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Veröffentlicht am 01.11.2024

Toll

Tage einer Hexe
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"Tage einer Hexe" verwebt bulgarische Folklore, die ich noch nie zuvor in einem Buch gesehen habe, mit gekonnter Prosa und einer stimmungsvollen winterlichen Kulisse. Ich habe die Hauptfigur Kosara schnell ...

"Tage einer Hexe" verwebt bulgarische Folklore, die ich noch nie zuvor in einem Buch gesehen habe, mit gekonnter Prosa und einer stimmungsvollen winterlichen Kulisse. Ich habe die Hauptfigur Kosara schnell ins Herz geschlossen, und sie war im Vergleich zu anderen Hauptfiguren, über die ich gelesen habe, eine richtig erfrischende Abwechslung. Sie war schlau und witzig, mit einer unverwechselbaren Stimme, die mich nie langweilte. Die Welt selbst war faszinierend und komplex. Ich war absolut begeistert von den verschiedenen Monstern, die im Roman vorkommen. Es gibt sogar eine Monsterbroschüre mit wichtigen Informationen über die Monster, die die Bürger von Tschernograd von der Hexen- und Zauberervereinigung erhalten haben (obwohl sie sich nicht die Mühe gemacht haben, sie zu lesen…), die im eigentlichen Buch am Ende erwähnt wird. Ich habe noch nie etwas wie "Tage einer Hexe" gelesen! Leser, denen es nicht gefällt, wie romantisch und klischeehaft viele Fantasy-Bücher heutzutage oft sind, haben Glück, denn Romantik ist kein Hauptelement dieser Geschichte. Es gibt eine sehr kleine romantische Nebenhandlung, die der Haupthandlung jedoch nicht im Weg steht. Ich möchte erwähnen, dass eine von Missbrauch geprägte romantische Beziehung zwischen Kosara und dem Zmey dargestellt wird und dass Themen wie Trauer und Verlust einer Schwester triggernd sein können. Insgesamt bin ich sehr gespannt auf die Abenteuer von Kosara (und ihrem Detektiv-Kumpel Asen) in der Fortsetzung! Dies war ein großartiger Auftakt und ich freue mich darauf, in Zukunft mehr von dieser Autorin zu lesen.

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Veröffentlicht am 06.11.2024

Jahreshighlight

Die Sonnenfeuer-Ballade 2: A Storm to Kill a Kiss
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Nachdem mich „A Song to Raise a Storm“ begeistert und mit einem spannenden Cliffhanger zurückgelassen hat, konnte ich es kaum erwarten zu erfahren, wie die Geschichte fortgesetzt wird. Und was soll ich ...

Nachdem mich „A Song to Raise a Storm“ begeistert und mit einem spannenden Cliffhanger zurückgelassen hat, konnte ich es kaum erwarten zu erfahren, wie die Geschichte fortgesetzt wird. Und was soll ich sagen, Julia Dippel hat den ersten Band noch einmal übertroffen! Nicht nur erfährt man endlich, wie es mit Sintha und Arez weitergeht, auch diese fantsievolle Welt und ihre Geschichte mit zugehöriger Politik werden noch weiter erkundet und vertieft.

Schlag auf Schlag kommen die Ereignisse, ohne dass es übereilt wirkt und ich war beeindruckt, wie die Autorin mit den politischen Intrigen und Sins Rolle darin jongliert hat. Dabei konnte man leicht folgen und es gab genau das richtige Maß an Erklärungen. Neue spannende Figuren wurden eingeführt und haben zur Handlung beigetragen, ohne altbekannten Nebenfiguren die Show zu stehlen, aber der Fokus bleibt dennoch stark bei Sintha und Arez.
Die Zwei hatten eine Menge zu klären und es wurden ihnen noch zusätzliche Steine in den Weg gelegt, was für eine Menge Herzschmerz sorgt. Dennoch hat die Autorin dafür gesorgt, dass die Romantik nicht zu kurz kommt und der Spannungsbogen in ihrer Liebesgeschichte hochgehalten wird. Manchmal hätte man sich vielleicht ein wenig Kommunikation der beiden gerade zu Beginn des Buches wünschen können, aber angesichts der Umstände war deren Mangel tatsächlich nachvollziehbar.

Trotz des dauerhaft über Sin schwebenden Damokles Schwerts und der damit einhergehenden „Es geht um Leben und Tod und das Schicksal der Welt“ Atmosphäre, kam dennoch der für die Autorin typische Humor nicht zu kurz, der mit schlagfertigen Dialogen, Situationskomik und lustigen Beschreibungen immer wieder die Stimmung aufgelockert hat.

Abgesehen davon fand ich auch toll, wie unvorhersehbar die Handlung war. Oft ahnt man ja, in welche Richtung sich die Dinge entwickelt werden und welche großen Ereignisse oder Plottwists einen noch erwarten könnten, aber das war hier gar nicht der Fall. Bis zum Ende wusste ich wortwörtlich nicht, wo die Reise hingeht, und das hatte ich schon länger bei keinem Buch mehr. Allein deshalb ist dieses Buch für mich ein Jahreshighlight!

