Profilbild von Dajobama

Dajobama

Lesejury Star
offline

Dajobama ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Dajobama über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.09.2024

Seltsame Story

Das Verschwinden
0

Das Verschwinden – Sandra Newman
Auf den ersten Blick handelt es sich hierbei um eine Dystopie. Diese Annahme ließ mich auch zu dem Roman greifen. Herausgestellt hat sich allerdings, dass dieses Werk vieles ...

Das Verschwinden – Sandra Newman
Auf den ersten Blick handelt es sich hierbei um eine Dystopie. Diese Annahme ließ mich auch zu dem Roman greifen. Herausgestellt hat sich allerdings, dass dieses Werk vieles ist und trotzdem nicht wirklich in ein Genre passt. Als Dystopie würde ich es allerdings nicht bezeichnen.
Von einem Augenblick auf den anderen sind plötzlich sämtliche Männer verschwunden – wie vom Erdbeben verschluckt. Das Entsetzen und die Trauer unter den Frauen ist verständlicherweise groß. Doch beinahe sofort ist auch eine ganz andere Sichtweise präsent: Ist die Welt nicht eine Bessere, ohne die unterdrückenden, gewalttätigen Männer? Es ist eine ganz deutlich ausgeprägte feministische Ader, die sich durch die ganze Geschichte zieht und mir teilweise ein wenig zu weit geht. Zwar wird immer mal wieder ausdrücklich getrauert und nicht alle Männer über einen Kamm geschert, aber das wirkt fast ein wenig bemüht.
Den Frauen bleibt nun ja gar nichts anderes übrig, als die Weltherrschaft an sich zu nehmen und quasi die Dinge am Laufen zu halten und es bildet sich eine neue feministische Gesellschaft, die tatsächlich besser, freier, gerechter zu sein scheint.
Ein weiteres ganz großes Thema ist Rassismus – und Queerness. Hm, ich fand es tatsächlich ein bisschen viel der aktuellen und angesagten Themen, die hier untergebracht werden wollen.
Es gibt ziemlich viele Figuren, doch als Hauptpersonen würde ich Jane und Evangelyne bezeichnen. Diese beiden spielen tragende Rollen und wir erfahren sehr sehr viel über ihre Vergangenheit. Ehrlich gesagt zu viel und einiges, das für die laufende Handlung eigentlich kaum mehr von Bedeutung ist. Streckenweise kommt die Autorin etwas von der ursprünglichen Handlung ab und es wird auch etwas zäh.
Nun tauchen plötzlich Videos auf, die die verschwundenen Männer zeigen. Es wird nun gruslig, auch grausam und vor allen Dingen verwirrend. Dieses zusätzliche Stilmittel bringt durchaus Abwechslung und Spannung mit sich – allerdings führt es auch in eine sehr seltsame Entwicklung des Geschehens. Die gelieferte Auflösung konnte mich leider überhaupt nicht zufriedenstellen. Verwirrung bleibt und die Frage: Was war denn das?
Von diesem Roman hatte ich mir etwas ganz anderes erwartet. Es gibt viele faszinierende Ansätze und Szenen, auch sprachlich mochte ich die Geschichte. Allerdings ist es ein recht extremer Feminismus, der da durchkommt und die Handlung wird im Verlauf immer abstruser. Eine vernünftige Erklärung fehlt. Zudem bleiben die Figuren blass und sehr distanziert.
Nein, das war nicht mein Buch. 2 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.08.2024

Kate und Vincent

Doctor and CEO
0

Kate und Vincent
Dies ist der dritte Teil der Doctor-Reihe von Louise Bay und leider bislang auch der schwächste.
Zum einen ist Vincent gar kein "Doctor" - er hatte ein Medizinstudium begonnen, aber schnell ...

Kate und Vincent
Dies ist der dritte Teil der Doctor-Reihe von Louise Bay und leider bislang auch der schwächste.
Zum einen ist Vincent gar kein "Doctor" - er hatte ein Medizinstudium begonnen, aber schnell wieder abgebrochen. Außerdem ist er kein Bruder der aus den beiden vorhergehenden Bänden bekannten Brüder, sondern ein Cousin. So dümpelt die Handlung erstmal relativ losgelöst von den erwartbaren Entwicklungen vor sich hin.
Es sind einige interessante Themen verarbeitet, aber leider konnte ich mich weder in Kate noch in Vincent so richtig hineinversetzen. Irgendwas hat da für mich nicht so ganz gepasst.
Konnte mich leider nicht ganz überzeugen. Dennoch bin ich gespannt auf die Fortführung der Reihe - ein sehr interessanter Bruder wartet da nämlich noch auf seine Geschichte...
2 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.06.2024

Allison und Leroy

Florida Falcons - Play me dirty
0

Allison und Leroy
Eine nette Liebesgeschichte zwischen einem verletzten Baseballspieler und einer Assistenzärztin.
Interessant fand ich das ganze Hintergrundgeschehen eines Baseballteams, insbesondere ...

