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Veröffentlicht am 02.12.2017

Ein spannendes Abenteuer

His Dark Materials 0: Über den wilden Fluss
1

Vorbemerkung:
„Über den wilden Fluss“ ist der Auftaktband einer neuen Trilogie, wobei der 1. Band die Vorgeschichte zu Philip Pullmans Trilogie „His Dark Materials“ („Der goldene Kompass“ usw.) erzählt. ...

Vorbemerkung:
„Über den wilden Fluss“ ist der Auftaktband einer neuen Trilogie, wobei der 1. Band die Vorgeschichte zu Philip Pullmans Trilogie „His Dark Materials“ („Der goldene Kompass“ usw.) erzählt. Man muss „His Dark Materials“ nicht unbedingt kennen, um der Handlung dieses Buches folgen zu können, denn es beginnt ja praktisch bei Null. Man kann aber durchaus die anderen Bücher noch hinterher lesen, denn von deren Geschichte wird hier nichts verraten. Der 2. Band soll dann ca. 20 Jahre später spielen. Hierfür dürfte es dann ratsam sein, „His Dark Materials“ vorher zu lesen.

Inhalt:
Der elfjährige Malcolm lebt mit seinen Eltern nahe Oxford. Er hilft ihnen im Gasthaus, wo er Augen und Ohren offen hält und so allerlei Neuigkeiten erfährt. Nebenbei geht er im benachbarten Kloster den Nonnen zur Hand. Als diese ein Baby in ihre Obhut nehmen, ist Malcolm sofort Feuer und Flamme für das kleine Wesen. Doch bald tauchen verschiedene Männer auf, die sich für das Baby Lyra interessieren, und nicht alle haben gute Absichten. Als es zu einer Katastrophe kommt, muss Malcolm Lyra zusammen mit der fünfzehnjährigen Alice retten. In einer wilden Fahrt geht es auf Malcolms Kanu „La Belle Sauvage“ die Themse hinunter.

Meine Meinung:
Ich habe vor Jahren „His Dark Materials“ sehr gerne gelesen. Die Welt, die Philip Pullman geschaffen hat, hat mich fasziniert mit ihrer Mischung aus spezieller Wissenschaft und einfachem Lebensstil. Auch die Verbindung zwischen Menschen und ihren Dæmonen fand und finde ich immer noch sehr spannend. So war ich hocherfreut, als ich erfuhr, dass Pullman nun auch die Vorgeschichte aufgeschrieben hat. Ich konnte mich dann auch gleich wieder in dieser Welt zurechtfinden, obwohl ich, ehrlich gesagt, kaum noch eine detaillierte Erinnerung hatte.

Malcolm mochte ich auf Anhieb. Er ist ein aufgeweckter, intelligenter und sehr lieber Junge. Man muss ihn einfach gern haben. Alice dagegen ist anfangs recht mürrisch und abweisend. Sie entwickelt sich erst im Lauf des Romans. Aber auch Malcolm entwickelt sich weiter. Es gibt viele Situationen, in denen er schwierige Entscheidungen treffen muss, auch Situationen, bei denen es um Leben und Tod geht. Hier wächst Malcolm regelmäßig über sich selbst hinaus und leistet schier Unmenschliches und erweist sich als äußerst loyal. Den Protagonisten war ich beim Lesen immer ganz nah. Ich hatte ein klares Bild von ihnen und konnte ihre Handlungsweisen immer gut nachvollziehen.

Obwohl die Geschichte insgesamt sehr spannend ist, hat mir der absolute Wow-Effekt gefehlt. Zwischen all den spannenden Szenen gibt es doch auch immer mal wieder die ein oder andere (kurze) Länge. Daneben war mir die Handlung ein bisschen zu geradlinig, obwohl sie auch einige Überraschungen bereithält. Aber da hätte ich mir einfach noch etwas mehr Komplexität gewünscht. Nichtsdestotrotz habe ich das Buch sehr gerne gelesen und mich in der beschriebenen Welt an Malcolms Seite sehr wohl gefühlt.

Für Fans von „His Dark Materials“ und solche, die es werden wollen, ist das Buch auf jeden Fall zu empfehlen.

Die Trilogie His Dark Materials:
1. Der goldene Kompass
2. Das magische Messer
3. Das Bernstein-Teleskop

Die Trilogie The Book of Dust:
1. Über den wilden Fluss
2. ???
3. ???

