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Veröffentlicht am 05.11.2024

Eine Freundschaft überwindet alles!

Wie man einen Bammel auf Hosentaschengröße schrumpft
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Elli und Jaro sind beste Freunde und wohnen im selben Haus. Jaro hat unglaubliche Angst vor (bellenden) Hunden und Elli vor tiefem Wasser. Beide wollen ihren Bammel überwinden bevor es auf Klassenfahrt ...

Elli und Jaro sind beste Freunde und wohnen im selben Haus. Jaro hat unglaubliche Angst vor (bellenden) Hunden und Elli vor tiefem Wasser. Beide wollen ihren Bammel überwinden bevor es auf Klassenfahrt geht, dafür versuchen sie mit Otto, einem Hund aus der Nachbarschaft, Gassi zu gehen und im See zu schwimmen. Doch dann steht ihre Freundschaft auf dem Spiel als Tami, ein Mädchen, das gerade in den zweiten Stock gezogen ist, auftaucht.

Wie man einen Bammel auf Hosentaschengröße schrumpft von Josefine Sonneson ist ein einfühlsames Buch für Kinder ab zehn Jahren, das sich mich vielen wichtigen Themen beschäftigt. Obwohl viele Themen angesprochen werden, sind diese wunderbar in die Geschichte eingebunden und erschaffen ein tolles Bild.

Die Freundschaft zwischen Elli und Jaro ist dabei besonders schön dargestellt, denn neben der unzertrennlichen Einheit die sie zu Beginn bilden, erleben wir auch den ersten richtigen Streit und die Versöhnung. Dabei bekommen wir die Gefühle von Elli gut transportiert, sodass Kinder sich in ihr wiederfinden oder mit ihr mitfühlen können. Gleichzeitig wird jedoch auch reflektiert und durch die Versöhnung das Eingestehen von Fehlern übermittelt.

Weitere Themen sind Ängste, dass es auch okay ist, wenn diese nicht auf Hosentaschengröße schrumpfen oder dass Ängste nicht immer rational erklärbar sind und sich verschieden verhalten können, aber auch, dass manche Ängste überwunden werden können. Diese Mischung finde ich wichtig und wunderbar transportiert.

Des Weiteren finden auch Themen wie Trennung der Eltern, unterschiedliche Familienformen, (großes) Geschwisterchen werden, neue Freundschaften, sich alleine fühlen und viel mehr ihren Platz. Rückblickend war ich geradezu begeistert, wie viele Themen sich in diesem Buch befinden und dabei doch nicht deplatziert wirken. Ein tolles Buch, dass einfühlsam die Gefühlswelt Ellis offenlegt und Platz zum sich mir ihr identifizieren bietet.

Auch das Hörbuch, das wunderschön von Friedel Morgenstern eingesprochen wurde, kann ich nur empfehlen!

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Veröffentlicht am 21.10.2024

Düsteres Eden

Starling House
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Das Starling House der Kleinstadt Eden zieht Opal auf eine magische Weise an und lässt sich auch in ihren Träumen nicht in Ruhe. Das Anwesen gehörte im 19. Jahrhundert der Autorin Eleanor Starling, die ...

Das Starling House der Kleinstadt Eden zieht Opal auf eine magische Weise an und lässt sich auch in ihren Träumen nicht in Ruhe. Das Anwesen gehörte im 19. Jahrhundert der Autorin Eleanor Starling, die „The Unterland“ verfasst hat. Eine Geschichte, die Opal liebte und in die sie regelmäßig aus ihrer Realität floh. Nun lebt Opal mit ihrem jüngeren Bruder Jasper in einem Motelzimmel und versucht Jasper mit Aushilfsjobs eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Auf dem Rückweg einer ihrer Jobs, bekommt Opal ein verlockendes Angebot. Arthur Starling, der Erbe von Starling House, bietet ihr eine Stelle als Haushalthilfe an. Opal nimmt das Angebot an, obwohl ganz Eden das alte Haus meidet. Denn mysteriöse Geheimnisse, Ungeheuer und Unfälle stehen in Verbindung mit dem Haus und legen einen Fluch über Eden und seine Bewohner.