Die letzten Seiten wurden dann von der Autorin nochmal genutzt, um das letzte Quäntchen Drama und Spannung aus der Geschichte auszupressen und einen sehnsüchtig auf das Finale hinfiebern zu lassen. Wenn dieses dann auch nur ansatzweise mit seinen Vorgängern mithalten kann, wird dieses Trilogie auf jeden Fall zu einer meiner Lieblingsreihen werden!

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Veröffentlicht am 20.09.2024

Typisch Armentrout

Ruin and Wrath
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Als ich von „Ruin and Wrath“ hörte, konnte ich es kaum erwarten, es in die Hände zu bekommen, da ich ein großer Fan von Jennifer L. Armentrouts Romantasy-Büchern bin. Ich war so gespannt, was sie sonst ...

Als ich von „Ruin and Wrath“ hörte, konnte ich es kaum erwarten, es in die Hände zu bekommen, da ich ein großer Fan von Jennifer L. Armentrouts Romantasy-Büchern bin. Ich war so gespannt, was sie sonst noch in diesem Genre machen würde und dieses Buch habe ich dann auch regelrecht verschlungen.

Die Geschichte handelt von Calista, einer jungen Frau mit einer ausgeprägten Intuition. Neben ihrer Fähigkeit, Einblicke in die Zukunft zu erhalten, hat sie diese Eingebungen, die ihr in bestimmten Situationen einfach sagen, was sie tun soll. Dabei mochte ich Calista als Hauptfigur sehr, denn sie ist Badass, ohne eine Kampfmaschine zu sein. Ich finde, dass die Heldinnen in Fantasy-Büchern manchmal so knallhart und durchtrainiert sind, dass man sich manchmal kaum mit ihnen identifizieren kann, aber Calistas Hintergrundgeschichte ist so nachvollziehbar, dass ich mich wirklich in sie hineinversetzen konnte.

Als männlichen Protagonisten gibt es dann noch Thorne. Er ist meiner Meinung nach einer der moralisch fragwürdigsten Hauptfiguren, die mir in letzter Zeit begegnet sind. Er ist auf keinen Fall ein „guter Kerl“, aber seine Entwicklung im Laufe des Buches ist schon beeindruckend. Er entschuldigt sich nicht für die schlechten Dinge, die er in der Vergangenheit getan hat, aber man sieht, wie er anfängt, Calista zu mögen und zu reflektieren. Ich bin mir also ziemlich sicher, dass er als Love Interest noch ein ziemlicher Fan-Liebling wird.

Eines der Dinge, die ich an diesem Buch am meisten geschätzt habe, war die Welt. Von Anfang an hatte ich bei „Ruin and Wrath“ dieses dystopische Gefühl, obwohl es sich um High Fantasy handelt. Aber im Rahmen des Weltaufbaus gibt es viele Bezüge auf den „Großen Krieg“, der vor Jahren stattfand, und so fühlte es sich ein wenig postapokalyptisch an.

Insgesamt ist „Ruin and Wrath“ ein sehr gelungenes Romantasy-Buch. Es ist aber auch sehr erotisch, wobei dieser Aspekt tatsächlich auch stark mit dem Aufbau der Welt verwoben ist, sodass es sich beinahe natürlich anfühlte. Dennoch sollte man sich bewusst sein, dass dieses Thema in der Geschichte omnipräsent ist und wer normalerweise Liebeszenen in Bücher überspringt, wird am Ende einen Großteil des Buches ungelesen lassen.

Dennoch halte ich es für eine überzeugende Mischung aus rasanter Action, herzerweichender Romantik und Sinnlichkeit. Da der Plot auch gerade gegen Ende nochmal richtig Fahr aufgenommen hat, kann ich es kaum erwarten, das zweite Buch in die Hände zu bekommen. Im Vergleich mit den bisherigen Werken der Autorin rangiert dieser Reihenauftakt jedenfalls recht weit oben auf meiner Favoritenliste!

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Veröffentlicht am 10.09.2024

Highlight

A Study in Drowning (A Study in Drowning, Band 1)
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„A Study in Drowning“ ist ein düsteres Märchen, das an einer Universität und einem unheimlichen Anwesen an einer Klippe spielt. Effy, eine Architekturstudentin und Literaturliebhaberin, hat gerade mit ...

„A Study in Drowning“ ist ein düsteres Märchen, das an einer Universität und einem unheimlichen Anwesen an einer Klippe spielt. Effy, eine Architekturstudentin und Literaturliebhaberin, hat gerade mit dem Studium begonnen und schnell erkannt, dass es traumatischer ist, als einzige Frau in einem strengen akademischen Umfeld zu leben, als sie es sich je hätte vorstellen können. Die junge Frau ist verzweifelt, ausgebrannt und sucht nach einem Ausweg -da erhält sie die einmalige Gelegenheit, ein neues Haus zu Ehren ihres kürzlich verstorbenen Lieblingsautors zu entwerfen. Während Effy versucht, sich an die mysteriöse Natur des bisher verfallenden Hauses und der darin lebenden Menschen anzupassen, erfährt sie, dass Preston, ein anderer Student in diesem Haus, schockierende Theorien über den allseits beliebten Autor hat. Effy und Preston müssen widerwillig zusammenarbeiten und ihre Differenzen beiseitelegen, um tief verborgene Aspekte der Vergangenheit des Autors und die seltsame Dunkelheit, die das Herrenhaus umgibt, zu ergründen.

