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Veröffentlicht am 03.03.2025

Unterhaltsame und bewegende Zeitreise

Courting – Be mine through all time
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In diesem spannenden Regency Roman reist die junge Rebecca in der Zeit zurück ins Jahr 1816. Dort erlebt sie eine vollkommen andere Welt, in der Männer das Leben von Frauen bestimmen und die ...

In diesem spannenden Regency Roman reist die junge Rebecca in der Zeit zurück ins Jahr 1816. Dort erlebt sie eine vollkommen andere Welt, in der Männer das Leben von Frauen bestimmen und die Ehre das Wichtigste im Leben ist. Aber sie findet auch die wahre Liebe und überwindet ihre Ängste. Sie erkennt, dass sie Menschen helfen kann und deckt sogar einen Mordfall auf.

Ich muss sagen, dass ich aufgrund des Covers und Klappentextes eine eher seichte Lovestory erwartet hatte, doch das Buch hat mich überrascht. Die Geschichte ist unterhaltsam, berührend und atmosphärisch. Ich konnte mir die Straßen von London im 19. Jahrhundert gut vorstellen und habe mit den Frauen mitgelitten. Schnell bin ich zusammen mit der Protagonistin in die damalige Zeit eingetaucht, war erstaunt, entrüstet, aber auch verzaubert. Besonders die Szenen in der Nervenheilanstalt haben mich bewegt und sind mir im Gedächtnis geblieben.

Ich mochte Rebecca, die zunächst eine eher in sich gekehrte Studentin ist, die erst im Jahr 1816 aufblüht. Hier ist sie eine moderne Frau, die natürlich überall aneckt und sich unverschämt verhält. Sie findet sich im alten London gut zurecht und hat den Vorteil, dass sie aus der Geschichte heraus weiß, was passieren wird. Kein Wunder, dass der Ex-Pirat Reed auf sie aufmerksam wird. Zwischen den beiden entwickelt sich langsam eine schöne Liebesgeschichte, die auch ein wenig Spice enthält. Aber beiden ist klar, dass ihre Liebe wahrscheinlich keine Zukunft hat.

Es passiert einiges, während Rebecca sich in der Vergangenheit aufhält und mir wurde nie langweilig. Ich war gespannt, wie sich Rebecca entscheidet: Ob sie im Jahr 1816 bleibt (mit all den Einschränkungen) oder zurück in die Zukunft geht, um ihr altes Leben weiter zu leben. Aber nicht nur Rebecca, sondern auch die Nebenfiguren wie zum Beispiel ihr Verwandter Archie, machen eine interessante Entwicklung durch. Die Charaktere sind alle sehr gelungen und glaubwürdig, weshalb ich nicht aufhören konnte zu lesen.

Das Ende hat mir schließlich wie die Geschichte insgesamt sehr gut gefallen. Wer eine abwechslungsreiche Regency Romance sucht, die viel mehr als nur den Love Interest zu bieten hat, der ist hier richtig.

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Veröffentlicht am 23.09.2024

Anti-Helden auf Drachenjagd

Ich fürchte, Ihr habt Drachen
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Robert ist Drachenjäger und dafür verantwortlich, Gebäude von Drachen zu säubern. Aber eigentlich mag er die kleinen Kreaturen und nimmt gerne mal einen Drachen mit nach Hause. Die Tiere scheinen ...

Robert ist Drachenjäger und dafür verantwortlich, Gebäude von Drachen zu säubern. Aber eigentlich mag er die kleinen Kreaturen und nimmt gerne mal einen Drachen mit nach Hause. Die Tiere scheinen auf ihn zu hören, und deshalb begleitet er eines Tages einen Prinzen und eine Prinzessin auf ein Abenteuer, um einen richtig großen Drachen zu erlegen. Doch dann läuft alles anders als geplant...

Die Geschichte beginnt flott und witzig, als Robert angeheuert wird, das Schloss von Drachen zu befreien. Ich mochte ihn als verkannten Helden, der nicht einmal seine eigene Begabung wertschätzt. Aber die verwöhnte Prinzessin Cerise stielt allen die Show. Sie ist herrlich unstandesgemäß und sorgt sich lediglich um den richtigen zukünftigen Gatten. Den scheint sie im Prinzen Reginald gefunden zu haben, wäre da nicht das Problem, dass er sich gar nicht für sie, sondern nur für Abenteuer interessiert. Leider gibt er weder einen guten Verlobten noch einen guten Helden ab.

