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Veröffentlicht am 03.11.2024

Komm, lass uns die Zeit neu aufbrühen

Das kleine Café der zweiten Chancen
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Komm, setz dich doch zu mir, ich lade dich ein auf einen Kaffee – ja, einfach so, ganz entspannt. Lass uns in diesem kleinen Café am Rand von Sapporo eintauchen, wo die Besitzerin mit einer Tasse Kaffee ...

Komm, setz dich doch zu mir, ich lade dich ein auf einen Kaffee – ja, einfach so, ganz entspannt. Lass uns in diesem kleinen Café am Rand von Sapporo eintauchen, wo die Besitzerin mit einer Tasse Kaffee uns mehr schenken kann als nur Wärme. Sie lädt uns ein, für ein paar Momente zurückzugehen, verpasste Chancen zu sehen, und vielleicht sogar – neu zu wählen.

Während wir da sitzen, dampfender Kaffee vor uns, denk ich an Himari, die junge Pianistin, die mit ihrem Traum und dem Schmerz eines Verlusts ringt. Sie wünscht sich nichts mehr, als die Zeit zurückzudrehen – wie wir das doch alle manchmal tun. Shiori Ota erzählt uns leise und zart von ihr und all den anderen, die nach etwas greifen, das ihnen entglitten ist. Ich hatte erst erwartet, die Geschichte aus der Perspektive der Barista zu erleben, doch stattdessen ist es Himari, die uns führt. Unerwartet, zu kurz angerissen und irgendwie – genau das Richtige.

Hier im Café wird uns klar, dass wir die Vergangenheit nicht wirklich ändern müssen, sondern vielleicht nur, wie wir auf sie schauen, um die Gegenwart neu zu gestalten. Und so wie die bittere Note im Kaffee das Aroma erst perfekt macht, ist Reue nicht das Ende – sondern der Anfang von etwas Neuem. Diese Lektüre hat mich berührt mit ihrer stillen, tiefen Weisheit. Also, was sagst du? Lass uns diesen Kaffee genießen und wer weiß, vielleicht finden auch wir hier im Café nicht das, was wir erwarten – sondern das, was wir wirklich brauchen.

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Veröffentlicht am 04.10.2024

Spiel mit der Wahrheit – verlierst du?

Scandor
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Alltägliche Lügen, die uns ständig umgeben, werden plötzlich gefährlich. Schon die Prämisse von "Scandor" hat mich direkt gepackt. Stell dir vor, du kannst keinen dieser "Tut mir leid"-Floskeln mehr durchmogeln ...

Alltägliche Lügen, die uns ständig umgeben, werden plötzlich gefährlich. Schon die Prämisse von "Scandor" hat mich direkt gepackt. Stell dir vor, du kannst keinen dieser "Tut mir leid"-Floskeln mehr durchmogeln - ohne, dass Scandor dich aus dem Spiel kickt! Philipp und Tessa, mutig und voller Hoffnung, sind mitten in diesem Battle Royale der Wahrheit – und ja, du fieberst so richtig mit ihnen mit!

Was mich besonders fasziniert hat, war diese ständige Bedrohung, die in der Luft lag - wie schnell eine kleine Notlüge zu echten Problemen führen kann. Jeder Satz könnte das letzte Wort sein. Die Spannung hält dich, selbst wenn die Geschichte mal langsamer wird. Ein Lob an Poznanski dafür, wie sie uns vor Augen führt, wie oft wir lügen – selbst aus Liebe oder Höflichkeit.

Das Ende - ja, das fühlte sich ein bisschen wie ein Fehltritt an. Irgendwie konstruiert und deplatziert. Dennoch hat Ursula Poznanski es geschafft, einen packenden Jugendthriller zu kreieren, der zum Nachdenken anregt. Wie oft lügen wir im Alltag - allein durch alltägliche Floskeln - ohne es zu merken? Und genau das ist der Kern dieses Thrillers.

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Veröffentlicht am 14.09.2024

Der Tod stirbt – der Thrill gleich mit?

Die Abschaffung des Todes
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Eschbach hat sich echt was ausgedacht, aber ich weiß noch immer nicht genau, was ich von "Die Abschaffung des Todes" halten soll. Die Idee, den Tod abzuschaffen, klingt faszinierend – dachte ich zumindest. ...

Eschbach hat sich echt was ausgedacht, aber ich weiß noch immer nicht genau, was ich von "Die Abschaffung des Todes" halten soll. Die Idee, den Tod abzuschaffen, klingt faszinierend – dachte ich zumindest. Doch was folgte, war nicht der Thriller, den ich erwartet hatte.

Die Geschichte entführt uns in eine Welt, die so real wirkt, dass man beim Lesen kaum noch die Grenze zwischen Realität und Fiktion erkennt. Die Idee, ewig zu leben, ist gewaltig und beängstigend. Was bedeutet es, ewig zu leben? Verliert das Leben dann seinen Wert? Sein Buch ist gespickt mit tiefen, philosophischen Fragen und Gedankenexperimenten, die zum Nachdenken anregen. Doch statt eines packenden Thrillers gab es eher einen gedanklichen Marathon, der zwar spannend war, aber nicht die mir erwartete Dramatik bot.

