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Veröffentlicht am 21.11.2024

Nicht ganz schlecht, aber es gibt zu vieles, was am Ende nicht schlüssig aufgeklärt wurde

Haunted Reign
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Nachdem mir Ende vorigen Jahres der Auftakt der Dilogie um die Everfall Akademie sehr gut gefiel, wollte ich die in diesem Jahr erschienene Fortsetzung, die gleichzeitig auch (vorläufiger) Reihenabschluss ...

Nachdem mir Ende vorigen Jahres der Auftakt der Dilogie um die Everfall Akademie sehr gut gefiel, wollte ich die in diesem Jahr erschienene Fortsetzung, die gleichzeitig auch (vorläufiger) Reihenabschluss ist, auf jeden Fall ebenfalls lesen. So freute ich mich riesig, als sie bei NetGalley als Rezensionsexemplar angeboten wurde und ich das eBook kurz nach meiner Anfrage auf den Kindle laden konnte.

Zwei Monate ist es her, dass Zoeys Leben komplett auf den Kopf gestellt wurde. Obwohl sie mit Kenna und Murphy sehr gute neue Freunde gefunden und auch akzeptiert hat, dass sie eine Banshee ist, wird sie aufgrund der damaligen Ereignisse noch immer von Alpträumen geplagt. Diese versucht sie zu vergessen, indem sie fast jeden Abend auf eine Party geht, ihren Kummer mit Alkohol ertränkt und sich dann an leichtsinnigen Aktionen beteiligt, die schnell auch gefährlich werden könnten. Dylan rettet sie dann zwar meistens aus dem Schlamassel, aber mehr als ein Nachhilfeprojekt scheint sie für ihn – trotz des damaligen Kusses - nicht zu sein.

Auch ihre Noten lassen nach dem Wechsel ins Haus Silver Ravens zu wünschen übrig und nun, kurz vor dem Schuljahresende, steht ihre Versetzung in die nächste Klasse auf der Kippe. Daher schreibt sie sich für das Jahresabschluss-Turnier an der Everfall Acadamie ein, in der Hoffnung, mit den dort erzielten Zusatzpunkten trotzdem versetzt zu werden. Doch schon bei der ersten Prüfung passieren gefährliche Dinge, die so eigentlich nicht hätten sein dürfen und schon bald stellt sich heraus, dass sie und alle, die ihr etwas bedeuten, in Lebensgefahr sind…

Auch dieser zweite Teil ist wieder in der ersten Person aus der Perspektive von Zoey geschrieben und ließ sich für mich durchaus flüssig lesen. Allerdings kam ich diesmal in die Geschichte trotzdem nicht so gut rein, wie es beim ersten Teil der Fall war. Das lag vor allem daran, dass mir Zoey mit ihrem Verhalten anfangs ganz schön auf die Nerven ging. Ich verstand zwar irgendwie, dass die Dinge, die im ersten Teil geschahen, nicht spurlos an der jungen Frau vorbeigehen konnten. Dennoch kam mir neben ihrem Gejammer und ihrer Eifersucht wegen Dylans Verhalten über längere Zeit hinweg die Magie deutlich zu kurz.

Diese kam dann später zwar wieder mit ins Spiel und es fanden auch einige packende Kämpfe statt, bei denen es auch tragische Opfer zu beklagen gab. Aber am Ende blieb für mich dann doch zu vieles ungeklärt. Ich persönlich wollte nämlich nicht nur wissen, wer hinter den mysteriös gefährlichen Vorfällen an der Akademie steckte, sondern hätte gern auch noch erfahren, wie den Feinden des gesamten Systems der eine oder andere Schachzug, z. B. die Manipulation des mystischen Wesens in der ersten Prüfung auf die beschriebene Art, überhaupt gelingen konnte.

Mir persönlich wurde hier deutlich zu viel ohne wirklich schlüssige Erklärung hingeworfen und das konnte auch der versöhnliche Ausgang in den Liebesdingen bei den verschiedenen mir beim Lesen dennoch liebgewordenen Charakteren nicht abfedern. So empfand ich diese Fortsetzung jetzt zwar nicht als gänzlich schlecht, aber für wirklich gut reichte es halt auch nicht.

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Veröffentlicht am 30.10.2024

Nicht wirklich schlecht, aber für mich deutlich Schwächer als der Vorgänger

Still ist die Nacht (Ein Fall für Maya Topelius 2)
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Im vorigen Jahr habe ich den ersten Teil der Reihe um die junge Kriminalbeamtin Maya Topelius, mit dem Titel Im Herzen so kalt, gelesen und er gefiel mir sehr gut. Daher wollte ich die Reihe gern weiterverfolgen ...