Die drei müssen sich erst den Drachen stellen, um zu erkennen, wer sie sind und was sie wirklich wollen. Die Geschichte ist ein herrliches Märchen, das sich in einem Rutsch durchlesen lässt. Es gibt ruhige Momente, witzige Dialoge und viel Action. Im ersten Teil ist die Geschichte eher heiter, wird aber ab der Mitte zunehmend düsterer und auch blutig. Es ist also kein Kinderbuch, auch wenn man es nach den ersten Seiten meinen könnte. Trotzdem fand ich gerade das Spiel zwischen der Ernsthaftigkeit der Geschichte und den überzeichneten Figuren sehr gelungen. Es gibt viel zwischen den Zeilen zu entdecken.

Lediglich gegen Ende fand ich die Ereignisse etwas zu verworren. Hier wurde sehr viel wichtiger Inhalt auf wenige Seiten gepresst, so dass es recht kompliziert wurde. Das liegt vermutlich daran, dass man die Welt und die Figuren zu diesem Zeitpunkt nur oberflächlich kennengelernt hat. 304 Seiten sind für diese Geschichte einfach zu knapp, da wäre ich gerne auf 200 zusätzlichen Seiten noch mehr in die Welt eingetaucht.

Peter S. Beagle hat aber einmal mehr bewiesen, dass er atmosphärische, märchenhafte Geschichten schreiben kann. Einem Vergleich mit "Das letzte Einhorn" hält es freilich nicht stand, dafür fehlt "Ich fürchte, Ihr habt Drachen" etwas an Tiefe. Aber ich habe mich gut unterhalten gefühlt und mochte die Ironie und das Augenzwinkern an vielen Stellen sehr. Wer Drachen mag und gerne Märchen liest, kommt hier auf seine Kosten.

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Veröffentlicht am 22.09.2024

Unaufgeregt, niedlich und lesenswert

Spekulatius, der Weihnachtsdrache. Spekulatius und das Abenteuer im Herbstwald
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Für mich war dies das erste Spekulatius-Abenteuer. Ich bin durch "Klippo" auf den Autor aufmerksam geworden. Spekulatius ist für ein jüngeres Publikum gedacht, aber die Abenteuerlust des Autors ...

Für mich war dies das erste Spekulatius-Abenteuer. Ich bin durch "Klippo" auf den Autor aufmerksam geworden. Spekulatius ist für ein jüngeres Publikum gedacht, aber die Abenteuerlust des Autors spürt man auch hier.

Als die Lehrerin mit ihrer Schulklasse im Herbst den Wald besuchen will, wird sie plötzlich von einem Jäger aufgehalten: Ein großer Teil des Waldes gehört jetzt ihm und er wünscht keine Besucher. Sogar einen Zaun lässt er bauen.
Natürlich durchschauen die Kinder seinen Plan: Der Jäger will die Tiere in seinem Teil des Waldes einsperren, um sie dann erlegen zu können. Da kann nur Spekulatius, der Weihnachtsdrache helfen, auch wenn es erst Herbst ist.

Die Geschichte ist unaufgeregt, aber nicht langweilig. Der Weihnachtsdrache ist zuckersüß und hat einen ganz besonderen Dialekt, der einigen Humor mitbringt. Die Hauptfiguren sind sympathisch und ich konnte mitfiebern, ob es gelingt, die Tiere zu retten. Mir gefiel besonders die Auflösung rund um den Freiherrn und das Wildschwein in der Küche. Auch die Herbst-Atmosphäre kommt gut rüber, obwohl ich mir davon noch ein bißchen mehr gewünscht hätte (ich bin aber auch kein Fan von Halloween).

Aber insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt und die Protagonisten ins Herz geschlossen. Das wird sicher nicht meine letzte Spekulatius-Geschichte gewesen sein.

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Veröffentlicht am 18.09.2024

Exotisches Setting

Die Zeitdetektive, 4, Die gefiederte Schlange
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Die Zeitdetektive gibt es schon sehr lange, sowohl als Hörspiel als auch als Buch. Nun scheint der Verlag gewechselt zu haben und die Bücher sind etwas moderner gestaltet. Wobei mir aber die ...

Die Zeitdetektive gibt es schon sehr lange, sowohl als Hörspiel als auch als Buch. Nun scheint der Verlag gewechselt zu haben und die Bücher sind etwas moderner gestaltet. Wobei mir aber die alten Cover besser gefallen haben.