Eschbach kann schreiben! Der Stil ist detailverliebt, flüssig und realitätsnah. Er behandelt hochkomplexe Themen, als wären sie nichts. Ich schätze seine kritischen Töne zu gesellschaftlichen Aspekten. Ich denke, die Fragen, die dabei aufgeworfen werden, sind der wahre Kern des Buches.

Trotzdem, der zweite Abschnitt hat sich ein wenig gezogen – es gab viele Informationen. Es war anstrengend zu lesen, aber vielleicht nötig, um das Ganze zu verstehen. Der Autor spielt mit den Themen Leben und Tod, Realität und Fiktion – und lässt einen mit mehr Fragen als Antworten zurück. Ein Thriller? Vielleicht nicht. Ein Denkanstoß? Definitiv! Irgendwie ist es alles – nur nicht einfach einzuordnen. Ein neues Genre wäre hier angebracht!

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Veröffentlicht am 06.09.2024

Im Feuer vereint, im Chaos entfesselt

Flame 4: Nebelsturm und Racheglut
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Wie ein tobender Wirbelsturm fegt die Geschichte durch die Seiten und mitten im Auge des Chaos brennt "Flame 4: Nebelsturm und Racheglut" von Henriette Dzeik – wo Geheimnisse brodeln und Funken der Gefühle ...

Wie ein tobender Wirbelsturm fegt die Geschichte durch die Seiten und mitten im Auge des Chaos brennt "Flame 4: Nebelsturm und Racheglut" von Henriette Dzeik – wo Geheimnisse brodeln und Funken der Gefühle sprühen. Flame erwacht auf der Insel der Seligen, während Cato und Ladon einer Prophezeiung folgen, um sie zu retten. Gleichzeitig bedroht eine entfesselte Macht Flames Freunde. Schon von Anfang an zieht mich der magische Schreibstil mitten rein, wie ein sanfter Nebel, der sich über die Seele legt, als wäre ich selbst Teil dieser mystischen Welt.

Besonders spannend fand ich, wie die Autorin das Teamgefühl entzündet – als wäre man selbst ein Funke in diesem lodernden Feuer, das zusammen gegen das Chaos kämpft. Und dieses Chaos hat es echt in sich! Chaos ist nicht nur ein neuer Charakter, er ist ein Sturm, der alles verbrennt, was ihm in den Weg kommt, und er hat mich von der ersten Szene an gepackt. Die verschiedenen Perspektiven fügen der Story eine Dynamik hinzu, die sich wie ein flackernder Tanz aus Wut, Leidenschaft und überraschenden Explosionen anfühlt. Es war aufregend, wie sich die Handlung entwickelt und sich alles langsam zuspitzt. Die Emotionen kochen über, man leidet und lacht mit den Figuren.

Alles in allem hat mich dieser Band wieder völlig entfacht. Die Emotionen brennen intensiv, die Handlung flammt lichterloh und lässt einen nicht los. Ich bin gespannt, wie's weitergeht – aber eins ist sicher: Das Ende? Chaos in Sicht!

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Veröffentlicht am 05.09.2024

Flames Feuer erlischt, doch die Welt brennt weiter

Flame 3: Flammengold und Silberblut
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Das Feuer erlischt und die Kälte übernimmt – genau so fühlt sich "Flame 3: Flammengold und Silberblut" von Henriette Dzeik an. Flame, einst das Herz der Geschichte, rückt in den Hintergrund, während die ...

Das Feuer erlischt und die Kälte übernimmt – genau so fühlt sich "Flame 3: Flammengold und Silberblut" von Henriette Dzeik an. Flame, einst das Herz der Geschichte, rückt in den Hintergrund, während die Welt von Eis erstarrt. Die neuen Götter scheinen überfordert, von persönlichen Dämonen geplagt, während die Zukunft ungewiss ist. Es bleibt Cato und der geheimnisvollen Seherin von Delphi überlassen, ein letztes Glühen der Hoffnung zu entfachen.

Ich muss zugeben, dass mir Flames passive Rolle nicht so ganz gefallen hat – sie ist zwar immer noch der Kern der Geschichte, aber es ist irgendwie ungewohnt, dass sie nicht die treibende Kraft ist. Klar, die neuen Charaktere und ihre Entwicklung haben der Story eine interessante Tiefe verliehen, aber die Spannung hat meiner Meinung nach ein bisschen gelitten. Die Götter wirkten teilweise so, als hätten sie schon aufgegeben und das hat mich etwas enttäuscht.

Trotzdem – der Schreibstil ist wieder mal magisch und fesselnd. Henriette Dzeik versteht es, Emotionen und Überraschungen zu entfachen, sodass man kaum aufhören kann zu lesen. Trotz der Kälte der Handlung gibt es Wärme in den Worten und die vielen Perspektivwechsel haben dem Ganzen Vielschichtigkeit gegeben - auch wenn man ab und zu den Überblick verliert.

Flame mag nicht mehr die zentrale Heldin sein, aber die Welt, die Henriette Dzeik erschaffen hat, bleibt brennend vor Emotionen und Überraschungen – denn auch Eis kann glühen.

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