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Veröffentlicht am 25.09.2024

Zwischen Grausam- und Barmherzigkeit

Der Wintersoldat
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Wie soll ich ein Buch beschreiben, das mir nahe ging, das so viel Grausamkeit und so viel Nächstenliebe in sich vereint? An das ich nach der letzten Seite nur einen einzigen heftigen Wunsch richte? Ich ...

Wie soll ich ein Buch beschreiben, das mir nahe ging, das so viel Grausamkeit und so viel Nächstenliebe in sich vereint? An das ich nach der letzten Seite nur einen einzigen heftigen Wunsch richte? Ich weiß es nicht - Die folgenden Zeilen werden mein Versuch sein.

Lucius, ein hochbegabter Wiener Medizinstudent meldet sich beim Ausbruch des 1. Weltkrieges freiwillig als Sanitätsoffizier und landet in den Karpaten, wo ihm Schnee und Kälte und die Nonne Margarete entgegen wehen. Gemeinsam machen sie sich an die blutige Arbeit, Menschenleben zu retten. Als ein schwer traumatisierter Ungar in das Lazarett eingeliefert wird, begeht Lucius einen folgenschweren Fehler.

Nachdem ich Daniel Masons „Oben in den Wäldern“ gefeiert habe, war ich unglaublich gespannt, mich in diesem Buch zu verlieren. Es war anders, keine Frage. Mehr historisch, nicht so episodenhaft und nicht so manisch - dafür wankend auf der Schneide zwischen Grausam- und Barmherzigkeit.

Lucius ist ein Charakter, den ich sofort nachvollziehen konnte. Trotz dessen, dass er als Sonderling gilt, sucht er sich zielstrebig seinen Weg. Das, was er will - „Die Gedanken eines anderen Menschen sehen zu können“ - gibt ihm Kraft und Auftrieb, trotz der Gräul des Krieges, die ihm immer wieder begegnen im Verlauf des Buches. Die mir immer wieder begegnen. Wer da keinen starken Magen hat, dem würde ich das Buch nicht empfehlen. Es ist umso spannender zu verfolgen, wie Lucius sein Bücherwissen hinten anstellen muss, um von einer Nonne, die nicht mal die Namen der Muskeln und Sehnen kennt, zu lernen, wie man Amputationen vornimmt und Wunden näht. Besonders zu Beginn entbehrt „Der Wintersoldat“ nicht einer guten Prise Humor - natürlich sarkastisch serviert. Gerade dieser Humor zog mich förmlich in den Roman, der eigentlich so viel mehr ist als ein Kriegsroman.

Es geht um die Würdigung des Wissens, ganz gleich auf welche Art es erlernt wurde. Genauso werden grausame Fragen aufgeworfen, die eine Entscheidung sowohl von der Figur als auch vom Leser fordern. Vor allen Dingen Lucius wird dadurch mehr und mehr zur tragischen Figur. Letztendlich schließt sich auf den letzten Seiten ein Kreis, den ich so nicht erwartet hätte und mein Herz seufzen musste. Im Buch geht es genauso um eine zarte Liebe, die alles andere als kitschig ist, wie um die Suche nach Verlorenem und einer tiefen Sehnsucht.

Das Buch hat mich schlichtweg fasziniert. Daniel Mason nimmt einen mit auf eine Reise vom trubeligen Wien, seinen Hörsälen und Teestuben hinein in die unwirtlichen Karpaten, in denen man spürt wie die Kugeln durch die Luft schnellen, zurück in ein verändertes Wien. Diese Stimmungen, die er mit seinen Worten hervorruft, sind so differenziert, das sie mich Schauplatzwechsel um Schauplatzwechsel kalt erwischt haben.

Wichtig und schön kommt der Roman daher. Ich habe ihn sehr genossen.

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Veröffentlicht am 16.09.2024

Eine bewegende Reise

Solito
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„Reise. Vor rund einem Jahr fingen meine Eltern an, dieses Wort zu benutzen. - Eines Tages wirst du eine Reise machen um bei uns zu sein.“

Javier Zamora schildert uns in eindrucksvollen Worten seine ...

