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Veröffentlicht am 28.09.2024

Der Autor ist ein Meister der Verwicklungen

In Zeiten des Todes
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Am 07. Januar 1992 wird sie gefunden. Abgelegt in der Nähe einer Tankstelle. Die Leiche von Lorena. Der junge Kommissar Luther Krupp besteht darauf, dass richtig ermittelt wird. Das nehmen die Kollegen ...

Am 07. Januar 1992 wird sie gefunden. Abgelegt in der Nähe einer Tankstelle. Die Leiche von Lorena. Der junge Kommissar Luther Krupp besteht darauf, dass richtig ermittelt wird. Das nehmen die Kollegen staunend zur Kenntnis. Es war doch „nur“ eine Nutte, die ermordet wurde. Nein, es gefällt ihnen absolut nicht. Und wenige Tage später gibt es erneut eine Leicht. Wieder eine Prostituierte. Und es sind nur Luther und eine Kollegin, die ernsthaft ermitteln. Die anderen Beamten interessiert es nicht. Auch die Bevölkerung sucht lieber nach den Menschen, die eine Bärin quälten.

Das Buch ist sehr dick und es dauert eine Weile, bis ich gefesselt war. Zu viele Akteure gibt es und die italienischen Namen waren nicht leicht zu behalten. Das Dranbleiben hat sich aber gelohnt. Zumal es sich hier keineswegs um einen 08/15 Thriller handelt. Der Autor zeigt, wie schwierig es für eine Frau sein kann, sich gegen ihre Kollegen im Polizeidienst durchzusetzen. Die Arroganz der Männer ist erschreckend.

Kann es sein, dass nur durch Vorurteile versäumt wurde, einen Serienmörder zu überführen? Es sieht fast so aus. Die Sprache ist mitreißend und sehr lebendig. Der Spannungsbogen kontinuierlich straff gespannt. Wenn es auch immer mal wieder Längen gab. Das ist aber wohl auch dem Umfang des Buches geschuldet. Mein Fazit ist eindeutig. Ich gebe eine definitive Leseempfehlung und einen Sternenregen.

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Veröffentlicht am 26.09.2024

Ein tolles Hörbuch mit Tiefgang

Die Vermesserin der Worte
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Ida muss endlich handeln. Seit Wochen ist sie sprachlos. Im wahrsten Sinne des Wortes. Dabei lebt sie von und mit der Sprache. Sie ist eine Autorin, die keinen Satz mehr auf ein Blatt Papier bekommt. Also ...

Ida muss endlich handeln. Seit Wochen ist sie sprachlos. Im wahrsten Sinne des Wortes. Dabei lebt sie von und mit der Sprache. Sie ist eine Autorin, die keinen Satz mehr auf ein Blatt Papier bekommt. Also nimmt sie einen Job an. Eigentlich so gar nicht ihr Ding, putzen für fremde Menschen. Aber, was soll sie machen? Sie muss Geld verdienen. "Die Vermesserin der Worte" ungekürzt erzählt nicht nur von Ida und ihrer Chefin.

Die junge Ida fängt als Reinigungsfrau bei einer älteren Dame an. Die lebt in einem riesigen Haus. Das ist eigentlich nicht groß verwunderlich. Erstaunlich nur, dass sie nie vor die Türe geht und ihr Dasein in einem kleinen Zimmer fristet. Auf Ansprache reagiert sie unwirsch. Aber Ida gibt nicht auf, sie versucht es immer wieder. Schon das kleinste Lächeln gibt ihr Mut und sie macht weiter.

Ein Buch zum Wohlfühlen und Nachdenken. Wie kommt jemand dazu, dass er über Jahrzehnte nicht vergeben kann? Dabei nicht den anderen, sondern nur sich selbst schadet? Die Autorin hat eindrücklich umgesetzt, wie man mit viel Geduld selbst einen Eispanzer zum Schmelzen bringen kann. Das Vorlesen durch Inka Lioba Breitschneider nahm mich gefangen. Ihr lebendiger Stil und das Verstellen ihrer Stimme, stets passend zum jeweiligen Charakter, einfach toll. Daher gibt es eine unbedingte Empfehlung von meiner Seite.

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Veröffentlicht am 25.09.2024

Welch ein berührendes Buch

Sing, wilder Vogel, sing
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Als Honora geboren wurde, flog ein Rotkehlchen durch den Raum. Da dies ein schlechtes Omen bedeutete, wollte die Mutter nichts von ihr wissen. Das Baby bekam Ziegen- statt Muttermilch. Es wurde behauptet, ...

Als Honora geboren wurde, flog ein Rotkehlchen durch den Raum. Da dies ein schlechtes Omen bedeutete, wollte die Mutter nichts von ihr wissen. Das Baby bekam Ziegen- statt Muttermilch. Es wurde behauptet, dass sie dadurch so stark und intelligent wurde. Als sie und viele Bewohner ihrer Heimat vor Hunger fast starben, zog es Honora nach Amerika. Als blinder Passagier gelang ihr die Überfahrt.