Dieser Fall führt Kim, Julian, Leon und ihre schlaue Katze ins Jahr 906 n. Chr. nach Chichén Itzá, eine Stadt der Maya. Dort lernen sie viel über die Kultur und Errungenschaften des Volkes zur damaligen Zeit. Die Kinder können außerdem bei diesem Fall wieder ihr detektivisches Können unter Beweis stellen.
Gut fand ich, dass die zahlreichen Fremdwörter am Ende des Buches erklärt wurden. Auch die Illustrationen haben mir gut gefallen. Das exotische Setting hat mir ebenfalls Spaß gemacht, allerdings ist das Umfeld nichts für zarte Gemüter. Zum Beispiel geht es in dem stattfindenden Ballspiel recht brutal zur Sache und Themen wie Menschenopfer spielen eine Rolle. Aber so war das damals und deshalb fand ich das authentisch und gut erzählt.
Ganz im Gegensatz zu den Handlungen der Hauptcharaktere. So waren die Kinder einerseits Diener, andererseits durften sie beim Festmahl dabei sein. Das war für mich nicht ganz stimmig. Der Fall hat mir deshalb nicht so gut gefallen wie andere aus der Reihe, da nicht immer alles ganz logisch war.

Trotzdem ist die Geschichte spannend und wird nie langweilig. Man bekommt mit diesem Buch viele Infos über die Zeit der Mayas und eine aufregende Lesezeit.

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Veröffentlicht am 09.09.2024

Unterhaltsames Verwirrspiel

Klippo
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Klippo lebt allein bei seinen Eltern, wird zu Hause unterrichtet und hat keine Freunde, außer sein Hermelin Red. Da er es nicht anders gewohnt ist, hinterfragt er nicht, weshalb ihn seine Eltern zu Hause ...

Klippo lebt allein bei seinen Eltern, wird zu Hause unterrichtet und hat keine Freunde, außer sein Hermelin Red. Da er es nicht anders gewohnt ist, hinterfragt er nicht, weshalb ihn seine Eltern zu Hause verstecken und er sich sein Wissen über die Welt nur aus Büchern aneignen darf. Erst als sie eines Tages vor den Salpetern fliehen müssen, erfährt Klippo, dass seine Eltern keine normalen Eltern sind.

Sie sind Spione und haben den Zorn des Anführers der Salpeter geweckt, der sich nun an ihnen rächen will, indem er Klippo tötet. Deshalb flieht Klippo mit seinen Eltern auf ein Schiff und segelt zu einer verborgenen Insel im Nebel, auf der er sicher sein soll. Sie verstecken ihn in einem alten Turm, doch Klippo ist es leid, sich immer einsperren zu lassen. Er erkundet die Insel und trifft dort auf ein Mädchen, das ihm etwas erzählt, das sein Leben erneut auf den Kopf stellt. Klippos Abenteuer ist noch nicht vorbei.

Mir gefiel es richtig gut, dass die Geschichte so viele Wendungen hat. Zwar war nicht alles überrschend für mich, aber die Spannung blieb immer hoch und die Story hatte ein gutes Tempo. Klippo muss einiges durchmachen, zumal er sich sehr leicht von anderen beeinflussen lässt. Aber was will man erwarten, wenn man sein ganzes bisheriges Leben von den Eltern isoliert wurde. Klippo hat ja kaum Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen und ich finde, das kommt hier sehr gut rüber.

Ein Highlight war natürlich das Hermelin Red, das ich ab der ersten Zeilen sofort ins Herz geschlossen hatte. Toll, dass das Buch auf jeder Seite eine Zeichnung von Red hat, so dass ein Daumenkino entsteht. Eine tolle Idee, an der ich viel Spaß hatte.
Weniger gut hat mir leider das Cover gefallen. Es ist sehr dunkel geraten und hat dann noch einen metallisch-spiegelnden Überzug. So kann man das Motiv, das eigentlich gut zur Geschichte passt, kaum erkennen. Sehr schade.

Den Autor Tobias Goldfarb kannte ich bisher nicht, bin aber durch Klippo jetzt neugierig auf seine Reihe über den Drachen Spekulatius geworden. Denn der Autor hat in Klippo vielfältige Charaktere entworfen und eine märchenhafte Atmosphäre geschaffen, die mich fesseln konnte.

Das Geheimnis rund um Klippo hat mich vor allem deshalb gut unterhalten, weil es so abwechslungsreich ist. Ich hätte mir sogar einige Stellen noch länger gewünscht, zum Beispiel die Ereignisse auf der Distrukta. Hier ging es mir etwas zu schnell, obwohl viele gute Ideen da waren. Aber das zeigt nur, wie ungern ich die Charaktere am Ende losgelassen habe, und dass ich gerne mehr Zeit mit ihnen verbracht hätte.

Klippo ist eine tolle Abenteuergeschichte für alle, die sich gerne überraschen lassen.

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