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Veröffentlicht am 20.09.2024

Alices Schicksal

Im Nordwind
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MEINUNG:

Ich lese nicht so oft historische Romane, aber die von Miriam Georg haben es mir angetan. Ihr gelingt eine wirklich gut, spannende Story mit vielen historischen Fakten zu unterfüttern. Als Wahl-Hamburgerin ...

MEINUNG:

Ich lese nicht so oft historische Romane, aber die von Miriam Georg haben es mir angetan. Ihr gelingt eine wirklich gut, spannende Story mit vielen historischen Fakten zu unterfüttern. Als Wahl-Hamburgerin finde ich spannend mehr über die Stadt zu erfahren. Aus diesem Grund war ich schon sehr gespannt auf Im Nordwind.

Alles beginnt damit, dass Alice von ihrem Mann wieder einmal körperlich misshandelt wird. Sie möchte aus dieser Ehe raus. Zu dieser Zeit scheint es schon möglich zu sein. Dabei trifft sie auf John, der eine Art soziale Rechtsberatung anbietet. Obwohl eine Scheidung schon möglich ist, offenbart ihr John, dass in der Regel dem Mann das Sorgerecht zugesprochen wird und das ist das größte Problem, denn Rosa bedeutet Alice alles. Wie immer erzählt Miriam Georg multiperspektivisch und so lernen wir auch Johns Familie, dem die Holstenbrauerei gehört und Alices Bruder kennen, der als Stallmeister in der Brauerei arbeitet. Alices und Johns Leben könnte nicht unterschiedlicher sein, dennoch ist da eine magische Anziehung - eine Anziehung, die auch nicht sein darf, da beide aus unterschiedliche sozialen Schichten stammen und die alles nur noch komplizierter macht.

Das Leben von Alice ist keines, mit dem ich tauschen wollen würde. Ich habe bei der Lektüre des Buches wirklich oft daran gedacht, wie dankbar ich dafür sein kann, dass ich erstens nicht in der Zeit geboren worden bin und dass ich auch heute eine gutes Leben haben mit genügend Essen, guter Gesundheit, Bildung und einen Job, mit dem ich von keinem Mann abhängig sein muss. Es gibt auch immer wieder Rückblicke in Alice Vergangenheit, die bereits andeutet, dass Alice furchtbare Sachen erlebt hat, die sie für immer geprägt haben. Es gibt da auch Dinge, die mich unfassbar sauer gemacht haben, nämlich das Frauen immer noch die Schuld gegeben wird, wenn diese ungewollt und unverheiratet schwanger werden. Der Titel leitet sich tatsächlich vorm sogenannten Nordwind ab, von dem ich bisher noch nichts gehört habe. Es gibt außerdem spannende Einblick in die Geschichte des Hamburgers Doms und in die Geschichte der Holstenbrauerei.

FAZIT:

Alices Schicksal und ihr Leben als Frau zu dieser Zeit in der sozialen Schicht macht Im Nordwind düster, oft kaum ertragbar, denn ich hatte oft schön böse Vorahnungen, aber auch authentisch. Miriam Georg schafft einen starken Kontrast zu anderen Frauenpersonen in dem Roman, die ein deutlich besseres Leben führen, aber dennoch nicht mehr Rechte haben. Ich bin gespannt auf den zweiten Teil und wie da weiter gehen wird. Das Ende hat mir eigentlich das Herz gebrochen.

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Veröffentlicht am 20.09.2024

Rika und Michael

Corrupt – Dunkle Versuchung
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MEINUNG:

Seit Punk 57 bin ich großer Fan von Penelope Douglas. Ihr Bücher bewegen sich immer an den moralischen Grenzen. So auch, Corrupt,der erste Teil der Devil's Night.

Vom Stil her hat mich die Geschichte ...

MEINUNG:

Seit Punk 57 bin ich großer Fan von Penelope Douglas. Ihr Bücher bewegen sich immer an den moralischen Grenzen. So auch, Corrupt,der erste Teil der Devil's Night.

