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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2024

Ein besonders guter Kluftinger

Lückenbüßer (Kluftinger-Krimis 13)
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Ich habe einige der Fälle mit Kommissar Kluftinger gelesen und ihn als Figur sowie sein privates und berufliches Umfeld sehr lieb gewonnen, doch irgendwann zwischendrin war für mich die Luft ein wenig ...

Ich habe einige der Fälle mit Kommissar Kluftinger gelesen und ihn als Figur sowie sein privates und berufliches Umfeld sehr lieb gewonnen, doch irgendwann zwischendrin war für mich die Luft ein wenig raus. Dieses Buch hat mein Interesse wieder geweckt, weil ich wissen wollte, wie sich Kluftinger als Interims-Polizeipräsident macht und ich war sehr angenehm überrascht. Der Beginn war richtig spannend und Kluftinger kam als Führungspersönlichkeit gut herüber, da er mir in dem letzten Buch ein wenig zu vergesslich und dumm dargestellt wurde. In dem aktuellen Fall ist ein Kollege zu Tode gekommen und die Aufklärung der Hintergründe entpuppen sich bezüglich des Motivs ganz anders als erwartet. Ich fand es super interessant, wie die aktuelle und vergangene politische Lage thematisiert wurde. Nicht nur der Fall selber beschäftigt sich mit den Meinungen und dem Handeln der Menschen sondern auch in Kluftis privatem Bereich - seinem Wahlkampf für einen Platz im Gemeinderat. Vielleicht hat der Krimi mir auch so gut gefallen, weil er an vielen Stellen Kritik übt, direkt und indirekt. Vorübergehend geriet der Tote als Mensch ein wenig in Vergessenheit, was leider auch der Realität entsprechen dürfte. Mir hat der Krimi und auch die Auflösung sehr gut gefallen, da er gesellschaftskritisch ist. Jetzt warte ich gespannt auf den nächsten Teil, denn ich möchte wissen, wie es mit Kluftis politischer Karriere weitergeht. Fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 10.09.2024

Genial

Der Morgen nach dem Regen
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Tante Tonis Ehe ist kinderlos geblieben und so hat sie ihr Haus am Rhein in St. Goar ihrer Nichte Johanna vererbt mit der Auflage es nach ihrem Tod an Elsa, ihrer Großnichte, sprich Johannas Tochter, zu ...

Tante Tonis Ehe ist kinderlos geblieben und so hat sie ihr Haus am Rhein in St. Goar ihrer Nichte Johanna vererbt mit der Auflage es nach ihrem Tod an Elsa, ihrer Großnichte, sprich Johannas Tochter, zu vererben. Mit diesem Haus bzw Tante Toni verbinden beide Frauen sehr viele positive Erinnerungen, aus denen sie heute teilweise unbewusst noch Kraft schöpfen. Ob es die Gegend, das Klavierspiel, das Gefühl von Freiheit und Geborgenheit, der Geschmack von Apfelpfannkuchen, das Lachen, die Geschichten, die Liebe und die Lebensweisheiten von Tante Toni sind, all dies kommt wieder in Johanna als auch Elsa hoch, als sie nach dem Tod von Toni deren Haus betreten. Johanna und Elsa haben sich vor Jahren entzweit, was schon in Elsas Kindheit begonnen hat, als Johanna im Dienst der Vereinten Nationen ständig zu Hause in New York durch Abwesenheit glänzte. Es herrschte irgendwann nur noch Unverständnis und Sprachlosigkeit zwischen ihnen. Mittlerweile ist Elsa selber seit Jahren als Anwältin in Den Haag für den Internationalen Strafgerichtshof tätig. In das Haus von Tante Toni kommt sie mit einem massiven Burnout zurück, gerade als Johanna das Haus aufräumt und renoviert, d.h. den Ort der Kindheit verändert. Die Ausgangslage von Mutter und Tochter ist sehr schwierig, denn es steht viel Unausgesprochenes, viele seelische Verletzungen und schmerzhafte Erinnerungen zwischen ihnen. Der Roman erzählt in Gegenwart und Rückblenden aus der Vergangenheit aus dem Leben der Frauen, wobei bei jedem Kapitel zu Beginn Jahreszahl, Ort und wer - Johanna oder Elsa - die Ich-Erzählerin ist. Ich fand es sehr spannend in das Leben der Frauen einzutauchen. Der "Job" von Johanna ist bedeutsam, abwechslungsreich und gefährlich sowie psychisch sehr belastend. Johanna liebt ihre Aufgabe und ist gefangen zwischen Liebe und Verantwortungsgefühl. Ich mag die Beschreibungen der Szenen, die Dialoge und die Gefühle. Ich habe mit beiden Frauen gelitten.Der Roman zeigt Dramen auf und gleichzeitig schenkt er auch Zuversicht das eigene Leben in die Hand zu nehmen, sowie ihm eine neue Wendung zu geben.
Dieser Roman hat mich sehr berührt und bewegt zurückgelassen, sowie er neben den negativen Ereignissen auch Hoffnung macht und Trost spendet.
Verdiente fünf Sterne für diese genial verfasste Geschichte!

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Veröffentlicht am 10.09.2024

Spannendes Stück Zeitgeschichte von 1911

Schwestern im Geiste
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Pauline Martin ist eine junge Lehrerin und leitet ein Mädchenpensionat. Schon im Pensionat, wo die jungen Frauen unterschiedlicher Herkunft Bildung erfahren, nehmen die Konflikte der Schülerinnen zu, da ...