„Reise. Vor rund einem Jahr fingen meine Eltern an, dieses Wort zu benutzen. - Eines Tages wirst du eine Reise machen um bei uns zu sein.“

Javier Zamora schildert uns in eindrucksvollen Worten seine eigene Reise - und zwar von El Salvador, wo er bis zu seinem neunten Lebensjahr bei seinen Großeltern aufwuchs und zuerst sein Vater, dann seine Mutter vor dem Bürgerkrieg, der in den 90er Jahren in El Salvador herrschte, in die USA flohen. Javier kannte seine Eltern nur aus Erzählungen, aus seinen frühen Erinnerungen und von Telefonaten. Für ihn waren sie immer diejenigen, die ihm Power Ranger Figuren und Disneyvideos schicken - sie waren eine kometenhafte Idee, der er nun folgen sollte.

Seine Eltern beauftragen eine Schlepperbande, ihren Jungen quer durch Mittelamerika in die USA zu bringen. Was Javier auf dieser Reise erlebt, wird ihn emotional sein gesamtes Leben hindurch prägen.

Er beginnt mit seiner Geschichte in El Salvador, der Ort, der für ihn Heimat bedeutete. Seine Abuelita, seine Großmutter, und sein Großvater und seine Tante Mali ziehen ihn groß. Diese drei Personen verwurzeln ihre Gedanken nicht nur in Javier, sondern auch im Lesenden. In mir. Ich mochte Mali, wie Javier sie liebte. Ich hatte Respekt vorm Großvater, wie er. Der Großvater, der Javier ein Stück auf seiner Reise begleitete, war für mich ein sehr starker Charakter. In der Vergangenheit hat er seine dunklen Seiten gezeigt, doch Javier vergötterte er - und sein Einfluss zog sich durch Javis gesamte Geschichte.

Und schließlich Javier selbst. Der mutige kleine Junge, mit einer Vision seiner Eltern und dem Idealbild von „La USA“ vor Augen, der Mut fassen muss, um auf die Toilette zu gehen oder um Hilfe zu bitten. Aus seinen Augen wird uns ein halber Kontinent beschrieben. Für mich war es so beeindruckend, wie anschaulich er die Orte, die Landschaft, den Mond, die Kakteen beschrieb.

„Ich schaute hinauf zu den Löchlein in der dunklen Decke des Himmels. Sterne glitzerten. Warum blinken sie so? Können sie die Erde unter unseren Füßen sehen? Wie alte Zeitungen. Knistern. Knirschen. Wie wenn man auf Eierschalen läuft“ Knacken.“ S.279

Doch genauso nahm ich bitter in mir auf, wie er den Hunger und den Durst beschreibt, den Geruch der Menschen und der Umgebung, die Erschöpfung und die Schmerzen, die Angst, die Hoffnungslosigkeit und den Zweifel. Und es machte mich so wütend. Javier kroch mir unter die Haut und ich wollte ihn am liebsten beschützend in den Arm nehmen. So liest man jedoch wie Javier von Kapitel zu Kapitel sich mehr und mehr auf die Lebensnotwendigen Dinge beschränkt. Pissen. Trinken. Schlafen.

Doch das übernahmen andere für mich - nämlich die Familie, die zwar keine Blutsbande teilt, aber durch das selbe Schicksal und das selbe Streben verbunden sind. Die Foundfamily wuchs mir Seite um Seite mehr ans Herz - sie strahlte in der Hölle des Weges Mitgefühl und Wärme aus, obwohl ich mich zwischenzeitlich fragte, woher sie die Kraft für diesen kleinen fremden Jungen genommen hat.

Und Javier schreibt am Ende selbst, dass niemand, der die Reise über die staubigen Straßen Mittelamerikas und den entbehrungsreichen Marsch durch die Sonora-Wüste nicht mitgemacht hat, seine Gruppe verstehen kann.

