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Veröffentlicht am 15.09.2024

Die Pirsch

Today Tonight Tomorrow
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Ich bin ja großer Fan von Enemies-to-Lovers und mochte das leicht nerdig angehauchte Setting. Die Idee rund um die Schnitzeljagd durch Seattle fand ich richtig gelungen und sehr unterhaltsam. Die Geschichte ...

Ich bin ja großer Fan von Enemies-to-Lovers und mochte das leicht nerdig angehauchte Setting. Die Idee rund um die Schnitzeljagd durch Seattle fand ich richtig gelungen und sehr unterhaltsam. Die Geschichte selbst ist wahnsinnig vorhersehbar, liegt aber einfach auch am Genre, das nicht viel Potential für Überraschungen bietet. Trotzdem mochte ich das Buch sehr gern.

Zum Inhalt: seit dem Beginn der Highschool sind Rowan Roth und Neil McNair akademische Rivalen. Als Neil den Preis als Jahrgangsbester abräumt, ist Rowan am Boden zerstört. Doch ihr bleibt noch eine Chance ihn zu schlagen: die Pirsch, eine Schnitzeljagd quer durch Seattle. Doch als Rowan mitbekommt, wie mehrere Klassenkameraden sich verbünden um Rowan und Neil aus dem Rennen zu werfen, müssen die beiden sich verbünden, wenn sie gewinnen wollen.

Das Buch greift klassische Jugendthemen auf: den Schulabschluss und die Aufregung vor dem neuen, ungewissen Lebensabschnitt, bangend zwischen Angst und Hoffnung, dass bestehende Freundschaften diesen Wandel überstehen mögen und in freudiger Erwartung neuer Kontakte und Möglichkeiten. Ich fand, dass alles rund um dieses Thema sehr authentisch vermittelt wurde.

Ich mochte es, dass hier mit umgekehrten Rollenklischees gespielt wird. Neil ist sehr sensibel, in sich gekehrt und gleichzeitig viel aufgeschlossener als Rowan, während diese der Inbegriff von harter Schale, weicher Kern ist. Rowan fand ich teilweise etwas unbedarft, wie sie ihr Leben fast schon romantisch verklärt betrachtet. Gleichzeitig ist sie wahnsinnig von sich selbst eingenommen, sabotiert sich allerdings regelrecht selbst bei dem Versuch herausragend zu sein und versinkt in ihren Gedankenspiralen, wenn es mal nicht läuft wie erhofft.

Ich mochte, dass die Lovestory zwar stetig vorangetrieben wird, man aber trotzdem das Gefühl hat, dass es sich um Slow Burn handelt, weil Neil und Rowan quasi schon seit Jahren umeinander herumschleichen. Besonders Neil hat mir dabei wahnsinnig gut gefallen, wie er zu seinen Gefühlen steht, mutig ist und sich sehr verletzlich zeigt.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und mochte die Stimme der Sprecherin sehr gern. Sie trägt aber auch dazu bei, dass ich mit Rowan selbst bis zum Schluss nicht so recht warm geworden bin. Ich kann gar nicht so genau festmachen, woran das genau liegt, es ist vermutlich die Kombination aus dem was Rowan so sagt und denkt und wie es die Sprecherin vertont, ich hatte einfach oft das Gefühl als würde Rowan sich für was Besseres halten.

Insgesamt hat mir das Buch aber gut gefallen und war ein schönes Hörerlebnis.

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Veröffentlicht am 15.09.2024

Kleinstadt-Affären

Letzte Worte
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Zum Inhalt: Sara kehrt für die Feiertage in ihre Heimat zurück, den Ort, wo sie ihren Mann Jeffrey verloren hat. Als sich ein Häftling in seiner Zelle umbringt, wird Saras Misstrauen geweckt, denn die ...

Zum Inhalt: Sara kehrt für die Feiertage in ihre Heimat zurück, den Ort, wo sie ihren Mann Jeffrey verloren hat. Als sich ein Häftling in seiner Zelle umbringt, wird Saras Misstrauen geweckt, denn die zuständige Polizistin ist Lena Adams, die auch bei Jeffreys Tod tatenlos zugegen war. Will Trent ermittelt in den eigenen Reihen.

