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Steffi58

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.09.2024

Vergessene Geschichte

La Louisiane
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Das Hôpital de la Salpêtrière in Paris – dort beginnt das Buch der jungen Autorin Julia Malye - war im 19. Jahrhundert die wohl bekannteste psychiatrische Anstalt Europas. Diese Anstalt und deren Bewohnerinnen ...

Das Hôpital de la Salpêtrière in Paris – dort beginnt das Buch der jungen Autorin Julia Malye - war im 19. Jahrhundert die wohl bekannteste psychiatrische Anstalt Europas. Diese Anstalt und deren Bewohnerinnen kenne ich schon aus dem Roman von Victoria Mas „Die Tanzenden“.
Deshalb war ich besonders gespannt , etwas über die Geschichte seiner Bewohnerinnen im 18. Jahrhundert zu erfahren.
Der historische Roman besteht aus drei Teilen; der erste beschäftigt sich genauer mit der Leiterin der Anstalt , die wie ein riesiges Gefängnis für arme und kranke Frauen aber auch Waisen dargestellt wird. Diese Leiterin , Marguerite Pancatelin , arbeitet dort schon seit 54 Jahren und hat im Frühjahr 1720 die Aufgabe , eine Liste von neunzig Frauen zu erstellen; alles künftige , arbeitsame Mütter , die auf der „Baleine“ in die französische Kolonie La Louisiane verschifft werden sollen. Unter ihnen sind drei Freundinnen, durch das Schicksal zusammengeführt: die zwölfjährige Charlotte, eine scharfzüngige Waise. Pétronille, eine enterbte Adelige mit einem riesigen Muttermal im Gesicht. Und Geneviève, eine Engelmacherin, die Frauen liebt.
Nach einer langen Schiffsreise folgt in Teil 2 die Ankunft auf dem Festland und das weitere Schicksal der Frauen in der französischen Kolonie zwischen 1721 und 1734.Der dritte Teil war für mich am interessantesten, denn es tritt die junge Indigene Uto’wv Eco konesel auf , die in Natchez als Kräuterfrau Pétronille in die Heilkunde ihrer Kultur einweihen soll. Durch sie werden wir in eine völlig neue Welt eingeführt.
Die Charaktere der Frauen sind vielschichtig und überzeugend dargestellt. Die Autorin hat sehr gut recherchiert. Allerdings war ich etwas verwundert , dass die indigene Kräuterfrau nirgendwo in den Ankündigungen auftaucht. Denn gerade diese rundet das Bild der Frauen in dieser Zeit ab.
Den Aufbau des Buches muss man erst einmal durchdringen und mit der Unmenge von Namen klarkommen – hier hätte ich mir auf alle Fälle ein Glossar gewünscht, auch für Leser:innen , die kein Französisch sprechen.

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Veröffentlicht am 27.09.2024

Stille Nacht, tödliche Nacht?

Das mörderische Christmas Puzzle
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Das Cover hatte mich sofort auf die Leseprobe aufmerksam gemacht, vor allem auch durch die weihnachtlichen Farben Rot , Grün und Gold. Und darauf , dass ich letztes Jahr bei ihrem Buch „Mord im Christmas-Express“ ...

Das Cover hatte mich sofort auf die Leseprobe aufmerksam gemacht, vor allem auch durch die weihnachtlichen Farben Rot , Grün und Gold. Und darauf , dass ich letztes Jahr bei ihrem Buch „Mord im Christmas-Express“ mich leider erfolglos beworben habe. Glücklicherweise habe ich das Buch dann zu Weihnachten geschenkt bekommen – super, denn Weihnachten ist ja sowieso Lesezeit.
Diesmal möchte ich das Warten auf das Weihnachtsfest gerne mit dem neuen Buch von Alexandra Benedict „Das mörderische Christmas Puzzle“ verkürzen. Der flüssige Schreibstil wird ein Lesevergnügen bescheren. Dazu kommt noch , dass ich den englischen Humor ausgesprochen mag.
Diesmal war ich erfolgreich und habe mich auch gleich ans Lesen gemacht . „Vorkenntnisse „ aus dem ersten Buch benötigt man nicht , es reicht , wenn man ein überzeugter Krimi- und Weihnachtsfan ist!
Die Figuren in diesem Krimi , besonders Edie, sind mir sehr sympathisch und sehr nah am Leser, dabei very british. Die Geschichte wirkt an manchen Stellen etwas überzogen , bei einem Weihnachtskrimi lässt sich das aber verschmerzen. Es geht ja nicht ausschließlich um Literarisches sondern auch ums Rätseln.
Die Vorstellung der Spiele am Anfang finde ich ebenso gelungen wie die Verweise auf Charles Dickens.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und durch die Rätsel aufgelockert. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen , werde es mir aber in der Vorweihnachtszeit nochmal zur Hand nehmen und dann jeden Tag einn Stück lesen oder vorlesen. Und natürlich muss ich dann auch noch die Rezepte am Ende des Buches ausprobieren.

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Veröffentlicht am 09.09.2024

Meine hohen Erwartungen wieder erfüllt

Bis in alle Endlichkeit
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Ich habe „Fünf Winter“ gelesen und war davon begeistert. Deshalb freute ich mich als der neue Thriller von James Kestrel angekündigt wurde.
Das Cover passt hervorragend zum Zeitgeist und hat mich sofort ...