Dies ist ein Buch über die Reise eines kleinen Jungen, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Es ist kein Buch über die großen Zusammenhänge der Migrationsgeschichte zwischen Mittelamerika und den USA, geschweige denn den politischen Verflechtungen. Doch es regt zum recherchieren an.

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Veröffentlicht am 26.07.2024

Ein zarter Comic über das Finden und Gefunden werden

Rebis - Ein Kind der Natur
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Martino ist das jüngste Kind - er ist ein Albino und wird in der mittelalterlichen Welt, in der diese Geschichte spielt, als der Grund für mannigfaltiges Unglück angesehen. Während seine Schwestern ihn ...

Martino ist das jüngste Kind - er ist ein Albino und wird in der mittelalterlichen Welt, in der diese Geschichte spielt, als der Grund für mannigfaltiges Unglück angesehen. Während seine Schwestern ihn lieben und beschützen, ist er seinem Vater ein Dorn im Auge. Er ist immer auf das Ansehen der Familie bedacht - eines Tages eskaliert die Situation und Martino flieht in den Wald - und lernt, in einer neuen anderen Welt zurecht zu kommen.

Rebis ist ein Buch über Akzeptanz und Andersartigkeit in einer Welt, in der man immer in der Spur bleiben muss, um von der Gesellschaft akzeptiert zu werden, über das Finden der eigenen Identität (was manchmal schwierig und schmerzhaft sein kann) und die offenen Arme von Fremden, die zu einer Familie erwachsen können. Kurzum - ein Comic im historisch mittelalterlichen Setting, den man sehr gut auf die Problematiken des Hier und Jetzt übertragen kann und der sehr aktuelle Themen birgt. 

Den kleinen Martino hatte ich von Anfang an ins Herz geschlossen, schon auf den ersten Panels konnte ich sein Entwicklungspotential erahnen. Der vorsichtige Junge, der zumeist allein unterwegs ist und auf jeden seiner Schritte achtet, aus Furcht den Zorn seines Vaters zu erregen oder den Jungs aus der Stadt über den Weg zu laufen, entwickelt im Verlauf des Comics eine innere Stärke, auf die ich am Ende selbst stolz war. Er muss viele Hürden überstehen und viele schwierige Fragen an sich selbst und an andere stellen, doch es lohnt sich für Martino.

Seine Schwestern, die immer zu ihm gehalten haben, fand ich ebenso toll gelungen. Sie haben Martino zu Beginn den Halt gegeben, den er so dringend brauchte.

Das Trope Found Family spielt eine so große Rolle in dem Buch, allen voran Viviana, die den Jungen aufnimmt und ihm den Freiraum gibt, sich selbst zu entdecken. Welcher Mensch wäre er selbst gern? Diese Fragen hat er sich früher in seinem Elternhaus nie gestellt. Deshalb empfinde ich den Trope in dem Comic als unglaublich wichtig - Er schafft außerdem eine Verbindung zwischen den kleinen Problemen des Einzelnen und den gesellschaftlichen Problemen - im Mittelalter wurde jede Frau als Hexe bezeichnet, die aus der Norm lief. Sie wurden schikaniert und ausgrenzt. Das kommt uns doch irgendwie bekannt vor, oder?

Das Buch hat so viele schöne Lesarten - und hat in mir starke Emotionen ausgelöst. Die Panels - vor allen Dingen die Licht- und Schattenspiele und die gedämpften Farben hatten es mir angetan. Bisweilen fühlte ich mich wirklich in den Comic versetzt.

Eine großartige Empfehlung für all jene, die gerne historische Geschichten mit einem sich entpuppenden Protagonisten lesen.

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Veröffentlicht am 18.06.2024

Ein schneckentastisches Finale

Defiant - Jenseits der Sterne
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Ich bin das letzte mal mit Spensa Nightshade in den Raumjäger gestiegen, um die Galaxis zu retten. Verdeck zu, Schreckschneck knuddeln und auf zu den Sternen! Ich will mit in der Skywardstaffel fliegen! ...