Im vorigen Jahr habe ich den ersten Teil der Reihe um die junge Kriminalbeamtin Maya Topelius, mit dem Titel Im Herzen so kalt, gelesen und er gefiel mir sehr gut. Daher wollte ich die Reihe gern weiterverfolgen und freute mich sehr, dass ich von Vorablesen ein Rezensionsexemplar bekommen konnte.

Eigentlich haben Maya und ihre drei Freundinnen die Mittsommernacht immer gemeinsam verbracht. Allerdings veranstaltet Emely diesmal ein Yoga-Retreat auf der Schäreninsel Svartlöga und Maya, die eine Auszeit dringend nötig hat, nimmt kurzentschlossen daran teil. Allerdings wird es mit der erhofften Entspannung für Maya leider nichts. Schon am ersten Abend überwirft sie sich beim Mittsommerfest mit ihrer Freundin. Außerdem beobachtet sie einen Streit zwischen zwei Männern. Am nächsten Morgen wird einer der Beiden im Schilf tot aufgefunden und die Polizei riegelt daraufhin die Insel ab. Da nur wenige der sich auf der Insel befindlichen Personen wissen, was Maya beruflich macht, beginnt sie verdeckt zu ermitteln. Dann geschieht ein zweiter Mord…

Auch dieser in der 3. Person verfasste Krimi ließ sich durchaus wieder flüssig lesen. Das lag vor allem an den kurzen Kapiteln und gelegentlichen Perspektivwechseln. Allerdings hat er mich diesmal nicht so abgeholt, wie der erste Teil. Das lag vor allem daran, dass ich mich diesmal nicht richtig in die Hauptfigur Maya einfühlen konnte. Das ging bereits los, als sie sich mit Emely stritt. Ich konnte nicht nachvollziehen, dass sie den Anlass als so großen Vertrauensbruch empfand, dass sie gleich die ganze langjährige Freundschaft in Frage stellte.

Dann war da die Sache mit der verdeckten Ermittlung. Mir persönlich waren dafür schon zu viele Leute auf der Insel, die wussten, dass Maya Kriminalbeamtin ist und das machte diesen Aspekt für mich wenig glaubhaft. Auch war es nicht so mein Ding, dass einige Fortschritte in der Ermittlungsarbeit durch spirituelle Eingebungen erfolgten. Längere Zeit hatte ich auch das Gefühl, dass die Handlung irgendwie ziellos vor sich hindümpelt.

Einiges hatte schon auch lange, bevor die Autorin auflöste, vorhergesehen. Es gab zwar auch Wendungen, die für mich überraschend kamen, deren Auflösung wirkten auf mich teilweise dann aber nicht wirklich realistisch, sondern eher passend zurechtkonstruiert. Insgesamt war das Buch zwar nicht wirklich schlecht und an Abbrechen dachte ich nie. Allerdings empfand ich es als deutlich schwächer als Teil 1.

Trotzdem werde ich höchstwahrscheinlich auch noch den im nächsten Oktober erscheinenden dritten Teil der Reihe lesen. Ein Aspekt aus der Vergangenheit von Maya und ihren Freundinnen, der bereits im Vorgänger mehrfach angesprochen und auch diesmal wieder gelegentlich Thema war, wurde wieder nicht aufgeklärt und für einen Cliffhanger am Ende benutzt. Ich möchte immer noch wissen, was es damit auf sich hat.

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Veröffentlicht am 12.09.2024

Flüssig lesbar, interessante Ansätze, aber insgesamt hat mich die Geschichte nicht abgeholt

We Conquer the Dark
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Ich lese sehr gern Fantasy (und da auch Romantasy) Geschichten und als ich dieses Buch hier, als Auftakt einer neuen Reihe bei NetGalley entdeckte, reizte mich die Kurzbeschreibung. Daher fragte ich ein ...

Ich lese sehr gern Fantasy (und da auch Romantasy) Geschichten und als ich dieses Buch hier, als Auftakt einer neuen Reihe bei NetGalley entdeckte, reizte mich die Kurzbeschreibung. Daher fragte ich ein Rezensionsexemplar an und freute mich, es kurze Zeit später auf meinem Kindle lesen zu können.

