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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.09.2024

Weihnachten im 19. Jahrhundert

Das Wunder der Tannenbäume
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Weihnachten ohne Baum? Das kann man sich heute nicht mehr vorstellen.
Allerdings gibt es ihn in der Form, wie wir ihn kennen, noch gar nicht so lange.
Anneliese, die Tochter eines Holzfällers, der eines ...

Weihnachten ohne Baum? Das kann man sich heute nicht mehr vorstellen.
Allerdings gibt es ihn in der Form, wie wir ihn kennen, noch gar nicht so lange.
Anneliese, die Tochter eines Holzfällers, der eines Tages tödlich verunglückt, muss sich um das Einkommen in ihrer Familie kümmern. Sie schlägt sich zusammen mit ihrem Bruder Kasper mehr schlecht als recht und als dann der Bruder in die Domschule geht und die Mutter stirbt, weiß sie nicht mehr ein noch aus. Sie weiß nur, dass sie weiter machen will. Inspiriert von der Geschichte des Gabenbaumes, schmückt sie für sich selbst eine kleine Tanne um Trost zu finden - nicht ahnen, dass genau dieser Baum ihr zum Durchbruch verhelfen soll.
Wer in diesem Buch einen klassischen Weihnachtsroman erwartet, der wird enttäuscht. Es ist viel mehr ein historischer Roman, der in der Weihnachtszeit spielt. Wir begleiten Anneliese auf ihrem wirklich harten Weg. Mehr als einmal werden ihr im Buch Steine in den Weg gelegt. Mehr als einmal denkt man sich: Was mag da jetzt noch schief gehen? Aber genauso oft, wenn die Stunden am dunkelsten sind, erhält sie von unverhoffter Seite Hilfe.
All die Nöte, die Anneliese und ihre Familie durchleben, sind sehr bildhaft geschildert - es ist eben kein "Alles ist gut" Weihnachtsmärchen, sondern die Geschichte der Bevölkerung nach den Napoleonischen Kriegen. Alles war anders, aber auch im Aufbruch nach vorn und so ist es nicht verwunderlich, dass am Ende das Licht strahlt und in eine positivere Zukunft weist.
Das Cover mag eine heimelige Winter-/Weihnachtsgeschichte andeuten, doch sie geht deutlich tiefer und liest sich wirklich gut, sehr emotional, naturverbunden und passend für einen Lesenachmittag mit heißer Schokolade auf dem Sofa.
Von mir gibt es 5 von 5 🌲 und eine Leseempfehlung - vor allem für alle, die es saisonal aber nicht kitschig mögen.

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Veröffentlicht am 24.09.2024

Ausbildung zum Monsterjäger

Mein geheimes Leben als Monsterjäger – Warum du niemals in einen Monstersee springen solltest
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Wir begeben und wieder auf Abenteuer mit Charly Hartnuss und seinem Kumpel Martin. Sie sollen nun zu Monsterjägern ausgebildet werden bzw. Martin mit seinen neuen Fähigkeiten vertraut werden. Dass das ...

Wir begeben und wieder auf Abenteuer mit Charly Hartnuss und seinem Kumpel Martin. Sie sollen nun zu Monsterjägern ausgebildet werden bzw. Martin mit seinen neuen Fähigkeiten vertraut werden. Dass das alles andere als einfach wird, das kann man bereits auf dem Cover erahnen, denn der Untertitel heißt nicht umsonst: Warum du niemals in einen Monstersee springen solltest.

Denn ist die Anwesenheit der Monster in unserer Welt lediglich auf Halloween beschränkt, gibt es sie in den Anderlanden täglich. Charly hat es da als Mensch nicht immer leicht und mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Als dann auch mit seiner Prüfung alles anders läuft als geplant ist klar: vor ihm und seinen Freunden liegt direkt ein neues gefährliches Abenteuer.

Dieser 3. Band der Reihe steht den ersten beiden in Sachen Action und Witz in nichts nach. Man wartet quasi darauf, dass Charly ins nächste Fettnäpfchen tritt und ist gespannt, wie er wieder raus kommt. Zum Glück hat er Freunde auf seiner Seite.

Alle Figuren sind wunderbar beschrieben - manche mag man, manche nicht, wie im richtigen Leben. Einige Überraschungen gibt es aber immer wieder. Nicht nur bei den Figuren, sondern auch in der gesamten Geschichte. Wir haben mehr als einmal die Luft angehalten und mitgefiebert. Spannend war es bis zum Schluss, der noch mehr Lust auf den nächsten Band macht.

Klare Leseempfehlung auch für diesen Band der Reihe und 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 23.09.2024

Rungholt lebt weiter

Rungholt
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"Heut bin ich über Rungholt gefahren,
Die Stadt ging unter vor sechshundert Jahren." (Aus dem Gedicht: Trutz, Blanke Hans von Detlef von Liliencron 1883) - der Autor meinte zu seiner Zeit wohl nur 500 ...