Vom Stil her hat mich die Geschichte bzw. die Reihe ein bisschen an die Reihe von Sinners of Saint Reihe von der mir sehr geschätzten L. J. Shen erinnert, denn es geht um vier Jungs, die sich die "apokalyptischen Reiter" nennen und die typischen "Rich Kids" sind, deren Eltern Geld wie Heu haben und sich wenig für ihre Kindern interessieren. In dem fiktiven Ort Thunder Bay wohnen auch Michael Crist und Erika Fane, genannt Rika. Es ist von Anfang klar, dass beide sich zueinander hingezogen fühlen, was auch dadurch deutlich wird, dass Penelope Douglas aus beiden Perspektiven schreibt. Michael ist Teil der apokalyptischen Reiter. In der Vergangenheit gab es einen Vorfall, wo drei Reiter ins Gefängnis mussten und sie geben Erika die Schuld dafür, die allerdings davon nicht ahnt und nun sinnen sie auf Rachen an Erika, in deren Gemengelage die sexuelle Anpassung zwischen Erika und Michael allerdings überzukochen droht.

Die Geschichte hat die typische Sogwirkung, aber die ist nochmal ein Stück weit düsterer als die anderen Geschichten von der Autorin. Hier passieren ein paar wirklich fragwürdige Dinge, wie z.B. die Rache an Erika. Die sogenannten Pranks bestehen daraus, dass man ihr Elternhaus anzündet. Es wird hier vor allem als Spielchen verkauft, an denen Erika zumindest in der Vergangenheit ebenfalls ihre Freude dran gefunden hat. Mir war das tw. ein bisschen zu viel. Auch sexuelle Handlung schrammen hier schon haarscharf am Nicht-Konsens vorbei. Es ist wichtig das richtig einzuordnen für sich. Die Autorin bekommt allerdings immer wieder die Kurve diese Handlungen nicht komplett zu verherrlichen als etwas, worauf man steht. Ich war mir bei Rika manchmal nicht so sicher, ob sie wirklich dieses "Monster" ist, wie sie von Michael beschrieben wird und auch auf diese moralisch verwerflichen Aktionen steht. Er selbst ist von ein großen Wut erfüllt und findet dafür schwer einen Kanal. Allerdings fand ich auch fürsorglich und loyal seinen Freunden gegenüber. Er kämpft auch mit den Schulgefühle als einziger nicht im Gefängnis gelandet zu sein. Die Freundschaft gerät auch leicht in die Schieflage in diesem Teil. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

FAZIT:

Corrupt ist der erste Teil der Devil's Night Reihe und verdient das Genre Dark Romance. Die Autori legt hier im Vergleich zu ihren anderen Büchern nochmal eine Schippe drauf. Die Triggerwarnungen sollten hier definitiv ernst genommen werden und man sollte es für sich richtig einzuordnen wissen, dass dies nur fiktiv ist. Mein moralische vertretbare Grenze hat definitiv erreicht. Ich möchte trotzdem wissen, wie es da weiter geht in den nächsten Teilen.

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Veröffentlicht am 23.08.2024

Vidas Neuanfang

Was das Meer verspricht
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MEINUNG:

Bei Was das Meer verspricht war ehrlich als erstes vom Cover angesprochen, da ich oft magisch angezogen bin von solchen, bei denen es um Schwimmen geht, auch wenn sich dieses Motiv häuft. Ich ...

MEINUNG:

Bei Was das Meer verspricht war ehrlich als erstes vom Cover angesprochen, da ich oft magisch angezogen bin von solchen, bei denen es um Schwimmen geht, auch wenn sich dieses Motiv häuft. Ich habe auch ein sommerliches Buch erwartet, was etwas leichter sein könnte.

Es wird allerdings relativ schnell klar, dass es keine so leichte Lektüre ist. Vida wohnt schon ihr ganzes Leben auf der einer Insel, die nur N. genannt wird. Es könnte vermutlich eine Ost- oder Nordseeinsel sein. Vida plant ihre Hochzeit mit ihrem Kindheitsfreund, mit sie allerdings noch nicht zusammen wohnt. Sie hilft ihren Eltern in deren Geschäft. Vidas Leben ist also vorher bestimmt und wird von ihr auch nicht in Frage gestellt, bis Marie im Nebenhaus einzieht. Vida ist von Marie magisch angezogen, weil diese so anders ist - freier und selbstbestimmter. Vida fängt mit der Annäherung an Marie ihr ganzes Leben in Frage zu stellen. Ich konnte auch gut nachvollziehen, dass es Vida schwer fällt mit dem ganzen neuen Gefühlen umzugehen. Marie, die bereits einmal verheiratet war, ist viel erfahrener. Vida beginnt sogar ihre Hochzeit in Frage zu stellen und denkt über ein alternatives Leben mit Marie nach.