Lucy Dennings ist sehr schüchtern und verbringt seit dem Tod ihres Vaters ihre Freizeit meistens ganz allein zuhause. Dort schaut sie Serien, liest Liebesromane oder träumt davon, dass ihr Kollege Guy sie endlich beachtet. Als sie eines Tages von der Arbeit nach Hause kommt findet sie im Hinterhof einen äußerst attraktiven nackten Mann. Zuerst denkt sie, er wäre tot, doch Casziel entpuppt sich als lebendiger Dämon und eröffnet ihr, dass er Erlösung sucht und sie die Einzige wäre, die ihm dabei helfen könnte.

Bald schon spürt sie eine Verbindung zu Casziel, die weit über eine normale Anziehungskraft hinausgeht und hat eigenartige Träume. Nach und nach wird ihr klar, dass genau er derjenige ist, mit dem sie sich zum ersten Mal im Leben vollständig fühlt. Doch der gemeinsam geschmiedete Plan für die Erlösung des Dämons, sieht anderes vor und die Ziele Casziels gehen ebenfalls in eine ganz andere Richtung…

Das Buch ist in der ersten Person, abwechselnd aus den Perspektiven von Lucy und Casziel geschrieben. Gelegentlich werden aber auch Träume oder Rückblenden in der dritten Person erzählt. Der Schreibstil ist zwar durchaus flüssig, aber die Handlung war für meinen Geschmack insgesamt irgendwie zu platt. Es gibt zwar mit den Dämonen durchaus fantastische Wesen, aber für meinen Geschmack war der fantastische Teil ziemlich müde angelegt und nicht ausreichend ausgearbeitet. Ich hätte zu etlichen Aspekten sehr gern ein paar authentischer wirkende Erklärungen gehabt. Das was mir hier die meiste Zeit vorgesetzt wurde, brachte mich jedenfalls nicht zum Staunen oder Erschauern.

Aber auch die Lovestory holte mich nicht richtig ab. Da habe ich in der Vergangenheit schon deutlich romantischere Liebesgeschichten gelesen. Die Idee, mit den Träumen aus verschiedenen menschlichen Leben, der einmalig großen Liebe, die Jahrhunderte überdauert und Seelen, die immer wieder zueinander finden, gefiel mir sogar sehr gut. Dennoch sprang bei mir der Funke hier nicht so über, dass ich von der Geschichte wirklich begeistert wäre und ich verstand vor allem nicht, was die Hauptfiguren Lucy und Cas außerhalb von Äußerlichkeiten und körperlicher Anziehung aneinanderband. Und wenn ich schon bei körperlicher Anziehung bin, die Bettszenenbeschreibungen empfand ich auch nicht unbedingt als erotisch gelungen.

An ein Abbrechen des Lesens dieses Buches dachte ich dennoch nie. Irgendwie mochte ich die Charaktere der Hauptfiguren trotzdem und wollte schon wissen, wie es letztendlich für sie ausgeht. Auch wenn ich nach wie vor nicht verstehe, wie das Happy End überhaupt zustande kommen konnte, gönnte ich es ihnen und fand auch die drei Kapitel des Epilogs noch recht nett. Insgesamt ein Buch, welches man als Romantasy Fan durchaus lesen kann, mich persönlich aber eben nicht vom Hocker gehauen hat. Ob ich der Reihe mit dem kurz vor Weihnachten angekündigten zweiten Teil nochmals eine Chance geben möchte, weiß ich zurzeit noch nicht.

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Veröffentlicht am 27.08.2024

Auftakt einer vielschichtigen Familien-Saga, aber kein Thriller in der Tradition Stieg Larssons

Meeresfriedhof
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Lange vor seinem Erscheinen im April 2024 entdeckte ich im Internet immer wieder Werbung für dieses Buch. Vor allem, weil es als Thriller für Leser von Stieg Larsson beworben wurde (Joël Dickers sagte ...

Lange vor seinem Erscheinen im April 2024 entdeckte ich im Internet immer wieder Werbung für dieses Buch. Vor allem, weil es als Thriller für Leser von Stieg Larsson beworben wurde (Joël Dickers sagte mir nichts), fragte ich bereits Ende letzten Jahres ein Rezensionsexemplar an und konnte das Ebook schon im Dezember auf meinen Kindle laden und mit dem Lesen beginnen. Allerdings benötigte ich dann sehr lange, um es fertigzulesen. Ich fand monatelang keinen wirklichen Zugang, pausierte immer wieder und versuchte es einige Zeit später erneut. Nun, nach der fünften oder sechsten längeren Pause, habe ich es doch noch geschafft, das Buch zu Ende zu lesen.