"Heut bin ich über Rungholt gefahren,
Die Stadt ging unter vor sechshundert Jahren." (Aus dem Gedicht: Trutz, Blanke Hans von Detlef von Liliencron 1883) - der Autor meinte zu seiner Zeit wohl nur 500 Jahre, denn Rungholt wurde 1362 von einer Sturmflut zerstört, aber wir wollen mal nicht kleinlich sein. Auch die Autorin verarbeitet das Gedicht in ihrem historischen Roman "Rungholt". In ihm verbindet sie die Schicksale Jannas und Lenores - erstere lebt 1907, die andere 1360 kurz vor der Sturmflut. Beide sind sehr willensstarke Figuren, die deutlich mehr leisten und wollen, als es zu ihren Zeiten für Frauen üblich ist. Beide haben einen geliebten Mensch an die Nordsee verloren und kämpfen mit allen Mitteln um das Vergessen. Doch für Janna gibt es Hoffnung, als ein Eisberg vor der Küste ihres Heimatortes auftaucht - mit ihm kommen viele Gaukler und Händler. Janna wird auf eine Händlerin aufmerksam, die anders ist, als alle anderen und bald befindet sie sich mitten in Lenores Leben ohne es zu ahnen.
Für einen historischen Roman zu recherchieren - vor allem, wenn der Ort, um den es geht, bereits seit fast 700 Jahre nicht mehr existiert, ist schwierig. Der Autorin ist es dennoch gelungen ein klares Bild der Küstenstadt Rungholt und ihrer Umgebung zu zeichnen. Man kann sich ein klares Bild über die Verhältnisse damals machen und vor allem auch über die Dominanz der Männer, die beiden Frauen zu schaffen macht. Dazu kommen eine gehörige Portion Geheimniskrämerei und Ignoranz und auch ein wenig Fantasie und Mystik - ohne die, wäre das Buch nicht so wunderbar, wie es jetzt ist. Dabei stechen die fantastischen Elemente nicht hervor, sondern bleiben im Hintergrund und untermauern die Geschichte, die mir mehrfach Tränen entlockt, oder Gänsehaut beschert hat. Der Schreibstil ist locker und doch passen, die Figuren sind mir ans Herz gewachsen, auch wenn ich nicht mit allen warm geworden bin, aber das muss auch nicht sein.
Von mir gibt es 5 von 5 ⭐ für diesen gelungenen historischen Roman, der wirklich wunderschön geschrieben ist.

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Veröffentlicht am 20.09.2024

Was würdet ihr tun?

Die Bürde-Reihe / Die Bürde der Zukunft
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Was würdet ihr tun, wenn nach einer Seuche, die Menschheit wirklich drastisch minimiert wurde?
Drastisch minimiert heißt in diesem Fall: Alle Erwachsenen sind weg und nur Kinder und Jugendliche bleiben ...

Was würdet ihr tun, wenn nach einer Seuche, die Menschheit wirklich drastisch minimiert wurde?
Drastisch minimiert heißt in diesem Fall: Alle Erwachsenen sind weg und nur Kinder und Jugendliche bleiben übrig und müssen ums Überleben kämpfen.
Genau das machen die Akteure in dieser wirklich dunklen, aber sehr authentischen Dystopie. Der tägliche Kampf ohne moderne Technik um Ressourcen, Nahrung - letztendlich ums nackte Überleben. Es wird nichts geschönt und wer es nicht brutal mag, der sollte einen großen Bogen um dieses Buch machen. Denn das ist heftig - es wird oft gehandelt bevor geredet wird, es fließt viel Blut und manche Szenen sind schon richtig brutal. Sie gleiten aber nie zum Splatter ab, denn die Autorin schafft es mit einem wortgewaltigen Worldbuilding eine extrem mitreißende Atmosphäre zu schaffen. Oft denkt man darüber nach, ob man auch so gehandelt hätte - ich hätte aber wahrscheinlich nicht mal die ersten Tage überstanden. Alle Charaktere handeln auf ihre Weise nachvollziehbar, auch wenn man mehr als einmal den Kopf schüttelt. Man schafft es als Leser auch nicht klar zwischen den Guten und den Bösen zu unterscheiden, denn alle haben etwas von beidem in sich - es gibt nicht nur schwarz und weiß, sondern auch viele Grautöne und genau das weiß die Autorin einzusetzen und das macht das Buch so authentisch. Durch die verschiedenen Sichtweisen steigt man tief in die Handlung hinab und wird mitgerissen - ich konnte das Buch irgendwann nur noch schwer aus der Hand legen.
Wer Dystopien mag und mit Gewalt und Blut keine Probleme hat, dem kann ich "Die Bürde der Zukunft" ans Herz legen. Es ist emotional, brutal, reißt einen mit und gibt Platz zum Nachdenken.
Von mir bekommt es 5 von 5 ⭐.

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Veröffentlicht am 17.09.2024

Drachenstark

KoboldKroniken 4. Drachenjagd im Dunkeln
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E íst wieder soweit und wir begleiten Dario und seine Freunde zum 4. Mal nach Kwertz und es wird spannend, actionreich, witzig und gruselig (teilweise alles auf einmal).

Die Klassenfahrt ist vorbei und ...

E íst wieder soweit und wir begleiten Dario und seine Freunde zum 4. Mal nach Kwertz und es wird spannend, actionreich, witzig und gruselig (teilweise alles auf einmal).

Die Klassenfahrt ist vorbei und Dario und seine Freunde mitten im Schulstress - doch irgendwie sind alle seine Freunde komisch. Und so kommt es, dass er allein nach Kwertz kommt.

Die Mischung aus Fantasie und Realität (es ist ja quasi Darios Notizbuch mit vielen Zeichnungen, Bildern und gesammelten Artefakten) ist wie immer stimmig. Die verschiedenen Arten von Abbildungen lockern das Buch auf und machen die Kapitel bunter. Es ist spannend geschrieben, auch wenn mal ein Dialog oder ein Chat abgebildet ist - es passt immer genau an die Stelle, an der es zu finden ist.

Das empfohlene Alter ab 9 passt an sich. Es ist wieder vom Kind abhängig zu machen - die Kapitel sind schon an manchen Stellen lang und man braucht etwas Atem, aber ansonsten passt es wunderbar. Vor allem in diesem Buch gab es viele Enthüllungen (und noch mehr Fragen) aber auch richtig viel Action, was uns sehr gefallen hat. Wir freuen uns auf den nächsten Band und sehen uns dann in Kwertz wieder.

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