Es wird allerdings relativ bald klar, dass Vida und Marie unterschiedlich Vorstellungen haben. Als Vida das Gefühl bekommt Marie nicht halten zu können bzw. diese sich ihr immer entzieht, fängt Vida an zu klammern, was ich nachvollziehen und nachfühlen konnte, was es aber nicht besser gemacht hat. Besonders schlimm wird es als Zander, Vida Bruder plötzlich zurück kehrt. Hier entspinnt nicht nur die Gunst um Marie, sondern auch der Fakt, dass Zander die Insel einfach verlassen hat für ein anderes Leben und Vida geblieben ist und sich gekümmert hat. Dieses Ungleichgewicht schwelt in Marie. Die Handlungen bewegt sich dann langsam auf eine Katastrophe hin, was mir dann schon langsam klar wurde. Ich habe absolut mit Vida gefühlt über so viel Unverfrorenheit von Zander, aber auch von Marie. Es fiel mir besonders schwer Maries Verhalten zu verstehen. Vielleicht wäre es besser, wenn man auch ihre Sicht gehabt hätte.

FAZIT:

Was das Meer verspricht lässt sich leicht und flüssig lesen, allerdings ist der Inhalt gefühlsmäßig schon mitnehmender. Vida, die durch Marie ihr ganzes Leben in Frage stellt und dann mit ihrem Bruder in eine Machtkampf gerät. Ein fesselnder, gefühlsbeladener Roman.

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Veröffentlicht am 16.08.2024

Extra spicy!

Triple Duty Bodyguards (Why Choose 2)
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MEINUNG:

Ich lese gerne mal Liebesgeschichten zwischendurch und sie dürfen auch gerne ein bisschen mehr Spice haben. Relativ viel Spice habe ich mir auch von Triple Duty Bodyguards versprochen, da eine ...

MEINUNG:

Ich lese gerne mal Liebesgeschichten zwischendurch und sie dürfen auch gerne ein bisschen mehr Spice haben. Relativ viel Spice habe ich mir auch von Triple Duty Bodyguards versprochen, da eine Frau hier drei Männer hat.

Die Geschichte fällt unter das Thema/ Trope "Reverse Harem" bzw. "Why Choose". Protagonistin Briar ist sehr bekannte Schauspielerin. Nach einem Stalking Vorfall ist sie auf der Such nach neuen Bodyguards. Sie findet diese in den drei ehemaligen Elitesoldaten - Glen, Kenta und Matt. Die drei Männer sind vom Charakter her sehr unterschiedlich. Glen ist der sanfte Mann, in dessen Gesicht man die Spuren ihrer Einsätze sieht. Für ihn war Briar immer ein Idol. Kenta ist der überlegte und rationale Typ. Matt ist ziemlich aufbrausend und hält von Briar auch sehr wenig, denn sie ist bekannt dafür als Diva zu gelten und Leute schlecht zu behandeln. Ich fand es ein bisschen seltsam, dass vor allem Matt da so unprofessionell auftritt. Es gibt noch ein paar andere Vorfällt, bei denen ich mich gefragt habe, ob sie ihren Job auch Ernst nehmen. Auch Briar weißt sie immer wieder daraufhin, dass sie sie beschützen sollen und nicht belehren. Natürlich wird auch schnell eine gewisse sexuelle Spannung aufgebaut und zwar zu allen drei Männern. Mit Glen und Kenta entsteht schnell etwas und Matt muss von Briar erst erobert werden. Die Sexszenen sind sehr explizit, aber immer im Konsens. Briar hadert anfangs ein wenig, aber lässt sich dann sofort darin fallen. Ihr Leben war bisher relativ einsam, was auch dem frühen Erfolg geschuldet ist. Die Spuren, die das hinterlassen hat, greift die Autorin gut auf, genauso wie das Stalking Thema. Briar fand ich eigentlich nie unsympathisch. Sie steht einfach für sich ein und wird eben auch mal unbequem, wenn es angebracht ist. Sie will niemanden gefallen und ist sich ihrer Berühmtheit durchaus bewusst und weiß diese auch einzusetzen für Dinge, die ihr wichtig sind. Die 4er Liebescombo funktioniert ziemlich harmonisch und ist kein großes Konfliktfeld. Es mag vielleicht nicht komplett realitisch sein, aber ich glaube, dass ist auch nicht der Anspruch des Buches.