Stark sein, das musste sie auch in Amerika. Sonst hätte sie die Strapazen nicht überlebt. Als arme Irin musste sie etliche Kränkungen hinnehmen, bis sie tatsächlich das Leben genießen konnte. Die Autorin schreibt so mitreißend, dass mir das Ende zu unvermittelt erschien. Fragen, wie „Was kann ein Mensch erdulden“ oder „Wie bitter ist ein Verrat durch sogenannte Freunde“ sind nur zwei Themen, die sehr beeindruckend in "Sing, wilder Vogel, sing" dargestellt wurden.

Und dann diese Ereignisse aus dem Jahr 1849. In Irland gab es eine kaum vorstellbare Hungersnot. Viele Menschen hätten überlebt, wenn es nicht die Reichen und über allem Erhabenen gegeben hätte. Das Interview mit der Autorin bestätigt, warum sie dieses Buch schrieb. Wahrlich ein ganz besonderes Buch. Meine Empfehlung ist ausdrücklich und ohne Abstriche.

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Veröffentlicht am 19.09.2024

Sehr gut recherchierter und spannender Roman

Woher wir kamen
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Benno, ein Findelkind und Emmy ein Mädchen, das ohne Vater aufwuchs. Die Mutter behindert und vom Leben enttäuscht. Emmy verbringt viel Zeit mit ihrem Großvater und lernt durch ihn den Eispalast kennen. ...

Benno, ein Findelkind und Emmy ein Mädchen, das ohne Vater aufwuchs. Die Mutter behindert und vom Leben enttäuscht. Emmy verbringt viel Zeit mit ihrem Großvater und lernt durch ihn den Eispalast kennen. Sie ist begeistert und will unbedingt eine Karriere als Eiskunstläuferin machen. Benno und Emmy begegnen sich im Eispalast und aus einer Freundschaft wird mit den Jahren die große Liebe. Jane, ebenfalls eine Hauptperson in "Woher wir kamen", ist die Enkelin der beiden. Sie erbt das Haus ihrer Großeltern und findet dort viele Briefe. Diese berichten von dem Bewegten Leben ihrer Vorfahren.

Ulrike Schweikert ist nicht ohne Grund eine Bestsellerautorin. Dieses Buch zeugt von intensiver Recherche und ist so lebendig geschrieben, dass ich sehr schnell in das Leben damaliger Zeit eintauchen konnte. Die historischen Kapitel des Buches spielen in Berlin und jene über das Leben der Enkelin Jane unter anderem im Irak. Während des Krieges. Es hat mich berührt, was die Marines und andere Angehörige der US-Army dort erlebten. Wie sehr sie traumatisiert waren. Welche grausame Entwicklung nahm dieser Krieg und die Frage bleibt: Für wen und warum?

Dass Meister Zille immer mal wieder zu Wort kam, gefiel mir ausgesprochen gut. Ich mag diesen Künstler und seine Werke sehr. Das Buch fesselte mich und meine Empfehlung gebe ich ohne Abstriche.

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Veröffentlicht am 17.09.2024

Ein Buch zum Träumen

Flaschenpost vom Leben
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Pixie ist verzweifelt. Sie hat keine Ideen mehr und ihre Fans warten schon sehnsüchtig auf ein neues Buch von ihr. Doch ihre Schreibblockade macht ihr bei jedem Versuch einen Strich durch die Rechnung. ...

Pixie ist verzweifelt. Sie hat keine Ideen mehr und ihre Fans warten schon sehnsüchtig auf ein neues Buch von ihr. Doch ihre Schreibblockade macht ihr bei jedem Versuch einen Strich durch die Rechnung. Zumindest eine Leseprobe sollte sie doch hinbekommen. Aber nein, nichts geht. Kein einziger Satz schafft es bis aufs Papier. Dann schreibt Liam ihr eine SMS und Pixie bekommt neuen Mut.

Den Namen Pixie verdankt Liams Patentkind ihrer Großmutter. Ihre Ohren sind nämlich ein wenig wie bei einer Elfe geformt. Also passen sie perfekt zu ihrem Image als Fantasyautorin. Liam kenne ich bereits aus der letzten Reihe der Autorin. Und die anderen Mitwirkenden in dem Buch „Flaschenpost vom Leben“ sind ebenfalls sehr sympathisch.

Und wieder bin ich beeindruckt von Patricia Kölle. Sie schreibt mit viel Wärme und einem Gespür für die kleinen Dinge. Ich merkte, dass sie das Meer liebt. Und nicht nur das. Ihre Berichte führen auch in die Vergangenheit. Sie hat einige historische Ereignisse rund um die ostfriesische Nordseeküste recherchiert. Das macht für mich das Buch umso wertvolle und die Lust auf Meer kommt ganz automatisch. Die Story ist dann eigentlich Nebensache. Aber nur eigentlich. Denn auch die entwickelt sich spannend und mit viel Lokalkolorit. Also, eine klare Empfehlung und einen Sternenregen von mir.

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