Diese Geschichte ist eine meisterhafte Mischung aus Horror, Wissenschaft, Romantik und Folklore. Sie ist unglaublich atmosphärisch und fesselnd und der Schreibstil hat das perfekte Verhältnis zwischen Beschreibung und Lyrik, sodass ich michwirklich nach Hiraeth Manor versetzt fühlte, weil die Bilder so lebendig waren.

Mein absoluter Lieblingsaspekt ist jedoch Effys komplexer Charakter. Ich konnte sofort mit ihr mitfühlen, als Frau, die versucht, sich in einem von Männern dominiertem Feld durchzusetzen, als Frau, die ausgenutzt wurde, und als Frau, die für verrückt erklärt wurde, weil sie an Dinge glaubte, die andere nicht sehen können. Effy hat in so jungen Jahren so viel emotionale Turbulenzen durchgemacht und hat immer noch die Fähigkeit, Schönheit im Leben zu finden und tief zu fühlen. Sie ist eine Inspiration und eine Mutmacherin.

Obwohl dieses Buch manchmal beunruhigend ist, ist es auch voller romantischer Momente. Effy und Preston beginnen als „Rivalen“, da sie aus verschiedenen Ländern kommen und unterschiedliche Ansichten haben. Als sie sich aneinander gewöhnen, entdecken sie, dass ihre Interessen und Motivationen doch ziemlich ähnlich sind. Ich habe es wirklich genossen, die Entwicklung ihrer Beziehung zu verfolgen und zu sehen, wie sie Solidarität darin finden, Außenseiter zu sein, und in dieser unangenehmen Situation Trost beieinander finden. Ich liebe es, dass sie erst Freunde werden, bevor daraus mehr wird, sodass sie diese solide Grundlage haben, die ihre Beziehung glaubwürdig erscheinen lässt. Effy kämpft damit, an sich selbst zu glauben, nachdem sie ihr ganzes Leben lang herabgesetzt wurde, aber sie kann sich Preston öffnen, weil er sie respektiert, sie aber dennoch herausfordert und das fand ich wunderschön.

Ich bin absolut begeistert von diesem Roman und er ist perfekt für Liebhaber von Geschichten, Dark Academia, Magie und Mysterien.

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Veröffentlicht am 18.08.2024

Highlight

Alles, was ich geben kann – The Last Letter
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Mit „Alles, was ich geben kann" ist nun ein weiterer von Rebecca Yarros Bestsellern auf Deutsch erschienen. Und wieder mal konnte ich das Buch, kaum mit dem Lesen begonnen, nur schwer wieder aus der Hand ...

Mit „Alles, was ich geben kann" ist nun ein weiterer von Rebecca Yarros Bestsellern auf Deutsch erschienen. Und wieder mal konnte ich das Buch, kaum mit dem Lesen begonnen, nur schwer wieder aus der Hand legen. Ich war sofort wieder mittendrin im Geschehen und habe bei allem, was passierte, – und das war eine ganze Menge! – fast atemlos mitgefiebert, bis zum glücklicherweise vorhandenen Happy End. Aber bis dahin erlebte ich ein ganzes Wechselbad an Gefühlen, das mich manchmal sogar fassungslos zurückließ.

Yarros schreibt in einem sehr flüssigen, guten Stil, mit wohlgesetzten Worten und in sehr angenehmer, bildhafter Sprache. Ich habe einige englische Originaltexte von Yarros gelesen, und die Übersetzung wird dem Original durchaus gerecht. Der Plot ist hervorragend ausgearbeitet, alle Personen so gut geschildert, dass sie authentisch rüberkommen, und die gesamte Handlung ist so aufgebaut, dass die Entwicklung sowohl der Protagonisten als auch der Geschichte realistisch und nachvollziehbar ist.

Alles, was ein guter, klassischer Liebesroman braucht, ist vorhanden, ohne dass man von Klischees erstickt wird. Im Gegenteil, trotz aller Dramatik und auch Tragik sind Personen und Handlungen so realistisch, dass man deutlich spürt, wieviel eigene Erfahrungen – vor allem, was militärische Dinge betrifft – und intensive Recherche der Autorin in ihre Story eingeflossen sind. Gleiches gilt auch für die anderen Romane der Autorin, die ich bisher gelesen habe. Wow, das ist deutlich mehr als Trivialliteratur!

Ursprünglich kannte ich Rebecca Yarros durch ihre fantastische Fourth Wing Reihe, die meine Neugier auf ihre anderen Bücher geweckt hatte. Und bislang bin ich noch nicht enttäuscht worden. Ich hoffe auf noch viele weitere tolle Geschichten!

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