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Veröffentlicht am 29.09.2024

Interessanter Ansatz, aber die Balance fehlt

Goddess of Fury 1: Dein Herz so steinern
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Die Geschichte entführt uns in eine faszinierende Mischung aus griechischer Mythologie und viktorianischem London. Die Halbgöttin Euryale muss einen Riss im Hades schließen, um die Welt der Sterblichen ...

Die Geschichte entführt uns in eine faszinierende Mischung aus griechischer Mythologie und viktorianischem London. Die Halbgöttin Euryale muss einen Riss im Hades schließen, um die Welt der Sterblichen zu retten. Doch ihre Mission gerät ins Wanken, als sich eine romantische Beziehung zwischen ihr und Deacon, einem angehenden Geschichtsprofessor mit einer besonderen Gabe, entwickelt.

Die Idee der Geschichte ist vielversprechend, besonders das Zusammenspiel zwischen Mythologie und Fantasy fand ich spannand. Wer ein wenig mit griechischer Mythologie vertraut ist, wird viele Anspielungen und Verbindungen leichter verstehen, was das Leseerlebnis bereichern kann. Allerdings bleibt die eigentliche Handlung, oft hinter der Liebesgeschichte zurück. Das mag für Leserinnen, die eine romantische Geschichte suchen, ansprechend sein, aber wer mehr Action und Spannung erwartet, könnte etwas enttäuscht werden.Der Schreibstil von Teresa Sporrer ist flüssig und leicht zu lesen, was den Einstieg in die Geschichte angenehm macht. Trotzdem fehlte mir in einigen Abschnitten die Spannung, und die Handlung plätschert phasenweise eher dahin, ohne wirklich an Fahrt aufzunehmen.Die Charaktere sind vielseitig, aber nicht alle konnten mich überzeugen. Euryale wirkt oft distanziert und überheblich, was es schwer macht, eine emotionale Bindung zu ihr aufzubauen. Deacon ist sympathisch, bleibt aber in seiner ruhigen und kontrollierten Art undurchsichtig. Einige Nebenfiguren hätten zudem mehr Tiefe vertragen.

Insgesamt ist "Goddess of Fury" ein unterhaltsamer Roman, der sich stark auf die Liebesgeschichte stützt. Wer Urban Fantasy mit einem Fokus auf Romantik mag, wird sicherlich Gefallen an der Geschichte finden. Für mich war die Balance zwischen Romantik und Fantasy nicht optimal. Das Buch ist vor allem für Leser
innen geeignet, die sich von einer interessanten Liebesgeschichte mit mythischem Hintergrund angesprochen fühlen.

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Veröffentlicht am 03.09.2024

Toller Ansatz, schwache Ausführung

Anna O.
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Die Idee hinter Anna O. hat mich sofort neugierig gemacht. Ein Fall, bei dem eine Frau im Schlaf möglicherweise ein Verbrechen begangen hat und daraufhin vier Jahre lang nicht aufwacht – das klang nach ...

Die Idee hinter Anna O. hat mich sofort neugierig gemacht. Ein Fall, bei dem eine Frau im Schlaf möglicherweise ein Verbrechen begangen hat und daraufhin vier Jahre lang nicht aufwacht – das klang nach einem packenden Thriller, der tief in die menschliche Psyche eintaucht. Leider hat die Umsetzung meine Erwartungen nicht erfüllt.

Der Plot ist originell und verspricht eine spannende Auseinandersetzung mit Themen wie Schuld und Unschuld, wenn Taten im Schlaf begangen werden. Besonders der Anfang des Buches konnte mich fesseln, da er eine düstere Atmosphäre schafft und viele Fragen aufwirft: Was ist in jener Nacht wirklich geschehen? Ist Anna schuldig oder unschuldig? Auch die verschiedenen Perspektiven, aus denen die Geschichte erzählt wird bieten Abwechslung und Tiefe. Die Strukturierung durch Tagebuchauszüge und Berichte aus Patientenakten hat zusätzlich eine gewisse True-Crime-Stimmung erzeugt, die mir gefallen hat.

Leider verliert sich die Geschichte schnell in einer Vielzahl von Handlungssträngen und Wendungen, die nicht immer überzeugend wirken. Besonders im Mittelteil und gegen Ende wurde die Erzählung zunehmend verwirrend. Es schien, als wolle der Autor unbedingt noch mehr Spannung und Komplexität hinzufügen, was jedoch dazu führte, dass die Geschichte überladen und stellenweise unübersichtlich wurde. Einige Wendungen wirkten auf mich zu konstruiert und es fiel mir schwer, den roten Faden zu behalten.

Auch die Charaktere, obwohl sie in Ansätzen gut gezeichnet waren, blieben für meinen Geschmack zu flach und ihre Motivationen zu schwammig. Der mysteriöse Patient X, der eine große Rolle in der Handlung spielt, wurde meiner Meinung nach nicht ausreichend entwickelt, und das Aufwachen von Anna aus ihrem "Dornröschenschlaf" war leider recht unspektakulär.

Anna O. hatte das Potenzial, ein wirklich spannender Thriller zu sein, aber die Umsetzung hat mich letztlich enttäuscht. Die Geschichte ist komplex, aber leider nicht immer schlüssig erzählt, was das Lesevergnügen erheblich trübt. Wer Interesse an einer tiefgründigen psychologischen Geschichte hat und sich nicht daran stört, dass einige Fragen unbeantwortet bleiben, könnte trotzdem Gefallen an diesem Buch finden. Für mich persönlich hat es leider nicht gereicht, um vollkommen überzeugt zu sein.