Es ist nicht der spektakulärste Fall aus der Will Trent Serie und ist von Ablauf her fast mehr Krimi als Thriller und eher ruhig angelegt. Dafür glänzt Will Trent hier durch seine Ermittlungsarbeit, seinen wachen Verstand und seine unnachahmliche Art Menschen zu lesen. Es macht einfach Freude ihm dabei zuzusehen, wie er sein Gegenüber zum Schwitzen bringt und gezielt Fallen auslegt um seine Theorien zu überprüfen. Also allein von den Dialogen her für mich absolut unschlagbar.

Saras Einsatz und Unterstützung habe ich hier dagegen etwas vermisst, dabei hat sie das ganze ja praktisch losgetreten. Man erfährt wieder etwas mehr über sie aber alles in allem bleibt sie eher distanziert. Vielleicht liegt es auch am Setting, diese scheinbare Kleinstadt-Idylle, wo aber einiges im argen liegt, ist klarer Mittelpunkt der Geschichte.

Das Buch liest sich wieder fantastisch, wenn auch ohne Nervenkitzel. Im Vergleich zu anderen Büchern der Autorin enthält es auch weniger explizite Gewalt. Mir hat das aber gut gefallen, vor allem da ich das übergreifende Thema auch sehr interessant angelegt fand.
Nicht mein Lieblingsband, aber trotz allem sehr lesenswert.

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Veröffentlicht am 15.09.2024

Das Zimmermädchen ermittelt wieder

Ein mysteriöser Gast
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Ich fand den ersten Band in vergangenen Jahr ein unerwartetes Cosy Crime Highlight, nicht zuletzt aufgrund der schrulligen Liebenswürdigkeit der Protagonistin Molly. Ich war mir nicht sicher, ob dieses ...

Ich fand den ersten Band in vergangenen Jahr ein unerwartetes Cosy Crime Highlight, nicht zuletzt aufgrund der schrulligen Liebenswürdigkeit der Protagonistin Molly. Ich war mir nicht sicher, ob dieses Konzept so weiter funktionieren würde und auch ein zweiter Band in dem Stile noch unterhaltsam wäre, kann aber sagen, dass er mir gut gefallen hat. Vielleicht sogar besser als Band 1, da Molly gefestigter und selbstbewusster auftritt als in Band 1.

Zum Inhalt: vier Jahre ist es her, das ein Mord das Regency Grand Hotel und Molly Leben erschüttert hat. Doch wo nun alles in geregelten Bahnen läuft, ereignet sich das nächste Drama: ein berühmter Krimi-Autor fällt vor seiner großen Ankündigung im Teesalon des Hotels tot um. Und wieder streckt Molly mitten in einer Mordermittlung.

Im Zentrum der Handlung stehen neben der Ermittlung auch wieder die Irrungen und Wirkungen rund um das Hotel und sein Personal selbst, was für reichlich Unterhaltungswert sorgt.

In Rückblenden erfährt der Leser gleichzeitig auch mehr über Mollys Werdegang zum Zimmermädchen und darüber wie schwer sie es durch ihre soziale Unbeholfenheit schon als Kind hatte. Ich fand ihr Hintergrundgeschichte emotional und ansprechend angelegt und man bekommt ein viel besseres Verständnis für ihren ungewöhnlichen Umgangston und ihre Verhaltensweisen. Ich hab Molly eigentümliche, altkluge Art, in Redewendungen zu sprechen, ein bisschen vermisst und hatte wieder großen Spaß daran.

Der Fall selbst ist wieder ausgesprochen pikant und letztendlich sogar recht eng verknüpft mit Mollys eigener Geschichte, sodass es da ein paar zusätzliche Enthüllungen gab. Mollys Ermittlungen sind wieder hauptsächlich deduktiver Natur und lassen den Fall gemächlich voranschreiten.

Sehr schöner zweiter Fall, herrlich schrullig und wunderbar verschrobenen der mit sehr viel Herz und blitzgescheitem Verstand.

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Veröffentlicht am 08.09.2024

Eine Liebe, die dich in den Abgrund reißt

Mein Mann
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Ich hatte das Buch gar nicht selbst auf dem Schirm, bin auf Buchportalen und Social Media aber immer häufiger darüber gestolpert und bin dadurch doch neugierig geworden. Und ein Glück, denn ich hätte wirklich ...

Ich hatte das Buch gar nicht selbst auf dem Schirm, bin auf Buchportalen und Social Media aber immer häufiger darüber gestolpert und bin dadurch doch neugierig geworden. Und ein Glück, denn ich hätte wirklich was verpasst, wenn ich dieses Buch nicht gelesen hätte.
Es ist erschütternd, voyeuristisch und absolut abgründig. Ein düsteres Porträt über die Zerstörungskraft der Liebe.

Zum Inhalt: ihre Liebe ist der Inbegriff von perfekt- ein gut aussehender, erfolgreicher Mann, in den sie nach 15 Jahren noch verliebt ist wie am ersten Tag. Nur dass sie sich seiner Liebe gar nicht mehr so sicher ist. Liebt sie mehr als er? Liebt er sie überhaupt noch? Sie beschließt es mit allen Mitteln herauszufinden.

Die Protagonistin spricht auf fast schon obzessive Weise von ihrem Mann, den sie auf schräge Art als ihr Eigentum erachtet, dessen Zuneigung sie sich aber gleichzeitig plötzlich nicht mehr sicher ist und vor dem sie selbst etliche Geheimnisse bewahrt. Das schafft ein interessantes Ausgangskonstrukt, bei dem man direkt schon ein ungutes Gefühl bekommt.

Ich fand es anfangs inrritierend wie unfassbar bemüht sie in allem, was sie in Bezug auf Mann und Familie tut, wirkt. Und gleichzeitig ist sie wahnsinnig überempfindlich was vermeintliche Gwgenreaktionen betrifft. Kurz gesagt: sie ist eine anstrengende Person. Gleichzeitig wirkt es in dieser Erzählung einer fast schon wahnhaften, abgründigen Liebesgeschichte sehr passend und entwickelt sich zu einer düsteren Spirale.

Die Geschichte ist sehr raffiniert erzählt, da man sie völlig aus den Augen der verunsicherten Ehefrau erlebt. Nur ganz zum Ende bekommt man einen klitzekleinen, ehrlichen Einblick in das Innenleben des so begehrten, hochgelobten Ehemanns. Der Epilog hat mich nochmal richtig geflasht und dieses Buch rückblickend absolut grandios gemacht und ihm eine besondere, psychologisch perfide Note gegebenen. Ganz großes Kino!

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Veröffentlicht am 08.09.2024

Familienbande

Was von meinem Vater bleibt
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Ich finde das Cover seltsam einnehmend, ich weiß gar nicht so genau, was daran mich so anspricht, aber es ist mir nicht aus dem Kopf gegangen. Obwohl Vater-Sohn-Geschichten nicht unbedingt mein Beuteschema ...

Ich finde das Cover seltsam einnehmend, ich weiß gar nicht so genau, was daran mich so anspricht, aber es ist mir nicht aus dem Kopf gegangen. Obwohl Vater-Sohn-Geschichten nicht unbedingt mein Beuteschema sind, hat mich das Thema „Aufstieg eines Kindes bildungsferner Eltern“ doch angesprochen. Und tatsächlich hatte ich beim Lesen viele Aha-Momente und das Gefühl, etwas mit auf den Weg zu bekommen.

Zum Inhalt: Josés Vater Didi ist LKW-Fahrer und hat von seiner Fahrerkabine aus den Wandel des Landes hautnah miterlebt, während er beim Aufwachsen seines Sohnes und vom Familienleben viel verpasst hat. Im Zuge der Coronapandemie und als sein Vater krank wird setzen sich Didi und José zusammen und blicken zurück auf dieses Leben zwischen weiter Strecke und dem, was Didi jedes Mal zurückließ.

Das Buch ist kein Roman, es ist eine Biografie, ein Familien- und Gesellschaftsporträt. Der Autor schreibt hier nicht nur von seinem Vater, dessen Leben und Abwesenheit vom Familienleben, er schreibt dadurch auch viel über sich, sein Erleben und Empfinden der Beziehung zum Vater, die viel zu selten da und trotzdem Dreh- und Angelpunkt der Familie ist.

Es ist ein empfindsames Werk, das gleichzeitig auch das Thema Immigration nach Südamerika, Politik und Gesellschaft aufgreift.
Das Buch ist gleichzeitig eine Reise weiter in die Vergangenheit, in die Erinnerungen des Vaters. Die Schilderungen des Lebens als Fernfahrer

Für mich ist das kein Buch, das man mal eben so weglesen kann. Vllt liegt es an der sprunghaften Erzählart- zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Informationen über das brasilianische System und Familienanekdoten. Es liest sich nicht direkt schwergängig, aber war für mich eher Buch, bei dem ich Zeit brauche, mich mit dem gelesenen auseinanderzusetzen.

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