FAZIT:

Triple Duty Bodyguards ist kurzweilige, unterhaltsame Liebesgeschichte für zwischendurch mit sehr viel Spice. Es gibt auch einige ernstere Themen, aber alles in allem ist eine absolute Wohlfühllektüre, in der die Konstellation gut funktioniert. Man sollte hier nicht so viel darüber nachdenken, ob das realistisch ist, sondern sich einfach reinfallen lassen.

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Veröffentlicht am 07.08.2024

Zwei Schwestern und ein Bär

Cascadia
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MEINUNG:

Cascadia war mir bereits früh in der Vorschau aufgefallen. Ich war von der Idee mit dem Bären irgendwie angezogen, weil ich wissen wollte, wie sich Bär auf die Beziehung der Schwestern auswirken ...

MEINUNG:

Cascadia war mir bereits früh in der Vorschau aufgefallen. Ich war von der Idee mit dem Bären irgendwie angezogen, weil ich wissen wollte, wie sich Bär auf die Beziehung der Schwestern auswirken wird. Natürlich war ich hat mich auch der Spielort - Nordwesten der USA - magisch angezogen.

Der Roman gibt einen sehr guten Einblick in das Leben in den USA, vor allem in die finanzielle Situation der Schwestern, die die Arztrrechnungen ihrer schwerkranken Mutter bezahlen müssen. Sam arbeitet auf einer Fähre und ihre Schwester Elena hat einen festen Job bei einem Golf Club. Die Krankheit der Mutter fesselt beide an ihre Heimat auf der Insel San Juan, die zwischen Vancouver Islands in Kanada und Seattle in den USA liegen. San Juan ist Teil einer Inselgruppe und mir hat die Atmosphäre gut gefallen, da ich vor einiger Zeit selbst in Seattle und Vancouver war. Es ist ein Ferienort für viele reiche Touristen und Urlauber. Im Kontrast dazu steht das Leben von Sam und Elena, welches sich um das nackte Überleben dreht. Der Ton des Buches ist relativ ruhig, schraubt sich aber langsam hoch. Am Ende gibt es eine Situation, die alles kippt. 

Zunächst wirkte das Verhältnis zwischen Sam und Elena sehr eng, wobei Elena immer diejenige ist, nach der sich alles richtet und die sich auch um das meiste kümmert. Elena ist 30 und Sam 28 Jahre alt. Mir kam besonders Sam oft deutlich jünger vor, da sie in meinen Augen noch nicht so gefestigt war, wie Elena. Sam lernt man besser kennen, da die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt wird. Beiden ist klar, dass ihre Mutter nicht mehr lange leben wird. Nach deren Tod planen beide das Haus zu verkaufen und woanders ein neues Leben zu beginnen. Die Schwesternbeziehung fängt an zu bröckeln als plötzlich ein Bär von ihrem Haus erscheint. Sie gehen beide damit recht unterschiedlich um. Sam reagiert darauf, wie vermutlich die meisten von uns, sie begegnet dem Bären mit Angst. Es kommt auch zu einem Kontakt zu einer Biologin, die sie ausdrücklich warnt sich dem Bär zu nähern oder diesen zu füttern. Elena dagegen ist absolut fasziniert von dem Bären.

Der unterschiedlich Umgang mit der Situation führt dazu, dass es zwischen den beiden erstmals zu Meinungsverschiedenheiten führt und beide bemerken, dass sie Geheimnisse voreinander haben. Das gilt besonders für Sam, die langsam begreifen muss, dass die Beziehung zu ihrer Schwester nicht mehr so ist, wie als als beide noch Teenager waren. Mir erschien sie wirklich irgendwo in ihrer Jugend stecken geblieben, was auf Grund der familiären Umstände nachvollziehbar ist. Ihre Mutter hatte auch einen Partner, der gewalttätig war, was beide sehr geprägt hat. In dem Alter würden beide Schwestern vermutlich normalerweise bereits jede ihr eigenes Leben führen. Meiner Meinung nach fehlt es hier an Kommunikation und Elena schützt bzw. belügt ihre Schwester aus falscher Rücksicht. Umso bitterer ist das Ende der Geschichte.

FAZIT:

Cascadia ist ein ruhiger Roman über zwei Schwestern und einen Bären, der den Vergleich von Schneeweißen und Rosenrot durchaus zulässt. Der Bär führt sprichwörtlich dazu, dass die Beziehung der beiden Schwestern auf eine harte Probe gestellt wird. Das bittere Ende klingt noch lange nach. 

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