Ich bin das letzte mal mit Spensa Nightshade in den Raumjäger gestiegen, um die Galaxis zu retten. Verdeck zu, Schreckschneck knuddeln und auf zu den Sternen! Ich will mit in der Skywardstaffel fliegen!

Spensa ist aus dem Nirgendwo zurückgekehrt, verändert - und hat Schwierigkeiten sich in ihrem Zuhause und unter ihren Freunden zurecht zufinden. Gleichzeitig ist die Bedrohung durch die Superiority greifbarer denn je. Spensa muss sich entscheiden, welchen Weg sie einschlagen will. Den der einsamen Kriegerin oder den ihres mit Schweiß und Blut geschmiedeten Teams.

Was für ein Flug! Ich habe praktisch alle Emotionen durchlebt und alle Gefühle gezeigt. Stolz, Trauer, Freude, Leid und Glück. Spensa hat sich verändert - und wenn man das aufmüpfige Mädchen, das sich von Ratten ernährt hat, mit der stolzen und sich selbst hinterfragenden Frau vergleicht, sieht man die wahnsinnige Entwicklung, die sie durchlaufen hat. Allein das macht mich stolz. Sanderson hat die einzelnen wankenden Schritte so glaubwürdig dargestellt, dass man es kaum bemerkt, wie Spin sich verändert - vor allem, da sie ihr Vokabular und ihren Sarkasmus beibehalten hat. Sie hat für einige Heiterkeitsausbrüche meinerseits gesorgt. Aber keine Sorge - die anderen Figuren wie Jorgen oder Kymmalin oder Hesho sind beständig an ihrer Seite. Es ist kein einsames Buch wie wir es in Cytonic erlebt haben. Insbesondere die Großmutter Becca Nightshade bekommt hier viel Raum - was ich großartig fand.

Und die Taynix - die wunderbaren Schnecken - nehmen eine so große Rolle ein! Das hätte ich im ersten Band nie für möglich gehalten - aber sie stehen mit Spensa auf einer Ebene und ich liebe die intelligenten Gefährten heiß und innig, genauso wie die Rolle, die Sanderson ihnen zugedacht hat. (Ich hätte nie gedacht, dass Schnecken mal meine Lieblinge in einem Buch werden!)

Es ist eine Geschichte voller Weltraumschlachten, voller Verzweiflung und Opfer, aber auch voller kleiner ruhiger Momente zwischen der Crew, die ich ebenso geliebt habe. Diese Momente haben mir die nötige Nähe gegeben, um mich mit Spensa und ihrer Crew den Feinden mit allem, was ich hatte, entgegenzuwerfen. Beständig mit dem Hintergedanken, dass sie den Kampf nicht gewinnen können! Oder gibt es da einen Funken Hoffnung?

Der Hintergrund, auf dem die gesamte Space Opera fußt, ist genauso spannend. Sanderson hat uns über die Bücher hinweg herangeführt an das Geheimnis rund um die Künstliche Intelligenz, das Irgendwo und das Nirgendwo, sodass er am Ende nicht ins Infodump verfallen musste.

Ich habe das letzte Buch mit einem weinenden und einem lachenden Auge zugeschlagen. Was für eine tolle, durchdachte Reise! Lest die Reihe! Lest auf jeden Fall den Kurzgeschichtenband und schnallt euch ein Tragetuch auf den Rücken, werdet von Cobb gedrillt und lauscht Beccas Geschichten. Ich werde wieder zu den Sternen zurückkehren- und irgendwann wird es auch eine Fortführung der Reihe geben, die von Janci Patterson geschrieben werden. Wir müssen also die Welt noch nicht gänzlich verlassen.

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Veröffentlicht am 03.06.2024

Eine Achterbahnfahrt

Dark Heir
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Eine dunkle Bedrohung, London und Italien im 19. Jahrhundert und eine Gruppe von Freunden, die der Verlust zusammenschweisst? Das hat mich schon im ersten Band „Dark Rise“ gereizt. In „Dark Heir“ kommen ...