Pauline Martin ist eine junge Lehrerin und leitet ein Mädchenpensionat. Schon im Pensionat, wo die jungen Frauen unterschiedlicher Herkunft Bildung erfahren, nehmen die Konflikte der Schülerinnen zu, da die politische Lage auch hier zum Vorschein kommt. Während die Politik, die wirtschaftliche Lage, der Antisemitismus.... sich immer mehr verschärften und ich einen guten Einblick in das damalige gesellschaftliche Leben bekomme, spielt auch die Liebe eine Rolle, und zwar nicht nur bei Pauline sondern auch bei den Schülerinnen. Die aufkeimenden Liebesbeziehungen stehen zeitlich unter keinem guten Stern, aber ich bin gespannt, ob ich im dritten Teil darüber noch mehr erfahre. Sehr interessant fand ich Rhona, eine neue Lehrerin im Pensionat, die einen sehr guten und fortschrittlchen Unterricht macht, der die Schülerinnen zum kritischen Denken und Handeln motivieren soll. Der Roman ist sehr vielfältig, da viele Themen angeschnitten werden und er hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich, trotz Personenregister zu Beginn, manchmal aufgrund der vielen Figuren fast den Überblick verloren habe. Ich habe eine Menge an historischem Wissen erhalten, was mich äußerst gefreut hat, da ich über die Region und Problematik in Elsass-Lothringen vorher fast nichts wusste. Fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 31.08.2024

Spannendes Computerspiel voller Magie in Buchform

Akademie Splitterstern 1: Akademie Splitterstern
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Das Cover zieht mich quasi schon ins Buch hinein, so einen Sog üben die fliegenden und durch die Luft wirbelnden Protagonisten aus. Auch im Innern bietet das Buch zahlreiche ansprechende Illustrationen, ...

Das Cover zieht mich quasi schon ins Buch hinein, so einen Sog üben die fliegenden und durch die Luft wirbelnden Protagonisten aus. Auch im Innern bietet das Buch zahlreiche ansprechende Illustrationen, so dass ich sofort weiß wo ich bin und auch welche Fähigkeiten die Protagonisten haben. Splittersteen ist eine Schule, an der unterschiedlichste Heldentypen ausgebildet werden. Doch vier Schüler fallen im Unterricht besonders unangenehm auf, da sie sich nicht weiter entwickeln und die Klassen in ihrem Fortkommen stören.Als der Direktor beschließt sie in einer gesonderten Klasse zu unterrichten, passiert unglaubliches. Es wird sehr spannend und ich verfolge die Reise, zu der sie aufbrechen sowie die Level, die sie erreichen, denn ich bekomme stets ein illustriertes Update angezeigt. Ich freue mich jetzt schon auf weitere Abenteuer und Missionen. Ein Muss für alle, die gerne in magischen Computerspielen unterwegs sind. Fünf Sterne

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Veröffentlicht am 31.08.2024

Sehr gelungener Abschluss der Trilogie

Vielleicht können wir glücklich sein
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Es handelt sich bei dem Roman um den abschließenden dritten Teil einer Familiengeschichte im Nationalsozialismus, in der die Autorin ein Stück ihrer eigenen Familiengeschichte, sowie das allgemeine Zeitgeschehen ...

Es handelt sich bei dem Roman um den abschließenden dritten Teil einer Familiengeschichte im Nationalsozialismus, in der die Autorin ein Stück ihrer eigenen Familiengeschichte, sowie das allgemeine Zeitgeschehen miteinander verbindet. Besonders gelungen ist dies, durch die Verwendung von zwei Zeitebenen, die damalige Zeit spielt von September 1944 bis ein Jahr nach Kriegsende. in dieser Zeit steht Klara als junge Frau und Mutter von mittlerweile vier Kindern im Mittelpunkt, sowie die Menschen zu denen sie Kontakt hat. Die politische Situation - der Krieg- und der Alltag geprägt von Hunger, Angst, Denunziantentum, Bombenangriffen, sowie Klara Gewissensbisse und Sorge, was mit Tolla geschehen ist. Um besser in die Geschichte hineinzufinden, empfiehlt es sich in meinen Augen alle drei Teile in der richtigen Reihenfolge zu lesen. In der Gegenwart 2000 steht Isabell als Enkeln von Klara im Fokus, die gerade Mutter geworden, nach dem Tod der Großmutter Klara in ihrem Haus über 140 Kassetten findet, auf denen Klara ihre Lebensgeschichte von damals erzählt. Isabell hat erst ganz zum Schluss eine nahbarere Klara erlebt, als diese ihre Urenkelin auf dem Schoß hielt. Als Kind hatte sie stets eher Angst vor dieser strengen und unnahbaren Frau. Isabell lernt durch die Kassetten ganz andere Seiten ihrer Großmutter kennen und überlegt für sich, wie sie damals gehandelt hätte. Diese Frage, wie viel Schuld hätte ich damals auf mich geladen, stellt sich auch mir als Leserin des Romans, ebenso wie der Ttel des Romans gut gewählt ist...."Vielleicht können wir glücklich sein"..... denn genau dies Problem haben alle Menschen, die zu der Zeit groß geworden sind bzw. gelebt haben, aber ebenso lasten die Schatten der damaligen Zeit auch noch auf uns den nächsten Generationen. Die Frage, wie wir damals gehandelt hättten, ist gerade wieder hochaktuell, denn wie handeln wir heute bzw. welche Fragen werden uns unsere Enkel später stellen, ganz egal ob es ums Klima, Konsum, Einstellung zur politischen Situation, eigenes solziales Handeln etc. geht.

Ein sehr berührender Roman, der fünf Sterne verdient hat.

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