Platzhalter für Profilbild

Shilo_

Lesejury Star
offline

Shilo_ ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Shilo_ über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.09.2024

Leicht zu lesen und recht unterhaltsam

Die Berghebamme – Hoffnung der Frauen
0

Max, ihr Freund aus Kindertagen, bittet die junge Maria, wieder in ihr Heimatdorf Brannenburg zurückzukehren, um hier den werdenden Müttern beizustehen. Im Münchner Gebärhaus hat Maria gerade ihre Ausbildung ...

Max, ihr Freund aus Kindertagen, bittet die junge Maria, wieder in ihr Heimatdorf Brannenburg zurückzukehren, um hier den werdenden Müttern beizustehen. Im Münchner Gebärhaus hat Maria gerade ihre Ausbildung zur Hebamme mit Bravour abgeschlossen. Nach einigem Zögern kehrt Maria wieder an den Ort zurück, in dem sie von ihrer ihr unbekannten Mutter ausgesetzt wurde und, als "Bankert" verachtet, aufwuchs. Nun hofft sie, hier als anerkannte Hebamme endlich geachtet zu werden. Doch Alma, die alte Geburtshelferin, weigert sich das Feld zu räumen und macht Maria das Leben zur Hölle.
Dieser erste Teil der Trilogie erzählt von alten und festgefahrenen Traditionen. Neuerungen, wie die absolut wichtigen hygienischen Vorschriften, finden bei den Alteingesessenen keine Beachtung. Auch das mir völlig unverständliche Mitspracherecht der katholischen Kirche wird deutlich beschrieben.
Der Leser begleitet nun Maria von einer Geburt zur nächsten, was mir persönlich mit der Zeit doch zu viel wurde. Denn es ist immer dasselbe, nur die gebärenden Protagonisten wechseln sich ab. Ohne große Spannung, Höhen und Tiefen dröppelt die Handlung vor sich hin.
Trotzdem ist es ein recht unterhaltsames Buch, das sich gut zum Zwischendurchlesen eignet. 3 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.09.2024

Spannendes Thema, jedoch teilweise unrealistisch

Im Warten sind wir wundervoll
0

Nachdem mich der Klappentext dieses Buches sehr angesprochen hatte, freute ich mich auf fesselnde Lesestunden. Von den War Brides hatte ich bis dato noch nichts gehört und war daher sehr gespannt.
Charlotte ...

Nachdem mich der Klappentext dieses Buches sehr angesprochen hatte, freute ich mich auf fesselnde Lesestunden. Von den War Brides hatte ich bis dato noch nichts gehört und war daher sehr gespannt.
Charlotte Inden erzählt in zwei Handlungssträngen jeweils eine Liebesgeschichte. Während die erste im Jahr 1948 von der jungen Luise Adler handelt, bezieht sich die zweite auf deren Enkelin Elfi, die 70 Jahre später, wie schon ihre Großmutter zuvor, ebenfalls nach New York fliegt, um hier ihre Liebe zu heiraten.
Das Schicksal von Luise empfand ich als nachvollziehbar und berührend. Dagegen nahm für mein Empfinden die Geschichte von Elfi viel zu viel Platz in diesem Buch ein. Dadurch rückte das interessante Geschehen um Luise zu sehr in den Hintergrund. Auch fehlte hier Tiefe und Spannung. Ebenso wirkte Elfi sehr unrealistisch für eine junge Frau der Gegenwart.
Der Schreibstil der Autorin konnte mich ebenfalls nicht so richtig begeistern. Er ist einfach und unspektakulär gehalten.
Dieser Roman ist für kalte Herbsttage gut geeignet, doch man sollte an ihn keine zu großen Ansprüche stellen. 3 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.09.2024

Die Schrecken der Sklaverei

So gehn wir denn hinab
0

Nachdem bereits ihre Eltern verkauft wurden, verkauft ihr Vater, der weiße Plantagenbesitzer, auch die junge Annis an Sklavenhändler. Angebunden an weitere Mitgefangene wird Annis hunderte Kilometer von ...