Veröffentlicht am 22.11.2017

Ein Abbild der US-amerikanischen Gesellschaft

Frank
0

Gebundene Ausgabe: 219 Seiten
Verlag: Hanser Berlin (28. September 2015)
ISBN-13: 978-3446249233
Originaltitel: Let Me Be Frank With You
Preis: 19,90€
auch als Taschenbuch, E-Book und Hörbuch erhältlich

Ein ...

Gebundene Ausgabe: 219 Seiten
Verlag: Hanser Berlin (28. September 2015)
ISBN-13: 978-3446249233
Originaltitel: Let Me Be Frank With You
Preis: 19,90€
auch als Taschenbuch, E-Book und Hörbuch erhältlich

Ein Abbild der US-amerikanischen Gesellschaft

Viele Leser werden Frank Bascombe von früher kennen; wenn nicht, ist das kein Beinbruch. Man braucht für dieses Buch keine Vorkenntnisse. Es geht ums Jetzt. In vier Episoden begleiten wir den mittlerweile 68 Jahre alten Frank durch die Vorweihnachtszeit 2012.

Der Hurrikan Sandy hat die Ostküste der USA verwüstet. Betroffen ist auch Franks ehemaliges Haus, das er vor acht Jahren verkauft hat.

Eine unbekannte Frau bittet darum, das Haus, das Frank jetzt bewohnt, sehen zu dürfen, denn sie hat dort ihre Kindheit verbracht und eine grausige Geschichte zu erzählen.

Franks erste Frau, Ann, lebt in einem Luxus-Pflegeheim, wo Frank sie mehr oder weniger widerwillig besucht.

Schließlich besucht er einen alten Freund, der im Sterben liegt und Frank ein lang gehütetes Geheimnis anvertraut.

Man sieht schon, dass Richard Ford sich hauptsächlich mit der Vergänglichkeit befasst, Naturkatastrophe, Krankheit, Tod. Was einem eine Riesenangst bereiten könnte, lässt Frank Bascombe relativ kalt. Er laviert sich durchs Leben, ohne große Ansprüche, aber doch mit seiner ganz eigenen Meinung zu allem. Mal trocken, mal sarkastisch nimmt er die Ereignisse aufs Korn und die Gesellschaft auseinander.

Richard Ford lässt seinen Protagonisten in der Ich-Form erzählen, wodurch eine gewisse Nähe entsteht. Die Sprache ist anspruchsvoll, aber trotzdem locker zu lesen. Der Spagat zwischen ernst, humorvoll und traurig ist gelungen.

Insgesamt hat mir „Frank“ recht gut gefallen. Die paar Sätze zum Thema Transgender hätte Ford sich allerdings besser gespart. Oder besser recherchieren müssen …

★★★★☆

Veröffentlicht am 21.11.2017

Iskari hält einige Überraschungen bereit

Iskari - Der Sturm naht
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Gebundene Ausgabe: 415 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (2. Oktober 2017)
ISBN-13: 978-3453271234
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Iskari - The Last Namsara
Preis: 16,99€
auch als ...

Gebundene Ausgabe: 415 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (2. Oktober 2017)
ISBN-13: 978-3453271234
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Iskari - The Last Namsara
Preis: 16,99€
auch als E-Book erhältlich

Iskari hält einige Überraschungen bereit

Inhalt:
Als Kind lockte Asha mit den verbotenen alten Geschichten den mächtigsten Drachen, Kozu, zu sich. Doch dieser legte die Stadt Firgaard in Schutt und Asche. Um das von seiner Tochter Asha verursachte Leid zu sühnen, versprach der König sie dem Kommandanten Jarek zur Frau, sobald sie alt genug wäre. Und Asha hat sich seitdem der Drachenjagd verschrieben, sie ist eine Iskari, eine Todbringerin. Nun steht die Hochzeit kurz bevor, doch Asha verabscheut Jarek und versucht, der Pflicht zu entkommen.

Meine Meinung:
Mir gefiel die Welt, in die uns Kristen Ciccarelli entführt, sehr gut. Sie wirkt magisch, orientalisch angehaucht und fast ein bisschen märchenhaft. Völker, die verfeindet sind. Ein Volk, das andere unterdrückt und versklavt. Und die wunderbaren Drachen. Dazu gibt es eine Menge Geheimnisse und Intrigen, die später nach und nach ans Tageslicht kommen und für viele Überraschungen sorgen. Ich war immer wieder erstaunt, wie schnell sich das Blatt wendet, weil eine Figur sich als gänzlich anders entpuppt, als ich zuerst dachte. Man kann dieses komplexe Konstrukt wirklich nicht von Anfang an durchschauen. Das ist toll gemacht.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus Ashas Perspektive in der 3. Person erzählt. Trotzdem blieb mir die Protagonistin relativ fern. Ich konnte mir die Umgebung und selbst die Nebenfiguren besser vorstellen als Asha. Das mag vielleicht ein wenig damit zusammenhängen, dass sie mir nicht unbedingt sympathisch war. Was aber nicht ihre Schuld war, sie wurde eben so erzogen und braucht eine Weile, bis sie über ihren Schatten springen kann. Am Ende mochte ich sie