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Veröffentlicht am 13.06.2024

Gute Ansätze, aber fehlende Spannung

Akte Nordsee - Das schweigende Dorf
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In "Das schweigende Dorf" erzählt Eva Almstädt die Geschichte der Anwältin Fentje Jacobsen, die nach einem mysteriösen Anruf in die Ermittlungen zweier Morde verwickelt wird. Zusammen mit dem Journalisten ...

In "Das schweigende Dorf" erzählt Eva Almstädt die Geschichte der Anwältin Fentje Jacobsen, die nach einem mysteriösen Anruf in die Ermittlungen zweier Morde verwickelt wird. Zusammen mit dem Journalisten Niklas John versucht sie, die Wahrheit hinter den Geschehnissen in dem kleinen Dorf Helenendeich herauszufinden. Die Themen Kriminalität, Gemeinschaft und Geheimnisse in einer abgeschlossenen Dorfgemeinschaft werden aufgegriffen, aber die Umsetzung der Geschichte zieht sich stellenweise in die Länge und bleibt nicht immer spannend.

Das Buchcover ist stimmungsvoll und ansprechend gestaltet und fängt die Atmosphäre eines abgeschiedenen, geheimnisvollen Dorfes gut ein. Der Schreibstil von Eva Almstädt ist flüssig und gut lesbar, jedoch fehlte mir oft die nötige Spannung und Dynamik, die ich mir von einem Krimi wünsche. Die vielen detaillierten Beschreibungen des Alltags und der Nebenhandlungen lenken manchmal von der eigentlichen Krimihandlung ab und nehmen dem Buch seine Intensität.

Die Figuren in "Das schweigende Dorf" sind gut ausgearbeitet und wirken größtenteils authentisch. Fentje Jacobsen und Niklas John sind sympathische Protagonisten mit Ecken und Kanten, was sie glaubwürdig macht. Besonders die Dorfbewohner von Helenendeich sind interessant gestaltet und tragen zur düsteren Atmosphäre des Buches bei. Trotzdem blieben einige Charaktere für meinen Geschmack zu oberflächlich und es fiel mir schwer, eine tiefere Verbindung zu ihnen aufzubauen.

Für mich war das Buch vor allem wegen des Themas der Ermittlung in einer abgeschlossenen Dorfgemeinschaft interessant. Eva Almstädt hat eine spannende Ausgangssituation geschaffen, die jedoch nicht immer ihr volles Potenzial entfalten konnte. "Das schweigende Dorf" ist ein solider Krimi, der mit interessanten Figuren und einer düsteren Atmosphäre punktet. Leider zieht sich die Handlung teilweise zu sehr in die Länge und es fehlt oft die nötige Spannung. Wer geduldige Lesestunden schätzt und ein Faible für Geschichten um Geheimnisse in kleinen Dorfgemeinschaften hat, könnte dennoch auf seine Kosten kommen. Für Leser, die eine konstant fesselnde Krimihandlung bevorzugen, könnte dieses Buch etwas enttäuschend sein.

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Veröffentlicht am 08.04.2024

Spannungsvoller Thriller mit Licht- und Schattenseiten

Das Resort
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"Das Resort" von Sarah Goodwin verspricht ein spannendes Abenteuer in den Alpen, als Mila und Ethan auf dem Weg zur Hochzeit von Milas Schwester Jess plötzlich in einem verlassenen Bergdorf stranden. Doch ...

"Das Resort" von Sarah Goodwin verspricht ein spannendes Abenteuer in den Alpen, als Mila und Ethan auf dem Weg zur Hochzeit von Milas Schwester Jess plötzlich in einem verlassenen Bergdorf stranden. Doch was als romantischer Ausflug beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Albtraum, als Ethan verschwindet und Mila mit düsteren Geheimnissen konfrontiert wird.

Das Buch bietet eine interessante Ausgangssituation und eine bedrohliche Atmosphäre, die die Lesenden von Anfang an fesseln. Der Spannungsbogen ist gut aufgebaut, und einige Wendungen sorgen für überraschende Momente. Besonders gelungen ist die Charakterentwicklung von Mila, die sich im Laufe der Geschichte von einer unsicheren Frau zu einer kämpferischen Überlebenskünstlerin entwickelt.

Sarah Goodwins Schreibstil ist flüssig und bildhaft und die Beschreibungen der Landschaft und der düsteren Umgebung des Bergdorfs sind eindrucksvoll. Die Handlung ist jedoch gelegentlich vorhersehbar, und einige Nebenfiguren bleiben blass und wenig entwickelt. Ein weiteres Defizit sind logische Ungereimtheiten in der Handlung, die die Glaubwürdigkeit der Geschichte beeinträchtigen. Einige Fragen bleiben unbeantwortet, und das Ende lässt die Lesenden mit gemischten Gefühlen zurück.

"Das Resort" von Sarah Goodwin bietet eine spannende und düstere Geschichte, die jedoch durch einige logische Ungereimtheiten und vorhersehbare Elemente beeinträchtigt wird. Mit seinen Mängeln in der Handlung und den teilweise flachen Charakteren bleibt das Buch hinter den Erwartungen zurück. Trotzdem ist es ein unterhaltsamer Thriller mit einer fesselnden Atmosphäre.

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