Nachdem bereits ihre Eltern verkauft wurden, verkauft ihr Vater, der weiße Plantagenbesitzer, auch die junge Annis an Sklavenhändler. Angebunden an weitere Mitgefangene wird Annis hunderte Kilometer von South Carolina nach New Orleans getrieben. Auf dem Sklavenmarkt wird sie von "Lady", einer für ihre Grausamkeit gefürchteten Frau, ersteigert. Trotz Hungers muss Annis im Haushalt und auf der Zuckerrohrplantage bis zum Umfallen schuften. Geringste Vergehen ziehen eine furchtbare Strafe nach sich.
Annis rettet sich in Visionen, in denen sie mit Aza kommuniziert, die sie in Gestalt ihrer Großmutter und Mutter sieht. Dieses gibt ihr die Stärke sich schließlich aus der Sklaverei zu befreien.
Mit einem ruhigen Erzählstil beschreibt Jesmyn Ward die Gnadenlosigkeit der Sklaverei, in der die Menschen lediglich als Ware angesehen werden. Die Protagonistin ist vielschichtig beschrieben, so dass es möglich war, mich in sie hineinversetzen zu können. Auch ihre Flucht in die Vision von Aza, die für Annis als Realität betrachtet wurde, war durchaus nachvollziehbar. Doch leider nahmen diese Fluchten für meinen Geschmack zu viel Platz in dem Roman ein. Die Realität geriet in den Hintergrund und das Lesen wurde zäh. Hier hätte ich mir doch mehr Geschehen gewünscht. Aus diesem Grund bekommt dieser Roman von mir ledigleich 3 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.08.2024

Ein Buch gegen das Vergessen

Das Versprechen eines neuen Tages
0

in das Süddeutsche KZ Erlenbach deportiert. Hier muss sie unter den extremsten Bedingungen im geheimen Flugzeugbauwerk der Firma Messerschmitt arbeiten. Der junge Gefreite Konrad, der als Flugzeugwart ...

in das Süddeutsche KZ Erlenbach deportiert. Hier muss sie unter den extremsten Bedingungen im geheimen Flugzeugbauwerk der Firma Messerschmitt arbeiten. Der junge Gefreite Konrad, der als Flugzeugwart arbeitet, verliebt sich in sie und möchte ihr zur Flucht verhelfen. Doch noch bevor diese in die Tat umgesetzt werden kann, befreien die Amerikaner die im Lager inhaftierten Frauen. Konrad und Betti verlieren sich aus den Augen. Erst 15 Jahre später sehen sie sich in England wieder.
Basierend auf wahren Begebenheiten ist dieser Roman ein Stück Zeitgeschichte. Realhistorische sowie fiktive Personen und Geschehen sind gekonnt miteinander verwoben. Die einzelnen Charaktere wirkten auf mich authentisch und nachvollziehbar. Der Autorin ist es gelungen, das Elend der verschleppten Frauen glaubwürdig in Szene zu setzen. Und so habe ich mit Betti mitgelitten und auch, soweit das möglich war, mitgehofft. Dorothea Morgenroth führt mit einem flüssigen Schreibstil durch dieses Buch.
Mir hat dieser Roman unterhaltsame Lesestunden bereitet. 3 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.08.2024

Konnte mich nicht restlos überzeugen

Dieses Meer, dieses unerbittliche Meer
0

Der wegen Mordes verurteilte 15jährige Zeno erzählt in einem naiven Schreibstil auf Wunsch seiner Lehrerin von seinem Leben und bringt auch seine eigenen Gedanken mit auf das Papier. Dafür soll er zu Weihnachten ...

Der wegen Mordes verurteilte 15jährige Zeno erzählt in einem naiven Schreibstil auf Wunsch seiner Lehrerin von seinem Leben und bringt auch seine eigenen Gedanken mit auf das Papier. Dafür soll er zu Weihnachten vielleicht für 2 Tage nachhause zu seiner Mutter dürfen. Jetzt, im Jahr 1991, sitzt er auf der auf Nisida, einer Insel vor Neapel, im Jugendgefängnis.
Francesca Maria Benvenuto hat sich in diesem Roman tief in die Seele eines kriminellen Jugendlichen versetzt, dem aufgrund seiner sozialen Verhältnisse nur Straftaten bleiben, um seiner Mutter aus der Prostitution zu helfen. Doch dann gerät er zwischen die Fronten der Revierkämpfe der Familien in den Quartieri von Neapel.
Anfangs musste ich über die einfältige Schreibweise des Jungen schmunzeln, doch mit der Zeit begann sie zu nerven und die 176 Seiten fingen an, sich wie ein Gummiband zu ziehen. Zumal die Handlung auch nur vor sich hinplätscherte und an Spannung fehlen ließ. Lediglich auf den abrupten und erschreckenden Schluß war ich nicht vorbereitet.
3 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere