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Veröffentlicht am 14.11.2024

Im November lesen!

Apfelherbst
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In Barnaby, bekannt aus "Zitronensommer", arbeitet seit wenigen Jahren Gina als Tagesmutter in einem kleinen Cottage auf dem Gelände von Evergreen Manor. Dort wohnen Violet, Delphine und Bing, deren Türe ...

In Barnaby, bekannt aus "Zitronensommer", arbeitet seit wenigen Jahren Gina als Tagesmutter in einem kleinen Cottage auf dem Gelände von Evergreen Manor. Dort wohnen Violet, Delphine und Bing, deren Türe jederzeit für Gina und ihre Kinderschar offen steht.

Gina, frisch geschieden, hat endlich wieder Zukunftspläne für sich. Doch ein plötzlich auftretender Schicksalsschlag könnte diese neuen Pläne zunichte machen: Evergreen Manor soll verkauft werden.

Einer dieser Verkäufer ist der gutaussehende und sonst eigentlich super nette und unkomplizierte Dexter, der Ginas Herz schon höher schlagen liess. Nun leider schlägt ihr Herz gerade nur noch aufgrund des voraussichtlichen Platzen ihrer Träume höher und schneller - aus Angst, auch das Welcome Cottage zu verlieren. Zusammen mit den Senioren und anderen Bewohner aus Barnaby, darunter Rosie und ihre Nonne Maria und Stanley (bekannt aus "Zitronensommer") versuchen sie auf witzige Art mögliche Käufer abzuschrecken. Witzig zumindest aus Sicht von ihnen, weniger aus der Sicht der Kundschaft...

Hier zeigt sich einmal mehr, wie gut Cathy Bramley ihre Figuren ausarbeitet. Egal, ob es die Protagonistin ist oder total unbedeutende Nebenfiguren, wie hier einige der Menschen, die sich für die Besichtigung angemeldet haben. Alle bekommen von der Autorin viel Aufmerksamkeit geschenkt, so dass schlussendlich alles bestens zueinander passt, sich ergänzt oder eben so treffend beschrieben sind, dass man sich die Szenen bildlich vorstellen kann. In Gedanken lache ich immer noch über eine dieser Szenen im engen Treppenhaus von Ginas Cottage.

Einzige Kritik meinerseits: wie bereits in "Zitronensommer" empfand ich auch diesen Roman als zu lang, bei "Apfelherbst" hätte man die ersten 120 Seiten gut zusammenfassen können. Spätestens aber ab dann macht die Geschichte viel Spass.

Wie immer fängt Cathy Bramley die Atmosphäre ihres Schauplatzes toll ein. Hier beschreibt sie die Aktivitäten der Kinder auf Evergreen Manor, da bekommt man schnell Lust, sich ihnen anzuschliessen. Mir gefielen Ginas Pläne, die Generationen übergreifend waren, besonders gut, denn man sah, wie ein Zusammenleben von sehr jung und alt gelingen kann. Diesbezüglich ist der Originaltitel "A Patchwork Family" sehr passend.

Der perfekte Zeitpunkt um diesen Roman zu lesen, ist der Monat November, denn es wird schnell winterlich und Weihnachten rückt immer näher in Barnaby.

Fazit: Eine herzliche Geschichte in wundervollem Ambiente, die Menschen einander näher bringt.
4 Sterne.

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Veröffentlicht am 14.11.2024

Neuer Wind im Lemon Tree Café

Zitronensommer
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Cathy Bramley schreibt in "Zitronensommer" über das Muttersein, Familiengeheimnisse, Krankheiten, Selbstakzeptanz und vieles mehr. Man kann den Roman kaum mehr weglegen, denn sie schreibt fesselnd über ...

Cathy Bramley schreibt in "Zitronensommer" über das Muttersein, Familiengeheimnisse, Krankheiten, Selbstakzeptanz und vieles mehr. Man kann den Roman kaum mehr weglegen, denn sie schreibt fesselnd über einen kleinen Ankerplatz in einer englischen Ortschaft namens Barnaby, das Lemon Tree Café.

