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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.11.2025

Raudisch rüstige Rentner

Wild Wild Old
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Wild wild old

Harry wird nach langer Haftstrafe endlich entlassen doch statt, sein Leben endlich außerhalb von geschlossenen Türen zu genießen wird er direkt an ein Altersheim übergeben. So war der Deal ...

Wild wild old

Harry wird nach langer Haftstrafe endlich entlassen doch statt, sein Leben endlich außerhalb von geschlossenen Türen zu genießen wird er direkt an ein Altersheim übergeben. So war der Deal mit dem Richter und bis zu diesem Tag klang der auch ganz gut. Eigentlich sollte ab jetzt sein Leben nach Freiheit riechen, doch hier müffeltes nach alten Menschen, pampigem Fraß und nach Dingen über die Harry gar nicht genauer nachdenken möchte. Nicht mal auf seinem Zimmer kann er in Ruhe auf sein Ende warten, denn zu allem übel hat er auch noch einen Zimmergenossen. Diesen erwischt er prompt bei dem Versuch sich das Leben zunehmen. Herr Gott nochmal, vielleicht war der Knast doch nicht so schlimm. Als sich Lothar noch ungebeten zu Harry und Rolf dazugesellt ist endgültig das Maß voll, wo ist er hier nur hingeraten? Schon bald äußert Lothar jedoch einen grauenvollen Verdacht. Auch wenn das hier ein Altersheim ist und der Tod kein gänzlich Unbekannter ist, scheinen einige Bewohner unerwartet und vor ihrer Zeit zu gehen. Möglicherweise treibt ein Todesengel hier sein Unwesen. Dem sollte nun wirklich mal wer auf den Grund gehen und da die drei gerade nicht wirklich was zu tun haben, beschließen sie der Sache nachzugehen. Mit etwas Hilfe legt sich das Trio Infernale auf die Lauer.

Wer den Donnerstags-Mord-Club mochte, wird auch mit Harry, Rolf und Lothar schnell warm werden. Zu den Protagonisten gibt es zwar eher nur das Setting als Parallelen, dennoch können die drei mit ihren ganz eigenen Kauzigkeiten schnell überzeugen. Harry als harter Hund der Truppe, der doch gar keine Truppe wollte, sich dieser auch nur echt widerwillig anschließt und das bei jeder Gelegenheit mürrisch kundtut. Rolf, der zwischen kleinkindlicher Euphorie und Tränen Ausbrüchen schwankt und Lothar mit seiner ehrlichen Berliner Schnauze. Doch wer hier denkt, dass langweilige Befragungen zwischen Schachpartien und dem Nachmittagskaffee stattfinden liegt falsch. Die Ermittlungen erfordern Taktik und das ein oder andere waghalsige Manöver, so dass die alten Knochen teilweise ganz schön ins knacken kommen. In ersten Teil lernen wir die Protagonisten etwas kennen, wobei der Fall dennoch nie zu kurz kommt, ins stocken gerät oder die Geschichte langatmig wirkt. Das sonst so übliche abschweifen im Cosy Crime Bereich, musste ich dieses Mal nicht durchstehen. Mein absolutes Highlight war der Berliner Dialekt von Lothar. Was soll ich sagen, ich liebe es einfach. In punkto sächsischem Dialekt müssen wir allerdings noch etwas nachbessern. Trotz kurzem Gastauftritt hat der Sachse den Sachsen nicht erkannt. Zusammenfassend war ich, entgegen meiner anfänglichen Skepsis (Self Publisher- das gebrannte Kind scheut nun mal das Feuer) durchweg positiv überrascht. Ein kurzweiliges Abenteuer, was mich durchweg wirklich gut unterhalten hat und nicht voller Rechtschreibfehler war, wie man das ja schon teilweise bei großen Verlagen ertragen muss. Keine 0815 Protagonisten, ein Fall, der für Überraschungen sorgte und ein Ende, dass einen definitiv auf einen weiteren Fall hoffen lässt.
Fazit: der Titel hält, was er verspricht. 3 alte Herren, dank denen es wild x 2 zugeht. Vor solch raudisch, rüstigen Rentner sollte man sich in acht nehmen, wenn man böses plant.

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Veröffentlicht am 14.11.2024

Die Wahrheit muss ans Licht

Die Holzpyjama-Affäre
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Alexander Toth hat seiner Karriere als Journalist und dem Fernsehen gerade erst den Rücken zugewendet. Als Bestatter bei der Wiener Zentralfriedhofsdirektion erhofft er sich ein ruhigeres Leben, geregelter, ...