Dabei ist Asha ein sehr interessanter Charakter. Das Volk fürchtet sie als Todbringerin. Sie hadert mit sich selbst und ihrer Rolle, die sie hasst. Doch tapfer bemüht sie sich, ihre Schuld aus Kindheitstagen abzutragen, indem sie Drachen für Drachen aufspürt und tötet.

Emotional viel näher waren mir zum Beispiel der Sklave Torwin, der sehr selbstbewusst wirkt und sich nicht so schnell einschüchtern lässt, aber auch Gefühle zeigen kann. Oder Ashas Bruder Dax, der schon als Kind für zu dumm gehalten wurde, um jemals den Thron besteigen zu können.

Interessant fand ich auch die alten Geschichten, die die Haupthandlung für ein paar Seiten unterbrechen und mehr von der Vergangenheit dieser Stadt und ihrer Bewohner erzählen.

„Iskari. Der Sturm naht“ ist der Auftaktband einer Trilogie.

Fazit:
Alles in Allem ist es eine spannende Geschichte mit vielen überraschenden Wendungen. Trotzdem konnte sie mich nicht restlos begeistern. Das gewisse Etwas, das mein Herz berührte, fehlte mir einfach.

★★★★☆

Herzlichen Dank an den Verlag Heyne fliegt und die buchflüsterer, die mir ein Rezensionsexemplar zugeschickt haben.

Veröffentlicht am 17.11.2017

Der Kampf gegen die allmächtige Firma NeuroLink geht weiter

Cassandra - Niemand wird dir glauben
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Der Kampf gegen die allmächtige Firma NeuroLink geht weiter

Das Cover:
Wie schon beim 1. Band hat auch hier das Cover mit der Handlung nichts zu tun. Ich würde bei diesem Bild auf jeden Fall einen sehr ...

Der Kampf gegen die allmächtige Firma NeuroLink geht weiter

Das Cover:
Wie schon beim 1. Band hat auch hier das Cover mit der Handlung nichts zu tun. Ich würde bei diesem Bild auf jeden Fall einen sehr romantischen, evtl. auch fantastischen Roman erwarten. Doch damit liegt man ziemlich daneben. Ein Mädchen im wallenden Ballkleid kommt in der Geschichte einfach nicht vor, und auch sonst nichts, was annähernd in diese Richtung geht.

Inhalt:
Nachdem Liz und Sophie dem Sandmann entkommen sind, arbeitet Liz als Journalistin für den Blog Pandoras Wächter, wo sie immer wieder gegen die Machenschaften von NeuroLink anschreibt. Als sie eine Einladung zum Interview mit dem Firmenchef Harald Winter erhält, ergreift sie die Chance natürlich. Doch am nächsten Tag wird Winter tot aufgefunden und Liz kann sich an nichts erinnern …

Meine Meinung:
Etwa ein Jahr ist in der Geschichte vergangen seit dem Ende des 1. Bandes „Pandora. Wovon träumst du?“. In diesem Jahr sind einige Dinge geschehen, die nach und nach erwähnt werden, sodass die Lücke zwischen den Bänden allmählich geschossen wird.

Einige Ereignisse aus dem 1. Band werden hier zwar auch noch mal kurz erwähnt, ich sehe das aber eher als eine Auffrischung für diejenigen, die das Buch vor längerer Zeit gelesen haben. Für all die Leser, die „Pandora“ nicht kennen, stelle ich es mir sehr schwierig vor, die Handlung ganz zu verstehen.

Wie gewohnt wechselt die Erzählperspektive zwischen Sophie und Liz. Beide erzählen in der Ich-Form. Auch wenn ich meistens keine Probleme mit der Zuordnung hatte, kam es doch auch mal vor, dass ich zurückblättern musste, um nachzuschauen, wer jetzt gerade dran ist. Die beiden hatten sich im 1. Band noch mehr unterschieden. Durch ihr Zusammenleben sind sie sich anscheinend ein bisschen ähnlicher geworden. ?