Rosie liebt zwar ihren Job in der Werbeagentur, aber alles gefallen lässt sie sich nicht. Deshalb kündigt sie spontan und beginnt, ihrer Nonna in deren Café zu helfen, da Nonna Maria bereits 75 Jahre alt ist, lustig, stur und leider auch nicht besonders interessiert an Bürokram. Rosie bringt das Lemon Tree Café auf Tour, hilft mit ihren Freunden und ihrer Familie aber auch anderen Menschen in Barnaby.

Die hilfsbereite Dorfgemeinschaft in Barnaby mit all den verschiedenen Charakteren und Berufen hat mir sehr gut gefallen. Stanley, der Postbote und viele weitere Figuren sorgen dafür, dass es nie langweilig wird.

Eher vielleicht das Gegenteil: so gut der Roman geschrieben ist, er ist leider auch viel zu lang. Es ist zu viel los, auch wenn es alles braucht, was erzählt wird. Dennoch hatte ich das Gefühl, einige Szenen hätten durchaus gekürzt werden können.

Fazit: Ein vielschichtiger, bestens unterhaltender Roman mit tollen Figuren, der, wäre er nicht zu lang, sofort 5 Sterne bekommen hätte.
4 Sterne

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Veröffentlicht am 16.09.2024

Eine geheimnisvolle Geschichte

Auf gefährlich sanfte Art
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"Auf gefährlich sanfte Art" führt Antoine Laurain nicht nur seinen Protagonisten, den Psychoanalytiker Faber an die Geheimnisse seiner neuen Patientin Nathalia heran, sondern auch die Leserschaft an diese ...

"Auf gefährlich sanfte Art" führt Antoine Laurain nicht nur seinen Protagonisten, den Psychoanalytiker Faber an die Geheimnisse seiner neuen Patientin Nathalia heran, sondern auch die Leserschaft an diese geheimnisvolle Geschichte.

Faber versucht auf kreative Art, etwas aus Nathalia herauszubekommen. Sie soll jede Woche eine Geschichte schreiben und diese ihm abgeben. Darüber reden sie dann in der nächsten Konsultation.

Ihre Geschichten, die sie sich über Personen, die im Nachbarhaus wohnen, ausdenkt, sind enorm schön geschrieben. Man könnte sich fast schon in diesen Storys verlieren und sie als Kurzgeschichten hinnehmen. Doch die darauffolgende Konsultation riss mich immer wieder raus und von Story zu Story fragte ich mich aufs Neue, auf was Antoine Laurain schlussendlich raus will. Irgendwas muss da doch noch kommen, bloss was?

Die Überraschung kam und sie ist dem Autor sehr gut gelungen. Nie wäre ich auf diese Pointe gekommen. Seiten später fragte ich mich aber erneut, wie er diese neue und verzwickte Situation auflösen bzw. beenden will. Und auch hier hat Antoine Laurain mich erneut überrascht.

Man muss sich als Leser*in auf diese Geschichte einlassen und diese lange Schwebe, das Nicht-Wissen darüber, wohin die Geschichte führt, aushalten. Teilweise war meine Geduld recht strapaziert. Viel länger hätte ich das wohl auch nicht ausgehalten.

Fazit: Ein Roman, der erstmal ins Nirgendwo führt, nur um dort alles aufzulösen - und dann doch den Rank und ein passendes Ende bekommt.
4 Sterne.

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Veröffentlicht am 07.07.2024

Pizza, Drinks und Liebe

Der wunderbare Foodtruck am Strand
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Nach einer Trennung und nach dem Tod ihres Grossvaters baut Lucy sich ein neues Leben in Northumberland auf. Sie hat einen alten Bus umgebaut und will mit ihm als Pizza-Foodtruck an Märkten, Partys und ...

Nach einer Trennung und nach dem Tod ihres Grossvaters baut Lucy sich ein neues Leben in Northumberland auf. Sie hat einen alten Bus umgebaut und will mit ihm als Pizza-Foodtruck an Märkten, Partys und dergleichen auftreten und dort ihre Pizzen verkaufen. Der Einstieg ist nicht so einfach, doch sie bekommt Hilfe von anderen Foodtruck-Besitzern. Dabei lernt sie Jack kennen, der einen Cocktail-Bus bewirtschaftet. Sie treffen sich oft beruflich auf diesen diversen Events, lernen sich dabei kennen, treffen sich bald auch privat. Doch beide haben einen Rucksack voll Vergangenheit auf ihrem Rücken und so dauert es, bis die zwei sich wirklich näher kommen.

