Gliedmaßen anfertigt? Es gibt noch weitere unsympathische Zeitgenossen in Le Lavandou: den Tabakladenbesitzer Michel mit seiner ziemlich rechtsextremistischen Einstellung, den Buchhändler Nortier, bei dem Leon seine Zeitungen kauft, der ihm aber nicht sehr sympathisch ist oder der Pfarrer Père Dumont, der mit seinen pädophilen Neigungen kämpft. Verwirrende Hinweise, falsche Fährten und dramatische Entwicklungen halten das Spannungslevel bis zum Schluss aufrecht!
Nach wie vor sind mir Leon und Isabell, die sich weder durch den Druck von Polizeichef oder lokalen Autoritäten in ihrer Ermittlungsarbeit beindrucken lassen, sehr sympathisch und die Beschreibung von Land und Leuten versetzen mich sofort in die Provence. Auch mit „Mörderisches Lavandou“ ist Remy Eyssen die perfekte Mischung aus spannendem Krimi und Beschreibung der provenzalischen Idylle gelungen.
Von den diversen Krimireihen mit Lokalkolorit, die es inzwischen gibt, ist die Reihe um Leon Richter sicher eine der besten! Falls ich mal wieder Sehnsucht nach der Provence verspüre, werde ich noch zu einem weiteren Fall von Leon Richter greifen. Die gesamte Reihe wird es eher nicht werden, ein so eingeschworener Leon Richter Fan bin ich dann doch nicht.

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