Die Handlung ist von Anfang an spannend, konnte mich aber doch nicht ganz so mitreißen wie bei „Pandora“, wo alles noch neu und besonders war. Inzwischen ist man als Leser mit der Thematik dieser Dystopie ziemlich vertraut und so kann einen nicht so schnell etwas überraschen. Dabei hat die Autorin sogar einige Wendungen eingebaut, die ich so nicht vorhergesehen habe. Trotzdem fehlte mir einfach das gewisse Etwas, das ein Buch unsterblich macht.

Dabei kann ich mich auch mit dem Schluss nicht ganz anfreunden. Keine Frage, er ist logisch und verständlich. Ich kann alle Handlungen nachvollziehen. Aber ich hätte mir doch ein anderes Ende gewünscht, auch wenn das nicht so realistisch gewesen wäre. Aber das ist ja nur mein ganz persönliches Empfinden. Andere werden vielleicht gerade diesen Schluss als etwas Besonderes ansehen.

Fazit:
„Cassandra. Niemand wird dir glauben“ ist die spannende Fortsetzung eines dystopischen Jugendromans mit Thrillerelementen. Auch wenn mich der 2. Band nicht ganz so begeistern konnte wie der 1., hat mir das Lesen doch viel Spaß gemacht und ich habe Liz und Sophie gerne bei der Lösung ihrer Probleme begleitet.

Die Pandora-Dilogie:
1. Pandora. Wovon träumst du?
2. Cassandra. Niemand wird dir glauben

Veröffentlicht am 15.11.2017

Hilfreiche Vorschläge für das Anlegen einer Schreibwerkstatt

Mit dem Schreiben anfangen
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Gebundene Ausgabe: 158 Seiten
Verlag: Duden (1. Oktober 2017)
ISBN-13: 978-3411749041
Preis: 14,95€


Hilfreiche Vorschläge für das Anlegen einer Schreibwerkstatt

Im vorliegenden Büchlein „Mit dem Schreiben ...

Gebundene Ausgabe: 158 Seiten
Verlag: Duden (1. Oktober 2017)
ISBN-13: 978-3411749041
Preis: 14,95€


Hilfreiche Vorschläge für das Anlegen einer Schreibwerkstatt

Im vorliegenden Büchlein „Mit dem Schreiben anfangen“, das in der Reihe Kreatives Schreiben im Dudenverlag erschienen ist, leitet Ortheil angehende Autoren beim Anlegen einer Schreibwerkstatt an und führt sie erst einmal ganz zurück an den Anfang.

Beginnend mit der Auswahl eines Raumes zum Schreiben, eines Schreibtischs und eines Stuhls, sodann der Auswahl des Schreibgeräts usw. sind zuerst einige Dinge zu erledigen, die mit dem fertigen Buch noch wenig zu tun haben, aber doch unerlässlich sind.

Schließlich geht es darum, kleine Schriftstücke anzufertigen. Auch hier wird wieder ganz am Anfang begonnen. Mit dem Abschreiben fremder Texte, dem Aufschreiben eigener Wörter, Sätze, eines kurzen Abschnitts. Mit der Sammlung von Zeitungsausschnitten, Einkaufszetteln, Beschreibungen einzelner Personen oder Räume, ohne dass bereits eine Geschichte erzählt wird. Diese können aber später in eine Erzählung eingebaut werden. Ortheil regt zum Beobachten alltäglicher Situationen an, die als Notiz oder Tagebucheintrag Eingang in die Schreibwerkstatt finden. So baut man mit der Zeit einen reichen Fundus auf, aus dem man sich später bedienen kann.

Der Hauptteil des Buches besteht aus fünf Teilen, die jeweils fünf Kapitel umfassen. Ortheil zitiert andere Autoren, solche aus der Gegenwart, aber auch welche, die vor Jahrzehnten, ja sogar vor Jahrhunderten, gelebt und geschrieben haben. Hier zeigt er auf, auf welche verschiedene Weise man eine Aufgabe angehen kann. Welche Art für einen selbst die richtige ist, muss der angehende Autor/Leser dieses Buchs selbst herausfinden. Dabei helfen sicher die kleinen und größeren Schreibaufgaben, die Ortheil am Ende jedes Kapitels stellt.

Über den Autor:
Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 geboren. Er ist Autor vieler Romane, Sachbücher und Drehbücher. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit ist er Professor für Kreatives Schreiben an der Universität Hildesheim. Für sein Werk wurde er mit vielen Preisen ausgezeichnet.

★★★★☆

Vielen Dank an Literaturtest und den Dudenverlag für das Rezensionsexemplar.