Dazwischen gibt es feine Pizza, kreative Drinks und viel Wohlfühlatmosphäre.

Ich mochte die Charaktere, auch wenn Jack manchmal zu sperrig und einzelgängerisch erscheint, das wäre für eine tolle Geschichte nicht nötig gewesen.

Viele der Geschichten der Party-Gastgeber waren sehr schön oder humorvoll. Jack wie auch Lucy passen ihre Rezepte den Events an, so dass sie immer wieder Neues servieren können, man war jedesmal gespannt, was sie beim nächsten Fest anbieten werden.

Ein Roman bei dem man hungrig und durstig werden kann. (Wer auf den Geschmack gekommen ist: im Anhang sind einige Rezepte abgedruckt.) Garniert mit Familienstorys und nett zu lesen. Überzeugt mit dem schönen Setting und der Idee mit den Foodtrucks.

Fazit: Nette Sommer-Lektüre mit tollem Setting.
4 Punkte.

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Veröffentlicht am 07.07.2024

Eine winterliche Fortsetzung

Der wunderbare Foodtruck im Schnee
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Beim Lesen von Band 1 "Der wunderbare Foodtruck am Strand" dachte ich, dass es sich dabei um einen Stand Alone handelt. Kurz darauf sah ich dann aber, dass es einen zweiten Band geben wird. Da mir der ...

Beim Lesen von Band 1 "Der wunderbare Foodtruck am Strand" dachte ich, dass es sich dabei um einen Stand Alone handelt. Kurz darauf sah ich dann aber, dass es einen zweiten Band geben wird. Da mir der erste Band gefallen hat, griff ich also auch zu diesem. Obwohl es auch manchmal eine Fahrt an den "Strand" gibt, geht es hier "im Schnee", also sehr winterlich weiter und zwar mit den gleichen Protagonisten wie "im Strand". Eigentlich dachte ich im Voraus, es wären andere Figuren, doch nein, es geht hier mit Lucy und Jack weiter.

Das war eine Überraschung, aber ist auch gut, denn oftmals wünscht man sich bei Romanen ja eine Fortsetzung, man möchte wissen, wie es nach dem Happy End weitergeht. Genau das bekommt man mit diesem zweiten Band der Northumberland Love-Reihe.

Lucy und Jack haben ja am Ende des ersten Bandes gerade erst eine Beziehung begonnen. Die erstmal sehr locker ist und vor allem ist da Jack, der immer wieder mal auf Abstand geht. Er ist der Typ "davon laufen", was in seiner Vergangenheit verankert ist. Lucy würde lieber reden, aber leider ist sie auch nicht die, die mal Klartext redet, sondern es nur auf die sanfte Weise versucht.

Das ist so ein bisschen mein Kritikpunkt an der Story. Aber ansonsten ist die Geschichte schön winterlich, mit den Aufträgen geht es weiter - und entgegen dem "bald" im Klappentext, taucht Lucys Ex, Liam, erst gegen Ende auf. Der dann natürlich für Wirbel sorgt.

Ich würde die beiden Bände eher als einen Band sehen. Band 2 ist die Fortsetzung und ohne Band 1 versteht man Band 2 nicht. Wenn ihr den ersten noch nicht gelesen habt, dann schaut, dass ihr gleichzeitig auch Band 2 in Reichweite habt, damit ihr direkt weiter lesen könnt.

Wie zuvor dreht sich hier neben dem Foodtruck-Job einiges um Verlustängste. Autorin Caroline Roberts baut das alles in eine schöne Marktstimmung an verschiedenen Locations ein. Winterliche Cocktails von Jack und Lucys Weihnachtspizza müssten eigentlich zum Buch dazu gereicht werden

Fazit: Nette, unterhaltende Story in schöner winterlicher Atmosphäre.
4 Punkte.

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