Starling House von Alix E. Harrow ist ein düsterer Roman, der sich perfekt als Herbstlektüre eignet und ein schaurig-schönes Leseerlebnis bietet. Die Geschichte erleben wir aus zwei Perspektiven. In der Ich-Perspektive erleben wir die Gedankenwelt der jungen Opal, die kein leichtes Leben hat. Geplagt von ihren Alpträumen, den Zukunftssorgen und der großen Fürsorge für Ihren kleinen Bruder Jasper, ist ihre Perspektive sehr düster. Opal ist keine typische Protagonistin und genau deswegen fiel es mir leicht, sie direkt spannend und interessant zu finden. Eine Sympathieträgerin aufgrund außerordentlich sympathischer Charaktereigenschaften ist sie nicht und doch hat sie solche, die sie nahbar und ihre Handlungen nachvollziehbar machen. Die zweite Perspektive ist in der dritten Person geschrieben und bringt uns Arthur Starling näher, der durch die Erzählperspektive aber unnahbarer als Opal bleibt, obwohl er für mein Empfinden sympathischere Charakterzüge hat. Durch die Erzählperspektive und Opals Sicht auf ihn, bleibt seine Person aber auch durchweg interessant und nicht komplett durchschaubar.
Die weiteren Nebencharaktere haben mir auch sehr gut gefallen und wurden gut ausgearbeitet.

Die Geschichte wird sehr langsam erzählt, kleinere Spannungselemente werden relativ schnell aufgeklärt und eine (unnötige) Effekthascherei vermieden, das hat das Buch auch gar nicht nötig. Denn die düstere, gruselige Atmosphäre trägt es von der ersten Seite an. Selten habe ich mich von einem Buch von der ersten Seite an in eine Atmosphäre gehüllt gefühlt, wie in diesem Fall und das Ende hätte kaum besser gewählt werden können. Starling House kann ich jedem empfehlen, der - vor allem zur jetzigen Fahrzeit - gerne eine düstere Lektüre zur Hand nimmt, die auch übernatürliche Züge besitzen darf.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Wenn ein Buch dein Leben verändert

Die Goldene Schreibmaschine
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Emily lebt bei ihren Großeltern, weit weg von ihren Eltern, die gerade im Ausland arbeiten. Eine Situation die ihr nicht leicht fällt und aus der sie gerne entfliehen würde. Dann findet Emily eine geheime ...

Emily lebt bei ihren Großeltern, weit weg von ihren Eltern, die gerade im Ausland arbeiten. Eine Situation die ihr nicht leicht fällt und aus der sie gerne entfliehen würde. Dann findet Emily eine geheime Bibliothek innerhalb der Anna-Amalia-Bibliothek, in der ihre Oma Rosa arbeitet. Emily kann es kaum glauben als sie dort eine wunderschöne goldene Schreibmaschine entdeckt, die scheinbar magische Fähigkeiten hat. Denn Emily kann Bücher verändern und Bücher verändern das Denken der Menschen, damit kann Emily ihre Realität ins positive verändern. Doch auch ihr Lehrer Dr. Dresskau weiß von der goldenen Schreibmaschine und setzt alles daran, um an den Schlüssel zur geheimen Bibliothek und damit an die Macht zu kommen. Kann Emily Dresskaus Pläne verhindern?

Die goldene Schreibmaschine von Carsten Henn ist ein magisches Kinderbuch für Kinder ab zehn Jahren, das ich jedoch uneingeschränkt auch Erwachsenen ans Herz legen würden, denn es beinhaltet eine tolle Geschichte mit wunderschönen Botschaften, die ans Herz gehen und das obwohl ich zu Beginn die Charakterzeichnung Dr. Dresskaus deutlich überzogen fand. Die passt aber am Ende in die Geschichte und vor allem, ist die überspitze Darstellung wohl leider doch recht häufig etwas, das Lehrer:innen bei ihren Schüler:innen auslösen (wenn auch hoffentlich nicht durch solch offensichtliches Fehlverhalten).