Ich habe „Fünf Winter“ gelesen und war davon begeistert. Deshalb freute ich mich als der neue Thriller von James Kestrel angekündigt wurde.
Das Cover passt hervorragend zum Zeitgeist und hat mich sofort in den Bann gezogen. Es passt zu dem von „ Fünf Winter“.
Wieder gibt es einen markigen Ermittler, er heißt Lee Crowe und ist Privatdetektiv . Die Story startet mit einer weiblichen Leiche auf dem Dach eines Rolls-Royce im gefährlichsten Viertel von San Francisco. Die Mutter der Leiche : die megareiche und einflussreiche Olivia Gravesend beauftragt Crowe, die wahren Umstände von Claires Tod zu ergründen.
Der Leser begleitet ihn dabei wie sich eine verzwickte, hochspannende Handlung entwickelt. Die Hauptfigur des Lee Crowe wird sehr nicht unbedingt sympathisch , aber faszinierend und authentisch gezeichnet.
Der tolle Schreibstil des Autors James Kestrel mit den durchaus ansprechenden Dialogen macht das Lesen angenehm. Der Spannungsbogen wird hochgehalten und immer , wenn man glaubt , dass man Bescheid weiß, wird das Gegenteil bewiesen..
Für Thrillerfans ein Lesevergnügen.

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Veröffentlicht am 22.07.2024

Toll erklärt

Unser größter Schatz: Der Boden
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"Unser größter Schatz: der Boden" von Karolin Küntzel hat mir sofort gefallen. Mit seinen lebendigen Illustrationen und den passenden kurzen , aber sehr informativen Texten ist es ein lehrreiches Sachbuch ...

"Unser größter Schatz: der Boden" von Karolin Küntzel hat mir sofort gefallen. Mit seinen lebendigen Illustrationen und den passenden kurzen , aber sehr informativen Texten ist es ein lehrreiches Sachbuch für Kinder ab 7 Jahren, das den Boden in all seinen Bereichen ganz genau betrachtet.
Sehr kindgemäß werden die wichtigen Themen wie Rolle des Bodens für den Klimaschutz und Biodiversität erklärt. Die Erklärungen der Autorin sind dabei sehr verständlich und richten die Aufmerksamkeit der Kinder auf das , was sich unmittelbar unter ihren Füßen befindet.
Solche Bücher sind so wichtig, weil es die Kinder sensibilisiert, achtsam mit dem Boden und den darauf und darin lebenden Pflanzen und Tieren umzugehen.
Mit eindrucksvollen Illustrationen von Barbara Schulze Frenking wird dieses Buch zu einem visuellen Erlebnis, das junge Leser fesselt und informiert . Und diese Illustrationen unterstützen bei der nicht immer einfachen Lektüre. Manchmal sind die Informationen sehr herausfordernd für Kinder des empfohlenen Lesealters. Deshalb halte ich es für sehr sinnvoll , als (Groß)Eltern hier unterstützend „mitzulesen“.
Das schadet uns außerdem nicht und wir sind gewappnet , die sicher auftretenden zahlreichen Fragen der Kinder zu beantworten.

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Veröffentlicht am 02.03.2024

Endlich der zweite Teil

Das Opernhaus: Rot das Feuer
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Dresden und die Semperoper als Schauplatz von politischen Wirren um 1848 und das dramatische Schicksal von Elise und Christian. Bereits im ersten Teil des Semperoper-Epos hat mir die Verbindung von Kunst ...

Dresden und die Semperoper als Schauplatz von politischen Wirren um 1848 und das dramatische Schicksal von Elise und Christian. Bereits im ersten Teil des Semperoper-Epos hat mir die Verbindung von Kunst und Politik sehr gut gefallen.
Das Cover passt wieder sehr gut zur Thematik des Buches der Autorin Anne Stern. Auch ihr bereits gewohnter flüssiger Schreibstil lädt zum Lesen ein.
Ich war gespannt auf Teil 2 , die Fortsetzung des ersten Romanbestsellers ; Dunkel der Himmel, goldhell die Melodie.
Ich wurde nicht enttäuscht; Cover und Schreibstil konnten mit meinen Erwartungen mithalten. Auch historisch schließt das Buch an seinen Vorgänger an. Wir befinden uns wieder in Dresden, diesmal im Jahr 1849. Die Protagonistin ist wiederum Elise. Sie lebt jetzt dort als gefeierte Violinistin und Ehefrau des bekannten Komponisten Adam Jacobi. Ihre Liebe gilt immer noch der Semperoper; aber auch den Kunstmaler Christian, für den sie schon im ersten Teil entflammte, hat sie nicht vergessen…
Die Autorin verknüpft diese emotionale Welt des Theaters gekonnt mit den historischen Ereignissen des Jahres 1849. Die Bevölkerung ist beunruhigt, Frauen und Minderheiten wollen ihre Rechte wahrnehmen
Da ich ein großer Dresden Fan bin , kann ich dieses Buch als Unterhaltungslektüre auf jeden Fall empfehlen.

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