1940 sinkt das Hurtigrutenschiff DS „Prinsesse Ragnhild“ nach einer Explosion und es kommen sehr viele Menschen ums Leben. Unter anderem der norwegische Reeder Thor „der Große“ Falck. Seine Frau Vera und ihr neugeborener Sohn Olav werden jedoch wie durch ein Wunder gerettet. Die öffentlich gemachte Ursache des Schiffsunglücks lautet, dass es von einer englischen Mine getroffen wurde und Thor wurde nach Ende des zweiten Weltkriegs posthum ein Verdienstkreuz für die Organisation des Widerstandes entlang der Küste verliehen.

1970 arbeitet die Schriftstellerin Vera Lind an einem Buch namens Meeresfriedhof, in dem es um den Untergang der DS „Prinsesse Ragnhild“ geht. Als das Manuskript fertiggestellt ist, wird es im Verlag vom norwegischen Staatsschutz beschlagnahmt.

1982 rettet der Arzt Hans Falck einen Säugling vor dem Massaker in einem Flüchtlingslager im Libanon. Hans Falck ist der Neffe von Olav Falck, dem Leiter Norwegens mächtiger SAGA-Gruppe mit Hauptsitz auf Rederhaugen. Hans lebt in Norwegen mit seinen Kindern zwar auf dem Anwesen Bergensen. Dieses gehört jedoch dem anderen Zweig der Familie.

In der Gegenwart laufen die Vorbereitungen der SAGA-Stiftung zu einem Großevent, bei dem Thor und den Opfern des Schiffsunglücks vor 75 Jahren gedacht werden soll. Plötzlich wird Vera tot im Meer gefunden. Selbstmord? Kurze Zeit später wird bekannt, dass sie ihr Testament am Tag vor ihrem Tod vom Nachlassgericht geholt hat. Ihr Sohn Olav macht sich große Sorgen deswegen und seine Tochter Alexandra, genannt Sasha, die seine Nachfolgerin werden soll, entdeckt im Archiv der SAGA-Gruppe etwas im Zusammenhang mit ihrer geliebten Großmutter Vera, was ihr vom Vater bislang verschwiegen wurde und dem sie auf den Grund gehen möchte …

Wie bereits oben erwähnt, hatte ich so meine Schwierigkeiten in die Geschichte zu finden. Der Prolog mit dem Artikel des Journalisten Johnny Berg über Hans Falck im Libanon gefiel mir sehr gut. Doch, obwohl ich den bildhaften Schreibstil nicht als schlecht bezeichnen möchte, fehlte mir danach lange Zeit, trotz verschiedener Handlungsstränge und Zeitebenen, vor allem die Spannung. Das Geschriebene enthielt zwar durchaus viele interessante Informationen, die sich viel später auch noch als wichtig erweisen sollten. Ich empfand jedoch in den ersten zwei Dritteln des Buches sehr viele Längen, die dafür sorgten, dass ich das Buch immer wieder aus der Hand legen musste und mich zwischenrein anderem Lesestoff widmete, der mich deutlich mehr fesselte.

Wäre das Buch kein Rezensionsexemplar gewesen, hätte ich es bereits im ersten Viertel abgebrochen. So bemühte ich mich deutlich länger weiter, als ich es bei jedem von mir gekauften Buch tun würde und irgendwann fand ich tatsächlich noch in einen mir angenehmen Lesefluss. Allerdings ist dieses Buch für mich persönlich im Nachgang betrachtet kein Thriller. Von einem Solchen erwarte ich spannungstechnisch wesentlich mehr, als mir in Meeresfriedhof geboten wurde. Leichte Ähnlichkeiten zu den Büchern von Stieg Larsson, die für mich tatsächlich spannende Thriller waren, sehe ich zwar auf politischer Ebene. Ich konnte jedoch zu keinem der Charaktere hier solche Sympathien aufbauen, wie ich sie zu den Hauptfiguren von Stieg Larsson fast von Anfang an hatte.

Im letzten Drittel baute sich dann zwar doch noch etwas Spannung auf und es gab auch ein paar Enthüllungen, die für mich überraschend kamen und mich durchaus ein bisschen neugierig auf die Weiterentwicklung der Geschichte machten. Wäre die Fortsetzung bereits verfügbar, würde ich sofort weiterlesen. Ob ich das nächstes Jahr Ende März noch möchte, wenn „Felsengrund“ erscheinen soll, weiß ich momentan noch nicht. Da wird es sehr drauf ankommen, was mir von „Meeresfriedhof“ bis dahin noch im Gedächtnis ist.