Die weiteren Charakterzeichnungen gefielen mir hingegen ausgesprochen gut. Emily ist ein ordnungsliebendes Mädchen, das zusammen mit ihren besten Freunden Frederick, einen absoluten SciFi-Fan und Charly, einem Mädchen, dass Gefühle schmecken kann, in eine Klasse geht und dort eher zu den unbeliebten Mädchen gehört. Gerne wäre sie beliebter, auch bei den Lehrern, aber vor allem bei Lasse und Zoe. Auch außerhalb der Schule hätte Emily gerne ein anderes Leben, sie liebt zwar ihre Großeltern, aber würde viel lieber bei ihren Eltern wohnen und sie nicht nur über die Videoanrufe sehen. All das scheint plötzlich möglich, denn mit der goldenen Schreibmaschine kann Emily die Realität verändern. Aber ist die eigene Realität wirklich besser, wenn man alles hat, was man sich erträumt?

Die goldene Schreibmaschine bietet so viel zum Nachdenken und vermittelt wie wertvoll das eigene Leben ist, das nicht immer perfekt sein muss, um einem Glück zu schenken. Es zeigt auch das magische Band einer guten Freundschaft mit Freunden, die immer zu einem stehen und es zeigt, dass man sein kann, wer man will!

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Veröffentlicht am 07.10.2024

Schimmerndes Paris

Birds of Paris – Das magische Pendel
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Schon wieder muss Léa sich in einer neuer Stadt zurecht finden, diesmal in Paris. Eine neue Chance für sie, endlich Freunde zu finden, wenn sie nur wüsste, wie das geht. Im Garten von Notre-Dame trifft ...

Schon wieder muss Léa sich in einer neuer Stadt zurecht finden, diesmal in Paris. Eine neue Chance für sie, endlich Freunde zu finden, wenn sie nur wüsste, wie das geht. Im Garten von Notre-Dame trifft Léa auf ein mysteriöses Mädchen, das scheinbar mit einer Taube spricht. Léa folgt ihr und Alex führt Léa in eine magische Welt ein. Bei Alex Clique fühlt Léa das erste Mal, was Freundschaft bedeutet. Doch Alex ist verschwunden und die Kinder müssen sich auf eine gefährliche Suche machen. Geht Léa diese Gefahren ein oder bleibt sie auch in Paris ohne Freunde?

Das magische Pendel von Kathrin Tordasi ist der erste Band der magischen Birds of Paris-Reihe. Gemeinsam mit Léa, Alex, Ari, Roux und Coralie entdecken wir in dieser Reihe alle Seiten Paris’ und vor allem den magischen Blick auf die Welt. Tordasi schafft es eine tolle Welt aufzubauen und von der ersten Seite an eine spannende Geschichte zu erschaffen, deren Spannung sich immer weiter steigert. Ein Buch, das man kaum aus den Händen legen möchte.

Léa und die vier Straßenkinder weisen alle unterschiedliche Charaktere auf und trotzdem kann man sich mit allen identifizieren und eine Sympathie zu ihnen aufbauen. Da wir die Geschichte hauptsächlich aus Léas Perspektive erleben - nur in wenigen Kapiteln wechseln wir zu Roux - ist die Verbindung zu ihr natürlich am größten. Besonders schön empfand ich die Umschreibung von Gefühlen, die Tordasi auch auf eine körperliche Ebene führt und dadurch sehr greifbar macht.

Außerdem wird nicht nur die Welt magisch beschrieben, sondern auch das Band der Freundschaft. Selten konnte mich eine Gruppe an Freunden emotional so stark berühren. Die vier Straßenkinder und Léa zeigen, was Freundschaft ausmacht, welche Gefühle sie auslösen und dass man in einer Freundschaft nicht funktionieren muss, sondern Rücksichtnahme und Verständnis ein wichtiger Faktor einer guten Freundschaft sind.