Allison und Leroy
Eine nette Liebesgeschichte zwischen einem verletzten Baseballspieler und einer Assistenzärztin.
Interessant fand ich das ganze Hintergrundgeschehen eines Baseballteams, insbesondere das der Team-Ärzte und die Wichtigkeit deren Entscheidungen. Das ist nicht ohne.
Ansonsten konnte mich diese Geschichte leider kaum überzeugen. Die Liebesgeschichte an sich ist relativ austauschbar. Am meisten hat mich die Sprache gestört. Eigentlich dachte ich, dass es sich hierbei um eine fürchterliche Übersetzung aus dem amerikanischen handelt - bis ich gesehen habe, dass die Autorin Deutsche ist - ups! Unglaublich viele Wiederholungen und sinnlose Worthülsen machen die Lektüre etwas nervig.
Naja - 2 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.05.2024

Nicht mein Schreibstil

Weltalltage
0

Weltalltage – Paula Fürstenberg
Dies ist ein recht experimenteller Text über Freundschaft und über Krankheiten, psychische wie physische.
Die Erzählerin leidet seit ihrer Kindheit an unerklärlichem Schwindel. ...

Weltalltage – Paula Fürstenberg
Dies ist ein recht experimenteller Text über Freundschaft und über Krankheiten, psychische wie physische.
Die Erzählerin leidet seit ihrer Kindheit an unerklärlichem Schwindel. Max, ihr bester Freund, war immer schon der Gesunde, der sie unterstützt. Nun erkrankt er nach dem Tod des Onkels an Depressionen und die Rollen geraten ins Wanken.
Es handelt sich hierbei weniger um einen durchgehenden Text, sondern vielmehr um Momentaufnahmen, Bruchstücke, Schlüsselmomente aus ihren Leben mit den jeweiligen Krankheiten. Es geht um die Definition von Begrifflichkeiten, Einordnungsversuche, Metaphern und viele psychologische Hintergründe ebendieser Krankheiten und wie Betroffene bzw. Angehörige damit umgehen.
Sehr gewöhnungsbedürftig ist die Erzählperspektive der zweiten Person…. Hä??? Den Sinn dahinter kann ich nicht nachvollziehen. Für mich wirkt das sehr bemüht. Ebenso wie das zutiefst nervige Gendern, das ich in Romanen absolut nicht leiden kann.
Ein wirklich sehr interessantes Thema – doch leider kam ich mit dem experimentellen Erzählstil so überhaupt nicht zurecht. So etwas wie ein Lesefluss konnte sich hier überhaupt nicht aufbauen.
2 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.02.2024

Lebensgeschichte des Autors

Geschichte der Unordnung
0

Geschichte der Unordnung – Simon Elson
Nun, vorab muss ich zu diesem Werk sagen, dass es so etwas wie eine Autobiografie ist. Simon Elson schreibt seine Erlebnisse und Erfahrungen auf. Hübsch chronologisch, ...

Geschichte der Unordnung – Simon Elson
Nun, vorab muss ich zu diesem Werk sagen, dass es so etwas wie eine Autobiografie ist. Simon Elson schreibt seine Erlebnisse und Erfahrungen auf. Hübsch chronologisch, beginnend mit der Kindheit bis zum Tod des Vaters. Ein tiefer Einschnitt, der für spätere psychische Probleme verantwortlich ist.
Simon wächst auf den ersten Blick sehr idyllisch mit drei Geschwistern in einer Waldorfkindheit auf. Sehr viel Natur, sehr viele Freiheiten. Allerdings ist ihm schon auch früh die Außenseiterrolle der Familie bewusst. Trotzdem eine behütete Kindheit, bis zum Unfalltod des Vaters, der das Ende des Bullerbü-Lebens bedeutet. Die Mutter verstummt und überlässt die Kinder sich selbst.
Bis hierher fand ich das Erzählte sehr interessant. Etwa bei der Hälfte des Buches zieht Simon nach Berlin um zu Studieren. Nun geht es sehr sehr lange nur noch um Kokain, Alkohol und Frauen. Ja, die psychischen Wunden scheinen immer wieder durch, trotzdem – absolut nicht meins, diese Schilderungen.
Ein schlichter, berichtender Schreibstil, der ganz angenehm zu lesen ist. Insgesamt hat mich diese Nacherzählung des eigenen Lebens aber überhaupt nicht berührt. Es ist eine Aufarbeitung für sich selbst oder eine Handreichung für seinen Therapeuten. Vielleicht bin ich auch einfach mit falschen Erwartungen an dieses Werk gegangen.
2 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere