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Veröffentlicht am 16.09.2024

Insgesamt eine sehr finstere und trostlose Geschichte, die mich nicht wirklich abgeholt hat

Finster
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Als ich diesen Thriller als Neuerscheinung 2024 entdeckte, reizten mich das Cover und der Klappentext. Vom Autor Ivar Leon Menger hatte ich vorher noch nichts gelesen. Da die Bewertungen seiner vorherigen ...

Als ich diesen Thriller als Neuerscheinung 2024 entdeckte, reizten mich das Cover und der Klappentext. Vom Autor Ivar Leon Menger hatte ich vorher noch nichts gelesen. Da die Bewertungen seiner vorherigen Thriller von Rezensenten, deren Buchgeschmack meinem Eigenen ähnelt, weitestgehend positiv ausfielen, wollte ich „Finster“ sehr gern lesen, fragte bei NetGalley ein Rezensionsexemplar an und freute mich, es kurze Zeit später auf meinem Kindle lesen zu können.

1976 gab der ehemalige Kriminalkommissar Hans Jörg Stahl einer Mutter das Versprechen, ihren in Katzenbrunn (ein winziges Dorf im Odenwald mit nur 50 Einwohnern und einer psychiatrischen Klinik) verschwundenen Sohn nachhause zu bringen und konnte dieses nicht halten. Ein Unfall zwang ihn in den Ruhestand. Seinem Nachfolger gelang es nicht, den Fall zu lösen und er legte ihn zu den Akten. 1986 ist in diesem Dorf erneut ein Junge verschwunden und die Polizei tappt wieder im Dunkeln. Stahl lässt dies keine Ruhe. Er kehrt nach Katzenbrunn zurück und ermittelt auf eigene Faust. Dann verschwindet ein weiterer Junge. Wird es Stahl diesmal gelingen, den Fall zu lösen?

Der Titel Finster ist für dieses Buch wirklich korrekt gewählt, denn die Geschichte darin ist wirklich sehr finster, im Sinne von trostlos. Sie beginnt mit dem Verschwinden des ersten Jungen im Jahr 1986. Danach lernte ich nach und nach den Ermittler und relativ viele weitere Charaktere in sich abwechselnden Handlungssträngen kennen. Zum großen Teil ist die Geschichte in der 3. Person aus den Perspektiven verschiedener Figuren verfasst, eine kommt jedoch in der ersten Person zu Wort. Vom Schreibstil her, war das Buch für mich durchaus flüssig lesbar. Die Sprache empfand ich zwar meist als einfach, teilweise aber auch irgendwie eigenartig künstlich gestelzt.

Fast alle der vorgestellten Figuren hatten irgendwie Dreck am Stecken oder lebten in sehr trostlosen Verhältnissen. Manche davon waren auch irgendwie nur Füllmaterial. Lediglich der Ermittler und seine spätere Gehilfin waren mir einigermaßen sympathisch. Allerdings konnte ich mich auch in diese beiden Charaktere nicht hundertprozentig einfühlen. Die permanent finster-trostlose Atmosphäre der Geschichte stieß mich zwar nahezu von Beginn an ab. Allerdings wollte ich dennoch wissen, was es mit den verschwundenen Jungen auf sich hatte. Auch das spätere Grauen darüber, was mit ihnen geschah und die Hoffnung, dass wenigstens der zuletzt verschwundene Junge gerettet werden kann, ließen mich daher immer weiterlesen.

Die Identität des Täters wurde relativ früh bekannt gegeben. Ich selbst hatte bei dieser Figur aber auch schon früher ein eigenartiges Gefühl, so, dass mich das Wer nicht wirklich überraschte. Das Warum empfand ich als nicht ganz glaubwürdig und irgendwie klischeehaft zurechtkonstruiert. Lediglich den Aspekt, weshalb die Jungen nie gefunden wurden, hatte ich überhaupt nicht vorhergesehen. Im Fall um die Jungen blieben letztendlich keine Fragen offen.

Nicht gefallen hat mir jedoch, dass ich als Leser noch von etlichen anderen Verbrechen Kenntnis bekam, diese aber nie gesühnt wurden. Es wurde zwar noch aufgeführt, was aus den vielen Figuren geworden ist und der Autor versuchte am Ende so etwas, wie einen Hoffnungsschimmer zu setzten. Aber so richtig stellte mich das alles nicht zufrieden und insgesamt fand ich die hier erzählte überwiegend finstere Geschichte nicht so gut, dass ich sie Lesern spannender Thriller wirklich weiterempfehlen möchte. Als Pageturner, wie beworben, empfand ich sie nicht.

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Veröffentlicht am 19.06.2025

Kommt für mich an die ersten beiden Teile überhaupt nicht mehr heran

Wintertöchter
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Nachdem ich die ersten beiden Teile der Wintertrilogie regelrecht verschlungen hatte, widmete ich mich nach deren Lektüre auch gleich noch dem dritten Teil.

Helena Hartenau bekommt kurz vor ihrem 48. ...

Nachdem ich die ersten beiden Teile der Wintertrilogie regelrecht verschlungen hatte, widmete ich mich nach deren Lektüre auch gleich noch dem dritten Teil.

Helena Hartenau bekommt kurz vor ihrem 48. Geburtstag anonym zwei Tagebücher zugesandt und nach deren Lektüre ist für sie nichts mehr wie es war. Das Verhältnis zu ihren Eltern war schon vorher gespannt und aufgrund des Gelesenen überwirft sie sich mit ihnen gänzlich. Zusammen mit ihrer Schwester Christina fährt sie über den Jahreswechsel nach Forstau, um der Geschichte auf den Grund zu gehen…

Während die ersten beiden Teile, trotz kleinen von mir bereits im zweiten Teil empfundenen Unstimmigkeiten, auf mich authentisch und fesselnd wirkten, war das in diesem dritten Teil hier überwiegend leider nicht mehr der Fall. Er spielt hauptsächlich in der Gegenwart der Jahre 2004/2005 und wird, bis auf einige Auszüge aus den Tagebüchern in der ersten Person, die ich aus den beiden Vorgängern bereits kannte und einem Rückblich in das Jahr 1957, in der dritten Person, meistens aus der Perspektive von Helena erzählt. In den Vorgängern hatte ich als Leserin durch die Wechsel der Erzählweisen meistens einen doch ganz beträchtlichen Informationsvorsprung und war permanent gefesselt.

Das fehlte mir hier vollkommen. In der Einlese Phase freute ich mich zwar noch, denn mir war sofort klar, dass es sich bei Helena um eine der beiden Zwillingsschwestern handelt, doch schon kurze Zeit später gingen mir sie und ihre Schwester Christina mit ihren ständigen Streitereien gehörig auf die Nerven. Hätte ich nicht gelesen, dass die beiden inzwischen 48 Jahre alt sind, hätte ich sie, wegen ihrer, aus meiner Sicht oft unpassenden Dialoge mit sich ständig wiederholenden Mustern, für pubertierende Teenager gehalten.

Weiterhin empfand ich handlungstechnisch einige Unstimmigkeiten zu den Vorgängern. Auch viele der Beschreibungen um die eher fantastischen Geschehnisse mit der Gabe, kamen bei mir diesmal nicht gut an. Sie wirkten auf mich teilweise wirr, überladen mit bildhaften Vergleichen und trotzdem oder gerade deshalb irgendwie überhaupt nicht mehr verständlich und fassbar. Während ich mich in den ersten Teilen als Leserin aktiv mit in die Visionen genommen fühlte und beim Lesen die Bilder im Einklang mit den jeweiligen Frauen sah, wurde jetzt von der Autorin das wichtigste Gesehene erst einmal zurückgehalten, nur um sich dann, auf mich unbeholfen wirkend, erst einmal wieder dem Alltag zuzuwenden.

Wahrscheinlich wollte sie damit Spannung aufbauen. Bei mir bewirkte das jedoch das Gegenteil. Insgesamt quälte ich mich regelrecht durch dieses Buch und war sehr traurig darüber, dass mir selbst die in den ersten beiden Teilen so lieb gewonnenen Figuren diesmal fremd wurden und mir die neu Hinzugekommenen nicht näherkamen. Es wurden zwar die Fragen beantwortet, die für mich nach dem Lesen des zweiten Teils offengeblieben waren. Trotzdem empfand ich Handlung nicht mehr authentisch, sondern eher als wild zurechtkonstruiert. Daran konnte dann auch das Friede-Freude-Eierkuchen Ende nichts mehr ändern. Schade!

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Veröffentlicht am 23.03.2025

Vieles an der Geschichte ergab für mich leider keinen Sinn, aber sie ließ sich schnell lesen

Dein Heimweg
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Als ich dieses Buch im NetGalley Newsletter entdeckte, reizte mich der Klappentext und ich freute mich sehr, es als Rezensionsexemplar lesen zu können.

Emmy findet auf dem Weg vom Parkplatz zu ihrem Arbeitsplatz ...

Als ich dieses Buch im NetGalley Newsletter entdeckte, reizte mich der Klappentext und ich freute mich sehr, es als Rezensionsexemplar lesen zu können.

Emmy findet auf dem Weg vom Parkplatz zu ihrem Arbeitsplatz eine ermordete Frau. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei um ihre Arbeitskollegin handelt. An der gleichen Stelle wurde bereits vor zwei Monaten nach ihrem ersten Arbeitstag eine andere Kollegin ermordet. Daraufhin brachte ihr Unternehmen eine App auf den Markt, die den Heimweg von Frauen sicherer machen sollte. Emmy vermutet nun, dass der Mörder in der Firma zu finden ist und begibt sich auf die Suche nach Beweisen. Das bleibt jedoch nicht unentdeckt…

Nun habe ich das Buch ausgelesen und weiß ehrlich gesagt nicht, was mir die Autorin mit dieser Geschichte sagen wollte. Geschrieben ist sie in der ersten Person aus der Perspektive der Hauptfigur Emmy, mal in der Vergangenheit, mal in der Gegenwart. Der Schreibstil ist durchaus flüssig. Das und meine Neugier, wer denn nun die beiden Morde verübt hat, waren jedoch die einzigen Gründe, warum ich überhaupt immer weiterlas. Ansonsten muss ich leider sagen, dass mir vieles im Buch nur halbgewalkt, irgendwie zurechtkonstruiert vorkam und die Geschichte für mich auch nicht wirklich etwas mit einem unsicheren Heimweg zu tun hatte, sondern höchstens mit geschürten Ängsten dazu und dem Gefühlsleben einer Frau, in die ich mich nicht hineinversetzen konnte.

Emmy wurde mir leider nie sympathisch. Und das lag weder an ihrer Wohnsituation, noch an ihrer Herkunft, für die sie sich offensichtlich sehr schämte. Ich persönlich finde es ja eher bewundernswert, wenn jemand, der aus schwachen sozialen Verhältnissen kommt, Schule und Studium meistert. Das ist meiner Meinung nach absolut nichts, wofür man sich schämen muss. Dass man 2x fristlos gekündigt wurde und Zeugnisse fälschen muss, schon eher. Die Umstände warum das geschah wurden nicht näher erklärt. Aber die Gedanken, die Emmy zum Arbeitsbeginn in dem Start-Up hatte, wirkten auf mich sehr egoistisch und erweckten bei mir den Eindruck, dass sie an diesen Kündigungen nicht schuldlos war.

Auch die Gründe für die zerrüttete Beziehung zu ihrer Schwester verstand ich aus dem Gelesenen heraus nicht wirklich und die geheime Beziehung zu einem Kollegen kam mir ein bisschen zu plötzlich. Am schlimmsten fand ich dann jedoch, dass sie sich nach ihrem ganzen eigenen Lügengespinst wegen – meiner Meinung nach - Pillepalle von ihm verraten fühlte. Wer der Mörder war, überraschte mich dann zwar doch noch. Allerdings hatte ich diese Person durchaus schon früher mal ganz kurz in Verdacht, verwarf das aber recht schnell wieder. Das genannte Motiv empfand ich jedoch als an den Haaren herbeigezogen.

Ich mag es eigentlich, wenn ich Figuren situationsbedingt, ohne langwierige Erklärungen kennenlerne. Hier wurde mir aber zu viel als gegeben und ohne mir einleuchtende Hintergründe dafür vorgesetzt. Wirklich gefallen hat mir dieser Thriller leider nicht. Vielleicht bin ich aber mit meinen mehr als 50 Jahren auch zu alt dafür.

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Veröffentlicht am 27.11.2024

Sehr langatmiger Reihenauftakt

Tainted Dreams
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Obwohl der Zielgruppe längst entwachsen lese ich immer wieder mal sehr gern Romane aus der New Adult Sparte. Als dieser Reihenauftakt bei NetGalley als Rezensionsexemplar angeboten wurde, klang der Klappentext ...

Obwohl der Zielgruppe längst entwachsen lese ich immer wieder mal sehr gern Romane aus der New Adult Sparte. Als dieser Reihenauftakt bei NetGalley als Rezensionsexemplar angeboten wurde, klang der Klappentext für mich interessant und aufregend. Daher fragte ich ein Rezensionsexemplar an und freute mich, es kurze Zeit später auf meinen Kindle laden zu können.

Charlotte Blossom gibt hauptsächlich Selbstverteidigungskurse für Frauen, ist aber eine ausgebildete Personenschützerin und steht als Solche gelegentlich auch in den Diensten der Security-Firma ihres Bruders. Bei diesem wurde sie von einer einflussreichen Familie aus Miami angefragt, zu Konditionen, die sie in ihrer angespannten finanziellen Lage nicht ablehnen kann. Ihre Aufgabe ist es, als Assistentin getarnt, Schaden vom Sohn der Newtons abzuwenden.

Gideon ist von der Entscheidung seiner Eltern, sie als seinem neuen Wachhund zu engagieren, anfangs wenig begeistert. Allerdings reizen ihn ihre weiblichen Vorzüge umso mehr. Schon kurz nach Charlottes Ankunft auf dem luxuriösen Anwesen der Newtons, beginnt es zwischen ihnen heftig zu knistern. Doch hinter dem Glanz der High Society gibt es Gefahren, mit denen Charlotte nicht gerechnet hätte…

Das Buch ist in der ersten Person geschrieben und beleuchtet vor allem die Perspektiven von Charlotte. Allerdings kommt auch Gideon häufiger zu Wort und einmal auch dessen Erzfeind. Obwohl die einfache Sprache bildhaft ist, verspürte ich beim Lesen sehr viele Längen, weil die Handlung und die Charaktere mich einfach nicht packen wollten. Nach einem sehr mysteriösen Prolog, bei dem ich noch dachte, dass vor mir eine fesselnde Geschichte liegt, passierte lange Zeit nichts wirklich Interessantes.

Anfangs konnte ich mich zwar noch in Charlotte hineinversetzen, denn ein Neuanfang ist selten einfach und da kann man schon mal an der Richtigkeit der eigenen Entscheidung zweifeln. Mir zweifelte sie jedoch deutlich zu lange und wirkliche Sympathien für sie konnte ich nicht entwickeln. In Situationen, in denen dann wirklich mal ihre Fähigkeiten als Personenschützerin oder fundamentales Wissen in Sicherheitsfragen gefragt waren, verhielt sie sich meiner Meinung nach meistens extrem unprofessionell. Auf mich wirkte das ziemlich unglaubwürdig. Auch ihr Vorhaben Gideon langsam umerziehen zu wollen empfand ich als unrealistisch. Dass sich Fremde mehrfach, nur von Charlotte bemerkt, auf dem Anwesen der Newtons rumtreiben konnten, empfand ich ebenfalls als wenig glaubhaft.

Auch den Charakter von Gideon konnte ich nicht wirklich fassen. Außer, dass er wohl sehr heiß aussieht, hatte er für mich nicht viel Liebenswertes. Sein Verhalten war mir persönlich zu sprunghaft und ich konnte nicht wirklich verstehen, was, außer der schönen Schale, Charlotte an ihm fand. Wirklich fühlen, dass da eine wirkliche Anziehung und worin diese besteht, konnte ich nicht. So dümpelte ich mit dieser Geschichte die meiste Zeit ziemlich gelangweilt vor mich hin, machte viele Pausen und zwang mich im Prinzip nur zum Weiterlesen, weil es sich bei dem Buch um ein Rezensionsexemplar handelte. Hätte ich es selbst gekauft, hätte ich wahrscheinlich allerspätestens nach der Hälfte abgebrochen.

Gegen Ende hin kam zwar eine leichte Spannung auf und das Buch endete mit einem Cliffhanger. Allerdings wurde zuvor weder beantwortet, was es nun mit dem Prolog auf sich hatte, noch wurde sonst irgendeine, während des Lesens aufgekommene Frage schlüssig erklärt. Aber ehrlich gesagt, will ich das jetzt alles auch gar nicht mehr wissen. Im Nachgang erinnere ich mich vor allem an zwei eher schlecht dargestellte Sexszenen und meterlange luxuriöse Umgebungsbeschreibungen. Am Lesen der Fortsetzungen habe ich kein Interesse.

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Veröffentlicht am 07.09.2024

Kein Thriller, viele Längen, häufige Wiederholungen und fantastische Einschübe nervten mich

In Zeiten des Todes
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Vor einigen Jahren habe ich das Debüt des Autors Luca D'Andrea gelesen und fand es ganz gut. Daran erinnerte ich mich, als ich dieses Buch hier bei NetGalley entdeckte und fragte ein Rezensionsexemplar ...

Vor einigen Jahren habe ich das Debüt des Autors Luca D'Andrea gelesen und fand es ganz gut. Daran erinnerte ich mich, als ich dieses Buch hier bei NetGalley entdeckte und fragte ein Rezensionsexemplar an. Kurze Zeit später konnte ich dieses als E-Book auf meinen Kindle laden.

In Bozen wird die wie Abfall entsorgte Leiche einer jungen Prostituierten gefunden. Die Leitung der Ermittlungen übernimmt Commissario Luther Krupp, der noch relativ neu bei der Mordkommission ist und von den meisten seiner Kollegen nicht ernst genommen wird. Die Ermittlungen geraten schnell ins Stocken, aufgeben kann und will Krupp jedoch nicht. Als eine weitere Prostituierte getötet wird, ahnt er, dass er einem Serienmörder auf der Spur ist, der schon viel länger tötet, als ursprünglich angenommen. Auch ein junger Reporter der Stadtzeitung recherchiert zu diesem Fall. Wird es ihnen gelingen, das Monster von Bozen zu stoppen?

Das bis auf den Epilog (das letzte mit Jo bezeichnete Kapitel ist in der ersten Person geschrieben) in der Erzählperspektive geschriebene Buch wird zwar als Thriller verkauft, war für mich persönlich aber eher ein Kriminalroman mit einer auf mich gewollt wirkenden künstlichen Sprache, teils fantastischen Einschüben und sehr vielen Längen. Am Anfang gab es mit dem Auffinden der toten Prostituierten und den bildhaften Beschreibungen zum Zustand der Leiche zwar einen Paukenschlag. Das Grauen darüber geriet bei mir jedoch durch die detaillierten Beschreibungen über die Hierarchien bei der Bozener Polizei und die mir deutlich zu vielen agierenden Figuren schnell ins Hintertreffen. Ich empfand das Lesen als sehr anstrengend.

Die mir nicht geläufigen italienischen Dienstgradbezeichnungen im Zusammenhang mit Nachnamen, von denen einige den gleichen Anfangsbuchstaben hatten, erschwerten mir häufiger das Behalten der Übersicht. Weiterhin störten mich zahlreiche Wiederholungen, von denen ich zwar annehme, dass sie vom Autor als Stilmittel zur Verstärkung von Standpunkten gewählt wurden, die es meiner Meinung nach aber nicht gebraucht hätte und die Geschichte aus meiner Sicht unnötig aufblähten. Manchmal waren die Wiederholungen wahrscheinlich auch humorvoll gemeint. Allerdings scheint mein eigener Humor ein ganz anderer zu sein, als der des Autors.

Von den vielen Charakteren war mir keiner wirklich sympathisch. Der Autor griff zwar gesellschaftliche Probleme auf, wie Missstände sowie gesetzeswidrige Praktiken bei den Ermittlungsbehörden und Drogenproblematiken, vor allem bei Prostituierten, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass er jedes kleine Bisschen an aufkommender Spannung wieder mit seinen ausufernden Ausschweifungen zerredete. Und obwohl ich sonst auch dem fantastischen Genre sehr zugetan bin, nervten mich auch seine Einschübe zu Gedanken an die Göttin Kali, die bei Krupp erstmals durch das Betrachten einer Statue ausgelöst wurden.

Wirklich gefallen hat mir die im Buch erzählte Geschichte nicht und sie hat mich auch nicht gut unterhalten. Ich legte das Buch sehr oft regelrecht genervt zur Seite und hätte mich lieber spannenderem Lesestoff gewidmet. Wäre es kein Rezensionsexemplar gewesen, hätte ich bereits im ersten Drittel aufgegeben. So habe ich mich zwar durchgekämpft, möchte das Buch aber niemandem empfehlen, der einen spannenden Thriller erwartet.

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