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Veröffentlicht am 08.08.2024

Mir zu wenig Handlung, aber deutlich zu viel ausführlich beschriebener Intimverkehr

Kings of Ruin - The Auction
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Als Teenager waren Lincoln, der Sohn aus reichem Hause und Violet, die Tochter der Haushälterin, ein Liebespaar. Dann verschwand Lotti, nachdem Linc sie verletzend versetzte, ohne ein Wort aus seinem Leben. ...

Als Teenager waren Lincoln, der Sohn aus reichem Hause und Violet, die Tochter der Haushälterin, ein Liebespaar. Dann verschwand Lotti, nachdem Linc sie verletzend versetzte, ohne ein Wort aus seinem Leben. Seitdem – inzwischen sind 10 Jahre vergangen - hat er sich zu einem als arrogant und eiskalt geltenden Geschäftsmann entwickelt, der nichts anbrennen lässt. Vor ein paar Jahren gründete er zusammen mit ein paar Freunden den gutgehenden elitären Nachtclub Ruin.

Violet kümmert sich aufopfernd um ihren kleinen Bruder. Ihre Mutter ist vor 3 Jahren an Krebs gestorben und der 9-jährige Eric leidet an Diabetes. Um den Lebensunterhalt zu bestreiten, arbeitet sie in einem Diner. Doch weil das Geld aufgrund der horrenden Arztrechnungen – selbst von der Mutter sind noch nicht alle beglichen - hinten und vorne nicht reicht, nimmt sie zusätzlich noch eine gut bezahlte Stelle als Barkeeperin im Ruin an. Dass Lincoln dort Mitinhaber ist, weiß sie zu diesem Zeitpunkt nicht.

Dort kommt es unweigerlich zu Konfrontationen, aber Lotti benötigt den Job zu dringend. Als sie sich jedoch selbst im Club für eine ordentliche Summe versteigern lassen will, verhindert Linc dies. Im Gegenzug bietet er ihr das für die Arztrechnungen benötigte Geld im Austausch für ein Jahr Ehe an. Lotti willigt mangels Ausweg zwar ein, ist jedoch fest entschlossen, Linc nicht wieder in ihr Herz zu lassen. Außerdem will sie verhindern, dass er erfährt, was vor 10 Jahren noch geschehen ist…

Als dieses Buch bei NetGalley als Rezensionsexemplar angeboten wurde, reizte mich der Klappentext. Und da es als Auftakt einer Reihe deklariert war, fragte ich es an und freute mich, es kurze Zeit später auf meinem Kindle lesen zu können. Obwohl der Schreibstil durchaus flüssig ist und mir der Anfang auch noch sehr gut gefiel, bin ich insgesamt nur mäßig von der Geschichte begeistert. Das liegt vor allem daran, dass gefühlt eine Intimszene die nächste ablöste, aber um die Gründe, warum Lotti damals so plötzlich verschwand und die beiden Hauptfiguren bei ihrem Wiedersehen nach 10 Jahren einander nicht vertrauen können, so lange herumgeeiert wurde, dass es begann mich zu nerven.

Ich bin weiß Gott nicht prüde und mag es durchaus, wenn es in Liebesromanen auch mal erotisch zur Sache geht. Aber hier gab so viele ausführlich beschriebene Verkehrsszenen, dass sie irgendwann begannen, mich zu langweilen. Stellenweise hatte ich nicht das Gefühl einen Liebesroman zu lesen, sondern einen Porno. Ich mochte an Lotti zwar, dass sie sich so sehr um ihren Bruder sorgte, konnte mich jedoch in ihre immer bereite sabbernde Haltung zum egoistisch wirkenden Lincoln nicht wirklich einfühlen. Das liegt sicher an meiner ganz persönlichen Einstellung. Ich könnte nie jemanden körperlich an mich ranlassen, von dem ich mich seelisch verletzt fühle und dem ich deshalb nicht vertraue.

Mir hätte es auf jeden Fall bedeutend besser gefallen, wenn die Handlung außerhalb der Verkehrsszenen in der Geschichte mehr Gewicht gehabt hätte. Diese wirkte dann gegen Ende hin auf mich etwas überhastet und schnell zurechtkonstruiert. Allerdings fand ich einige Nebencharaktere sehr interessant. Gerade über Lincolns Cousine hätte ich gern noch etwas mehr erfahren, auch warum sie mit Lottis Anwalt so im Clinch liegt. Der Grund, warum sich der Anwalt und Lincoln nicht mögen wurde ebenfalls nur angerissen, aber nicht wirklich erklärt. Von daher ist bei mir schon noch etwas Neugier vorhanden, wegen der ich einem zweiten Teil der Reihe auch noch eine Chance geben würde.

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