Alexander Toth hat seiner Karriere als Journalist und dem Fernsehen gerade erst den Rücken zugewendet. Als Bestatter bei der Wiener Zentralfriedhofsdirektion erhofft er sich ein ruhigeres Leben, geregelter, stressfreier, mehr Freizeit. Eben dieses „Work-Live-Balance“ Ding von dem alle reden. Als Neuling noch nicht mal ganz angekommen im Kollegenkreis, platzt auch schon Herr Piontner in sein Leben. Beziehungsweise dessen sterbliche Überreste, eben jener ist nämlich kürzlich verstorben. Zugegeben, vielleicht sind die Umstände etwas unüblich aber was ist in seinem Job schon normal? Wenn da nicht seine Kollegin Marie-Theres wäre, die um das Ableben des alten ein Verbrechen wittert und sich samt ihrem neuen Kollegen zu Ermittlern macht. Verdammt, Toth hatte doch all dies gerade erst hinter sich gelassen. Er geht dem ganzen nach aber nur um seiner Kollegin die Mord Flausen auszutreiben und ihr zu beweisen, dass sie einfach zu viele True Crime Podcasts hört.

Der erste Band um den frisch gebackenen Bestatter Alexander Toth, der sich nichts sehnlicher wünscht als ein ruhiges Leben, tappt am ruhigsten Ort von Wien direkt in einen Mordfall. Auch wenn er sich mit Händen und Füßen wehrt, muss er doch irgendwann erkennen, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt. Bei dem Versuch seiner Kollegin klar zu machen, dass sie Gespenster sieht, wird leider die Liste der Verdächtigen immer länger. Ein seichter Krimi, der uns nicht nur zu den sehenswerten Orten des Wiener Zentralfriedhofes mit nimmt, Alexanders Berufsleben schildert sondern auch zeigt, dass jeder mit dem Thema sterben anders umgeht. Zu Beginn lernen wir den Protagonisten etwas kennen, dessen berufliche Umorientierung nicht bei allen auf die gleiche Begeisterung stößt. Doch auch sein neuer Job hält die ein oder andere Tücke parat, die man zu nehmen wissen muss. Tatsächlich habe ich selber lange gezweifelt, weswegen die Ermittlungen der beiden auch mich überzeugen mussten, dass hier etwas nicht stimmt. Die eher unkonventionellen Methoden der beiden, mochte ich sehr, denn einen Ex-Journalisten und eine Sargträgerin, die gefühlt fast jeden Job schon mal gemacht hat, sieht man eher selten als Ermittlerduo. Sehr schönes Setting, das auch die skurrilen Orte, Traditionen und Begebenheiten um den Friedhof erzählt. Dank des Lageplan im Einband war sogar verlaufen unmöglich. Die Cosy Crime Story ist schön gemacht und hat trotz des ernsten Settings und Backgroundes viele Momente zum schmunzeln. Hier steht keine „good Cop-bad Cop“ Geschichte im Vordergrund sondern die Protagonisten, das Leben des Opfers und das ein oder andere Fettnäpfchen, das vor lauter Detektiv Euphorie mit Anlauf genommen wird. Sympatische Charaktere, einige ernst zunehmende Verdächtige und eine lückenlose Aufklärung haben diesen Krimi neben seinem außergewöhnlichen Schauplatz zu einem kurzweiligen Lesevergnügen gemacht.

Fazit: trotz Cosy Crime und Humor, hat Patrick Budgen weder mit Spannung, Verdächtigen, noch mit guter Aufklärung gegeizt.

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Veröffentlicht am 19.09.2024

Von Schrecken, Spuck und Geheimzimmern

Die Jagd nach dem magischen Detektivkoffer, Band 7 - Das verflixt verfluchte Geisterhaus
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Die Zwillinge Marie und Lukas bekommen von ihrer Oma einen Brief und einen seltsamen Koffer. Dieser enthält magische Gegenstände, hinter denen die Ganoven Theodor Topf und Doris Deckel her sind. Seit die ...