Wie bereits erwähnt weist die Geschichte viel Spannung und Höhepunkt vor und die Hauptstory ist inhaltlich abgeschlossen. Gegen Ende gibt es dann jedoch Aspekte, die eröffnet werden und einen gespannt auf den zweiten Teil warten lassen. Wie geht es mit Léa, Ari, Alex, Coralie und Roux weiter? Wird das nächste Buch aus einer anderen Perspektive geschrieben? Fragen über Fragen, die mich voller Vorfreude auf den nächsten Band warten lassen.

Die kleinen Zeichnungen des Illustrators Heiko Hentschel am Anfang eines Kapitels waren auch sehr geschickt eingebaut, denn sie haben Vorfreude auf das nächste Kapitel geweckt. Eine tolle Idee, doch besonders herausheben muss ich das Cover, das kaum besser zur Geschichte passen könnte. Die Schimmeroptik des Covers ist einfach wundervoll!

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Veröffentlicht am 24.09.2024

Tierische Freundschaft

Pino – Ein Abenteuer auf vier Pfoten
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Janne und Pino werden ein Wochenende alleine zuhause verbringen, weil sie ihrer Mutter ein Entspannungswochenende gönnen und vor allem Pino freut sich auf die Zeit alleine mit seinem großen Bruder. Doch ...

Janne und Pino werden ein Wochenende alleine zuhause verbringen, weil sie ihrer Mutter ein Entspannungswochenende gönnen und vor allem Pino freut sich auf die Zeit alleine mit seinem großen Bruder. Doch im Gegensatz zu Pino möchte Janne nicht mit seinem kleinen Bruder spielen, sondern viel lieber chillen. Im Eifer des Gefechts bekommt Pino die Tür an den Kopf und als Pino wieder aufwacht, sieht die Welt plötzlich ganz anders aus. Ein anderer Duft, eine andere Perspektive und er trägt ein dichtes Fell am ganzen Körper. Pino hat sich in einen kleinen Hund verwandelt. Panisch rennt Pino in die Großstadt und trifft dort auf die Straßenkatze Fritzi, die Pino dabei behilflich sein möchte, wieder ein Mensch zu werden. Gemeinsam mit Fritzi macht Pino sich auf die Suche nach dem magischen Wesen, das ihnen dabei behilflich sein soll.

Pino - Ein Abenteuer auf vier Pfoten von Annika Scheffel ist ein tierisches Abenteuer zum Vorlesen, aber auch um die ersten eigenen Leseerfahrungen zu sammeln und neben den Spaß, den es inhaltlich vermittelt, weil man mit dem kleinen Pino mitfiebert, übermittelt es auch schöne Werte.

Pino zeigt das starke Band zwischen Geschwister, das während des Erwachsenwerdens auch manchmal belastet wird und dennoch zusammengehört und zeigt, dass man vorsichtig mit seinen Wünschen sein sollte, denn schnell kann sich alles ändern. Es zeigt aber auch, dass es ganz normal ist, dass man mal keine Lust hat mit dem Gegenüber Zeit zu verbringen und dass dies viel mehr an dem eigenen Wohlbefinden liegt, als am Gegenüber. Diese Reflexion findet in diesem Buch statt und gibt eine Basis, über die Erwachsene aufgrund des Buches mit ihren Kindern reden können. Neben der Beziehung und Liebe zwischen Geschwistern findet aber auch Freundschaft und Selbstfindung einen großen Platz in der Geschichte.

Pino - Ein Abenteuer auf vier Pfoten konnte mich in jeglicher Hinsicht überzeugen und lege ich vor allem denjenigen ans Herz, deren Kinder gerade auf unterschiedlichen Entwicklungsstufen sind, weswegen das eine ggf. auch mal Zeit für sich braucht. Für diese Entwicklung wird in diesem Buch Verständnis aufgebracht und eine Tür aufgemacht, um Kindern die unterschiedlichen Gefühlssituationen nahezubringen.

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