Eine dunkle Bedrohung, London und Italien im 19. Jahrhundert und eine Gruppe von Freunden, die der Verlust zusammenschweisst? Das hat mich schon im ersten Band „Dark Rise“ gereizt. In „Dark Heir“ kommen neue Orte und neue Bedrohungen hinzu, sodass ich Will, James, Cyprian und Violet, Elizabeth und all den anderen nur zu willig gefolgt bin.

Ich hatte meine Erwartungen zunächst ein bisschen nach unten geschraubt, nachdem mich der erste Band nicht vollkommen abholen konnte, in der Furcht dass es mit dem zweiten genauso sein könnte. Weit gefehlt. „Dark Heir“ hatte mich von der ersten Seite an, und das blieb so bis ich die letzte Seite verschlungen hatte. Himmel, was für ein wilder Ritt - durch London, übers Meer bis nach Italien.

Die Figuren hatten mich weitestgehend schon im ersten Teil für sich eingenommen. Allen voran Will Kempten - der ein dunkles Geheimnis mit sich herum trägt - und dieses dunkle Geheimnis trübt die neu geknüpften Freundschaftsbande zu den Stewards und den Löwen. Diese Gefühle kannte er zuvor nicht, und es rührte an meinem Herzen, dass Will jede Tat und jede Geste seinerseits auf die Goldwaage legte, da er seinen Reisegefährten die Wahrheit nicht offenbaren konnte, nicht offenbaren wollte. Genauso wächst James - der wiedergeborene General des dunklen Königs (widerwillig akzeptiert) in die Gemeinschaft hinein. So könnte ich über alle Charaktere schreiben - die kleine Elizabeth, die einen großen Verlust erlitten hat im ersten Band, ist mir mit ihrer naseweisen Art und ihrem Mut sehr ans Herz gewachsen - über ihren Plotstrang und über den Humor, der in ihren Strang miteingebracht worden ist, musste ich oft lachen. Generell hat Pacat alle Figuren konsequent weiterentwickelt, manche auf einen (dunklen?) Pfad geschickt, den ich so nicht hätte kommen sehen. Die Figuren haben mich allesamt gefesselt - und das ist für mich, der gut ausgearbeitete Charaktere sehr wichtig sind, die halbe Miete.

Gleichzeitig werden wir tief in die Backstory eingeführt. Durch Visionen erfahren wir einiges über den Dunklen König und seinen General - was die ganze Geschichte zusätzlich unterfüttert und ihr Substanz verleiht.

Gut, wo bleibt die andere Hälfte? Die setzt sich aus der klug geschriebenen Fantasy-Welt zusammen, die sich irgendwo zwischen der bekannten Welt des 19. Jahrhunderts, einem Königreich des Lichts und einem Kampf zwischen Licht und Dunkel bewegt - und das konnte mich wirklich fesseln. In diese exzellent erdachte Welt konnte ich eintauchen. Ich verfolgte die hektische Reise der Freunde nach Italien, die auf unterschiedlichen Wegen erfolgte - und ich habe die Schauplätze vor mir gesehen - Umbrien und die Ausgrabungsstätte des Dunklen Palasts fand ich besonders faszinierend - wohl auch, weil ich dezente „Die Mumie“ Vibes verspürt habe, und ich diesen Film sehr liebe.

In „Dark Heir“ sind die Momente des Atemholens selten gesät. Der Roman lebt durch seinen actionlastigen Plot und seine nervenzerfetzenden Spannungsmomente. Ich habe mir oft gedacht „Nein“ Das kann jetzt nicht euer Ernst sein!“ - umso schöner waren die wenigen stillen Momente, in denen die Charakter ihre Beziehungen ausbauen konnten oder einfach mal reflektierten. Und nein, romantische Gefühle kommen hier zwar vor, stehen jedoch nicht im Vordergrund.

Das Ende ist dramatisch, episch, spannend - und lässt mich atemlos wartend auf den nächsten Band zurück. Pacat hat es geschafft, einen spannenden Fantasyroman mit glaubwürdigen, strauchelnden und sich entwickelnden Charakteren in ein episches Gewandt zu hüllen.

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