Die Zwillinge Marie und Lukas bekommen von ihrer Oma einen Brief und einen seltsamen Koffer. Dieser enthält magische Gegenstände, hinter denen die Ganoven Theodor Topf und Doris Deckel her sind. Seit die Zwillinge den Koffer besitzen tauchen die beiden immer wieder auf und versuchen diesen zu stehlen. Doch dieses mal gelingt es den beiden, Marie und Lukas müssen ihren Koffer wiederholen. Doch nicht genug, dass die fiesen Ganoven diesen gestohlen haben, die Spur der beiden führt ausgerechnet in das verflixt, verfluchte Geisterhaus. Mit schlotternden Knien und ohne ihre magischen Hilfsmittel machen sich die beiden gemeinsam mit ihren tierischen Begleitern auf die Verfolgungsjagd.

Der frisch erschienene, mittlerweile 7. Band der Reihe um die beiden Zwillinge und ihren magischen Detektivkoffer hält wieder stark mit den Vorgänger Bänden mit. Auf jeder Seite finden sich bunte, detailreiche Illustrationen der Zwillinge, ihrem Hund Sokrates, ihrer Katze Pfötchen und dem Wellensittich Brötchen. Auch die Ganoven lassen sich immer wieder neue Verkleidungen einfallen, in welchen man sie bestaunen kann. Zu Beginn wird noch mal kurz erläutert, wer die Zwillinge und die Ganoven sind und was es mit dem Koffer und den magischen Gegenständen auf sich hat. Nicht nur für Neulinge geeignet, da selbst wir einiges nicht mehr wussten. Der Text ist für Leseanfänger gut gestaltet in Form und Größe, die wenigen längeren Seiten ohne Bild habe ich noch vorgelesen, was es zu einem gemeinsamen Abenteuer machte. Eine schön Geschichte, die durch Rätsel in den Kapiteln aufgelockert wird. Der Umfang zum reinen Vorlesen hätte länger sein können aber meiner Meinung nach war es perfekt um den Übergang vom Vorlesen zum selber lesen zu bilden. Auch als Vorleseübung für Anfänger ist es gut geeignet, da der Wortschatz nicht zu komplex ist und die Sätze nicht zu lang sind. Die schön gestaltete Neuauflage ergibt am Buchrücken ein Muster, wenn man die Bücher zusammenstellt. Auf die Begeisterung folgte jedoch auch schnell die kleine Enttäuschung, das funktioniert nämlich nur mit den Neuauflagen. Der richtige Zeitpunkt, spätestens jetzt mit dieser bezaubernden Reihe zu starten.

Fazit: ein weiteres schönes Buch dieser Reihe, das im Buchregal von Leseanfängern nicht fehlen darf. Abenteuer und Illustration konnte, wie die Vorgänger, überzeugen.

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Veröffentlicht am 19.02.2024

Das Verbrechen macht keinen Urlaub

Meisterdetektiv Sherlock Bones, Band 2 - Die verfluchte Maske
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Sherlock Bones und Jane Catson, die besten Detektive Londons wollen in Ägypten Urlaub machen. Bald hören sie vom Fluch der Maske des Pharaos Tutanchkatzmun, doch das hält die beiden nicht von der weiterreise ...

Sherlock Bones und Jane Catson, die besten Detektive Londons wollen in Ägypten Urlaub machen. Bald hören sie vom Fluch der Maske des Pharaos Tutanchkatzmun, doch das hält die beiden nicht von der weiterreise ab. Als sie ein vergessenes Labyrinth entdecken, gilt es gefährliche Rätsel zu lösen um ihr Fell zu retten. Doch zu allem übel ist auch noch die goldene Maske aus der Grabstätte gestohlen worden. Der Fall beginnt sich ganz nach Sherlocks Geschmack zu entwickeln.

In Sherlock Bones und Dr. Jane Catsons zweitem Abenteuer verschlägt es die beiden nach Ägypten. Ganz zur Freude des Detektivs ist von Erholung schnell keine rede mehr, denn bald wird sein scharfer Verstand benötigt. Ein gefährliches Labyrinth, ein gewitzter Dieb und eine wilde Verfolgungsjagd gilt es zu meistern. 15 Kapitel, mit jeweils circa 10 Seiten Länge, die dank Illustrationen in schwarz/weiß und 2 Rätsel pro Kapitel aufgelockert werden. Die Schrift hätten wir uns etwas größer gewünscht da sie, im vergleich mit anderen Büchern für diese Altersgruppe, schon recht klein ist. Von Spannung, Inhalt und Darstellung kam das Buch sehr gut an. Mich als erwachsenen haben nur die Wortdopplungen im Text etwas gestört. Die Rätsel sind passend zur Geschichte aufgebaut. Viele waren problemlos alleine zu lösen, einzelne bedurften Unterstützung und ein Fehler lies selbst uns erwachsene ratlos zurück. Da die Rätsel nicht zwingend während des Lesens gelöst werden müssen, kann man auch erst die Geschichte weiter lesen ( was bei uns oft der Fall war, weil es zum unterbrechen einfach zu spannend war). Am Ende des Buches befinden sich die Lösungen zum nachschauen. Wir waren sehr vom zweiten Teil begeistert, den wir Profis vor dem ersten gelesen haben, doch das war überhaupt kein Problem, da die Figuren an sich ja nicht unbekannt sind und die Fälle in sich abgeschlossen scheinen. Da, wie schon erwähnt, die Schriftgröße für die zweite Klasse noch etwas anstrengend war, wurde mehr vorgelesen als selbst gelesen. Für uns kein Problem, weil wir das Buch so zusammen genießen konnten.

Fazit: schöne, spannende, wendungsreiche Geschichte mit interessanten Rätseln. Unterhaltsam für groß und klein, doch die Schrift hätte zum selber lesen etwas größer sein dürfen.

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Veröffentlicht am 19.11.2023

Auge um Auge

Rachefrühling
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Pulaski verbringt seinen zweiwöchigen Urlaub in Wien bei Evelyn und Flo, als die Chirurgin Aleyna Al-Rashid grausam ermordet wird. Schnell hat die Wiener Polizei auch eine Verdächtigen. Immerhin hat Martin ...

Pulaski verbringt seinen zweiwöchigen Urlaub in Wien bei Evelyn und Flo, als die Chirurgin Aleyna Al-Rashid grausam ermordet wird. Schnell hat die Wiener Polizei auch eine Verdächtigen. Immerhin hat Martin Kilian selbst gedroht die Ärztin, nach der verpfuschte Op an seiner Tochter, zu töten. Doch Kilian, der mittlerweile sehr bekannte True Crime Podcaster, der durch seine Arbeit schon unschuldig Verurteilte entlasten konnte, schwört mit der Sache angeschlossen zu haben. Sind die Indizien zu eindeutig, wurde er reingelegt um als Sündenbock den Kopf hinzuhalten? Evelyn, Flo und Pulaski werden bald merken, dass die Wahrheit und alle die danach gieren weitaus gefährlicher sind als es scheint.

Die Rache Reihe wird durch den lang ersehnten Rachefrühling endlich komplettiert. Was zunächst nach einem klaren Fall aussieht, wird von Seite zu Seite komplizierter. Die Wahrheit bleibt bis zum Schluss ein trügerischer Begleiter, die sich talentiert verschleiert. Der Fall hat mich am Anfang nicht gleich in seinen Bann ziehen können, doch Spannung und Verwirrspiel steigerten das Interesse sukzessive. Gerade gegen Ende geht Gruber wieder völlig in seinem atemberaubenden Schreibstil auf. Trotz seines unbestrittenen Talents kann man die Rache und Todes Reihe nur bedingt miteinander vergleichen. Jede hat ihre Eigenheiten und dennoch gibt es gewisse parallelen. Da nach Rachesommer nie eine Fortsetzung geplant war liegen mehrere Jahre zwischen den Büchern, was der Story- und Charakter Entwicklung jedoch in keiner weise geschadet hat. Man merkt beim lesen, dass Gruber nicht schreibt, um das nächste Buch auf den Markt zu knallen, sondern eine Idee umsetzt wenn sie wirklich da ist. Auch wenn das mit schmerzlicher Wartezeit für Leser verbunden ist, belohnt es jedes mal mit einem hohen Maß an Lesevergnügen. Rachefrühling ist eine gut konstruierte Story, mit dem ein oder anderen Plottwist, die zu allen behandelnden Themen gut recherchiert wurden und einen mehr als würdigen Abschluss darstellt. Trotz, dass ich etwas gebraucht habe um in das Buch zu finden, hat mich die Geschichte und der Schreibstil dann sehr in ihren Bann ziehen können. Das Buch kann durchaus einzeln gelesen werden, da es sich um einen in sich abgeschlossenen Fall handelt. Zum Verständnis der handelnden Charaktere und deren Beziehung zueinander, würde ich jedoch empfehlen die Reihenfolge einzuhalten. Nicht zuletzt weil die Reihe an sich gut ist und man auch Grubers Entwicklung als Autor mit verfolgen kann.

Fazit: ein krönender Abschluss dieser Reihe. Gruber der wieder glänzt und eine Story, die sich wieder gefährlich gut entwickelt.

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